Tag: Religion

  • Die Johannesoffenbarung

    Die Erwartung der Rückkehr Christi zur Erde und die Johannesoffenbarung gehört zur Grundlage des christlichen Glaubens. Christus, der nach dem Hingang zu seinem Vater durch die Verkündigung und die Wirksamkeit seiner Zeugen auf Erden eine Gemeinde sammelt, die seine schon angebrochene Herrschaft bezeugt, wird zu einem nur Gott bekannten Zeitpunkt (Mt 24, 36; Mk 13, 32) zur Erde zurückkehren. Nach diesem Ereignis kosmischen Ausmaßes wird er im Auftrag seines Vaters über Gottes entschiedene Feinde Gericht halten und das lange zuvor verheißene Friedensreich aufrichten.

    Jesus selbst hat nicht nur in seinen Endzeitreden (Mt 24; Mk 13) von seiner Wiederkunft gesprochen. Nach neutestamentlichem Befund wird die Wiederkunft Christi die Menschen zunächst unvermutet “wie ein Dieb” (Mt 24, 42f) überraschen, so daß ihnen zu weiterer Besinnung keine Zeit bleibt. Deshalb ermahnt Jesus seine Jünger in direkter Rede und in Gleichnissen beständig zur Wachsamkeit (z.B. Mt 24, 42; 25, 1-13 u.ö.).

    Voraufgehen wird der Wiederkunft eine Zeit immer größer werdender Bedrängnis, Täuschung und gar Verführung der Glaubenden (vgl. Mt 24; Mk 13). Das Johannesevangelium und die Offenbarung machen aber deutlich, daß dieses Gericht die Treuen im Glauben nicht betreffen wird (vgl. Joh 5, 24). Vielmehr ist für diese die Wiederkunft Christi mit der Verheißung verbunden, daß sie für immer mit ihrem Herrn vereinigt sein (vgl. Mk 13, 27; Joh 14, 3) und für ihr treues Ausharren und die erduldeten Leiden belohnt werden.

    Nicht zuletzt ist an das Zeugnis des letzten Buches der Bibel zu erinnern, in dem die Ereignisse, die mit der Wiederkunft verbunden sind und ihr vorangehen, in wuchtigen, sich immer weiter entfaltenden Bildern visionär geschaut und dargestellt sind. Das Thema wird schon in Offb1, 7 vorgestellt: “Siehe, er kommt mit den Wolken” und klingt in den Sendschreiben durch (Offb 2, 16.25f; 3, 11.20). Ehe das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheint, ergehen durch das verkündigte Wort und durch göttliche Plagen vielfache Aufforderungen an die Menschen, zu Gottes Wegen umzukehren. Schrecken des Gerichts erschüttern die Erde (Offb 8, 5-9; 16, 21), aber die Zeit zur Umkehr ist begrenzt (Offb 10, 6). Schließlich erklingt im himmlischen Chor die Botschaft vom Sieg des Lammes (Offb 11, 15; 12, 10f; 17, 14), und aus dem geöffneten Himmel (Offb 19, 11ff) zieht der Herr zum letzten großen Sieg aus, um inmitten seiner Gemeinde, die wie eine Braut für ihren Mann geschmückt ist (Offb 21, 2), die Erde trotz aller Angriffe Satans in Besitz zu nehmen (Offb 20, 4). Hier wird auch das letzte Ziel der Wiederkunft deutlich, wie es schon Paulus in 1.Kor 15, 23f zur Sprache gebracht hat: Christus wird am Ende des großen Versöhnungswerkes und nach dem Vollzug des Gerichtes die neue Erde Gott selbst übergeben, der dann unter seinem Volk, der versöhnten Menschheit, für immer wohnen und regieren wird (Offb 21, 3.5; 22

    Inhaltsverzeichnis der Johannesoffenbarung

    Kap. 1-11

    Prolog  1, 1-3

    Einleitung  1, 4-8

    Erster Hauptteil:
    “Was du gesehen hast” (Kap. 1, 19)  1, 9-20

    I. Die Vision des erhöhten Christus inmitten der sieben
    goldenen Leuchter  1, 9-18
    Exkurs 1: Das Reich Gottes und die Kirche
    Exkurs 2: Der Menschensohn
    II. Der Auftrag an Johannes  1, 19
    III. Das Geheimnis der sieben Sterne und der sieben
    goldenen Leuchter  1, 20
    Exkurs 3: Die Entstehung des Bischofsamtes
    in der frühen Kirche

    Zweiter Hauptteil: “Das, was (jetzt schon) ist”: Die sieben Sendschreiben  2, 1 –  3, 22

    I. An die Gemeinde in Ephesus  2, 1-7
    Exkurs 4: Wesen und Aufgabe des apostolischen Amtes
    II. An die Gemeinde in Smyrna  2, 8-11
    III. An die Gemeinde in Pergamon 2, 12-17
    IV. An die Gemeinde in Thyatira  2, 18-29
    Exkurs 5: Die frühchristliche Gnosis
    V. An die Gemeinde in Sardes  3, 1-6
    VI. An die Gemeinde in Philadelphia  3, 7-13
    VII. An die Gemeinde in Laodizea  3,14-22

    Dritter Hauptteil: “Was danach geschehen wird” (1,19)  4, 1  –  22, 5

    I. Die sieben Siegel  4, 1 – 8,  6
    A. Trostvoller Ausblick: Der Thron Jesu Christi
    inmitten der erlösten Menschheit  4,1-11
    Exkurs 6: Die katholisch-apostolischen Gemeinden
    B. Das Buch mit den sieben Siegeln und das Lamm vor
    dem Thron  5,1-14
    C. Die ersten vier Siegel  6, 1- 8
    1. Das erste Siegel  6, 1+2
    2. Das zweite Siegel  6, 3+4
    3. Das dritte Siegel  6, 5+6
    4. Das vierte Siegel  6, 7+8
    D. Das fünfte Siegel   6, 9-11
    E. Das sechste Siegel   6, 12-17
    F. Erster “gnädiger Zwischenakt”: Die beiden Visionen
    zwischen dem sechsten und dem siebten Siegel   7, 1-17
    1. Die Versiegelung der Hundertvierundvierzigtausend  7, 1-8
    Exkurs 7: Die geistliche Bedeutung der israelitischen Stammesnamen
    2. Die große Schar vor dem Thron Gottes  7, 9-17
    G. Die Öffnung des siebten Siegels und die Vorbereitung
    auf das Blasen der sieben Posaunen  8, 1-6
    II. Die Sieben Posaunen  8, 7  – 11, 19
    A. Die ersten vier Posaunen  8, 7-12
    1. Die erste Posaune  8, 7
    2. Die zweite Posaune   8, 8+9
    3. Die dritte Posaune 8, 10+11
    4. Die vierte Posaune   8, 12
    Exkurs 8: Die geistliche Bedeutung der ersten sieben
    ägyptischen Plagen
    B. Der dreifache Weheruf  8, 13
    Exkurs 9: Die geistliche Bedeutung der letzten drei
    ägyptischen Plagen
    C. Die fünfte Posaune  9, 1-12
    D. Die sechste Posaune  9, 13-21
    E. Zweiter “gnädiger Zwischenakt”: Die beiden Visionen zwischen
    der sechsten und der siebten Posaune  10,1 – 11,14
    1. Der starke Engel und das geöffnete Buch  10, 1-11
    Exkurs 10: Zum Verständnis der Heiligen Schrift
    2. Die zwei Zeugen  11, 1-14
    Exkurs 11: Die zwei Zeugen
    F. Das Blasen der siebten Posaune und die
    feierliche Begrüßung ihrer Tage  11, 15-19
    1. Die mächtigen Stimmen im Himmel nach dem Blasen der
    siebten Posaune  11, 15
    2. Das Gebet der vierundzwanzig Ältesten  11, 16-18
    3. Die Öffnung des Tempels im Himmel  11, 19

    Kap. 12-22

    III. Rückblick: Die Bedrohung des Volkes Gottes und seine
    Errettung in der Zeit des Endes  Kap. 12, 1 – 14, 20
    A. Die Frau, der Drache und das Kind  12, 1-6
    Exkurs 12: Die mosaischen Reinigungsvorschriften für neugeborene
    Jungen und Mädchen
    B. Der Kampf Michaels mit dem Drachen  12, 7-12
    C. Die Flucht der Frau vor dem Drachen  12, 13-17
    D. Das Tier aus dem Meer 12,18 – 13,10
    E. Das Tier aus der Erde  13, 11-18
    F. Die dreifache Errettung des Gottesvolkes   14,1-20
    1. Die Schar der “Erstlinge”: Das Lamm und die
    Hundertvierundvierzigtausend auf dem Berg Zion  14, 1-5
    Exkurs 13: Die Erntebestimmungen im dritten Mosebuch
    2. Die “große Ernte”: Die Botschaft der drei Engel während der Zeit
    der sechsten Posaune  14, 6-16
    3. Die “Nachlese”: Die große Kelter des Zornes Gottes  14, 17-20
    IV. Die sieben Zornschalen  15, 1 – 16, 21
    A. Das Vorspiel im Himmel: Die Vorbereitung auf das Ausgießen
    der Schalen  15, 1-8
    B. Das Ausgießen der sieben Zornschalen  16, 1-21
    1. Die erste Schale  16, 1-2
    2. Die zweite Schale  16, 3
    3. Die dritte Schale  16, 4-7
    4. Die vierte Schale  16, 8-9
    5. Die fünfte Schale  16, 10-11
    6. Die sechste Schale  16, 12-16
    7. Die siebte Schale  16, 17-21
    V. Die großen Ereignisse der Endzeit und die neue Welt Gottes
    17, 1 – 22, 5
    A. Die Hure Babylon und das Tier  17, 1-18
    1. Die Frau auf dem Tier  17, 1-6
    2. Das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern
    17, 7-14
    3. Das Gericht Gottes über die Hure, ausgeführt durch das Tier
    mit den zehn Hörnern  17, 15-18
    B. Das Gericht über Babylon  18, 1-24
    1. Der Ruf des Engels: Babylon, eine Behausung der Dämonen
    18, 1-3
    2. Die Stimme aus dem Himmel: “Geht hinaus aus Ihr, mein Volk”
    18, 4-8
    Exkurs 14: Die babylonische Gefangenschaft der Kirche
    3. Die Klagen über den Untergang Babylons  18, 9-19
    4. Der freudige Zuruf an die Himmelsbewohner  18, 20
    5. Die symbolische Vernichtung Babylons und der trostlose
    Zustand danach  18, 21-24
    C. Der Triumph im Himmel und die Hochzeit des Lammes  19, 1-9
    D. Die Reaktion des Sehers auf die Botschaft des Engels  19, 10
    E. Das Gericht über das Tier und seine Streitmacht  19, 11-21
    F. Das Tausendjährige Reich und die erste Auferstehung  20, 1-6
    Exkurs 15: Das Tausendjährige Reich
    G. Das Endgericht über Satan  20, 7-10
    Exkurs 16: Die Weissagungen über Gog und Magog
    H. Die allgemeine Auferstehung und das Weltgericht  20, 11-15
    I. Der neue Himmel und die neue Erde  21, 1-8
    Exkurs 17: Die Wohnung Gottes bei den Menschen
    J. Das neue Jerusalem  21, 9 – 22, 5
    1. Die Einleitung der Vision  21, 9+10
    2. Die Gesamtschau des neuen Jerusalem  21, 11-14
    3. Die Formen und Maße des neuen Jerusalem  21, 15-17
    4. Die Baustoffe des neuen Jerusalem  21, 18-21
    5. Die einzigartige Herrlichkeit des neuen Jerusalem  21, 22-23
    6. Das Leben der Völker im ewigen Licht des neuen Jerusalem
    21, 24-27
    7. Der Thron Gottes als ewige Quelle des Lebens  22, 1-5
    Der Schluß des Buches und seine Beglaubigung   22, 6 -21

    Wirklich gute Zusamenstellung unter http://www.johannesoffenbarung.ch/. Hörbar  http://bibelradio.de/org/jahwe/260/offb1/radio/ oder youtube.

    Die Jerusalembibel gefällt mir m besten von der Sprache:

    1.    Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muss; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt.
    2.    Dieser hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat.
    3.    Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest und wer sie hört und wer sich an das hält, was geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
    4.    Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Ihm, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron
    5.    und von Jesus Christus; er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut;
    6.    er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.
    7.    Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, amen.
    8.    Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.
    9.    Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch an der Königsherrschaft teilhat und mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf der Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus.
    10.    Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune.
    11.    Sie sprach: Schreib das, was du siehst, in ein Buch und schick es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea.
    12.    Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter
    13.    und mitten unter den Leuchtern einen, der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold.
    14.    Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen;
    15.    seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen.
    16.    In seiner Rechten hielt er sieben Sterne und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert und sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne.
    17.    Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
    18.    und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.
    19.    Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.
    20.    Der geheimnisvolle Sinn der sieben Sterne, die du auf meiner rechten Hand gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter ist: Die sieben Sterne sind die Engel der sieben Gemeinden und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.

    1.    An den Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht:
    2.    Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren; ich weiß: Du kannst die Bösen nicht ertragen, du hast die auf die Probe gestellt, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner erkannt.
    3.    Du hast ausgeharrt und um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden.
    4.    Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast.
    5.    Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken.
    6.    Doch für dich spricht: Du verabscheust das Treiben der Nikolaiten, das auch ich verabscheue.
    7.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht.
    8.    An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: So spricht Er, der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebendig wurde:
    9.    Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut; und doch bist du reich. Und ich weiß, dass du von solchen geschmäht wirst, die sich als Juden ausgeben; sie sind es aber nicht, sondern sind eine Synagoge des Satans.
    10.    Fürchte dich nicht vor dem, was du noch erleiden musst. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, um euch auf die Probe zu stellen, und ihr werdet in Bedrängnis sein, zehn Tage lang. Sei treu bis in den Tod; dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.
    11.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem kann der zweite Tod nichts anhaben.
    12.    An den Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: So spricht Er, der das scharfe, zweischneidige Schwert trägt:
    13.    Ich weiß, wo du wohnst; es ist dort, wo der Thron des Satans steht. Und doch hältst du an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, dort, wo der Satan wohnt.
    14.    Aber ich habe etwas gegen dich: Bei dir gibt es Leute, die an der Lehre Bileams festhalten; Bileam lehrte Balak, er solle die Israeliten dazu verführen, Fleisch zu essen, das den Götzen geweiht war, und Unzucht zu treiben.
    15.    So gibt es auch bei dir Leute, die in gleicher Weise an der Lehre der Nikolaiten festhalten.
    16.    Kehr nun um! Sonst komme ich bald und werde sie mit dem Schwert aus meinem Mund bekämpfen.
    17.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben. Ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein steht ein neuer Name, den nur der kennt, der ihn empfängt.
    18.    An den Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: So spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen und Beine wie Golderz:
    19.    Ich kenne deine Werke, deine Liebe und deinen Glauben, dein Dienen und Ausharren und ich weiß, dass du in letzter Zeit mehr getan hast als am Anfang.
    20.    Aber ich werfe dir vor, dass du das Weib Isebel gewähren lässt; sie gibt sich als Prophetin aus und lehrt meine Knechte und verführt sie, Unzucht zu treiben und Fleisch zu essen, das den Götzen geweiht ist.
    21.    Ich habe ihr Zeit gelassen umzukehren; sie aber will nicht umkehren und von ihrer Unzucht ablassen.
    22.    Darum werfe ich sie auf das Krankenbett und alle, die mit ihr Ehebruch treiben, bringe ich in große Bedrängnis, wenn sie sich nicht abkehren vom Treiben dieses Weibes.
    23.    Ihre Kinder werde ich töten, der Tod wird sie treffen und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Herz und Nieren prüft, und ich werde jedem von euch vergelten, wie es seine Taten verdienen.
    24.    Aber euch Übrigen in Thyatira, denen, die dieser Lehre nicht folgen und die «Tiefen des Satans», wie sie es nennen, nicht erkannt haben, euch sage ich: Ich lege euch keine andere Last auf.
    25.    Aber was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme.
    26.    Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält, die ich gebiete, dem werde ich Macht über die Völker geben.
    27.    Er wird über sie herrschen mit eisernem Zepter und sie zerschlagen wie Tongeschirr;
    28.    (und ich werde ihm diese Macht geben,) wie auch ich sie von meinem Vater empfangen habe, und ich werde ihm den Morgenstern geben.
    29.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

    1.    An den Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: So spricht Er, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke. Dem Namen nach lebst du, aber du bist tot.
    2.    Werde wach und stärke, was noch übrig ist, was schon im Sterben lag. Ich habe gefunden, dass deine Taten in den Augen meines Gottes nicht vollwertig sind.
    3.    Denk also daran, wie du die Lehre empfangen und gehört hast. Halte daran fest und kehr um! Wenn du aber nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst bestimmt nicht wissen, zu welcher Stunde ich komme.
    4.    Du hast aber einige Leute in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; sie werden mit mir in weißen Gewändern gehen, denn sie sind es wert.
    5.    Wer siegt, wird ebenso mit weißen Gewändern bekleidet werden. Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Lebens streichen, sondern ich werde mich vor meinem Vater und vor seinen Engeln zu ihm bekennen.
    6.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
    7.    An den Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, / der öffnet, sodass niemand mehr schließen kann, / der schließt, sodass niemand mehr öffnen kann:
    8.    Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.
    9.    Leute aus der Synagoge des Satans, die sich als Juden ausgeben, es aber nicht sind, sondern Lügner – ich werde bewirken, dass sie kommen und sich dir zu Füßen werfen und erkennen, dass ich dir meine Liebe zugewandt habe.
    10.    Du hast dich an mein Gebot gehalten, standhaft zu bleiben; daher werde auch ich zu dir halten und dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über die ganze Erde kommen soll, um die Bewohner der Erde auf die Probe zu stellen.
    11.    Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit kein anderer deinen Kranz bekommt.
    12.    Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch meinen neuen Namen schreiben.
    13.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
    14.    An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der «Amen» heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
    15.    Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß!
    16.    Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.
    17.    Du behauptest: Ich bin reich und wohlhabend und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend und erbärmlich bist, arm, blind und nackt.
    18.    Darum rate ich dir: Kaufe von mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von mir weiße Kleider und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich schämen musst; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst.
    19.    Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst und kehr um!
    20.    Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.
    21.    Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
    22.    Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
    1.    Danach sah ich: Eine Tür war geöffnet am Himmel; und die Stimme, die vorher zu mir gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: Komm herauf und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss.
    2.    Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und ich sah: Ein Thron stand im Himmel; auf dem Thron saß einer,
    3.    der wie ein Jaspis und ein Karneol aussah. Und über dem Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah.
    4.    Und rings um den Thron standen vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste in weißen Gewändern und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt.
    5.    Von dem Thron gingen Blitze, Stimmen und Donner aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes.
    6.    Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte, rings um den Thron, waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und hinten.
    7.    Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler.
    8.    Und jedes der vier Lebewesen hatte sechs Flügel, außen und innen voller Augen. Sie ruhen nicht, bei Tag und Nacht, und rufen: Heilig, heilig, heilig / ist der Herr, der Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung; / er war und er ist und er kommt.
    9.    Und wenn die Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank erweisen,
    10.    dann werfen sich die vierundzwanzig Ältesten vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem Thron nieder und sprechen:
    11.    Würdig bist du, unser Herr und Gott, / Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, / durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen.

    1.    Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt.
    2.    Und ich sah: Ein gewaltiger Engel rief mit lauter Stimme: Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen?
    3.    Aber niemand im Himmel, auf der Erde und unter der Erde konnte das Buch öffnen und es lesen.
    4.    Da weinte ich sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und es zu lesen.
    5.    Da sagte einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids; er kann das Buch und seine sieben Siegel öffnen.
    6.    Und ich sah: Zwischen dem Thron und den vier Lebewesen und mitten unter den Ältesten stand ein Lamm; es sah aus wie geschlachtet und hatte sieben Hörner und sieben Augen; die Augen sind die sieben Geister Gottes, die über die ganze Erde ausgesandt sind.
    7.    Das Lamm trat heran und empfing das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
    8.    Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.
    9.    Und sie sangen ein neues Lied: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern
    10.    und du hast sie für unsern Gott / zu Königen und Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen.
    11.    Ich sah und ich hörte die Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die Lebewesen und die Ältesten; die Zahl der Engel war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend.
    12.    Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, / Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, / Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.
    13.    Und alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde, unter der Erde und auf dem Meer, alles, was in der Welt ist, hörte ich sprechen: Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm / gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.
    14.    Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an.

    1.    Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!
    2.    Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.
    3.    Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm!
    4.    Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.
    5.    Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage.
    6.    Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!
    7.    Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm!
    8.    Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt «der Tod»; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde.
    9.    Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten.
    10.    Sie riefen mit lauter Stimme: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen?
    11.    Da wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben; und ihnen wurde gesagt, sie sollten noch kurze Zeit warten, bis die volle Zahl erreicht sei durch den Tod ihrer Mitknechte und Brüder, die noch sterben müssten wie sie.
    12.    Und ich sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand und der ganze Mond wurde wie Blut.
    13.    Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt.
    14.    Der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt, und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle weggerückt.
    15.    Und die Könige der Erde, die Großen und die Heerführer, die Reichen und die Mächtigen, alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Höhlen und Felsen der Berge.
    16.    Sie sagten zu den Bergen und Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Blick dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes;
    17.    denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen?

    .    Danach sah ich: Vier Engel standen an den vier Ecken der Erde. Sie hielten die vier Winde der Erde fest, damit der Wind weder über das Land noch über das Meer wehte, noch gegen irgendeinen Baum.
    2.    Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu:
    3.    Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.
    4.    Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
    5.    Aus dem Stamm Juda trugen zwölftausend das Siegel, / aus dem Stamm Ruben zwölftausend, / aus dem Stamm Gad zwölftausend,
    6.    aus dem Stamm Ascher zwölftausend, / aus dem Stamm Naftali zwölftausend, / aus dem Stamm Manasse zwölftausend,
    7.    aus dem Stamm Simeon zwölftausend, / aus dem Stamm Levi zwölftausend, / aus dem Stamm Issachar zwölftausend,
    8.    aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, / aus dem Stamm Josef zwölftausend, / aus dem Stamm Benjamin trugen zwölftausend das Siegel.
    9.    Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen.
    10.    Sie riefen mit lauter Stimme: Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
    11.    Und alle Engel standen rings um den Thron, um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie warfen sich vor dem Thron nieder, beteten Gott an
    12.    und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit, / Weisheit und Dank, / Ehre und Macht und Stärke / unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen.
    13.    Da fragte mich einer der Ältesten: Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?
    14.    Ich erwiderte ihm: Mein Herr, das musst du wissen. Und er sagte zu mir: Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.
    15.    Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
    16.    Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten.
    17.    Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.

    1.    Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, etwa eine halbe Stunde lang.
    2.    Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.
    3.    Und ein anderer Engel kam und trat mit einer goldenen Räucherpfanne an den Altar; ihm wurde viel Weihrauch gegeben, den er auf dem goldenen Altar vor dem Thron verbrennen sollte, um so die Gebete aller Heiligen vor Gott zu bringen.
    4.    Aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor.
    5.    Dann nahm der Engel die Räucherpfanne, füllte sie mit glühenden Kohlen, die er vom Altar nahm, und warf sie auf die Erde; da begann es zu donnern und zu dröhnen, zu blitzen und zu beben.
    6.    Dann machten sich die sieben Engel bereit, die sieben Posaunen zu blasen.
    7.    Der erste Engel blies seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land. Es verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras.
    8.    Der zweite Engel blies seine Posaune. Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut.
    9.    Und ein Drittel der Geschöpfe, die im Meer leben, kam um und ein Drittel der Schiffe wurde vernichtet.
    10.    Der dritte Engel blies seine Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel; er loderte wie eine Fackel und fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Quellen.
    11.    Der Name des Sterns ist «Wermut». Ein Drittel des Wassers wurde bitter und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war.
    12.    Der vierte Engel blies seine Posaune. Da wurde ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne getroffen, sodass sie ein Drittel ihrer Leuchtkraft verloren und der Tag um ein Drittel dunkler wurde und ebenso die Nacht.
    13.    Und ich sah und hörte: Ein Adler flog hoch am Himmel und rief mit lauter Stimme: Wehe! Wehe! Wehe den Bewohnern der Erde! Noch drei Engel werden ihre Posaunen blasen.

    Der fünfte Engel blies seine Posaune. Da sah ich einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; ihm wurde der Schlüssel zu dem Schacht gegeben, der in den Abgrund führt.
    2.    Und er öffnete den Schacht des Abgrunds. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen, und Sonne und Luft wurden verfinstert durch den Rauch aus dem Schacht.
    3.    Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde und ihnen wurde Kraft gegeben, wie sie Skorpione auf der Erde haben.
    4.    Es wurde ihnen gesagt, sie sollten dem Gras auf der Erde, den grünen Pflanzen und den Bäumen keinen Schaden zufügen, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben.
    5.    Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen, fünf Monate lang. Und der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht.
    6.    In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen, aber nicht finden; sie werden sterben wollen, aber der Tod wird vor ihnen fliehen.
    7.    Und die Heuschrecken sehen aus wie Rosse, die zur Schlacht gerüstet sind; auf ihren Köpfen tragen sie etwas, das gold schimmernden Kränzen gleicht, und ihre Gesichter sind wie Gesichter von Menschen,
    8.    ihr Haar ist wie Frauenhaar, ihr Gebiss wie ein Löwengebiss,
    9.    ihre Brust wie ein eiserner Panzer; und das Rauschen ihrer Flügel ist wie das Dröhnen von Wagen, von vielen Pferden, die sich in die Schlacht stürzen.
    10.    Sie haben Schwänze und Stacheln wie Skorpione und in ihren Schwänzen ist die Kraft, mit der sie den Menschen schaden, fünf Monate lang.
    11.    Sie haben als König über sich den Engel des Abgrunds; er heißt auf hebräisch Abaddon, auf griechisch Apollyon.
    12.    Das erste «Wehe» ist vorüber. Noch zweimal wird das «Wehe» kommen.
    13.    Der sechste Engel blies seine Posaune: Da hörte ich eine Stimme, die von den vier Hörnern des goldenen Altars her kam, der vor Gott steht.
    14.    Die Stimme sagte zu dem sechsten Engel, der die Posaune hält: Binde die vier Engel los, die am großen Strom, am Eufrat, gefesselt sind.
    15.    Da wurden die vier Engel losgebunden, die auf Jahr und Monat, auf Tag und Stunde bereitstanden, um ein Drittel der Menschheit zu töten.
    16.    Und die Zahl der Reiter dieses Heeres war vieltausendmal tausend; diese Zahl hörte ich.
    17.    Und so sahen die Pferde und die Reiter in der Vision aus: Sie trugen feuerrote, rauchblaue und schwefelgelbe Panzer. Die Köpfe der Pferde glichen Löwenköpfen und aus ihren Mäulern schlug Feuer, Rauch und Schwefel.
    18.    Ein Drittel der Menschen wurde durch diese drei Plagen getötet, durch Feuer, Rauch und Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.
    19.    Denn die tödliche Macht der Pferde war in ihren Mäulern und in ihren Schwänzen. Ihre Schwänze glichen Schlangen, die Köpfe haben, mit denen sie Schaden zufügen können.
    20.    Aber die übrigen Menschen, die nicht durch diese Plagen umgekommen waren, wandten sich nicht ab von den Machwerken ihrer Hände: Sie hörten nicht auf, sich niederzuwerfen vor ihren Dämonen, vor ihren Götzen aus Gold, Silber, Erz, Stein und Holz, den Götzen, die weder sehen, noch hören, noch gehen können.
    21.    Sie ließen nicht ab von Mord und Zauberei, von Unzucht und Diebstahl.

    .    Und ich sah: Ein anderer gewaltiger Engel kam aus dem Himmel herab; er war von einer Wolke umhüllt und der Regenbogen stand über seinem Haupt. Sein Gesicht war wie die Sonne und seine Beine waren wie Feuersäulen.
    2.    In der Hand hielt er ein kleines, aufgeschlagenes Buch. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land
    3.    und rief laut, so wie ein Löwe brüllt. Nachdem er gerufen hatte, erhoben die sieben Donner ihre Stimme.
    4.    Als die sieben Donner gesprochen hatten, wollte ich es aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel her rufen: Halte geheim, was die sieben Donner gesprochen haben; schreib es nicht auf!
    5.    Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf dem Land stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel.
    6.    Er schwor bei dem, der in alle Ewigkeit lebt, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, die Erde und was darauf ist und das Meer und was darin ist: Es wird keine Zeit mehr bleiben,
    7.    denn in den Tagen, wenn der siebte Engel seine Stimme erhebt und seine Posaune bläst, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein; so hatte er es seinen Knechten, den Propheten, verkündet.
    8.    Und die Stimme aus dem Himmel, die ich gehört hatte, sprach noch einmal zu mir: Geh, nimm das Buch, das der Engel, der auf dem Meer und auf dem Land steht, aufgeschlagen in der Hand hält.
    9.    Und ich ging zu dem Engel und bat ihn, mir das kleine Buch zu geben. Er sagte zu mir: Nimm und iss es! In deinem Magen wird es bitter sein, in deinem Mund aber süß wie Honig.
    10.    Da nahm ich das kleine Buch aus der Hand des Engels und aß es. In meinem Mund war es süß wie Honig. Als ich es aber gegessen hatte, wurde mein Magen bitter.
    11.    Und mir wurde gesagt: Du musst noch einmal weissagen über viele Völker und Nationen mit ihren Sprachen und Königen.
    1.    Dann wurde mir ein Messstab gegeben, der aussah wie ein Stock, und mir wurde gesagt: Geh, miss den Tempel Gottes und den Altar und zähle alle, die dort anbeten!
    2.    Den Hof, der außerhalb des Tempels liegt, lass aus und miss ihn nicht; denn er ist den Heiden überlassen. Sie werden die heilige Stadt zertreten, zweiundvierzig Monate lang.
    3.    Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden, zwölfhundertsechzig Tage lang.
    4.    Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.
    5.    Wenn ihnen jemand Schaden zufügen will, schlägt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; so muss jeder sterben, der ihnen schaden will.
    6.    Sie haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihres Wirkens als Propheten. Sie haben auch Macht, das Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit allen möglichen Plagen, sooft sie wollen.
    7.    Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten.
    8.    Und ihre Leichen bleiben auf der Straße der großen Stadt liegen. Diese Stadt heißt, geistlich verstanden: Sodom und Ägypten; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt.
    9.    Menschen aus allen Völkern und Stämmen, Sprachen und Nationen werden ihre Leichen dort sehen, dreieinhalb Tage lang; sie werden nicht zulassen, dass die Leichen begraben werden.
    10.    Und die Bewohner der Erde freuen sich darüber, beglückwünschen sich und schicken sich gegenseitig Geschenke; denn die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält.
    11.    Aber nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her wieder Lebensgeist in sie und sie standen auf. Da überfiel alle, die sie sahen, große Angst.
    12.    Und sie hörten eine laute Stimme vom Himmel her rufen: Kommt herauf! Vor den Augen ihrer Feinde stiegen sie in der Wolke zum Himmel hinauf.
    13.    In diesem Augenblick entstand ein gewaltiges Erdbeben. Ein Zehntel der Stadt stürzte ein und siebentausend Menschen kamen durch das Erdbeben um. Die Überlebenden wurden vom Entsetzen gepackt und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.
    14.    Das zweite «Wehe» ist vorüber, das dritte «Wehe» kommt bald.
    15.    Der siebte Engel blies seine Posaune. Da ertönten laute Stimmen im Himmel, die riefen: Nun gehört die Herrschaft über die Welt / unserem Herrn und seinem Gesalbten; / und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.
    16.    Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, warfen sich nieder, beteten Gott an
    17.    und sprachen: Wir danken dir, Herr, / Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung, / der du bist und der du warst; denn du hast deine große Macht in Anspruch genommen / und die Herrschaft angetreten.
    18.    Die Völker gerieten in Zorn. / Da kam dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten: die Zeit, deine Knechte zu belohnen, / die Propheten und die Heiligen und alle, die deinen Namen fürchten, / die Kleinen und die Großen, / die Zeit, alle zu verderben, die die Erde verderben.
    19.    Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Da begann es zu blitzen, zu dröhnen und zu donnern, es gab ein Beben und schweren Hagel.

    1.    Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
    2.    Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
    3.    Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.
    4.    Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war.
    5.    Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
    6.    Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.
    7.    Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
    8.    aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel.
    9.    Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
    10.    Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, / die Macht und die Herrschaft unseres Gottes / und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
    11.    Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes / und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, / bis hinein in den Tod.
    12.    Darum jubelt, ihr Himmel / und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! / Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen; seine Wut ist groß, / weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.
    13.    Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte.
    14.    Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. Dort ist sie vor der Schlange sicher und wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt.
    15.    Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde.
    16.    Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete sich und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte.
    17.    Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die den Geboten Gottes gehorchen und an dem Zeugnis für Jesus festhalten.
    18.    Und der Drache trat an den Strand des Meeres.

    nd ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren.
    2.    Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht.
    3.    Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach.
    4.    Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tier gleich und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen?
    5.    Und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun.
    6.    Das Tier öffnete sein Maul, um Gott und seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen.
    7.    Und es wurde ihm erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen. Es wurde ihm auch Macht gegeben über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen.
    8.    Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm: alle, deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt eingetragen ist ins Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet wurde.
    9.    Wenn einer Ohren hat, so höre er.
    10.    Wer zur Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll, wird mit dem Schwert getötet. Hier muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der Heiligen bewähren.
    11.    Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache.
    12.    Die ganze Macht des ersten Tieres übte es vor dessen Augen aus. Es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt war.
    13.    Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die Erde fallen.
    14.    Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die Wunderzeichen, die es im Auftrag des Tieres tat; es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu Ehren des Tieres, das mit dem Schwert erschlagen worden war und doch wieder zum Leben kam.
    15.    Es wurde ihm Macht gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu verleihen, sodass es auch sprechen konnte und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten.
    16.    Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen.
    17.    Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
    18.    Hier braucht man Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

    1.    Und ich sah: Das Lamm stand auf dem Berg Zion und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters.
    2.    Dann hörte ich eine Stimme vom Himmel her, die dem Rauschen von Wassermassen und dem Rollen eines gewaltigen Donners glich. Die Stimme, die ich hörte, war wie der Klang der Harfe, die ein Harfenspieler schlägt.
    3.    Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Lebewesen und vor den Ältesten. Aber niemand konnte das Lied singen lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die freigekauft und von der Erde weggenommen worden sind.
    4.    Sie sind es, die sich nicht mit Weibern befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm.
    5.    Denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel.
    6.    Dann sah ich: Ein anderer Engel flog hoch am Himmel. Er hatte den Bewohnern der Erde ein ewiges Evangelium zu verkünden, allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern.
    7.    Er rief mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und erweist ihm die Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Betet ihn an, der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat.
    8.    Ein anderer Engel, ein zweiter, folgte und rief: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, die alle Völker betrunken gemacht hat mit dem Zornwein ihrer Hurerei.
    9.    Ein anderer Engel, ein dritter, folgte ihnen und rief mit lauter Stimme: Wer das Tier und sein Standbild anbetet und wer das Kennzeichen auf seiner Stirn oder seiner Hand annimmt,
    10.    der muss den Wein des Zornes Gottes trinken, der unverdünnt im Becher seines Zorns gemischt ist. Und er wird mit Feuer und Schwefel gequält vor den Augen der heiligen Engel und des Lammes.
    11.    Der Rauch von ihrer Peinigung steigt auf in alle Ewigkeit und alle, die das Tier und sein Standbild anbeten und die seinen Namen als Kennzeichen annehmen, werden bei Tag und Nacht keine Ruhe haben.
    12.    Hier muss sich die Standhaftigkeit der Heiligen bewähren, die an den Geboten Gottes und an der Treue zu Jesus festhalten.
    13.    Und ich hörte eine Stimme vom Himmel her rufen: Schreibe! Selig die Toten, die im Herrn sterben, von jetzt an; ja, spricht der Geist, sie sollen ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke begleiten sie.
    14.    Dann sah ich eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand.
    15.    Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schick deine Sichel aus und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen: Die Frucht der Erde ist reif geworden.
    16.    Und der, der auf der Wolke saß, schleuderte seine Sichel über die Erde und die Erde wurde abgeerntet.
    17.    Und ein anderer Engel trat aus dem himmlischen Tempel. Auch er hatte eine scharfe Sichel.
    18.    Vom Altar her kam noch ein anderer Engel, der die Macht über das Feuer hatte. Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde! Seine Beeren sind reif geworden.
    19.    Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.
    20.    Die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten und Blut strömte aus der Kelter; es stieg an, bis an die Zügel der Pferde, eintausendsechshundert Stadien weit.
    1.    Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten; denn in ihnen erreicht der Zorn Gottes sein Ende.
    2.    Dann sah ich etwas, das einem gläsernen Meer glich und mit Feuer durchsetzt war. Und die Sieger über das Tier, über sein Standbild und über die Zahl seines Namens standen auf dem gläsernen Meer und trugen die Harfen Gottes.
    3.    Sie sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied zu Ehren des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Taten, / Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, / du König der Völker.
    4.    Wer wird dich nicht fürchten, Herr, / wer wird deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig: / Alle Völker kommen und beten dich an; / denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden.
    5.    Danach sah ich: Es öffnete sich der himmlische Tempel, das Zelt des Zeugnisses im Himmel.
    6.    Und die sieben Engel mit den sieben Plagen traten heraus; sie waren in reines, glänzendes Leinen gekleidet und trugen um ihre Brust einen Gürtel aus Gold.
    7.    Und eines der vier Lebewesen reichte den sieben Engeln sieben goldene Schalen; sie waren gefüllt mit dem Zorn des Gottes, der in alle Ewigkeit lebt.
    8.    Und der Tempel füllte sich mit dem Rauch der Herrlichkeit und Macht Gottes. Niemand konnte den Tempel betreten, bis die sieben Plagen aus der Hand der sieben Engel zu ihrem Ende gekommen waren.

    1.    Dann hörte ich, wie eine laute Stimme aus dem Tempel den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde!
    2.    Der erste ging und goss seine Schale über das Land. Da bildete sich ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten.
    3.    Der zweite Engel goss seine Schale über das Meer. Da wurde es zu Blut, das aussah wie das Blut eines Toten; und alle Lebewesen im Meer starben.
    4.    Der dritte goss seine Schale über die Flüsse und Quellen. Da wurde alles zu Blut.
    5.    Und ich hörte den Engel, der die Macht über das Wasser hat, sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger; denn damit hast du ein gerechtes Urteil gefällt.
    6.    Sie haben das Blut von Heiligen und Propheten vergossen; deshalb hast du ihnen Blut zu trinken gegeben, so haben sie es verdient.
    7.    Und ich hörte eine Stimme vom Brandopferaltar her sagen: Ja, Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung. Wahr und gerecht sind deine Gerichtsurteile.
    8.    Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen.
    9.    Und die Menschen verbrannten in der großen Hitze. Dennoch verfluchten sie den Namen Gottes, der die Macht über diese Plagen hat. Sie bekehrten sich nicht dazu, ihm die Ehre zu geben.
    10.    Der fünfte Engel goss seine Schale über den Thron des Tieres. Da kam Finsternis über das Reich des Tieres und die Menschen zerbissen sich vor Angst und Schmerz die Zunge.
    11.    Dennoch verfluchten sie den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre; und sie ließen nicht ab von ihrem Treiben.
    12.    Der sechste Engel goss seine Schale über den großen Strom, den Eufrat. Da trocknete sein Wasser aus, sodass den Königen des Ostens der Weg offen stand.
    13.    Dann sah ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen, die wie Frösche aussahen.
    14.    Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun; sie schwärmten aus zu den Königen der ganzen Erde, um sie zusammenzuholen für den Krieg am großen Tag Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung.
    15.    Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig, wer wach bleibt und sein Gewand anbehält, damit er nicht nackt gehen muss und man seine Blöße sieht.
    16.    Die Geister führten die Könige an dem Ort zusammen, der auf hebräisch Harmagedon heißt.
    17.    Und der siebte Engel goss seine Schale über die Luft. Da kam eine laute Stimme aus dem Tempel, die vom Thron her rief: Es ist geschehen.
    18.    Und es folgten Blitze, Stimmen und Donner; es entstand ein gewaltiges Erdbeben, wie noch keines gewesen war, seitdem es Menschen auf der Erde gibt. So gewaltig war dieses Beben.
    19.    Die große Stadt brach in drei Teile auseinander und die Städte der Völker stürzten ein. Gott hatte sich an Babylon, die Große, erinnert und reichte ihr den Becher mit dem Wein seines rächenden Zornes.
    20.    Alle Inseln verschwanden und es gab keine Berge mehr.
    21.    Und gewaltige Hagelbrocken, zentnerschwer, stürzten vom Himmel auf die Menschen herab. Dennoch verfluchten die Menschen Gott wegen dieser Hagelplage; denn die Plage war über die Maßen groß.

    1.    Dann kam einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen trugen, und sagte zu mir: Komm, ich zeige dir das Strafgericht über die große Hure, die an den vielen Gewässern sitzt.
    2.    Denn mit ihr haben die Könige der Erde Unzucht getrieben und vom Wein ihrer Hurerei wurden die Bewohner der Erde betrunken.
    3.    Der Geist ergriff mich und der Engel entrückte mich in die Wüste. Dort sah ich eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das über und über mit gotteslästerlichen Namen beschrieben war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.
    4.    Die Frau war in Purpur und Scharlach gekleidet und mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. Sie hielt einen goldenen Becher in der Hand, der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefüllt war.
    5.    Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Erde.
    6.    Und ich sah, dass die Frau betrunken war vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Beim Anblick der Frau ergriff mich großes Erstaunen.
    7.    Der Engel aber sagte zu mir: Warum bist du erstaunt? Ich will dir das Geheimnis der Frau enthüllen und das Geheimnis des Tieres mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern, auf dem sie sitzt.
    8.    Das Tier, das du gesehen hast, war einmal und ist jetzt nicht; es wird aber aus dem Abgrund heraufsteigen und dann ins Verderben gehen. Staunen werden die Bewohner der Erde, deren Namen seit der Erschaffung der Welt nicht im Buch des Lebens verzeichnet sind. Sie werden bei dem Anblick des Tieres staunen; denn es war einmal und ist jetzt nicht, wird aber wieder da sein.
    9.    Hier braucht man Verstand und Kenntnis. Die sieben Köpfe bedeuten die sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Sie bedeuten auch sieben Könige.
    10.    Fünf sind bereits gefallen. Einer ist jetzt da, einer ist noch nicht gekommen; wenn er dann kommt, darf er nur kurze Zeit bleiben.
    11.    Das Tier aber, das war und jetzt nicht ist, bedeutet einen achten König und ist doch einer von den sieben und wird ins Verderben gehen.
    12.    Die zehn Hörner, die du gesehen hast, bedeuten zehn Könige, die noch nicht zur Herrschaft gekommen sind; sie werden aber königliche Macht für eine einzige Stunde erhalten, zusammen mit dem Tier.
    13.    Sie sind eines Sinnes und übertragen ihre Macht und Gewalt dem Tier.
    14.    Sie werden mit dem Lamm Krieg führen, aber das Lamm wird sie besiegen. Denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige. Bei ihm sind die Berufenen, Auserwählten und Treuen.
    15.    Und er sagte zu mir: Du hast die Gewässer gesehen, an denen die Hure sitzt; sie bedeuten Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen.
    16.    Du hast die zehn Hörner und das Tier gesehen; sie werden die Hure hassen, ihr alles wegnehmen, bis sie nackt ist, werden ihr Fleisch fressen und sie im Feuer verbrennen.
    17.    Denn Gott lenkt ihr Herz so, dass sie seinen Plan ausführen: Sie sollen einmütig handeln und ihre Herrschaft dem Tier übertragen, bis die Worte Gottes erfüllt sind.
    18.    Die Frau aber, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige der Erde.

    1.    Danach sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabsteigen; er hatte große Macht und die Erde leuchtete auf von seiner Herrlichkeit.
    2.    Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel.
    3.    Denn vom Zornwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben. Durch die Fülle ihres Wohlstands sind die Kaufleute der Erde reich geworden.
    4.    Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her rufen: Verlass die Stadt, mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst.
    5.    Denn ihre Sünden haben sich bis zum Himmel aufgetürmt und Gott hat ihre Schandtaten nicht vergessen.
    6.    Zahlt ihr mit gleicher Münze heim, gebt ihr doppelt zurück, was sie getan hat. Mischt ihr den Becher, den sie gemischt hat, doppelt so stark.
    7.    Im gleichen Maß, wie sie in Prunk und Luxus lebte, lasst sie Qual und Trauer erfahren. Sie dachte bei sich: Ich throne als Königin, ich bin keine Witwe und werde keine Trauer kennen.
    8.    Deshalb werden an einem einzigen Tag die Plagen über sie kommen, die für sie bestimmt sind: Tod, Trauer und Hunger. Und sie wird im Feuer verbrennen; denn stark ist der Herr, der Gott, der sie gerichtet hat.
    9.    Die Könige der Erde, die mit ihr gehurt und in Luxus gelebt haben, werden über sie weinen und klagen, wenn sie den Rauch der brennenden Stadt sehen.
    10.    Sie bleiben in der Ferne stehen aus Angst vor ihrer Qual und sagen: Wehe! Wehe, du große Stadt Babylon, du mächtige Stadt! In einer einzigen Stunde ist das Gericht über dich gekommen.
    11.    Auch die Kaufleute der Erde weinen und klagen um sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft:
    12.    Gold und Silber, Edelsteine und Perlen, feines Leinen, Purpur, Seide und Scharlach, wohlriechende Hölzer aller Art und alle möglichen Geräte aus Elfenbein, kostbarem Edelholz, Bronze, Eisen und Marmor;
    13.    auch Zimt und Balsam, Räucherwerk, Salböl und Weihrauch, Wein und Öl, feinstes Mehl und Weizen, Rinder und Schafe, Pferde und Wagen und sogar Menschen mit Leib und Seele.
    14.    Auch die Früchte, nach denen dein Herz begehrte, sind dir genommen. Und alles, was prächtig und glänzend war, hast du verloren; nie mehr wird man es finden.
    15.    Die Kaufleute, die durch den Handel mit dieser Stadt reich geworden sind, werden aus Angst vor ihrer Qual in der Ferne stehen und sie werden weinen und klagen:
    16.    Wehe! Wehe, du große Stadt, bekleidet mit feinem Leinen, mit Purpur und Scharlach, geschmückt mit Gold, Edelsteinen und Perlen.
    17.    In einer einzigen Stunde ist dieser ganze Reichtum dahin. Alle Kapitäne und Schiffsreisenden, die Matrosen und alle, die ihren Unterhalt auf See verdienen, machten schon in der Ferne Halt,
    18.    als sie den Rauch der brennenden Stadt sahen, und sie riefen: Wer konnte sich mit der großen Stadt messen?
    19.    Und sie streuten sich Staub auf den Kopf, sie schrien, weinten und klagten: Wehe! Wehe, du große Stadt, die mit ihren Schätzen alle reich gemacht hat, die Schiffe auf dem Meer haben. In einer einzigen Stunde ist sie verwüstet worden.
    20.    Freu dich über ihren Untergang, du Himmel – und auch ihr, Heilige, Apostel und Propheten, freut euch! Denn Gott hat euch an ihr gerächt.
    21.    Dann hob ein gewaltiger Engel einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer und rief: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hinabgeworfen werden und man wird sie nicht mehr finden.
    22.    Die Musik von Harfenspielern und Sängern, von Flötenspielern und Trompetern hört man nicht mehr in dir. Einen kundigen Handwerker gibt es nicht mehr in dir. Das Geräusch des Mühlsteins hört man nicht mehr in dir.
    23.    Das Licht der Lampe scheint nicht mehr in dir. Die Stimme von Braut und Bräutigam hört man nicht mehr in dir. Deine Kaufleute waren die Großen der Erde, deine Zauberei verführte alle Völker.
    24.    Aber in ihr war das Blut von Propheten und Heiligen und von allen, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.

    1.    Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel: Halleluja! / Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht / ist bei unserm Gott.
    2.    Seine Urteile sind wahr und gerecht. / Er hat die große Hure gerichtet, / die mit ihrer Unzucht die Erde verdorben hat. Er hat Rache genommen für das Blut seiner Knechte, / das an ihren Händen klebte.
    3.    Noch einmal riefen sie: Halleluja! / Der Rauch der Stadt steigt auf in alle Ewigkeit.
    4.    Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja!
    5.    Und eine Stimme kam vom Thron her: Preist unsern Gott, all seine Knechte / und alle, die ihn fürchten, Kleine und Große!
    6.    Da hörte ich etwas wie den Ruf einer großen Schar und wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen und wie das Rollen mächtiger Donner: Halleluja! / Denn König geworden ist der Herr, unser Gott, / der Herrscher über die ganze Schöpfung.
    7.    Wir wollen uns freuen und jubeln / und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes / und seine Frau hat sich bereit gemacht.
    8.    Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen. / Das Leinen bedeutet die gerechten Taten der Heiligen.
    9.    Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist. Dann sagte er zu mir: Das sind zuverlässige Worte, es sind Worte Gottes.
    10.    Und ich fiel ihm zu Füßen, um ihn anzubeten. Er aber sagte zu mir: Tu das nicht! Ich bin ein Knecht wie du und deine Brüder, die das Zeugnis Jesu festhalten. Gott bete an! Das Zeugnis Jesu ist der Geist prophetischer Rede.
    11.    Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt «Der Treue und Wahrhaftige»; gerecht richtet er und führt er Krieg.
    12.    Seine Augen waren wie Feuerflammen und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt.
    13.    Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt «Das Wort Gottes».
    14.    Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet.
    15.    Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung.
    16.    Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen: «König der Könige und Herr der Herren».
    17.    Dann sah ich einen Engel, der in der Sonne stand. Er rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel flogen: Kommt her! Versammelt euch zum großen Mahl Gottes.
    18.    Fresst Fleisch von Königen, von Heerführern und von Helden, Fleisch von Pferden und ihren Reitern, Fleisch von allen, von Freien und Sklaven, von Großen und Kleinen!
    19.    Dann sah ich das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um mit dem Reiter und seinem Heer Krieg zu führen.
    20.    Aber das Tier wurde gepackt und mit ihm der falsche Prophet; er hatte vor seinen Augen Zeichen getan und dadurch alle verführt, die das Kennzeichen des Tieres angenommen und sein Standbild angebetet hatten. Bei lebendigem Leib wurden beide in den See von brennendem Schwefel geworfen.
    21.    Die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert, das aus dem Mund des Reiters kam; und alle Vögel fraßen sich satt an ihrem Fleisch.

    .    Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette.
    2.    Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange – das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre.
    3.    Er warf ihn in den Abgrund, verschloss diesen und drückte ein Siegel darauf, damit der Drache die Völker nicht mehr verführen konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit freigelassen werden.
    4.    Dann sah ich Throne; und denen, die darauf Platz nahmen, wurde das Gericht übertragen. Ich sah die Seelen aller, die enthauptet worden waren, weil sie an dem Zeugnis Jesu und am Wort Gottes festgehalten hatten. Sie hatten das Tier und sein Standbild nicht angebetet und sie hatten das Kennzeichen nicht auf ihrer Stirn und auf ihrer Hand anbringen lassen. Sie gelangten zum Leben und zur Herrschaft mit Christus für tausend Jahre.
    5.    Die übrigen Toten kamen nicht zum Leben, bis die tausend Jahre vollendet waren. Das ist die erste Auferstehung.
    6.    Selig und heilig, wer an der ersten Auferstehung teilhat. Über solche hat der zweite Tod keine Gewalt. Sie werden Priester Gottes und Christi sein und tausend Jahre mit ihm herrschen.
    7.    Wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden.
    8.    Er wird ausziehen, um die Völker an den vier Ecken der Erde, den Gog und den Magog, zu verführen und sie zusammenzuholen für den Kampf; sie sind so zahlreich wie die Sandkörner am Meer.
    9.    Sie schwärmten aus über die weite Erde und umzingelten das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt. Aber Feuer fiel vom Himmel und verzehrte sie.
    10.    Und der Teufel, ihr Verführer, wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind. Tag und Nacht werden sie gequält, in alle Ewigkeit.
    11.    Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel und es gab keinen Platz mehr für sie.
    12.    Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.
    13.    Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken.
    14.    Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.
    15.    Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.

    Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
    2.    Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.
    3.    Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.
    4.    Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
    5.    Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.
    6.    Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.
    7.    Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.
    8.    Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner – ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod.
    9.    Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den sieben letzten Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes.
    10.    Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,
    11.    erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.
    12.    Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
    13.    Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore.
    14.    Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
    15.    Und der Engel, der zu mir sprach, hatte einen goldenen Messstab, mit dem die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer gemessen wurden.
    16.    Die Stadt war viereckig angelegt und ebenso lang wie breit. Er maß die Stadt mit dem Messstab; ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich: zwölftausend Stadien.
    17.    Und er maß ihre Mauer; sie ist hundertvierundvierzig Ellen hoch nach Menschenmaß, das der Engel benutzt hatte.
    18.    Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas.
    19.    Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,
    20.    der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst.
    21.    Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas.
    22.    Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
    23.    Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm.
    24.    Die Völker werden in diesem Licht einhergehen und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen.
    25.    Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen – Nacht wird es dort nicht mehr geben.
    26.    Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen.
    27.    Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.
    1.    Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.
    2.    Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
    3.    Es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen und seine Knechte werden ihm dienen.
    4.    Sie werden sein Angesicht schauen und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben.
    5.    Es wird keine Nacht mehr geben und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.
    6.    Und der Engel sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahr. Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.
    7.    Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält.
    8.    Ich, Johannes, habe dies gehört und gesehen. Und als ich es hörte und sah, fiel ich dem Engel, der mir dies gezeigt hatte, zu Füßen, um ihn anzubeten.
    9.    Da sagte er zu mir: Tu das nicht! Ich bin nur ein Knecht wie du und deine Brüder, die Propheten, und wie alle, die sich an die Worte dieses Buches halten. Gott bete an!
    10.    Und er sagte zu mir: Versiegle dieses Buch mit seinen prophetischen Worten nicht! Denn die Zeit ist nahe.
    11.    Wer Unrecht tut, tue weiter Unrecht, der Unreine bleibe unrein, der Gerechte handle weiter gerecht und der Heilige strebe weiter nach Heiligkeit.
    12.    Siehe, ich komme bald und mit mir bringe ich den Lohn und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht.
    13.    Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
    14.    Selig, wer sein Gewand wäscht: Er hat Anteil am Baum des Lebens, und er wird durch die Tore in die Stadt eintreten können.
    15.    Draußen bleiben die «Hunde» und die Zauberer, die Unzüchtigen und die Mörder, die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.
    16.    Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.
    17.    Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.
    18.    Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
    19.    Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
    20.    Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. – Amen. Komm, Herr Jesus!
    21.    Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

  • Philip Jenkins “The Next Christendom” – in the long run . . . Christ wins out

    Philip Jenkins “The Next Christendom” – in the long run . . . Christ wins out

    Philip Jenkins argues that in his book the “The Next Christendom” – in the long run Christ wins out. He observes that especially Pentecostalism, mainly a protestant renewal movement within Christianity (German: Pfingstler, Pfingstkirche, Pfingstbewegung), is steadily winning  millions of follower in Latin America, South America, Africa, India, Malaysia, China, and Eastern Europe, including Russia. There is also a Catholic Charismatic Renewal, which  Benedict XVI praised  highlighting its positive contribution.  According to the U.S. urban specialist Mike Davis “Pentecostalism is the largest self-organized movement of urban poor in the world”. Philip Jenkins has a joint appointment  at Penn State University and at Baylor University and  is also  the author of “The Lost History of Christianity”, another excellent book.  A respected professor of  history and religious studies who has been known for “going against the flow,” Jenkins argues that the rapid growth of  Christianity around the world (both within and alongside existing traditions) will literally reshape the world, with possible religious and geopolitic conflicts.

    Between 1900 and 2000, the number of Christians in Africa grew from 10 million to 360 million, and by 2025 is expected to reach 633 million. In a post-modern world, religion returned to center stage in the 90s , and Jenkins revisits Huntington from a Christian perspective and new data. Jenkins contests Samuel Huntington’s thesis in The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, that “the relative Christian share of global population will fall steeply in the [21st] century, and that this religion will be supplanted by Islam.” Huntington predicted that “in the long run . . . Muhammad wins out,” mainly because Islam is advanced by “conversion and reproduction,” whereas “Christianity spreads primarily by conversion.” Both share many valid points, and even Philip Jenkins dryly notes in his own book difficulties to predict the future.  Both do agree on the danger of potential conflicts caused by religious and cultural differences.  Sociological and religious future trends interact – as always – and this perils are  unfortunately today’s reality.

    Philip Jenkins “The Next Christendom”  is not entirely an optimistic book, but it is profoundly helpful and up-to-date. Another eye opener.

    Ch. 1. The Christian Revolution

    Jenkins’ opening chapter provocatively suggests, religious revolutions are not, as Western intellectuals too often propose against the history, mere spiritual, private matters. They bring with them profoundly this-worldly repercussions like genocides, wars, and what Samuel Huntington has famously termed ‘the clash of civilizations’. They can also renew and uproot societies. Jenkins argues that a ‘Christian revolution’ is already underway in the developing world, one that our political leaders ignore to the peril of all of us: “We are currently living through one of the transforming moments in the history of religion worldwide. – ” The Christian center of gravity has shifted to Africa, Asia, and Latin America   “By 2050, only about 1/5 of the world’s 3 billion Christians will be non-Hispanic Whites.” “The era of Western Christianity has passed within our lifetimes….”  “The emerging Christian world will be anchored in the Southern continents.” Growing from a handful to several hundred million, the Pentecostal movement is the most successful social movement of the past century that places special emphasis on a direct personal experience of God through the baptism in the Holy Spirit.

    Ch. 2. Disciples of All Nations

    The chapter reviews the history of Christian expansion, showing that it developed globally from the beginning. particularly it questioned the modernization requests to and attempts of the christian institutions, like the Catholic Church as the whole idea of ‘Western Christianity’ distorts the true scope of the religion’s development.  As the author already pointed out in his former book, even in the Middle East, African and Asian regions subjugated by Islam, Christian loyalties survived for centuries in some cases until today. In the Middle East, “Arab Christians remained politically powerful until the rise of a new Muslim fundamentalism in the 1980s.” Westerners apologize for the Crusades but do not suggest that Muslims apologize for the aggressive acts that gave them power over these various lands in the first place. Westerners have forgotten the once-great Christian communities of the Eastern world.

    Ch 3. Missionaries and Prophets

    Jenkins, states – “Undeniably, the Christian missions of this historical phase were intimately connected with political and imperial adventures, and Protestant and Catholic fortunes followed the success of the different empires.” and  “For all the hypocrisy and the flagrantly self-serving rhetoric of the imperial age, the dedication of the missionaries was beyond question.” He continues, “amazing as it may appear to a blasé West, Christianity exercises an overwhelming global appeal, which shows not the slightest sign of waning.” and “Many Westerners…see missionary Christianity as a kind of cultural leprosy.”  But why did Africans and Asians adopt Christianity?  “One all-too-obvious explanation is that individuals came to believe the message offered, and found this the best means of explaining the world around them.” Their convictions are illustrated by the many stories of zeal in the face of persecution.

    Ch. 4. Standing Along

    When the demise of European empires brought forward the moment for non-Western churches to stand alone, they had little trouble doing so.  Jenkins observes parallels between the developments he surveys in the ‘South’ and those that characterized a similar time of awakening, urbanization, and religious effervescence in the industrializing North. He states, that “Up until the end of the eighteenth century, large-scale missionary efforts were strictly the preserve of the Catholic powers….” The book argues, to connect the spread of Christianity only with imperial expansion is not entirely correct, since fate of the religion would be affected by the breakup of the old European empires. The countries with the largest number of Catholics are Brazil (137 million), Mexico (89 million), Philippines (61 million), the United States (58 million), and Italy (55 million). Catholic growth has been particularly dramatic in Africa, usually in former French and Belgian territories. In 1995, there were 16 million Catholics in all of Africa. Today, there are 120 million.  Jenkings states, “For the foreseeable future, the characteristic religious forms of Southern Christianity, enthusiastic and spontaneous, fundamentalist and supernatural-oriented, look massively different from those of the older centers in Europe and North America.” and “In the coming decades, the religious life characteristic of those regions may well become the Christian norm.”

    Ch. 5. The Rise of the New Christianity

    Population growth and contraction look poised to reduce European populations radically while a boom in many southern states continues apace. When turning to religious indicators, all of them suggest that the surge in southern Christianity has barely begun. The picture becomes even more interestingly when population mobility is factored into the equation. Immigration to Europe may well establish a renewed Christian presence on that continent. America looks set to become even more of a Christian nation than it is today, again due to immigration. Southern nations are growing rapidly but Northern states are relatively static. – “The stagnation of Northern and particularly European populations will be one of the most significant facts of the twenty-first century.”  “By 2050, there will be an ever-growing contrast between the age profiles of the global South and North, between the world of the young and very mobile and the world of the old and static.” “In another epochal change, these urban centers will be overwhelmingly Southern.” “A largely secularized First World confronts a rapidly growing ‘South’ in which religion thrives and expands.” But many in the South are moving north. “ “Looking at the spread of mosques across urban Europe, it would be easy to believe that Islam might indeed be Europe’s future religion. Yet a great many other European immigrants are Christian, and they raise the prospect of a revitalized Christian presence on European soil.” The number of Muslims in the U.S., is probably about 4 million or so, much less than the up to 8 million claimed. Many Arab-Americans are in fact Christian. “Any likely Muslim growth through immigration will be far exceeded by the continuing Christian influx from Africa, Asia, and above all, Latin America.” – “Christian predominance is likely to be still more marked in decades to come.”

    Ch. 6. Coming to Terms

    In ‘Coming to Terms’ Jenkins surveys how churches in the Two-Thirds world `inculturate’ the gospel in their cultural contexts. Though the results are sometimes alarming to Western Christians, Jenkins’ view is rather more sanguine, claiming that most of these adaptations are well within the parameters of recognizably Christian faith. As demographic changes favor the Southern churches, their patterns of life and worship-often visceral supernatural in their orientation-are bound to become the dominant ones in a new Christendom. “The rising churches usually preach a strong and even pristine Christian message.” “Another new ‘missionary century’ may dawn, although next time, the missionaries would be traveling northward.”

    Ch. 7. God and The World

    Jenkins’ seventh chapter prognosticates about the varying models of church and state that can be expected as important southern countries become demographically. The predictions are not all reassuring to heirs of a strong tradition of separation between the two. Americans keep church and state separate, but such a distinction is incomprehensible in much of the world. ‘Not only is Christianity flourishing in the Third World, but so are distinctively Christian politics. “Northerners are going to find themselves ever more out of touch with the religious dimensions that shape the new world, and literally unable to communicate with the new people of faith.” – “In one possible scenario of the world to come, an incredibly wealthy although numerically shrinking Northern population espouses the values of humanism, ornamented with the vestiges of liberal Christianity and Judaism.” “Meanwhile, this future North confronts the poorer and vastly more numerous global masses who waves the flags…of ascendant Christianity and Islam. …the have-nots will be inspired by the scriptures and the language of apocalyptic, rather than by the texts of Marx and Mao. In this world, we, the West, will be the final Babylon.” –  “The North would be secular, rational, and tolerant, the South primitive and fundamentalist. The North would define itself against Christianity.”

    Ch. 8. The Next Crusade

    Jenkins acknowledges that a world in which powerful adversaries take religion far more seriously than does today’s sophisticated North should keep strategic analysts alert. Simple parents like myself imagining the world in which my son will come of age already plans immigration for him out of Europe.“Religious loyalties are at the root of many of the world’s ongoing civil wars and political violence, and in most cases, the critical division is the age-old battle between Christianity and Islam.” (163) “The parochialism of Western public opinion is striking. When a single racial or religious-motivated murder takes place in Europe or North America, the event occasions widespread soul-searching, but when thousands are massacred on the grounds of their faith in Nigeria, Indonesia, or the Sudan, the story rarely registers. Come lives are worth more than others. In addition, a kind of religious prejudice helps to explain the silence about nations like the Sudan.  “No less than 10 of the world’s 25 largest states in 2050 could be profoundly divided between Islam and Christianity, and judging by present trends, any or all of them could be the scene of serious interfaith conflict.” -. “A number of European nations face huge disparities between very fertile immigrant groups and relatively static old-stock populations, and religious instability could easily result.” – “The fundamental question here is whether Islam and Christianity can coexist.” “What is most disturbing about the Sudanese experience is that it shows how, in the new religious climate, existing non-Muslim minorities can be reduced or even eliminated. The same bitter lesson may be in progress in…Egypt, the home of the ancient community of Coptic Christians.” -. “Some of the likely winners in the religious economy of the new century are precisely those groups who have a strongly apocalyptic mindset, in which the triumph of righteousness is associated with the vision of a world devastated by fire and plague.” “The situation could become so sensitive that a global catastrophe could be provoked by the slightest misjudgment –just like 1914.”

    Ch. 9. Coming Home

    Events since the late 90s have given the author some hard facts to work with. The southern churches are almost all theologically and culturally more conservative than their northern partners. But are they so distinct so as to be incapable of re-evangelizing secularized Europe and the USA?  A fundamental issue: How will the global North change in response to the rise of a new global Christianity? Will its religious character remain Christian, perhaps with a powerful Southern cast? Or will it entirely lose its Christian character?” . “While traditional Christianity is weakening in large sections of the North, it is indeed being reinforced and reinvigorated by Southern churches, by means of immigration and evangelization.

    Ch. 10. Seeing Christianity Again for the First Time  

    In the last and best chapter analysis is exchanged for what becomes almost an indictment of northern Christian scenario. From the view 2050 A.D., the persecution and poverty of which so much are made in the New Testament literature is also the context of the majority of today’s Christians (not to mention those who await their moment a half-century hence): “For whatever reason, Western investment in missions has been cut back dramatically at just the point it is most desperately needed, at the peak of the current surge in Christian numbers.” and “For the average Western audience, New Testament passages about standing firm in the face of pagan persecution have little immediate relevance…. “Millions of Christians around the world do in fact live in constant danger of persecution or forced conversion, from either governments or local vigilantes.”

    When he says, “Looking at Christianity as a planetary phenomenon, not merely a Western one, makes it impossible to read the New Testament in quite the same way ever again”,   he has a particular strong point pointing out the Book of Revelation.  and that nevertheless,  “Christianity is flourishing wonderfully among the poor and persecuted, while it atrophies among the rich and secure.” I agree to the assertion,  “Christianity is never as weak as it appears, nor as strong as it appears. And whether we look backward or forward in history, we can see tat time and again, Christianity demonstrates a breathtaking ability to transform weakness into strength.”

  • Revelation of Saint John – Seeing it for Southern Christian Churches.

    Revelation of Saint John – Seeing it for Southern Christian Churches.

    The Revelation of Saint John scarcely merits the title. Far from being a revelation, it is the most disliked book of the anti-religious Westerners and even in some parts of the Western Christian Churches. An apocalyptic book describing the revelation Jesus Christ gave to John.  It connects the  beginning of the Bible (Genesis 1-11)  describing the downfall of mankind and his separation from God by giving the hope they are reconciled through Christ. When I read the book of Jenkins, a professor of history and religious studies at Penn State, “The next Christendom” a remark stroked me to look at the Bible through the eyes of a souther church under severe persecution. The Revelation of Saint John was either written following the persecutions of Emperor Nero (but before the destruction of Jerusalem in AD70) or during the persecutions attributed to Emperor Domitian at the end of his reign AD81-96. It was when the seemingly all-powerful Roman Empire with its cult of emperor-worship was persecuting the followers of Jesus Christ. For modern Christians in Nigeria, Egypt, Sudan, Pakistan or Indonesia it is quite conceivable that they will be forced to renounce their faith upon threat of death. Even in societies not in state of extreme violence, there is a lingering sense of threat, a need to be alert, to avoid provocations. States, governed by anti-Christ martyrdom, and forcible removal are not only powerful religious symbols but quite possible outcomes of practicing faith. To quote Nestor Miguez, “the repulsive spirit of violence, race hatred, mutilation and exploitation roam the street of Babylon in Latin America (and the globe)”.  In this context, (and others I might add), the Book of Revelation just makes sense, in its description of a world ruled by evil demonic powers.  Jenkins  final chapter starts by considering Christianity in relation to the future, with particular regard to the new centers of population and the allocation of religious resources to the South. It points out that, for various reasons, including a lack of priests or clergy, the interest and commitment of many Northern/Western churches toward the global South is far less than it once was and that this problem is particularly serious in the Catholic Church. It also points out that Christianity, despite being and likely to continue being the largest religion in existence, now receives short shrift in Western education, especially as regards the voices of autonomous Southern Christianity. That  Southern Christianity gives a new perspective on something very familiar: the way that the newer churches read the Bible, which makes Christianity look like a wholly different religion from the faith of the prosperous advanced societies of Europe or North America.

    The Revelation follows a threefold division.

    The first part comprises the seven exhortatory letters.

    The leading idea in the second part is the wisdom of Christ. It is symbolized by the book with seven seals. In it are written the eternal decrees of God touching the end of the world, and the final victory of good over evil. No one except Jesus, the lamb slain for the sins of the world, is worthy to break the seals and read its contents.

    The third part describes the power of Christ over Satan and his kingdom. The lamb defeats the dragon and the beast. This idea is developed in a drama of five acts. In five successive scenes we see before us the struggle, the fall of Babylon the harlot, the victory, and final beatitude.

    The Book of Revelation is full of symbolism. Some of the symbols are outlined here together with their possible interpretation, both contemporary and eternal:

    THE SERVANTS OF GOD

    THE PREGNANT WOMAN – possibly representing God’s chosen people, both Jew and Christian; possibly the mother of the Messiah and the Church

    JESUS CHRIST, THE MESSIAH – possibly the male child born to the pregnant woman. Also THE LAMB and THE RIDER ON THE WHITE HORSE (but not the rider of Revelation 6:2, one of the four Horsemen of the Apocalypse)

    THE CHURCH OF CHRIST; also THE BRIDE

    ARCHANGEL MICHAEL – the Protector or guardian angel of Israel (Daniel 10:13,21; 12:1)

    THE SAINTS – God’s people, Christians, the saved

     POWERS OPPOSED TO GOD

    THE DEVIL or SATAN – possibly the Star fallen from heaven, the Angel or star of the Pit, Angel of the Abyss; personified as “Abaddon” (destruction) in Hebrew or “Apollyon” in Greek.

    Also THE DRAGON, the red dragon, the primeval Serpent who is called the devil or Satan, the Adversary, the Accuser

    HELL or THE GRAVE – the fathomless pit, the Abyss, “Sheol” or “Abaddon” (destruction) in Hebrew, “Hades” or “Apollyon” from the Greek; the place of the dead, where fallen angels are imprisoned, eternal separation from God

    DEMONS, EVIL SPIRITS – the locusts or scorpion locusts (Contemporary translation – the Parthian Empire across the River Euphrates, major threat to the Roman Empire)

    THE ANIMAL FROM THE SEA – the Beast from the Sea, an anti-God power, an authoritarian godless state (Contemporary translation – the Roman Empire)

    THE PROSTITUTE OR HARLOT; also “BABYLON”, THE WOMAN ( Contemporary translation – the city of Rome, eternally – the centre or centres of any world power)

    THE ANIMAL FROM THE EARTH – the Beast from the Earth, an anti-god power, state-sanctioned, state-dominated religion ( “high priests” )

    A NOTE ON TIMES

    “TIME, TIMES AND HALF A TIME” – “one year, two years and half a year” from Daniel 7:25, the 3 1/2 year period 168-165BC when the Jerusalem Temple was desecrated.

  • Katholische Kirche machte Frieden mit der Aufklärung

    Katholische Kirche machte Frieden mit der Aufklärung

    Von der Wertung eines gläubigen Christen sind viele der (politischen und philosophischen) Standpunkte Papst Benedikts zur Aufklärung zu verteidigen.  Letztlich sollen vier Punkte angesprochen werden:

    1. Es ist eine epochale Verblendung, der Glaube habe den heutigen Menschen nichts mehr zu sagen weil er Vernunft und Aufklärung widerspreche.
    2. Umgekehrt gilt auch, das nicht Vernunft und Aufklärung schuld an der derzeitigen Wertekrise und Kampf gegen das (katholische) Christentum sind.
    3. Es gibt Pathologien der Vernunft und Pathalogien des Glaubens.
    4. Alle diese Fragen haben im globalen, interkulturellen Kontext heute notwendigerweise eine weitere Dimension.

    Im wesentlichen ist Kampf gegen das Christentum oder die Ruf nach Modernisierung  z.B. ein eurozentisches Problem. es ist das Problem eines in mehrfacher Hinsicht sterilen Kontinents mit komischer Selbstüberschätzung.  Die katholische Kirche wächst in drei Kontinenten   Europa und die spirituellen Weiterentwicklung wird demnächst dort ihren Schwerpunkt haben.  2010 sind Europa: 588′, Südamerika 544′, Afrika 493 ‘, Asien 352’ Christen und 2050 werden Europas Christen nur noch 15% der Weltchristen ausmachen und Nordamerika 10%.

    1) Die Böse Moderne – Versuch einer Begriffsbestimmung

    Die sogenannte böse Moderne, definiert dort im BLOG als Rationalismus, Materalismus, Positivismus, Postmoderne, Nihilismus, Relativismus, Aufklärung usw. hat wie der Islam kein Lehramt.  Nur leider ist die deutsche Misere – die “böse antireligöse Moderne” ( ich vermute gemeint war im BLOG  hauptsächlich die Postmoderne) eben nicht in Kants Idealismus und vermutlich nicht mal in der Vernunft begründet, sondern im deutschen Nihilismus (Nietzsche) und französischem Jakobinertum (Rousseau). Der deutsche Idealismus mündete ja in den Mythos eines Vernunftglaubens mit starken Bezügen zur deutschen Romantik die Kant eigentlich auf den Kopf stellt. Nach Nietzsche braucht nur der Schwache eine Religion und Moral. Der freie Mensch fordert heute in Deutschland den starken Staat mit institutionalisiertem Positivismus als Religionsersatzund natürlich das Gottesreich auf Erden. Zumindest das Paradies wie Jung einmal sagte – als eine Art milde regierter Kindergarten weit weg von Kants Gedanke von der Selbstgesetzgebung durch Vernunft. Die Leiterin darf auch mal über die Stränge schlagen. Ziemlich viele Widersprüche? Korrekt, daher würde ich das “Böse Moderne” für Deutschland so definieren:

    • Absage an  Aufklärung und Vernunft (ratio)
    • Hinwendung zu Emotionalität und Mythos eines (heimlich abgelehnten)Vernunftglaubens
    • Ablehnung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich Philosophie und Religion
    • Hinwendung zu moralischem Subjektivismus oder Relativismus mit Fraktionalisierung in widersprechende Gruppen
    • Absage an traditionelle Bindungen und Solidarität mit Bekämpfung des autonomen Subjekts durch Bevormundung
    • Hinwendung zu radikaler Pluralität mit Unterdrückungstendenzen (oft der Mehrheit) im Namen von Toleranz und  Freiheit
    • Feminismus und Multikulturalismus
    • Dekonstruktion als Mittel der Manipulation

    Dieses Moderne hat dabei eine eher irrationale Substanz und lebt von der Negation und Dünkel des Übermenschen der Gott nicht braucht. Es ist aber auf sich selbst bezogen gar  nicht relativistisch, sondern vertritt Überzeugungen mit demselben Absolutheitsanspruch religiöser Fundamentalisten. Dies Moderne vermag zwar außerhalb der materiellen Sphäre keine eigenen positiven Werte hervorzubringen, greift aber mit religiösem Eifer alle positiven Werte des Christentums, jede Tradition und jede Moral an.  Einzig positive besetzte Konzept sind die des “edlen Wilden” und “Ich leide also bin ich” (Bruckner).  Unter internationalen und globaler Sicht, ist die Meinung (von einer immer schneller schrumpfenden Zahl von Katholiken in Europa und Deutschland) wasden nun in der Kirche modernisiert werden soll, von geringer und abnehmender Relevanz.

    Es ist daher schwierig,  das “böse Moderne” auf bestimmte Positionen festzunageln. Wenn man tiefer sieht, stößt man aber allerdings tatsächlich auf so etwas wie moderne Dogmen.  Man ist beispielsweise kulturrelativistisch nicht bereit, islamischen Staaten die Steinigung von Frauen zuzugestehen. Nein, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wird zumindest vordergründig universell, kulturübergreifend und insofern absolut proklamiert. Allerdings, gibt es schon Widersprüche, z.B. bei Erbrecht und Erziehungsrecht z.B. der Scharia welche die Mehrheitsgesellschaft dialektisch den edlen Wilden gegenüber aushalten muss. Ein moralischer Subjektivismus oder Relativismus ist ja grundsätzlich in sich widersprüchlich, jedenfalls dann, wenn er normative Geltung beansprucht, z.B. Gut, ich trete zwar für Leben und körperliche Unversehrtheit ein, finde es aber okay, wenn du aus deiner Perspektive eine andere Ansicht hast und Frauen steinigst. Damit wird auch deutlich, wohin eine solche Position führt: zum Recht des Stärkeren.

    Was die katholische Kirche betrifft, will die veröffentliche Meinung, dass sie interne Positionen – z. B. zu Zölibat und Frauenordination – ändern soll. Dieses Ansinnen kann aber nicht ernsthaft vertreten, wer nicht von verbindlichen Normen – etwa vom Gleichheitsgrundsatz oder einer kurzsichtigen Interpretation desselben – ausgeht. Denn damit kann man nicht begründen, wieso die Kirche, eine Religion, ihre Liturgie und Rituale an die sogenannte Moderne anpassen sollte. Hinter diesem Ansinnen verbirgt sich doch ein gar nicht so zahmer Absolutismus – und die Frage stellt sich dann, was hinter diesem Absolutismus steht: Wenn der christliche Gott als Quelle wegfällt, weil man ihn für nichtexistent hält, bleibt dem Menschen bestenfalls die Vernunft möglicherweise aber sanfter (die EU) oder harter (Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao) Totalitarismus.

    2) Glauben und Aufklärung ergänzen sich

    Die Zulänglichkeit menschlicher Vernunft oder überhaupt die Vorstellung einer universellen (kultur- und zeitunabhängigen) Vernunft ist jedoch zu recht Zweifeln ausgesetzt. Allein durch sein Vertrauen in die menschliche Vernunft wird Papst Benedikt XVI. ironischerweise zum Vertreter der Aufklärung, dieses Vertrauen hängt aber bei ihm aber an der Annahme eines Schöpfergottes, wobei es nicht ausreicht, diesen Gott, wie Kant, lediglich als regulative Moral zu definieren.Woher sollte die menschliche Vernunft ihr Vermögen, verbindliche Wahrheiten und verbindliche Normen zu erkennen, beziehen? Wodurch ist diese Vernunft gerechtfertigt? Die deutsche Romantik hat der Vernunft eine deutliche Absage erteilt die in Deutschland, wiederbelebt in den 20ern des letzten Jahrhunderts zu Faschismus führte. Papst Benedikt XVI, damals noch Kardinal Ratzinger hat dies ziemlich auf den Punkt gebracht:, spricht von einer “faktischen Nichtuniversität der beiden grossen Kulturen des Westens, der Kultur des christlichen Glauben und wie dienigie der säkularen Rationalität”.  Sowohl Wissen schaft wie Mehrheiten geben letztlich keine Antworten auf ethische Fragen.  Die religöse und ethische Welformel gibt es im Rahmen der Interkulturalität schon gar  nicht.  Kardinal Ratzinger stellt daher zwei zielführende Thesen auf:

    • Korrelation von Vernunft und Glauben, Vernunft und Religion, die sich gegegenseitig reinigen und heilen uns sich gegenseitig anerkennen müssen.
    • Konkretisierung dieser These im interkulturellen Kontext unserer Gegenwart.

     Das ist eine sehr diplomatische Absage sowohl an Fundamentalismus, wie an Relativismus. Alle Fundamentalisten giessen ja Wertung des Ist-Zustandes eines dekanten Lands in Begriffe wie “Aufklärung”, “Der Westen”, religionsneutral, “böse Moderne”.  Kant misstraute übrigens der alleinigen Vernunft und stellte nur klar das man mit den Sinnen die Welt nicht richtig erfassen kann. Das war entscheidend für Kopernikus und Kepler. Unter Unmündigkeit versteht Kant das Unvermögen (die Unfähigkeit), sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Der unmündige Mensch folgt ohne selbständiges Denken anderen Menschen, Gruppen, Einrichtungen und Einflüssen von außen. Autoritäten werden nicht in Frage gestellt. Richtig ist, ohne diese Wende, auch ohne Trennung von Kirche und Staat wären der Westen (als Hochkultur) noch in einer fundamentalistischen, rückständigen Welt in der kein grosser Unterschied zwischen Salafisten und Christen besteht. Sind wir aber nicht.

    Ich kann mich einem Gegensatz zwischen Glauben und Aufklärung nicht anschließen. Papst Benedikt hat sich in einer Grundsatzrede in Prag zur Trennung von Staat und Kirche bekannt. Aufklärung und reinen Positivismus ohne Moral (und Glaube) hält er hingegen für steril und inhärent totalitär. Wie ich das verstehe, meint der Papst (richtigerweise) eine solche Einseitigkeit führe eine seelenlose Gesellschaft, der unbegrenzten Selbstbestimmung und von Befreiungstheologen: “ Ich habe das grausame Antlitz dieser atheistischen Frömmigkeit unverhüllt gesehen“. Anderseits warnte er in seinem legendären Treffen mit Jürgen Habermas im Januar 2004 in München: Verzerrungen der Religion“ entstünden immer dann, „wenn der reinigenden und strukturierenden Rolle der Vernunft im Bereich der Religion zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.“ Sein Kernargument ist “Vernunft und Glaube bräuchten sich; sie seien „zu gegenseitiger Reinigung und Heilung berufen“. Nicht einmal Christus stellt Religion in allen Punkten über den Staat: “Gebt des Kaisers was des Kaisers ist”.

    Genau deswegen stellen Gläubige von Religionen die Ihren “Frieden mit der Aufklärung gemacht haben, für den modernen Westen keine Bedrohung dar. Die Loyalität der Gläubigen gilt in erster Linie der Wahrheit.

    3)  “Westliche Kultur” basiert auf Christentum.

    Nach dem Grundgesetz sind wir (Deutschland – die EU schon eher) kein “religiös neutraler” Staat, sondern ein demokratischer Staat mit Freiheit der Religionsausübung. Keineswegs setze ich “Errungenschaften der modernen Gesellschaft”, mit religiöser oder moralischer Indifferenz, mit grenzenlosem Individualismus und Atheismus (eine Ersatzreligion) gleich.   Kernsätze der Rede im Deutschen Bundestag von Papst Benedikt XVI:

    •  “Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden”.
    • “Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit.”
    • ” Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?”

    Der Papst hielt im Bundestag eine elegante Rede. Ich bezweifle allerdings, dass diese Perlen bei unseren Abgeordneten und in unserer größtenteils wertelosen Gesellschaft ankamen.  Wenn Deutschlands “böse Moderne” damit gemeint ist, wäre richtiger zu sagen: Deutschland ist religionsleer und orientierungslos und bereit zur Aufnahme von jeglichen primitiven Religionen, Patchwork-Ersatzreligionen oder totalitärer Systeme, seien es politischer oder religiöser Art oder voraufklärerischen Religionen die eine Mischform sind. Der postmoderne Westen ist im totalen Indifferentismus, und zur Transzendenz kaum noch fähig. Ich bin trotdem strikt dagegen Bücher (wie die Verteilung des Korans) grundsätzlich zu verbieten. Eine Demokratie hat aber meine Erlaubnis, sich gegen jede Gruppe politisch, administrativ oder rechtlich zu wehren, auch wenn sie sich als religiös definiert, welche mittels politischer Majorisierung (Einschüchterung und Unterdrückung der Mehrheit) und kultureller Unterwanderung unsere Freiheit und Errungenschaften der Aufklärung gefährdet. Auch eine Theokratie ist keine Lösung. Kants „kopernikanische“ Einsicht war, dass nicht unsere Erkenntnis sich nach den Gegenständen, sondern umgekehrt, die Gegenstände sich nach der Erkenntnis richten.Kopernikus erweiterte und widerlegte beispielsweise das ptolemäisches Weltbild, m Gegensatz zum Islam, der teilweise bis zum Anfang des 19. Jahrhundert daran festhielt.

    4) Theologische Aspekte der Tiefenpsychologie

    Man kann Leistungen von Wissenschaft und Philosophie in der Zeit des Hellenismus und Mittelalter d.h. vor der Aufklärung  und die Leistung nach der Aufklärungkaum überschätzen.

    Die Zeit der und nach der Aufklärung führte zu den drei Kränkungen des Menschen:

    • Kopernikanische Kränkung (Erde/Mensch nicht Zentrum der Welt).
    • Darwinistische Kränkung (Mensch nicht Krone der Schöpfung)
    • Freud (Mensch nicht Herr im eigenen Haus, das Ich vom Unbewussten fremdgesteuert

    Jung definierte im Gegensatz zu Freud Religion als  ureigenstes Bedürfnis jedes Menschen (C. G. Jung), und er zeigte mit der Individuation einen Weg zum Selbst und zur Transzenden auf, der das Bewusste (Rationale) und Unbewusste miteinander in Verbindung bringt. Mir scheint das ist im Rahmen der Archetypen sehr ähnlich der Korrelation von Vernunft und Glauben, Vernunft im im interkulturellen Kontext unserer Gegenwart, den Papst Benedikt vorstellte.  Weder der  Religionsbegriff von Kant, noch gar von Freud ist zielführend,  schon eher der von C.G. Jung, der seinen Kant aber gut kannte.  C. G. Jung ist durchaus üblich (na ja geduldet) in der heutigen katholischen Kirche, auch in dem Teil der nicht den Verirrungen der Verbandskatholiken unterliegt. Allerdings am anderen Ende des Spektrums, als der Blog es vermutlich ist.

    Nachsatz

    Das Weltbild, das ich im BLOG spürte, hatte mehr mit einem fundamentalistischen Entwurf zu tun als mit einem Christentum, welches den Frieden mit der Aufklärung gemacht hat.Es war hochinteressant mit diesem Blogger diskutieren, denn ein ferner Punkt kann der Ortsbestimmung dienlich sein. Der Staat steht in den letzten Fragen nicht über dem persönlichen Glaubensbekenntnis der Religion, aber die Religion steht nur in Religionsdiktaturen über dem Staat. Deshalb nochmal: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist…“. Ich bin strikt dagegen Bücher (wie die Verteilung des Korans) grundsätzlich zu verbieten. Eine Demokratie hat aber meine Erlaubnis, sich gegen jede Gruppe politisch, administrativ oder rechtlich zu wehren, auch wenn sie sich als religiös definiert, welche mittels politischer Majorisierung (Einschüchterung und Unterdrückung der Mehrheit) und kultureller Unterwanderung unsere Freiheit und Errungenschaften der Aufklärung gefährdet.  Kant hält für Aufklärung und einem Freiwerden von Vorurteilen das Selbstdenken für zentral. Wenn Menschen nicht selbst denken, nicht die eigene Vernunft gebrauchen, bleiben sie im Zustand der Unmündigkeit.

  • Der Sinn des Kreuzweges nach C. G. Jung

    Der Sinn des Kreuzweges nach C. G. Jung

    Karwoche 2012

    Das Beten des Kreuzweges in der  Fastenzeit  hat den Sinn, dass wir uns an das Leiden von Jesus erinnern,aber auch an unsere Vergänglichkeit im irdischen und unsere Wiederauferstehung. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus uns Leben geschenkt!  Darum singen wir in der Kirche oft den Vers:

    “Im Kreuz ist das Heil, im Kreuz ist das Leben, im Kreuz ist die Hoffnung.”

    Im Kreuzweg Jesu erkennen wir aber auch unser eigenes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Da gibt es Stationen der Krankheit, Enttäuschung oder gar des Todes, es gibt aber wohl auch welche des Glücks, wo uns Menschen  begegnen, die uns lieben und uns helfen in ihrer Liebe, Stationen der Freundschaft.Der Kreuzweg ist eine alte Form der Nachahmung, des Nacherlebens eines wichtigen Heilsereignisses der christlichen Religion: des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Entstanden ist er in Jerusalem, an den ursprünglichen Orten, die gläubig, leidend, feiernd nachgegangen wurden. Später fand er in Europa Eingang und schmückt schon seit Jahrhunderten römisch-katholische Sakralräume.
    Er ist allerdings nicht nur Bildwerk, sondern auch Entwicklungsweg. Hier der „Werdeweg des Gottessohnes zum Tode“. gespeist aus einer Bilderwelt, welche Bibel und Tradition mit einbezog und auf den Menschen selbst verweist.
    Die Wirklichkeit des Gottessohnes ist der Mensch; die Wirklichkeit der Seele und der Leib mit Empfindungs- und Erlebnisfähigkeit; die Wirklichkeit des Jenseits ist der Ewigkeitscharakter alles Zeitlichen; die Wirklichkeit der Erlösung ist das innere Wissen um den Sieg über „Tod und Teufel“, das heißt, über alles Ungute und Vergängliche.
    Diesen „Wirklichkeiten“ folgt auch der hier dargestellte Symbolik der traditionellen 14 Stationen  als Geburt und Werdeweg des Gottessohnes dar. Wobei das Leiden und Sterben des historischen Jesus von Nazareth, als Grundmuster für den gesamten menschlichen Lebensweg nach C.G.Jung gesehen wird.
    Der Zyklus folgt einer Zweiteilung: Die ersten sieben Bilder stellen das Werden des Menschen in der ersten Lebenshälfte bis zur Reife und vollen Handlungsfähigkeit in der Welt dar, bis zur Ausbildung der Persona.  Die zweiten sieben Bilder die Entwicklung in der zweiten Lebenshälfte bis zur geistigen Reife und Vorbereitung auf den Tod, die Individuation und Entwicklung zu Ganzheit.

    Beide Reihen (1 – 7 und 8 – 14) Stellen das Thema auf jeweils ihrer Ebene dar und sind in Bezug zueinander lesbar.

    Jesus wird zum Tod verurteiltEntscheidungAnfangJesus begegnet den weinenden Frauen.
    Jesus nimmt das Kreuz auf seine SchulternAnnahmeVerwirklichungJesus fällt zum 3. Mal unter dem Kreuz.
    Jesus fällt zum 1. Mal unter dem Kreuz.UnsicherheitAusgeliefertseinJesus wird seiner Kleider beraubt.
    Jesus begegnet seiner Mutter, Maria

    Begegnung mit  dem Gegengeschlechtlichen

    Ausbildung <- Anima/Animus -> Bewusstwerdung

    Jesus wird an das Kreuz genagelt.
    Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.

    Anpassung <– Äussere Welt –> Entsagung

    Ausbildung <-Persona/Schatten->Bewusstwerdung

    Jesus stirbt am Kreuz.
    Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

    Diesseits/Triebe<-Innere Welt->Geistig/Jenseits

    Ichwerdung <———> Selbstwerdung

    Jesus wird vom Kreuz abgenommen.
    Jesus fällt zum 2. Mal unter dem Kreuz.EigenständigkeitGanzheitJesus wird ins Grab gelegt. Auferstehung.

    1.Station

    Jesus wird zum Tode verurteilt. Ganz am Beginne eines jeglichen Lebensprozesses steht ein Gericht . Im traditionellen Kreuzweg ist dies das Leben Jesus Christi als Gottessohn und die damit zusammenhängende Herausforderung der bestehenden religiösen Machtverhältnisse.
    Nach christlicher Anschauung ist es Gott, der jedem Menschen seine Möglichkeiten im Leben, in der Gesellschaft, der Kultur, der Familie zuordnet, und die Freiheit des Willens. Anhänger der asiatischen Religionen, sehen den Beginn des neuen Lebens als Ende des alten an und betrachten den Platz, der im Leben eingenommen wird als Resultat (Gericht) des vorhergegangenen.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und benedeiten dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

    V :  Der unschuldige Jesus, der niemals ein Unrecht getan, wird zum Tode verurteilt, und zwar zum schmählichsten Tode am Kreuze.

    Damit Pilatus für einen Freund des Kaisers gehalten werde, übergibt er Jesus der Willkür seiner Feinde.

    Welch schreckliches Verbrechen: die Unschuld zum Tode verdammen und Gott mißfallen, damit man den Menschen gefalle (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten.

    A :  Unschuldiger Jesus! / Ich habe gesündigt, / Ich habe den ewigen Tod verschuldet./ Damit aber ich lebe, / nimmst du das Todesurteil willig an. / Wie soll ich in Zukunft leben dürfen, / wenn nicht für dich allein? / Solange ich aber den Menschen zu gefallen suche, / kann ich dein Diener nicht sein. / Lieber will ich also den Menschen / und der Welt mißfallen, / damit ich dir allein gefallen möge. / Amen.

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus !

    A : Erbarme dich unser

    2.Station

    Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter.Das Kreuz als Sinnbild des Lebens, der eigentlichen Lebensaufgaben, die nur dann sinnvoll angegangen werden können, wenn sie – trotz aller Hindernisse – angenommen werden .

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Als Jesus das Kreuz erblickte, hat er nach ihm mit großen Verlangen seine blutenden Arme ausgestreckt, hat es innig umfangen, herzlich geküßt und auf seine verwundeten Schultern gelegt. Obwohl er todschwach war, hat er dennoch frohlockt und ist wahrhaft groß seinen Weg gegangen.(wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Werde ich wohl ein Freund Jesu Christi sein können, / wenn ich ein Feind des Kreuzes bin? / Du lichtes und gutes Kreuz! / Ich umfange dich, / ich nehme dich von der Hand Gottes an. / Es sei ferne von mir, / daß ich mich in anderem rühme/ als im Kreuze./ Durch dieses soll mir die Welt / und ich der Welt gekreuzigt sein./ Dann werde ich allein dein sein, / o Jesus. / Amen.

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    3.Station

    Jesus fällt zum erstenmal unter dem Kreuze. Wohinein auch immer die Geburt geführt hat, in körperliche Gesundheit, körperliche Behinderung, in Armut- oder Überfluss, die erste Beziehung ist die zur Familie.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Als der liebe Heiland das schwere Kreuz auf seinen Schultern trug, wurde er durch dessen Schwere zu Boden gedrückt und tat einen schmerzlichen Fall. Unsere Sünden und Missetaten haben sich wie eine schwere Last auf Ihn gehäuft und ihn zu Boden gedrückt. Seine Liebe zu uns hätte ihm ja sonst das Kreuz zu einer leichten und süßen Bürde gemacht.(wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Mein Jesus! / Du hast meine Bürde auf dich genommen / und die schwere Last meiner Sünden getragen, / Auch ich will dein Joch auf mich nehmen, / damit wir, / einer des anderen Last tragend, / das Gesetz erfüllen./ Dein Joch ist süß / und deine Bürde ist leicht./ Darum trage ich sie gerne / und nehme auch willig mein Kreuz auf mich / und folge dir nach / Amen.

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    4.Station

    Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter. Die erste Hauptperson ist in der Regel die Mutter. An dieser Beziehung, der Liebe richtet sich das Menschenkind auf (oder sinkt herab, wenn es der derer mangelt).

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Was für ein schmerzlicher Anblick muß es gewesen sein, als die betrübliche Mutter Maria ihren geliebten Sohn Jesus das schwere Kreuz daher tragen sah! Welch unaussprechliche Schmerzen wird sie in ihrem Mutterherzen empfunden haben! Sie verlangte für Jesus oder mit Jesus zu sterben. Bitte die schmerzhafte Mutter, daß sie auch dir bei deinem Hinscheiden gütig begegnen wolle. (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Jesus! Maria! / Ihr betrübten Herzen! / Ich bin die Ursache eurer so bitteren Schmerzen. / Laßt auch mein Herz / mit Schmerzen erfüllt werden. / Du schmerzhafte Mutter, / teile mit mir deine Schmerzen / und lass mich dein Herzleid empfinden, / damit ich mit dir trauere / und du mir zuhilfe kommest / in letzter Not, / im Tode / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    5.Station

    Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Der „Vater“ als Sinnbild für die inneren Werte, äussere Normen und Ziele verstanden (eben als der „Vater“ Christi – des Gottessohnes – “seht ihr mich seht Ihr Gott”), die im Innern, hier im Herzen, tragen und formen. Der Vater im «Himmel» – der normative Aspekt des Göttlichen.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Simon von Cyrene wird gezwungen, dem todschwachen Jesus das Kreuz tragen zu helfen. Jesus nimmt ihn als Weggefährten und Gehilfen des Kreuzes an. Wie gerne nehme er auch dich mit, wenn du nur wolltest. es ruft dich er ladet dich ein: Nimm dein kreuz auf dich und folge mir nach! Weigerst du dich ? schäme dich, wen du dein Kreuz nur gezwungen trägst! (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Mein Jesus! / Du hast gesagt: / Wer sein Kreuz nicht trägt / und mir nicht nach folgt, / ist meiner nicht wert. / Damit ich deiner würdig werde, /will ich dir das Kreuz tragen helfen./ Auf dem Kreuzweg will ich dir / ein Gefährte und Gehilfe sein. / In deine blutigen Fußstapfen / will ich eintreten / und dir nachfolgen, / damit ich zu dir gelange in das ewige Leben. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    6.Station

    Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar. Die Zeit der sexuellen Reife, die Auseinandersetzung mit den eigenen Triebkräften , und den Menschen aus dem sozialen Umfeld. Hierzu gehört auch das Geben (Tuch) und Nehmen, ebenso wie das achten auf die Bedürfnisse des anderen (Schweiß) Aber  nicht nur körperliche Zeugungskräfte, sondern auch Gestaltungskräfte sind, die im seelischen Bereich als Kreativität erlebt wird.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Veronika reicht Jesus aus Mitleid den Schleier ihres Hauptes als Schweißtuch dar, damit er sein todbleiches, mißhandeltes Antlitz abtrockne; er aber hat ins Schweißtuch das Bildnis seines Hochheiligen Angesichts eingedrückt. Ein kleiner Dienst, eine große Belohnung! Welchen Dienst und Dank erstattest du deinem Heiland für so große Wohltaten? (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Mein Jesus! / Was soll ich dir vergelten für alles, 7 und du mir und für mich getan hast? / Ich übergebe mich dir ganz / zu deinen Dienste, / die opfere ich mein Herz; / drücke dein Bildnis tief ein, /damit es in mir immer ausgelöscht werde in Ewigkeit./ Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    7.Station

    Jesus fällt zum zweiten mal unter dem Kreuze. Der aus der inneren Wandlung und Reifung gewordene  Mann schaut auf das, was Anlage in ihm schlummert – so er die Reife dazu hat.  Wenn nicht,dann wäre der Kreuzweg (nach Freud) hier zu Ende. Dann wäre der Gottessohn wiederholt gefallen – bestenfalls erfolgreich im Beruf und in der Partnerschaft aber ohne Bezug zur Transzendenz.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Jesus liegt in seinen Schmerzen abermals unter dem Kreuze zu Boden und mit seinem heiligsten Angesichte auf der Erde. Dennoch wird ihm von den unbarmherzigen Henkersknechten nicht ein Augenblick der Ruhe vergönnt; er wird mit Schlägen aufgetrieben und mit Stricken fortgezogen. So bedrücken Jesus meine immer wiederholten Sünden. Das sehe ich, und ich sollte noch Lust haben weiter zu sündigen? (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Jesus! / Erbarme dich meiner! / Reiche mir deine barmherzige Hand und unterstütze mich, /damit ich nicht mehr in die alten Sünden falle./ Ich habe gesagt / und nun soll mit allen Ernste / der Anfang gemacht werden./ Nimmer mehr will ich sündigen./ Stärke mich o Jesus, / mit deiner Gnade / ohne die ich nichts vermag, / damit ich meinen Vorsatz unverbrüchlich halte. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    8.Station

    Jesus tröstet die weinenden Frauen. Der Weg nach innen, ist der Weg des  Absteigens in die Welt des Unbewussten und die Auseinandersetzung mit den dort waltenden Kräften. Die Frage nach dem Sinn des Lebens, des eigenen Schicksals, der eigenen Aufgabe.  Aus der Vergangenheit kommen die Impulse und Verstrickungen, die die Gegenwart gestalten und so wie diese erlebt und in dieser gehandelt wird, entstehtdie Auseinandersetzung mit dem „Schatten“ und Anima. Aus der eigenen Seelenlandschaft) aus der wieder neue Ereignisse entsteht  eine neue Gegenwart, in der wieder entschieden und gehandelt wird hat mit dem Selbst und wenig mit den anderen zu tun. Hier beginnt ein neuer Zyklus.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Die frommen Frauen weinen über den leidenden Heiland . Er aber wendet sich zu ihnen und sagt ; Weinet nicht über mich sondern über euch und eure Kinder; über die begangenen Sünden weinet, weil sie ja Schuld sind an meinem Leid. So weine denn auch Du meine Seele : Es ist Christus nichts lieber und dir nichts nützlicher als die Tränen der Reue über deine Sünden.(wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Mein Jesus! / Mit dem Propheten möchte ich sagen: / Wer wird meinem Haupte Wasser / und meinen Augen Tränen geben, / damit ich bei Tag und Nacht / meine Sünden beweine? / Ich bitte dich / bei deinen bitteren und blutigen Tränen, / gib mir die Gnade wahrer Reue./ Erschüttere mein Herz, / daß ich immerdar dein Leiden / und meine Sünden Beklage! / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    9.Station

    Jesus fällt zum dritten mal unter dem Kreuze.Jedem fällt sehr schnell auf, was der „Andere“ ändern kann und sollte – im eigenen Verhalten fällt
    diese Wahrnehmung mehr als schwer. Werden die (eigenen Verhaltens-) Muster erkannt, dann steht die Entscheidung zum «Verweilen» oder zum «Verändern» an. Allerdings ist diese Entscheidung nicht nur einmal und auch nicht so einfach. Denn die eigenen Muster erlauben dem Ich eine Anpassung and die Aussenwelt und sind aus der Entwicklung der Persona hervorgegangen. Das zu ändern entsteht erst aus einem Leidensdruck (Krankheit,neue Umwelt, Veränderung der sozialen Struktur) heraus, und ist angstbesetzt.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Als der abgemattete Jesus mit dem Kreuze am Fuße des Kalvarienberges angelangt war, ist er abermals zu Boden gefallen. Es wäre kein Wunder gewesen, wenn er sein heiliges Haupt ganz und gar zerschlagen hätte. Seine Liebe aber ermattet nicht. Was muss es doch für eine entsetzliche Last um die Sünden sein! Jesus drücken sie oft zu Boden und mich hätten sie schon längst in die Hölle hinab gestürzt, wenn mich nicht die Verdienste des Leidens Christi gehalten hätten. (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Barmherziger Herr Jesus! / Dir sei unendlicher Dank gesagt, daß du mich nicht in Sünden hast sterben lassen. / und in den Abgrund der Hölle hast fallen lassen. / Ich hätte es wohl verdient./ Entzünde in mir / einen neuen Eifer zum Guten / und erhalte mich beständig in deiner Gnade, / damit ich nimmer in Sünden falle, / sondern in Guten standhaft verharre, / Amen.

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    10.Station

    Jesus wird seiner Kleider beraubt.Im traditionellen Kreuzweg würfeln hier die Söldner um die Kleidung der Todeskandidaten.
    Beim genaueren Wahrnehmung der eigenen Wesenstrukturen, werden auch viele Charakterzüge der Persona  als „angezogen“ und „übergestülpte Maske“ wahrgenommen, die „ausgezogen“ werden können. Das Würfeln ist eine Form des „Orakeln“ – dem Überlassen der Ereignisse an die nicht wahrnehmbaren Schicksalsmächte – das heute als Tarotkarten, Sternstellung oder auch als I Ging Befragung, vielen Menschen hilft, die äußeren „Hüllen“ (Sichtweisen) abzulegen und sich mit dem
    Eigentlichen (der inneren seelischen Landschaft und deren Muster) auseinanderzusetzen. Das Loslassen – entkleiden – der angepassten und eingeübten Verhaltensformen, der „Persönlichkeit“(Persona = Maske des Schauspielers im griechischen Theater) und die Aufnahme mit den wirklich
    schaffenden Kräften im persönlichen und unpersönlichen Unbewussten ist die Aussage dieser Station.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Es werdendem Heiland die Kleider ausgezogen oder vielmehr hinweg gerissen. Welch ein Schmerz! Mit den Kleider die tief in die blutenden Wunden eingedrungen waren, wird auch die anklebende Haut weggerissen. So fangen alle Wunden von neuem zu bluten an. Die Kleider werden ihm ausgezogen, damit er nackt und bloß sterbe. Wie gut würde auch ich sterben, wenn ich den alten Menschen mit seiner bösen Neigung und Begierden ausgezogen hätte! (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Ja mein Jesus! / ich will den alten Menschen ausziehen / und einen neuen Menschen anziehen, / der nach deinem Wohlgefallen, / nach deinem Wusch und Willen ist. / Sollte es auch meiner sinnlichen Natur noch so schwer werden, / so will ich doch meinen Leib nicht schonen, / Aller Eitelkeit der Welt entblößt, / verlange ich zu sterben, / damit ich mit dir ewig lebe. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    11.Station

    Jesus wird ans Kreuz genagelt.Auseinandersetzung  mit dem Gegengeschlechtlichen.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Jesus seiner Kleider beraubt, wird nun auf dem Kreuz grausam ausgestreckt und mit Händen und Füßen angenagelt. Ein unbeschreiblicher Schmerz. Jesus schweigt, weil es der Wille des himmlischen Vaters ist; er trägt es mit Geduld, weil er mir zuliebe leidet. Meine Seele! Wie verhältst du dich im Leid; welche Ungeduld zeigst du, welche Klagen führst du! (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Geduldiger Jesus! / ich verabscheue und verwerfe meine Ungeduld. / Ja, Herr, / nimm mich mit meinen Begierlichkeiten und Lastern / an dein Kreuz hinauf! / Ich strecke meine Arme aus / und ergebe mich dir willig. / In allem geschehe dein heiliger Wille. / Nur deine Gnade gib mir, / und ich verlange nichts weiter. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    12.Station

    Jesus wird erhöht und stirbt am Kreuze. Bewusstwerdung und Integration von Schatten und Seelenkomplexen in das Bewusste ergibt das Ganzwerden im Selbst und das Annehmen des Bösen in sich. Im Buddhismus, entspricht das der  Auflösung des Ich.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Sieh Jesus am Kreuz an! Da hängt er nackt und bloß. Schau auf die Wunden, die er aus Liebe zu dir empfangen hat! Die ganze Gestalt des Gekreuzigten ist ein Bild der Liebe; Das Haupt ist geneigt, das Herz ist geöffnet, die Arme sind ausgespannt, jede Wunde ist ein Unterpfand seiner Erlöserliebe, Welche Liebe! Jesus Stirbt damit der Sünder lebe und vom ewigen Tode erlöst werde (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Mein Jesus, was wäre das für eine Gnade, / wenn ich aus Liebe zu dir sterben könnte! / Laß mich wenigstens / den Eitelkeiten der Welt absterben / und nur deiner Liebe leben! / Wie wird mir die Welt / mit ihren Nichtigkeiten verleidet, / wenn ich dich nackt und bloß / am Kreuze hängen sehe. / Nimm mich / o Jesus, / in dein durchbohrtes Herz hinein ! / Dir gehöre ich ganz und gar. / Nur dir will ich leben und sterben. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    13.Station

    Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß Maria gelegt.Wenn wir aufhören selbstbestimmt sein zu wollen, alles aus der Kraft des bewussten Erlebens und der bewussten Wahrnehmung tun zu wollen, sondern unseren Standpunkt verlagern, mit dem „Kopf nach unten“ in Bereichen hineinzureichen die wir ansonsten meiden und vielleicht auch verleugnen, kommen wir in einem Zustand den das Bewusstsein als zerstörend empfindet, als „tödlich“. Die Seele setzt sich dabei Kräften aus, die von der Ratio aus nicht mehr nachvollziehbar oder gar bestimmbar sind. Jede Traumsuche, jede schamanische Reise, Individuation nach C-G.Jung oder tiefere Meditation führt aus der lichten Welt des Bewusstsein hinaus in „unbewusste Welten“, die in Wirklich nicht tot oder zerstörend sind, sondern das Selbst ohne Zürnen und ohne Zagen;

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Am Kreuze hatte Jesus ausgehalten bis ans Ende. Jetzt wird er vom Kreuze abgenommen und will nun wie im Leben so auch Tod im jungfreulichen Schoße Mariens, seiner Mutter, kriegen. Sei beständig im guten und laß nicht vom Kreuze! Wer ausharrt bis ans Ende, der wird selig. Bedenke, wie rein jenes Herz sein soll, in das der hochheilige Fronleichnam Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament des Altares aufgenommen wird. (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :   Mein Jesus! / Ich bitte dich demütig: / Halte mich fest an deinem heiligen Kreuz, / ich will daran leben und sterben. / Erschaffe in mir ein reines Herz, / damit ich in der heiligen Kommunion / deinen allerheiligsten Leib würdig empfange. / Bleibe du in mir / und laß mich nimmermehr von dir geschieden werden. / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

    14.Station

    Der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt. Aus dem was wir zulassen – aus den „unbekannten“ Bereichen unseres Wesens – wird das Neue  entstehen können, was durch bewusstes lernen und studieren nie entstehen kann. Veränderungen entstehen durch Loslassen (der bewussten Handlungsmuster). Annahme (der vitalen Kräfte der Seele) und der Verwirklichung des in uns angelegten. Die «Individuation» (C.G. Jung), oder «Gottsohnschaft»: «Geantwortet hat ihnen Jesus: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: «Ich habe gesprochen: Götter seid ihr?» – ist etwas von Gott gewolltes und erstrebenswertes.

    V : Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und benedeien dich,

    A : denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze heilige Welt erlöst.

    V :  Der Leichnam Jesu wird in ein fremdes Grab gelegt. Der Herr hatte am Kreuze nichts, wohin er sein heiligstes Haupt legen konnte. Er hat auch kein eigenes Grab, weil er eben von dieser Welt nicht war. Du hängst so stark an dieser Welt. Bist du denn von dieser Welt? Verachte die Welt, damit du nicht mit ihr zugrunde gehest! (wird still gebetet)

    V : Lasset uns beten

    A :  Du hast mich erschaffen für den Himmel, / was soll ich denn von dieser Welt noch erwarten? / Auf dem Kreuzwege, / denn mir dein Heiland und Erlöser / mit seinen Fußstapfen gebahnt hat, / will ich meinem Vaterlande, / den Himmel , zuwandern. / Dort soll meine Wohnung / und meine Ruhe sein in Ewigkeit . / Amen

    V : Gekreuzigter Herr Jesus Christus

    A : Erbarme dich unser

     Aufopferung

    Gütigster Herr Jesus Christus!, Ich sage dir innigen Dank für die großé Barmherzigkeit, die du mir auf diesem Kreuzweg erwiesen hast.

    Ich opfere ihn dir auf zur Verehrung deines bitteren Leidens und Sterbens, zur Verzeihung meiner Sünden und zur Nachlassung der verdienten Strafen, zur Hilfe und zum Troste der armen Seelen im Fegefeuer. Endlich bitte ich dich demütig, o Jesus, laß dein heiliges Blut, dein bitteres Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht verloren sein. Amen.

    Ganz am Beginne eines jeglichen Lebensprozesses steht eine Gericht = ein Beschluss der etwas richtet, ausrichtet, und dabei auf einen anderen Lebensprozess aufbaut. Im traditionellen Kreuzweg ist dies das Leben Jesus Christi als Gottessohn und die damit zusammenhängende Herausforderung der bestehenden religiösen Machtverhältnisse. Denk weiter.
    Nach traditioneller christlicher Anschauung ist es Gott, der jedem Menschen seinen Platz im Leben,
    in der Gesellschaft, der Zeit, der Familie (usw) zuordnet, zurichtet. Anhänger der asiatischen
    Religionen, sehen den Beginn des neuen Lebens als Ende des alten an und betrachten den Platz, der
    im Leben eingenommen wird als Resultat (Gericht) des vorhergegangenen.