Tag: Religion

  • Gut und Böse

    Gut und Böse

    Bestärkt von seinem Freund Wolfgang Pauli, dem weltbekannten Physiknobelpreisträger, nahm Jung an, das Prinzip der Komplementarität habe nicht nur in der Physik, sondern auch in der menschlichen Seelenkunde Geltung. Er verstand kausale und nicht-kausale Erklärungen, Trieb und Willen, aber auch – am umstrittensten – Gut und Böse als einander ergänzende Größen.

    Viele Begriffe Jungs, bilden dieses Gegensatzpaar, etwa Introversion und Extraversion, Anima und Animus und in gewissem Sinne auch Persona und Schatten. “Schatten” steht für die abgewehrte, ins Dunkle verdrängte Seite des Menschen, also für alle Neigungen und Eigenschaften, die man an sich nicht wahrhaben will. “Persona” ist die Maske, die ein Mensch aufsetzt, um sich anzupassen und den Normen zu entsprechen. Nach Jung kann ein Mensch oft erst zu sich selber – zu seinem Zentrum, zum «Selbst» – finden, wenn er Schatten und Persona erkennt und sich mit dem kollektiven Unterbewussten durch die sogenannte aktive Imagination auseinandersetzt. Hermann Hesse, der in drei entscheidenden Krisensituationen seines Lebens (1916/17, 1921 und 1926/27) bei C. G. Jung Hilfe fand, hat diese imaginative Suche literarisch umgesetzt. “Steppenwolf” ist nach Hesses eigenen Worten die literarische Einlösung dessen, was er als das “Feuer“ seiner Analyse bezeichnet hat und illustriert auch das Anliegen Jungs, scheinbar Gegensätzliches zu verbinden und das im westlichen Denken vorherrschende Prinzip der Unterscheidung mit dem östlichen oder mystischen Prinzip der Synthese (wie „Yin und Yang“) zu ergänzen. Jungs Religionspsychologie liefert Hesse die theoretische Legitimation für die zentrale Botschaft seiner mittleren und späten Dichtung: die Identität von Selbsterfahrung und Gotteserfahrung. Sie bestätigt eigene Ahnungen und Erkenntnisse über die gemeinsamen psychologischen und anthropologischen Grundlagen der Weltreligionen. Hesse formuliert in in seiner Betrachtung “Weihnacht” aus dem Jahr 1917:

    “Die Lehre Jesu und die Lehre Lao Tses, die Lehre der Veden und die Lehre Goethes ist in dem, worin sie das ewig Menschliche trifft, dieselbe. Es gibt nur eine Lehre. Es gibt nur eine Religion. Es gibt nur ein Glück. Tausend Formen, tausend Verkünder, aber nur einen Ruf, nur eine Stimme. Die Stimme Gottes kommt nicht vom Sinai und nicht aus der Bibel, das Wesen der Liebe, der Schönheit, der Heiligkeit liegt nicht im Christentum, nicht in der Antike, nicht bei Goethe, nicht bei Tolstoi — es liegt in dir, in dir und in mir, in jedem von uns. Dies ist die alte, einzig ewig gültigeWahrheit. Es ist die Lehre vom ‘Himmelreich’, welches wir ‘inwendig in uns’ tragen.

    In der Bibel ist hierzu das über den Menschen als Sünder Gesagte relevant. Im AT hat der Mensch die Freiheit zu wählen. In Gen 3-11 wird geschildert, dass der Mensch seine Grenzen nicht akzeptiert, wie Gott sein will und damit sein Verhältnis zu Gott, Mitmensch und Umwelt zerstört. Später hat man (die ätiologische und mythologische Erzählung) Gen 3 im Sinne einer Erbsündenlehre verstanden (Augustin; CA 2: „ … dass sie alle vom Mutterleib an voll böser Lust und Neigung sind und von Natur keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott haben können…“). Das NT betont die Sünde als objektive Macht (vgl. Rö 7/8), die den Menschen beherrscht, erst durch Christus wird diese Macht gebrochen (wobei die endgültige Durchsetzung des Reiches Gottes noch aussteht). Spezifische Aussagen darüber, woher das Böse letztlich kommt, macht die Bibel ebensowenig wie woher Gott kommt.

    Das Nachdenken über bestimmte Bibelstellen, eine bestimmte Predigt führte bei mir zur Erkenntnis, das Himmelreich ist heute schon da, es ist in Dir und Mir. Jungs Psychologie legitimiert, systematisiert und erweitert (für mich auch ganz persönlich) jene religiösen und psychologischen Einsichten. Eine Kernaussage im Taoismus ist ja zum Beispiel, das sich das Gute und das Böse ergänzt und bedingt. Jungs Psychologie bietet das Instrumentarium, um das religiöse Fundament und Denken auf eine neue, zeitgemäße und faszinierende Weise zu deuten. Ohne in eine Patchworkreligion abzugleiten gibt sie den Schlüssel in die Hand für jene Synopsis der Weltreligionen, Mythen, gnostischen und alchemistischen Denkrichtungen und namentlich für die Verbindung von Psychologie und Religion.

     In diesem Essay sollen drei Sichten des Guten und Bösen angesprochen werden:

    • Die Sicht von jenseitsorientierten monotheistischen und polytheistischen „Religionen“. Die Gnostik nimmt hier mit dem subtilen Ansatz der Demiurgen eine Art Zwischenstellung ein.
    • Die Sicht von der diesseitsorientierten Psychoanalytik von C.G. Jung mit dessen Gottesbegriff (Selbst) auch im Zusammenhang mit weiteren vom Individuum (z.B. im Buddhismus) oder der Natur ausgehenden, pantheistischen Gottesvorstellungen wie z.B. im Taoismus.
    • Die anthropologische oder humanistische Sicht einer eigenverantwortlichen Persönlichkeitsentwicklung als weitere Ergänzung speziell zur christlichen (katholischen) Sicht.

    Ausgehend von der Annahme von C.G. Jung, dass wir die Energie der dunklen Seiten in uns produktiv einsetzen können und müssen, ist meine zentrale Frage, wie kann ich dies mit dem humanistische Menschenbild  – edel sei der Mensch hilfreich und gut – und mit dem christlichen Menschenbild – Gut ist nur Gott – vereinbaren. Ging mit dem was, das Christentum „verteufelt“ hat und mit der Verteufelung des Christentum durch Freud, nicht viel Positives verloren?

    Seit der Frühzeit in der Geschichte des Menschen finden wir die Vorstellung des „Jenseits“, welches von guten oder bösen Wesen bevölkert ist. Während in polytheistischen Glaubenssystemen und Kulturen die jenseitigen Mächte auch gleichzeitig gut und böse sein können wird in etablierten monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) das Böse eindeutig dem Teufel und das Gute eindeutig Gott zugeodnet auch eindeutig festgelegt, was als Gut und Böse zu gelten hat. Allerdings fragen sich nicht nur Theologen, sondern nahezu jeder Mensch dann Warum lässt Gott das Leid zu? Warum gibt es Kriege, Naturkatastrophen, Hunger, Seuchen, Gewalt in den Familien und in der Gesellschaft? Wenn Gott gut und allmächtig ist warum gibt es dann das Böse?

    Das religiöse Weltbild ist grundlegend bestimmt durch die Polarität von Diesseits und Jenseits und dem vom sterblichen Leib und unsterblicher Seele. Im Gegensatz dazu steht das positivistische, seelenlose Weltbild eines (aufgeklärten) Materialismus. Im archaischen Mythen konnte der transzendente sensible Mensch dem Jenseits noch direkt und konkret begegnen, dem Eingang in die Unterwelt dem Feuer im Dornbusch. Fast alles konnte dem Menschen noch Zeichen geben, Sonne Mond und Sterne, Donner und Blitz, Tiere, Pflanzen, Flüsse und Berge. Der Teufel symbolisiert oder besser personifiziert zum Beispiel im Christentum alles was die Gesellschaft als das Böse betrachtet. Luther knüpft an Paulus und Augustin an: Gott ist nur gut, der Mensch ist seiner Natur nach böse (ist aber für seine Schuld verantwortlich, vgl. CA 2), er kann von sich aus nichts zu seinem Heil tun, alles hängt vom Glauben an Christus ab ( solus christus, sola gratia, sola fide, sola scriptura). In dieser Welt bleibt der Mensch simul iustus et peccator. C.G. Jung bemerkt im Protestantismus das Fehlen der von ihm positiv gesehenen Beichte im Vergleich zum katholischen Glauben zum Umgang mit der Sünde aber auch der für Ihn so wichtigen Rituale.

    Mit der Zunahme des Wissens wurde diese Welt entzaubert. Dennoch, der Glaube an die Macht des Gestirns hat bis zur heutigen Zeit überlebt. Mit der Ablehnung des Jenseits erst wird das religiöse Weltbild zerbrochen. Der Mensch wird auf sich selbst zurückgeworden und ist „verdammt zur Freiheit“. Mit dem Atheismus und Materialismus wurde das Jenseits und das personifizierte Böse abgeschafft,  bestenfalls als Hypothese erklärt, welches der aufgeklärte Mensch nicht mehr nötig hat.

    Die Philosophen haben dieametral unterschiedliche Ansichten welche unser “heute” wesentlich bestimmen. Da ist die Vorstellung von J.J.Roussseau (18. Jarhundert) vom edlen Wilden, die von Karl May bis zu den deutschen Linken gepflegt wird: Der Mensch ist von Natur aus gut, die Gesellschaft lässt ihn böse werden.„Alles ist gut, was aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.“ Bei T. Hobbes (1588-1679) ist der Mensch ist von Natur aus böse”. Oft ist das Böse in der Philosophe nur ein Irrtum oder ein Erkenntnisproblem  wie z.B. Sokrates.  In der Psychologie bzw. Verhaltensforschung bzw. Hirnforschung  ist bei C.G. Jung das Böse das nicht integrierter „Schatten“, bei A. Adler entsteht das Böse “durch eine Fehlkompensation des Minderwertigkeitsgefühls”, und bei K. Lorenz: Das sogenannte Böse (1963). heisst es: “Die gegenwärtig existierende Spezies Mensch ist nicht mehr als „daslanggesuchte Zwischenglied zwischen dem Tiere und dem wahrhaft humanen Menschen“.Die Anthropologie Freuds erklärt das Böse aufgrund des Triebmodells. Zu dem sogenannten Todes- bzw. Destruktionstrieb kann die vom Menschen durch die Kultur geforderte Triebverdrängung (vor allem des Sexualtriebes) zu von der Gesellschaft als „böse“ erlebten Verhaltensweisen führen. Unerfüllbare Anforderungen der christlichen Moral, insbesondere aus der vom Christentum geforderten Verdrängung der Sexualität führen je nach Veranlagung zu Angst oder Aggression.  Die Zeit nach der Aufklärung führte den drei Kränkungen des Menschen:

    • Kopernikanische Kränkung (Erde/Mensch nicht Zentrum der Welt).
    • Darwinistische Kränkung (Mensch nicht Krone der Schöpfung).
    • Freud (Mensch nicht Herr im eigenen Haus, das Ich vom Unbewussten fremdgesteuert).                                                                                                                                                                                     

    Letztlich steht durch letzteres auch der freie Wille in Frage, das Universum erscheint sinnlos, zufällig und chaotisch und Religion ein illusionärer Versuch diese trostlose Realität des Lebens zu verleugnen. Der Teufel ist dann konsequenterweise eine Personifikation des menschlichen Trieblebens, ein Komplex im Unbewussten.  C.G. Jung übernahm das vom Unbewussten gesteuerte Ich, bot aber ein Erlösung (oder Erleuchtung durch die Individuation an.  Diese Seelenlosigkeit und Religionsfeindlichkeit lehnte C.G. Jung vehement ab. Er beschrieb „kollektiven Archetypen“ des Unbewussten im Sinne von oben erwähnten Weltbildern, ihre langlebiger zäher Natur und das sie von kultureller Identität und kulturübergreifend von allen Individuen getragen werden.  Es ist eine Kernaussage und Basis seiner empirischen Forschung, dass Religionen den Menschen beachtliche Lebenshilfe bietet:

    • Opfer (als Handlungsgeschäft mit dem diesseitigen Wesen)
    • Offenbarung (sorgfältige Beobachtung von Zeichen durch Seher oder Propheten und daraus abgeleiteten Handlungsanweisungen)
    • Rituale (als Basis von Magie oder im christlichem Kontext dem Geheimnis des Glaubens).

     Neben den Zeichen bewirken direkte Offenbarungen (Träume und Visionen)  einen direkten Einblick in das Jenseits oder – nach C.G. Jung in das Unbewusste. In der Eucharistie ist der Wandlungsprozess in der Lage, gewöhnliches Brot und gewöhnlichen Wein in den heilbringenden Leib und das erlösende Blut Christi tz verwandeln der sich für den Menschen geopfert hat.

     Schon Platon spricht von einem inneren Zwiespalt in der Seele des Menschen. Einem Pferdegespann, das einen schön und gut himmelwärts strebend, das andere Sitz der Begierden erdwärts ziehend. Das ist auch im Gegensatz zwischen weiblichen (materiellen) und männlichen (geistigen) Prinzip (und etwas neutraler mit Yin und Yang sichtbar. Für Paulus ist dieses untere Pferd, eine autonome Kraft das die Absichten des Hellen durchkreuzt und die niederen Seelenkräfte im Teufel oder in Dämonen personifiziert. 

    Diese autonomen Komplexe beschreibt C.G. Jung, aber in seiner Psychoanalytik kann der Mensch wie im Christentum erlöst werden, wie im Buddhismus zur Ganzheit gelangen. Der Zwiespalt in uns zwischen der hellen und dunklen Seite (dem Schatten), der göttlichen und der teuflischen Stimme wird durch die Individuation aufgelöst.

    Hat auch Gott vielleicht zwei Seiten, eine gütige und eine grausame Seite der Gott Hiobs?. Wie schon in dem Essay “Das Böse bei Markus” und im Essay “Die Intelligenz des Bösen” beschrieben, ist das ist dieses Gottesbild analog zum Mensch durchaus zwiespältig. Beim genaueren Hinsehen, ging C.G. Jung insbesondere in seinem Buch „Antwort auf Hiob“auf unterschiedliche Gottesbilder insbesondere auf das alttestamentarische/jüdische und gnostische ein. Im Buch von Hiob erschein Gott eben nicht als reine Liebe, und der gnostische Gott Abraxas (siehe Essay) vereinigt Gut und Böse in einer Person. Die Vermengung von Schatten und Anima, die oft im Individuum vorkommt, hat Jung klarsichtig, als Ursache der häufigen Projektion des Bösen oder zumindest des Niederen auf das weibliche in Religionen beschrieben.

    Der Mythos vom Engelssturz schildert wie Satan aus dem Himmel gestürzt wurde. Jung verwirft diese Mythen nicht wie Freud, sonder deutet die Mythen und insbesondere die Bibel symbolisch bzw. allegorisch. Nebenbei bemerkt, diese demilitarisierte Zone in der katholischer Lehre zwischen wörtlicher Bibelauslegung und allegorischem Bibelverständnis ist seit den Zelten des Ringens mit den Gnostikern sehr brisant. Der Engelssturz oder der vorangegangene Aufstand gegen Gott ist ein Evolutionsschritt, die Aufteilung zwischen Gut und Böse. Dadurch wird das Ich (vielleicht auch die Persona) heller, der Schatten aber umso dunkler. Die Abendländisch Kultur wurde auf der Vorderseite gerechter (römisches Recht) aber auf der Rückseite dunkler mit den gesamten Kräften die nicht mehr erreicht und kultiviert werden können.  Nach Jung wird ohne Integration des Schattens – aber auch ohne eine Erlösung durch die katholische Mystik, welche er auf eine ähnliche Stufe stellt, die Destruktivität zunehmen. C.G. Jung betrachtet die Entmythologisierung z.B. des Protestantismus aber auch des Materialismus als etwas Barbarisches. Für Jung bilde die Seele die Basis des religiösen Bewusstseins das im Selbst zentriert ist. Als Empiriker und durchaus von Kant beeinflusst, sah er sein Fachgebiet nicht als kompetent an, metaphysische Aussagen zu treffen.                       

    Es ist dieser Komplementaritäts- und Integrationsansatz von Jung, der uns Menschen in einer globalisierten, fragmentierten und anti-religiösen Welt helfen kann. Da sich unsere Welt immer schneller verändert und das Gute immer mehr durch das Böse herausgefordert wird, stellt sich für viele Menschen die Frage nach den kulturellen Wurzeln und der religiösen Identität wieder dringender und anhaltender.  Es hilft nicht nur gegen das Böse sondern auch gegen die den Totalitarismus des Guten, das auch das Böse verursacht. Der nüchterne Schluss lautet, es kann in der Welt nicht nur Gutes oder Böses geben aber es gibt einen Unterschied. 

  • Religiöse und psycholanalytische Sicht von Trinität und Quaternität

    Religiöse und psycholanalytische Sicht von Trinität und Quaternität

    Dass das Christentum, seine Institutionen und viele theologische Deutungs- und Reflexionsmodelle keineswegs originär, sondern vorchristlicher und außerchristlicher Herkunft sind, bedeutet keineswegs eine Wertminderung der christlichen Religion. Religiöse und psycholanalytische Sicht von Trinität und Quaternität findet man in allen Religionen, Wenn man genauer hinsieht muss man das Christentum in den ersten Jahrhunderten bis zum ersten Jahrtausend insbesondere in Asien und Nahost ja wesentlich weiter fassen, als dies das die europäische (römisch katholische) und  die bzantinische (orthodoxe) Staatskirche erlaubte und überlieferte. Das Unternehmen von C. G. Jung löst jedoch Missbehagen aus: Was hat die Psychologie bei Glaubenswahrheiten zu suchen?

    Die vorchristlichen Trinitäten

    Vorchristliche Parallelen des religionsgeschichtlichenArchetypus der Göttertriaden finden sich in Babylonien, (Sin, Schamasch und Ischtar), der ägyptischen Königstheologie (Osiris, Isis, und Horus) mit Vatergott Re und seinem Sohn dem Pharao sowie in Platons Spekulationen (Timaios). In der alexandrinischen Philosophie des letzten vorchristlichen Jahrhunderts, die aus der Verbindung platonischer und jüdischer Lehren entstand, treten zwei andere göttliche Gestalten zu Jahwe: Logos und Sophia, welche mit Gott eine Trias bilden. Der Islam hingegen verurteilt sowohl die Trinitätslehre als auch die Anbetung Jesu und seiner Mutter Maria.

    Die christliche Trinitätslehre

    Betrachten wir die Bibel im Blick auf die Dreieinigkeit Gottes, so ist zunächst festzustellen, dass sich der Begriff “Dreieinigkeit” oder “Trinität” nirgends findet. Der Begriff wurde vermutlich erst von Theophilus von Antiochia um 180 n. Chr. geprägt. und von Tertullian bald darauf ausgestaltet. Dass der Begriff nicht vorkommt, schließt aber keineswegs aus, dass die Sache, die der Begriff zusammenfasst, an vielen Stellen der Heiligen Schrift deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Die Lehre von der Dreieinigkeit kann so formuliert werden: Es existiert ein einziger wahrer Gott (Monotheismus). Dieser wirkt und offenbart sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der Heilige Geist ist Gott – wesenseins existierend, und doch in drei Personen offenbar. Jesus Christus hat während seiner irdischen Existenz zwei Naturen besessen: wahre Göttlichkeit und wahre Menschlichkeit. Durch sein Menschwerden offenbart Gott sein Geheimnis, eine dieser Offenbarungen ist der Heilige Geist, die ewige, dem Vater und Sohn gemeinsame Lebenstätigkeit. Der Geist der ersten Christengemeinden war, der Art und Zeit ihrer Entstehung entsprechend, mystisch. Die Vorstellung vom Heiligen Geist, der ursprünglich bloß eine Kraft oder Eigenschaft Gottes war, wurde allmählich zur Vorstellung eines besonderen, aber Gott untergeordneten, Wesens erhoben. Inhaltlich liegen den vorchristlichen wie der christlichen Trinität archetypische Vorstellungen zugrunde. Zur Zeit der Gnosis, welches im weitesten Sinne, aus der das Christentum hervorgegangen ist, hebt der Heilige Geist die Zweiheit, den “Zweifel” im Sohne auf, er ist das Dritte, das die Einheit wiederherstellt. Eine erstaunliche Stelle ist dazu bei Johannes 14. Dort richtet der Herr Jesus seine Abschiedsrede an seine Jünger und tröstet sie mit den Worten: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr [aber] kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.”

    Die Jungsche Deutung der Trinität

    Jung deutet hier zunächst, von Platon und gnostischer Spekulation ausgehend, die Dreiheit im Sinne eines psycholischen Bewusstseinswerdungprozesses. Alle numinosen Erfahrungen, also vom Wirken und den Willen einer Gottheit, sind außerbewußte Erfahrungen.  C. G.Jung gebraucht hier den Begriff des kollektiven Unbewußten. Christus war jene kollektive Gestalt, welche das zeitgenössische Unbewußte erwartete und in dieser Ganzheit ist Christus auch dem Symbol des Selbst zugeordnet. Ziel der psychologischen Entwicklung ist die Selbstverwirklichung. Weil aber der Mensch sich nur als Ich kennt, das Selbst aber unbeschreibbar und vom Gottesbild kaum zu unterscheiden ist, “bedeutet die Selbstverwirklichung in religiös-metaphysischer Sprache die Inkarnation Gottes” (171); Gott verwirklicht sich im Menschen. Das Ich leidet dabei die Aufnahme analog zur Passion Christi. Auf dem Weg zur Verwirklichung seiner Ganzheit kontaktiert das menschliche Ich infolge der Integration des Unbewußten in das Bewußtsein, in den “göttlichen Bereich.” Das Christusleben ist somit Symbol für das bewußte und unbewußte spirituelle oder psychologischer Transformation des Menschen.

    Die Jungsche Deutung der Quaternität

    Eine Trinität “Vater, Mutter, Sohn” wäre natürlicher, was auch der frühchristliche Gnostizismus anstrebte. Für C.G. Jung enthüllt sich die Trinität als ein Symbol, welches göttliches u n d menschliches umgreift. Der christlichen Trinität wird alles Gute zugesprochen, alles Böse und Unvollkommene aberkannt. Nun gibt es aber in der Christlichen Lehre auch bemerkenswerte Quaternitäten und diese ist bei C.G. Jung zentral. Die Quaternität ist ein “Ordnungsschema par excellence” (vgl. Jung, GW 9/2, 381) und ein wesentlicher Aspekt seiner Ganzheitssymbolik: “Die ideale Vollständigkeit ist das Runde, der Kreis, aber seine natürliche minimale Einteilung ist die Vierheit.” (Jung, GW 11, 246). Nun erkennt der katholische Glauben dem Bösen ebenfalls Persönlichkeit zu, das wäre eine Quaternität. Im Falle Hiobs handelt Satan nach eigenem, Ermessen und vermag sogar Gott zu beeinflussen.  Als Widersache Christi ist der Satan bei C. G. Jung in „Antwort auf Hiob“ konsequenterweise ebenfalls “Gottessohn” zusammen mit dem fast als Demiurge beschriebenen Yahwe und seiner Frau Sophie. Die wichtigste Quaternität in der christlichen Lehre ensteht durch die besondere Stellung von Maria. In seinen religionspsychologischen Überlegungen setzt sich Jung mit dem Archetyp der Trinität (Triade) auseinander und ist der Meinung, dass in der christlichen Trinitätsvorstellung Maria als Viertes ürsprünglich fehlte bzw. ins Unbewusste verdrängt wurde. Die christliche Religion hat deshalb Maria, das heißt das Weibliche oder das Materielle – Menschliche als Viertes zur Ganzheit wieder hinzugenommen (Himmelfahrt). Nach C. G. Jung – aus der Alchemie -bezeichnet die Eins Gott, die Zwei den Unterschied und das Paar, die Drei die Wiedergeburt und den Sohn aus Eins und Zwei und ist die erste männliche Zahl. Die Vier als Zahl, das Quadrat wie auch das Kreuz, ermöglichen den Aufbau eines grundlegenden Koordinatensystems für Zeit und Raum, für Welt und Kosmos. Sie bilden deshalb auch die Basis für viele logisch-geistige Modelle: Die vier Himmelsrichtungen, die vier Winde, die vier Jahreszeiten und daran angelehnt die vier Lebensalter, die vier Elemente, die vier Körpersäfte und die vier Temperamente, die vier Flüsse des Paradieses und die vier Evangelisten (drei Synoptiker und Johannes). Wo man in mythologischen und religiösen Bildern und Symbolen, hermetischen Symbolsystemen etwa der Alchemie oder auch in der Philosophie auf die Vierheit stößt, vor allem auch in gnostischem Denken (Gnosis), geht es darum, eine chaotische Vielfalt (Chaos) durch numinoser Bilder und Eindrücke zu ordnen. Die Quaternität bedeutet Beruhigung durch Ordnung. Deswegen bedient sich Jung häufig selbst eines Quaternitätsmodells, um sich in der Fülle und Vielschichtigkeit universaler Motive, Gestalten, Ereignisse, aber auch der Träume, Fantasien und anderen unbewussten und symbolischen Gestaltungen seiner Patienten orientieren zu können. Das Auftauchen der Vierheit in Träumen und Visionen weißt deshalb auf die Ganzheit hin und ist z. B. auch im Mandala (Mandalasymbolik) enthalten.

  • “Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht !” (Mtth. 6,16).

    “Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht !” (Mtth. 6,16).

    Die Fastenzeit / Passionszeit der katholischen Kirche dauert 40 Tage. Dabei werden nur die Werktage, also keine Sonntage gezählt. Sie beginnt mit Aschermittwoch und dauerte bis zum Karsamstag. Ich führe das für mich jedes Jahr durch und, es ist tut mir gut für Geist, Körper und Seele.

    Von Aschermittwoch bis Karsamstag sind es genau 40 Tage, da die Sonntage ausgenommen sind. Die 40 Tage der Passionszeit gehen auf die 40-tägige Gebets- und Fastenzeit von Jesus nach der Taufe im Jordan zurück. Die Zahl 40 ist in der Bibel eine häufige Zahl: Das Volk Israels verbrachte 40 Jahre in der Wüste. Der Prophet Elia wanderte 40 Tage durch die Wüste. Und Mose verbrachte 40 Tage auf dem Berg Sinai verbrachte

    Streng genommen dürfen die Katholiken ab dem Aschermittwoch 40 Tage weder Alkohol noch Fleisch verzehren. Nur Fisch ist erlaubt.

    “Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht !”, heißt es in der Bibel (Mtth. 6,16).

    Gebet:
    Wir handeln im Geiste Jesu und entsprechen dem Wunsch der Kirche, wenn wir in der Fastenzeit neu auf Gottes Zuwendung zu uns antworten und uns besonders darum bemühen. Gemeinschaft mit Gott sollten wir in dieser Zeit auch suchen durch Lesen der Heiligen Schrift, Besuch der Fastenpredigt, Teilnahme an Besinnungstagen, Exerzitien, Zeiten der Stille, Kreuzweg- oder Rosenkranzandachten. Vornehmlich erneuern und vertiefen der Empfang des Bußsakramentes und die Mitfeier der Eucharistie.

    Fasten und Verzicht:
    Es ist eine Erfahrung aller geistlichen Traditionen, daß das leibliche Fasten ein unerläßlicher Bestandteil jeder intensiveren Besinnungszeit ist; das gilt insbesonders, wenn diese Besinnungszeit von einer Gemeinschaft gehalten wird.  Man übt damit  jedes Jahr neu die Haltung zum Konsumverzicht.

    Almosen und Werke der Nächstenliebe:
    Seit alters her haben die Christen es als einen besonderen Sinn des Fastens angesehen, mit den Armen und Verfolgten zu teilen.  Gerade vor dem Hintergrund der weltweiten Christenverfolgung hat das am Ende der Fastenzeit erbetene Opfer seinen Sinn.
     

  • “Der gnostische Jung und die sieben Reden an die Toten” von Stephan A. Hoeller

    “Der gnostische Jung und die sieben Reden an die Toten” von Stephan A. Hoeller

    C.G. Jung ließ die “Septem Sermones ad Mortuoa” (Sieben Reden an die Toten – Transcript), die er in der Zeit seiner Krise um 1916 verfasst hatte, als Broschüre im Privatdruck erscheinen. Im Buchhandel war sie lange nicht erhältlich, aber  verschenkte sie gelegentlich an Freunde.

    Die Schrift besitzt gerade in der heutigen Zeit immer noch eine hochgradige Aktualität, in der heftige, aber trivialisierte Diskussionen zwischen Esoteriker, Bibelgläubigen, Nichtsgläubigen und Materialisten ablaufen. Die tiefe Sehnsucht nach der Religion, welche C.G. Jung konstatiert, wird von den immer sterileren Kirchen und der immer anti-religiöseren Gesellschaft  – speziell der veröffentlichen Meinung – schwer gemacht.
    “Septem Sermones ad Mortuoa” enthält bildhafte Andeutungen oder Vorwegnahmen von Gedanken, die in Jungs wissenschaftlichem Werk später eine Rolle spielten, vor allem die Gegensatznatur zwischen Innerlichkeit und Ichbewusstsein und das Streben nach Ganzheit. Das Denken in Paradoxien, Methaphern und die reichen Allegorien war es, das Jung bei den Gnostikern – und den östlichen Religionen – angezogen hatte. Deshalb schrieb er unter dem “Pseudonym”  des Gnostiker Basilides (Anfang des 2.Jahrhunderts AD.).  Manche Gedanken erinnern mich an den Tao Te Ching,   wie ja die nicht-christliche Gnostik durch persisches Gedankengut inspiriert sein könnte:

    Die Toten kamen zurück von Jerusalem, wo sie nicht fanden, was sie suchten. Sie begehrten bei mir Einlass und verlangten bei mir Lehre und so lehrte ich sie:
    Höret: Ich beginne beim Nichts. Das Nichts ist dasselbe wie die Fülle. Das Nichts oder die Fülle nennen wir das PLEROMA.

    Vergleiche:
    Der TAO ist ewig ohne Schöpfung,  aber Nichts bleibt ungemacht.

    C. G. Jung hielt zum Teil an der Terminologie des Gnostiker Basilides, z.B. Abraxas fest. Kommend aus der Iris-Mythologie Ägyptens, spielte Abraxas eine große Rolle in der Gnosis der ersten nachchristlichen Jahrhunderte. Abraxas taucht bei C. G. Jung als der „Schreckliche” auf, der mit demselben Wort oder derselben Tat zugleich Wahrheit und Lüge, Gut und Böse, Licht und Finsternis erzeugen kann. Auch Hermann Hesse, einmal ein Patient von C.G. Jung,  erwähnt Abraxas in einen seiner Romane „Demlan“ als Gottheit, die gute und böse Elemente in sich vereint.

    C. G. Jungs Sieben Reden an die Toten ist wie “Das Rote Buch” ein Zeugnis, in denen er nicht als Wissenschaftler spricht, uns an seiner Suche in alle Richtungen teilhaben lässt. Stephan Stephan A. Hoeller, ein Kenner des antiken Gnostizismus wie auch der Psychologie C. G. Jungs gibt in diesem Buch einen sehr stimmungsvollen Prolog aus der Wiener Nachkriegszeit über den Magier von Zürich und sehr gute Einführungen zu den einzelnen “Reden”.

  • Gegenüberstellung der fünf Evangelien

    Gegenüberstellung der fünf Evangelien

    Die in den vier Evangelien dargelegte Botschaft wird von folgenden Schwerpunkten geprägt:

    •    die Prophezeiungen über das Kommen des Herrn
    •    das Leben und der Dienst des Herrn
    •    der Tod und die Auferstehung des Herrn
    •    das Erscheinen des Herrn nach der  Auferstehung
    •    und Seine Himmelfahrt

    Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas beschrieben das Leben Jesu von derselben Perspektive. Daher nennt man ihre Evangelien die synoptischen Evangelien. Das Johannes-Evangelium hingegen enthält sehr wenig von den Einzelheiten der Synoptiker; man hat ausgerechnet, dass das Johannes-Evangelium zu 90 % völlig neue Information enthält und nur 10 % gleiche Themen wie die Synoptiker.

    Aufgrund der Darstellung des Lebens Jesu Christi wurde es ein “spirituelles Evangelium” genannt; es behandelt die “geistliche Sicht”.

      MARKUS MATTHÄUS LUKAS JOHANNES
    DARSTELLUNG “gehorsamer Knecht” “versprochener   König” “volkommener Mensch” “göttlicher Sohn”
    SCHLÜSSELWORT “alsbald” “erfüllt” “Sohn des Menschen” “glauben”
    LESERSCHAFT Römer Juden Griechen Gemeinde
    ART DESSCHREIBERS “Prediger” “Lehrer” “Schriftsteller” “Theologe”
    BETONUNG Wunder Predigten Gleichnisse Lehre
    MERKMALE Kraft “eingetretene Prophezeiung” Gnade Herrlichkeit
    GEGEND G a l i l ä a Judäa
    BETONUNG der Menschlichkeit Jesu der Göttlichkeit

    Das erste Evangelium (Markus) wurde erst 20-30 Jahre nach dem Tod Jesu geschrieben. Die anderen Synoptiker wurden etwas später geschrieben. Das Johannes-Evangelium wurde wahrscheinlich erst am Ende des ersten Jahrhunderts verfasst.

    Die Hauptteile dieser Botschaft waren:

    1. die Prophezeiungen über das Kommen Jesu
    2. Sein Leben und Sein Dienst
    3. Sein Tod und Seine Auferstehung
    4. Sein Erscheinen nach der Auferstehung und Seine Himmelfahrt

    Die Geschichte betont die Rolle der Urgemeinde, wie diese aufgrund ihrer Erinnerungen an das Leben und den Dienst Jesu, die Geschichte des Herrn “formte” – jeweils passend für die Not und Bedürfnisse ihrer eigenen Lage. (z.B.schrieb Markus aus der Perspektive der römischen Christen ein Evangelium ; Lukas schrieb aus der Perspektive der griechischen Christen,Matthäus aus Sich der Juden und Johannes wohl eher gegen Gnostiker oder integrativ mit den Neo-Platonikern).

    Die gesprochene Botschaft ging der geschriebenen Botschaft
    voraus. Es wird vermutet, dass es in der frühen Urgemeinde grundsätzlich zwei Berichte über das Leben Jesu gab, die die Grundlage für die späteren Evangelien bildeten. Diese zwei Berichte waren:

    1. das Evangelium Markus   –  eine Niederschrift der Predigten

      des Apostels Petrus
    2. “Q” (die Quelle)  – eine Zusammenfassung der Worte (Lehren) Jesu

    Matthäus und Lukas verwendeten daher Markus (fast die gesamte Information von Markus befindet sich auch in den anderen Synoptikern) und “Q”, als sie ihre Evangelien zusammenstellten. (Zusätzlich nahmen Matthäus und Lukas noch andere Informationen in ihre Evangelien hinein, die
    sonst nirgends vorkommen.

    Die Evangelien haben das Leben und den Dienst Jesu Christi zum Inhalt. Jesus wurde während der Regierungszeit des Kaisers Augustus geborenals Herodes der von Rom eingesetzte König über Palästina war (Matth.2,1). Seine Geburt fiel wahrscheinlich in das Jahr 5 v.Chr. (später konnte es
    nicht gewesen sein, da Herodes 4 v.Chr. starb) . Mit zwölf Jahren ging Jesus nach Jerusalem (Lk 2,4). Es wird erst wieder von Ihm berichtet, als Er “ungefähr dreißig Jahre alt war” Lk 3,23 und mit
    Seinem öffentlichen Dienst begann. Dies war “im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius” Lk 3,1 – (entweder 26/27 n.Chr. oder 28/29 n.Chr.). Dieser öffentliche Dienst war etwas mehr als drei Jahre später vollendet.

    In den Evangelien wird nicht über alle Einzelheiten des Lebens Jesu berichtet Joh 21,25. Es wird aber auch keine für das göttliche Porträt Jesu Christi wichtige Information weggelassen. Wenn man die Aussagen der vier Evangelien zusammenlegt, entsteht ein harmonisches Bild von Jesus.

    Sein irdisches Leben kann man in drei Abschnitte unterteilen:

    1. die Zeit der Vorbereitung

      etwa 30 Jahre; darüber gibt es nur wenig Information
    2. der öffentliche Dienst

      etwa 3 ½ Jahre; die Höhepunkte werden im Einzelnen berichtet
    3. das Opfer

      der Gipfel des Lebens Jesu während einer Periode von etwa 2 Wochen

    Im irdische Leben Jesu Christi) sieht man, dass es im Leben des Herrn zwei Phasen gegeben hat:

    d i e n e n
    s t e r b e n

    Der Höhepunkt des Dienens fand fast ein ganzes Jahr vor der Kreuzigung statt; Sein Tod war das wichtigste Ereignis.

    Sein öffentlicher Dienst dauerte etwa 3 ½ Jahre (die Passahfeste im Johannes-Evangelium, sowie “das Fest der Juden” Joh 5,1, liefern die chronologische Reihenfolge).

    Jedes der drei Jahre hatte seinen eigenen Charakter:

    1. Jahr   –   unbekannt
    2. Jahr   –   beliebt
    3. Jahr   –   abgelehnt

    Die Bezirke Palästinas

    1. Galiläa

      Der See von Tiberias oder See Genezareth war das Zentrum des Lebens im Norden. Jesus wuchs in den Städten Nazareth (Karawanen-Zentrum) und Kapernaum auf.
    2. Samarien

      Es lag südlich von Galiläa und hatte viel fruchtbares Land, wie z.,B. Sichem, zwischen den Bergen Ebal und Gerizim. Der Berg Gerizim war der heilige Berg der Samariter Joh 4,20. Eine der Hauptstraßen zwischen Galiläa und Judäa lief durch dieses Gebiet.
    3. Judäa

      Obwohl sich der Sitz des römischen Prokurators in Cäsaräa in Samarien befand, war Jerusalem das Zentrum des jüdischen, politischen und religiösen Lebens.

      Jesus besuchte Jerusalem immer zu den religiösen Festen.

    Die Landschaft Palästinas

    Es gab fünf unterschiedliche Landschaftsgebiete in Palästina (siehe Karte 9):

    1. Küstenflachland
    2. Shefelah

      langsam steigende Hügellandschaft
    3. Cis-Jordan Hügel

      die durchschnittliche Höhe liegt in etwa bei 600 m; wichtige Nord-Süd-Verbindung lief entlang dieser Hügel
    4. Jordan-Tal

      das ganze Tal liegt unterhalb des Meeresspiegels, wichtige Nord-Süd-Verbindung lief durch das Tal.
    5. Trans-Jordan Plateau

    Die Städte und Dörfer Palästinas

    Nachdem der Herr etwa ein Jahr in Judäa tätig war (darüber berichtet nur das Johannes-Evangelium – siehe Karte 6), ging Er nach Galiläa zurück, wo Er den Hauptteil Seines irdischen Dienstes ausübte. Von den vielen Städten und Dörfern, die der Herr Jesus besuchte, werden in den Evangelien nur etwa 20 erwähnt.

    JUDÄA SAMARIEN
    UND GALILÄA
    ANDERE
    1. Jerusalem
    2. Bethlehem
    3. Bethanien
    4. Ephraim
    5. Jericho
    6. Emmaus
    1. Sichem
    2. Samaria
    3. Nain
    4. Nazareth
    5. Kana
    6. Magdala
    7. Kapernaum
    8. Chorazin
    9. Tiberias
    1. Bethsaida (Lk, 9,10)
    2. Gergasa
    3. Cäsarea
    4. Tyrus
    5. Sidon
    6. Bethabara (Bethanien) Joh 1,29)

    Source

    Nun zum Thomas Evangelium. Es ist unrichtig, dass die katholische Kirche das Evangelium des Thomas unterdrückt oder nicht zulässt.  Es wird nur nicht erwähnt. Ich habe erst vor kurzem in einer Bibellesung von einem sehr offen´eingestellten Mönch davon erfahren. Das Thomas Evangeliumist ist qualitativ schwierig einzuordnen. Mehr dazu unter… chlick