Tag: Religion

  • Dämonen bei Markus verglichen mit C.G. Jung

    Das Evangelium nach Markus  ist das zweite Buch des Neuen Testaments in der christlichen Bibel, das kürzeste der vier kanonischen Evangelien und nach bibelwissenschaftlicher Mehrheitsmeinung auch das älteste unter ihnen. An zahlreichen Stellen dort  ist von „Dämonen“ die Rede, die Menschen beherrschen, besetzen, in den Bann ziehen, krankmachen oder in den Wahnsinn treiben (vgl. z.B. Mk 1, 1-20, 5, 1-20, 7, 24-30; 9, 14-29).

    Zur Zeit der Abfassung der Evangelien gab es im ganzen Mittelmeerraum den Glauben, daß es “Dämonen” gibt, also immaterielle Wesen, die (unter anderem) vom Menschen Besitz ergreifen können und ihn entweder körperlich schädigen durch Krankheit, Gebrechen, oder psychisch (“Depressionen” – übrigens ein ursprünglich dämonologischer Audruck – verschiedene Formen des “Wahnsinns” …) usw. oder ihn moralisch destruieren. Es gab unendliche Varianten von Dämonenglauben natürlich immer schon und außerdem in allen Kulturen der Welt. Auch die Kunst, mit ihnen umzugehen, war weltweit in den Grundzügen dieselbe. Der heute verbreitete Ausdruck “Dämon” kommt aus dem Griechischen.

    Im Palästina dieser Zeit waren die Dämonenvorstellungen bereits aus verschiedenen Kulturen des vorderasiatischen Raumes zusammengesetzt: sumerische, babylonische, assyrische, persische und griechische. Außerdem waren die jüdischen ja selbst Varianten der früheren israelitischen, und die wiederum waren Erben früherer anderer semitischer Vorgaben, vor allem aber der babylonischen.

    Ganz ohne Zweifel ist der Jesus bei Markus als jemand dargestellt, der die Existenz von Dämonen voraussetzt. Und: Er beherrschte die Kunst, Menschen von Dämonen zu befreien. Die Dämonen der Synoptiker sind (im Unterschied zum Johannes-Ev.) alle solchen Typs, wie man sie aus babylonischen und sumerischen Traditionen kennt, und wie sie im Babylonischen Talmut überliefert sind – im Alten Testament ebenfalls, aber nicht so zahlreich erwähnt und beschrieben. Die Kunst, mit ihnen umzugehen – d.h. sie zu beherrschen, ihnen befehlen zu können – war in Babylon dem  Priester zugeordnet. Bei den nachexilischen Juden aber lag die einzige Hilfe und Abwehr gegen dämonischen Einfluß (sei es gesundheitlisch oder moralisch) in der Treue gegenüber dem Gott.  Schon damals gab es die  Schlußfolgerung, daß jemand, der Krankheiten oder Gebrechen hatte (auch solche von Geburt an), sich auf irgendeine Weise gegen den Gott vergangen haben müsse. Denn Krankheit und Leid jeder Art war immer dämonischer Einfluß und die Grenze zwischen Arzt und Priester gab es noch nicht.

    Wenn nun allein Gott selbst diejenigen zu beherrschen imstande war, die ihn haßten (eben die Dämonen), dann konnte ein Mensch, der den Dämonen derartig einfach und effizient zu befehlen verstand (“schweig!”, “fahre aus!”) nur entweder Gott selbst sein, oder sein Sohn, oder mindestens einer mit einer vom Gott selbst gegebenen Vollmacht. Alles Attribute, die zu irgendeiner der sehr unterschiedlichen Messiaserwartungen paßten. Und eben weil in dieser Zeit das alles in der Dämonenkonzeption vorausgesetzt war, wußten die Dämonen auch selbst (wie Markus es darstellt): Wenn jemand über sie Macht hat, dann kann es nur der “Sohn des höchsten Gottes” (5.7) oder der “Heilige Gottes” (1.24) sein. Und da diese Zwischenwesen alles Wissen haben, sind sie also die überzeugendsten “Beweise”, wer dieser Mensch ist, der die Macht hat, sie zu zerstören.

    Die  Dämonen der synoptischen Evangelien bringen körperliche und psychische Krankheit. Die im Joh.-Ev. verderben aber den Menschen moralisch (den Judas z.B.). Deshalb sieht die Rolle im Kampf mit ihnen (speziell mit dem “archon tou kosmou”, dem Herrscher dieser Welt, das war die damals kursierende Konzeption des “Satan”, der als der Anführer aller Dämonen galt – das ist nicht mehr der Satan, wie er z.B. im Hiob auftritt) etwas anders aus: Es ist bei Joh. ein kosmologisches Geschehen, nicht mehr eines an einzelnen Menschen.

    Der Begriff „Dämon“ versucht ein seelisches Phänomen zu fassen, wobei im Christentum vor allem um den Umgang mit dem Bösen ginge, also um ein Verhalten angesichts Versuchung und Anfechtung. Während die Kirche dazu eine mythologische Sprache verwendt, um Erscheinungsformen, Technik und Wirkung der „Dämonen“ zu fassen, verwendet die empirische Psychologie vor allem Begriffe aus der tiefenpsychologischen Affekt- und Komplextheorie. Dabei bestehe die Gefahr einer psychologisierenden Phänomenbeschreibung darin,  die Wirklichkeit des Bösen und Abgründigen mehr zu verschließen als zu eröffnen.

    Für die mythologische Sprache ist Projektion die Täuschung durch den Dämon, der uns in seinen Bann zieht; fremde Projektionen wirkten wie böse Geister auf uns ein. Für die Psychologie (C.G. Jungs) ist die Projektion „eine unbewußte, d.h. nicht wahrgenommene und unabsichtlich geschehene Hinausverlegung eines subjektiven seelischen Tatbestandes in ein äußeres Objekt`“ (a.a.O., Zitat von M.L. Franz , S.13). Die Ursache für Projektionen seien für C.G. Jung Komplexe. Dämonenen erscheinen  insbesondere als autonome Komplexe. Ein stark gefühlsbetonter Inhalt, der bei uns heftige Emotionen auslöse, den wir aber aus unserem Bewusstsein verdrängt haben, stehe am Anfang eines Komplexes. Ein Komplex versetze uns „ in einen Zustand der Unfreiheit, des Zwangsdenkens- und handelns.`“ (Zitat, a.a.O., S.14; aus C.G. Jung,GW, 8 Bd. Zürich , S.111) .

    “Dämon” ist ursprünglich, wie oben beschrieben, kein psychologischer, sondern ein folkloristischer oder mythologischer Ausdruck, dem in der Jungschen Psychologie die autonomen Komplexe entsprechen. Komplexe sind als “Brennpunkte”, gewisse stark emotional geladene Vorstellungskonglomerate, die durch emotionale Reaktionen Antworten auf Reize stört. Komplexe sind relativ autonom sein und bilden dann abgesprengte, unbewußte Teilpsychen, welche das Ich beherrschen. Aus dieser Sicht hat C.G. Jung großes Verständnis für die kirchliche Lehre, welche die Dämonen als eigenständige Wesen betrachten. Wenn die Bibel von Besessenheit reden, so beschreiben sie die Wirkung des Komplexes und erkennen dabei an, dass der Besessene nicht eigentlich legitim krank ist, sondern unter einem unsichtbarem geistigen Einfluß leidet, dessen er auf keinerlei Weise Herr werden kann. Dieses unsichtbare Etwas ist der genannte autonome Komplex, ein unbewußter Inhalt, welcher dem Griff des bewussten Willens entzogen ist. (Anselm Grün, „Der Umgang mit dem Bösen“ 2011).

    Der Böse spielte eine wichtige Rolle in der Phantasie der Menschen in der Zeit in der Christus lebte – und heute. Satan wird immer wieder von den Schriftgelehrten und dem Volk Israel in den synoptischen Evangelien erwähnt, von den Aposteln, vor allem von St. Paul, und sehr oft in der Offenbarung des Johannes. Jesus folgt dem allgemeinen Glauben der Zeit bei der Zuordnung psychischen Krankheiten auf den Besitz von Dämonen, und wir dürfen annehmen, dass er die populäre Ansicht teilten. Dennoch spricht er, alles in allem, weniger vom Teufel als  von der Liebe.

    “Das Böse” ist eben nicht nur Werturteil. Es hängt viel ab, wer und was du bist. Im konventionellem Christentum werden “Gut” und “Böse” nur unter dem Gesichtspunkt der eigenen Haltung gegenüber den christlichen Gott definiert. Auf der anderen Seite,  neigt eine humanistisch geprägte Sichtweise der Moral dazu,   “Gut” und “Böse” in Bezug auf konkrete Nutzen und Schaden, in erster Linie für den Menschen zu denken.  Das katholische Denken tendiert zumindest in der Praxis, wenn nicht in der Theorie, von “Gut” und “Böse” in einem Gott-zentrierten Sinn – Gott ist der alleinige Schöpfer mit dem  Bösen als sein natürlichen Widerpart und sichtbar nur durch den Gegensatz zum Reich Gottes.  Das Reich des Bösens herrscht über Dämonen, böse Geister, durch Sünde und Lüge.  C.G. Jung denkt anders, ganz im Sinne des Tao oder der Gnostiker: Das Böse will ebenso erwogen sein wie das Gute […] Es gibt schliesslich nichts Gutes, aus dem nichts Übles, und kein Übel, aus dem nichts Gutes hervorgehen könnte ( C.G. Jung Psychologie und Alchemie, Studienausgabe 1951). Er sagt aber auch: Der schöpferische Mystiker war schon immer das Kreuz der Kirche. Aber diesen Leuten verdankt die Menschheit das Beste” ( C.G. Jung Gesamtwerk Band 14).

    Nach C.G. Jung gibt es Seelenkomplexe  die vom aus dem persönlichen Unbewussten ans Licht geholt werden sollten und Geisteskomplexe, die aus dem kollektiven Unbewussen ins Bewusste hereinbrechen und denen man nur entfliehen kann.  Nach der christlichen Lehre sind Dämonen gefallene Engel, die folgt man Johannes, denMenschen moralisch verderben wollen. Der Benediktiner Anselm Grün geht in seinem Büchlein „Der Umgang mit dem Bösen“ diesem Phänomen nach und erforscht wie die monastische Dämonenlehre der alten Mönche und die ebenfalls empirische Psychologie C.G. Jungs, welche seelische Phänomene unterschiedlich beschreiben, aber gleich lösen. Letztlich benutzt die Mönche das Jungsche System für eine andere Art der” inneren” Dämonen. Hier erscheint mir, durch die Benennung der acht Dämonen-Arten wird der Bewussmachungsprozess gefördert in dem ein Bild, ein Symbol im Bewusssein verankert wird. Während Jung`s Darlegungen sich vor allem darum drehten, die „Besessenheit“, als psychische Krankheit zu beschreiben, geht es in der Dämonenlehre darum, mit den Anfechtungen des Bösen, Abgründigen und Undurchschaubaren besser umgehen zu können. Durch ihr Benennen der Dämonen (der Völlerei, der Unzucht, der Habsucht, der Traurigkeit, des Zornes, der acedia, der Ruhmsucht, des Stolzes) versuchten die alten Mönche dem Ernst und der Vielfalt der Anfechtung und Bedrohung durch das Böse gerecht zu werden. Ein Vorgang wie beiner aktiven Imagination.

    Man (ich als Laie im doppelten Sinn) kann jedenfalls kaum einen Unterschied zwischen der Jungschen und der christlichen, der monastischen  Betrachtungsweise erkennen.  Nicht der Mensch hat einen Komplex (Dämon) sondern dieser hat den Mensch (erfasst). Heute werden wir, wie zu allen Zeiten, vom Feuer der Verfolgung, von der Entkräftung durch Leichtigkeit, den Gefahren des Reichtums und der Armut, Häresien und Irrtümer der gegensätzlichen Extreme, steriler Rationalismus und irrationaler Aberglauben, Fanatismus und Gleichgültigkeit heimgesucht. Es wäre schon schlimm genug, wenn all diese Kräfte unabhängig handelten aber die Gefahren sind unkalkulierbar, wenn diese durch eine innere autome feindlichen Intelligenz – dem Schatten – organisiert sind: “es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, dass fremdes Böses alsbald zu eigenen Bösen wird, und zwar dadurch, dass es wiederum Böses in der eigenen Seele anzündet.  ( C.G. Jung Aufsatz nach der Katastrophe,  1945). Andereseits sprich C.G. Jung in einem Interview sehr klar aus, das das Böse immer von innen kommt, das Nichterkennen die Ganzheit verhindert. Wenn ein Christ das Böse in seinem Herzen anschaut, es in seiner vollen ränkevollen Wirksamkeit erkennt, dann erkennt er die Sünde, und er bittet Jesus Christus um Vergebung für seine Rebellion gegen Gott. Allein durch diese Vergebung wird unsere Seele heil. Vorher sind wir vom Bösen bestimmt, das unsere Verhaltensweisen einengt und somit unser Leben zerstörerisch bestimmt. Um diesen Zustand zu verändern, ist eine Bekehrung, eine aktive Hinwendung zu Gott, sind Sündenerkenntnis und Sündenvergebung nötig.

  • Evangelium Lesung Das personifizierte Böse bei Markus

    Evangelium Lesung Das personifizierte Böse bei Markus

    Die Aussage, das Böse, Daemonen sind das zentrale Element bei Markus schien mir wichtig. Dämonen erkennen bzw. kennen Jesus in (1,21-27) -im Tempel- von Kapernaum. Wer war der bessesenen Mann? Nach C.G. Jungs sind Schatten  psychischen Energien, die mit der bewußten Lebensform nicht übereinstimmen.  Das Markusevangelium berichtet von Jesu Auftreten gleich zu Beginn er habe Dämonen ausgetrieben. Dem folgen andere Exorzismus-Berichte.
    Mk 1,21-28:  Besessene in der Synagoge von Kafarnaum.

    Und sie gehen hinein nach Kafarnaum
    Und sofort am Sabbat kam er in die Synagoge hinein und lehrte
    Und sie waren über seine Lehre sehr betroffen.
    Er lehrte sie nämlich wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.

    Gleich die erste, geradezu idealtypische Machttat Jesu macht einerseits deutlich, in welchem Zustand die Welt gesehen wird, wie sie sich aber nun durch das Kommen der Gottesherrschaft ändern wird: Selbst in der Synagoge, dem Versammlungs- und Gebetshaus, sitzt ein Mensch mit einem „unreinen Geist“ (an anderen Stellen „Dämon“). Ich stelle mir Daemonen  als Personifizierungen des Bösen vor.  Psychische Störungen, nach C.G. Jung Komplexe und das Böse gibt es auch in Organsationen (oder besser man kann sie personifiziert denken). Und so habe ich Markus verstanden. Vielleicht war dieser Mensch ein normaler Schriftgelehrter  in der Synagoge und niemand hat erkannt, dass dieser Schriftgelehrte vom Dämon befreit werden muss.

    Und sofort war in ihrer Synagoge ein Mensch in einem unreinen Geist, und er schrie auf und sagte: Was zwischen uns und dir, Jesus Nazarener. Bist du gekommen, uns zu vernichten/aufzulösen?
    Ich kenne dich, wer du bist – der Heilige Gottes! Und Jesus fuhr
    ihn an  und sagte: Mach zu/Schweig! und komm/fahre aus ihm
    heraus. Und es zerrte ihn der unreine Geist hin und her, rief mit lauter Stimme und kam/fuhr aus ihm heraus.

    Anders als andere  Austreibungsberichte erwähnt Markus von Jesus keinerlei Rituale – z. B. Geheimwissen, Beherrschung fremder dämonischer Sprache, Magie, gewalttätiges Vorgehen –, mit denen er den Dämon besiegt. Seine „Waffe“ ist allein die befehlende unwiderstehliche Anrede. Die Reaktion der Anwesenden wird als “Erschrecken” beschrieben. Wieder wird auf die Vollmacht der Lehre rekurriert.

    Und sie alle erschraken sehr, so dass sie einander fragten und sagten: Was ist dies?
    Eine neue Lehre in Vollmacht! Und er befiehlt den unreinen Geistern und sie gehorchen ihm.
    Und es ging sein Ruf sofort aus überall in die ganze umliegende Landschaft von Galiläa.

    Im Christentum gibt es Strömungen, welche die Welt als Schauplatz eines Kampfes zwischen „Gut“ und „Böse“ betrachten. Die guten Elemente (Götter/Engel) bekämpfen die bösen Elemente (Teufel/Dämonen). Ein solcher Dualismus steht allerdings im Widerspruch zu einem konsequent verstandenen Monotheismus.
    Augustinus zufolge kommt das Böse aus dem freien Willen des Menschen in die Welt. Durch die Erbsünde trägt er die Schuld für sein Leiden. Von zahlreichen Philosophen und Theologen fast durchweg im Mittelalter) wird das Böse als substanzlos charakterisiert.
    Augustinus ist sicher schon wichtig. – Aber trotzdem, zuerst ist wichtig was im Evangelium selbst steht. Dort steht unter manch anderen ebenso klaren Stellen von Christi Versuchung in der Wüste. Da begegnet ihm der Böse doch halt schon in Person. Das ist nicht innerpsychisch oder wie zu verstehen. Und, wenn es die Dämonen gibt, von welchen an unzähligen Stellen geschrieben steht, diejenigen von denen es heisst sie seien Legion, diejenigen auch, die dann in die Schweine fahren dürfen, dann gibt es daran auch kaum Zweifel.Seit der Liturgiereform 1970 ist das St. Michaels-Gebet, das früher jeder Priester nach der Hl. Messe gebetet hat, leider „verschwunden“.
    Es gibt verschiedene Personifikationen des Bösen, wie den christlichen Teufel, aber auch bestimmte Arten arabischer Dschinns oder die Dämonen des Hinduismus. Im Taoismus bedingt sich achselzuckend wechselseitig das Böse und das Gute.

    Die Personifikation des Bösen als Teufel gibt es in vielen klassischen Werken der Weltliteratur, so etwa in Dantes Inferno, in Goethes Faust.
    Sogar nach Kant ist das radikales Böse ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur. Karl Jaspers stellt definiert, ” das Böse ist, sich von den unmittelbaren Antrieben leiten zu lassen,das Böse als hier Schwäche, die der Neigung nachgibt und ist erst der Wille zum Bösen (auch ausgedrückt in der Entschuldigung des Bösen)”.
    Ihnen allen ist – ihrer bösen Natur gemäß – gemeinsam, dass sie aus freiem Willen und eigenständig Unglück und Verderben bringen.  ist das Böse, eine Gesinnung, eine Absicht, eine Handlung oder deren Konsequenz? Entspringt es einem Mangel an Gutem oder einem Übermaß an Gutherzigkeit?

  • The “Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard revisited

    The “Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard revisited

    The book “The Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard (philosopher, media sociologist) initially seems far away from the demons—the personalized evil that Mark (and even more so John) describes. In the biblical tradition, evil is an external, adversarial force possessing individuals, or a cosmic darkness to be vanquished. Modernity, however, stripped away these personalized entities, leaving a vacuum that postmodernity filled with something far more insidious: systemic automation. Radical evil arises when the only good expands: every power inevitably creates counterpower (Taoism in a sentence). As a sociologist, Jean Baudrillard sees the threat to society (e.g., from terrorism) not from outside but in a decentralized manner, as viruses that (like shadows) evade everyone’s grasp

    Intelligence of Evil

    The Convergence of Two Theoretical Frameworks

    According to Baudrillard, the inherent madness of postmodernism produces madmen, just as unbalanced personality structures produce delinquents and psychopaths. As a theorist, Baudrillard dealt with gentle, impersonal evil from the perspective of virtuality, simulation, cyberspace, hyperreality, fundamentalism, terrorism, globalization, and the end of history. Baudrillard was certainly an apocalypticist. His thesis is based on his concept of hyperreality, in which lies the intelligence of evil—the malicious reversal of structure against itself.

    For Hannah Arendt, evil flourishes when a person surrenders their unique capacity to think critically and integrates themselves into a larger machine. As a theorist, Baudrillard dealt with merciless, totalitarian evils which did exist and and immense harm.

    The black swan flies

    The contemporary global landscape reveals a staggering alignment between theoretical philosophy and reality, where the boundary between “state governance” and “state malfeasance” has completely dissolved.

    Black Swan

    We currently face two devastating wars skating on the razor’s edge of a nuclear apocalypse, a systemic global economic crisis, and a paradigm shift in state-sponsored evil. The absurdest manifestation of this hyperreal twist is in West Asia, where a former Al-Qaeda commander, co-founder of Al-Nusra, and head of HTS now sits as transitional President. He is formally welcomed on Western red carpets, handles diplomatic visits with French President Emmanuel Macron, and secures deals to rescind terrorist designations from Western nations.

    When we apply this benchmark—contrasting Jean Baudrillard’s Intelligence of Evil with Hannah Arendt’s Banality of Evil—to this modern geopolitical reality, we see how the rules of evil have been totally rewritten.


    Why flourish Evils?

    1. The Erasure of the Individual

    If Hannah Arendt looked at the modern world, she would likely argue that the individual has been entirely erased. For Arendt, evil flourishes when a person surrenders their unique capacity to think critically and integrates themselves into a larger machine. In the 2020s, that machine is the digital algorithm.

    • The Digital Apparatchik: The individual sitting in their bedroom is no longer an independent actor. They are a consumer locked in a hyper-optimized feedback loop. Social media algorithms serve as the invisible, automated “bureaucracy” that coordinates any state or psychological Psyops.
    • The Bureaucracy of Hate: Just as Adolf Eichmann claimed he was merely a gear in the state apparatus, the modern narrative operates hand-in-glove with mainstream and social media. The actions of modern actors are profoundly banal because they lack genuine, individual intellectual agency. They draw from pre-fabricated digital aesthetics, gamified violence leaderboards, and shared internet memes, executing the logic of the digital crowd rather than thinking for themselves.

    Baudrillard would take this even further, stating that calling these actors “individuals” fundamentally misunderstands how modern systems of governance operate and fail.

    • Evil as a Virus: Baudrillard explicitly rejects the idea that evil is a conflict between distinct human entities (e.g., “The West vs. Evil”). Instead, he views globalized neoliberalism as a monoculture trying to eliminate all dissent, friction, or manageable conflicts of interest.
    • An Automatic Immune Response: When a system achieves total, absolute dominance, it triggers its own destruction from within. The rogue actor is not an outside political entity; they are a cancerous cell generated by the system itself.
    • The Power of the Hyperreal: The “intelligence of evil” lies in the fact that the global digital network automatically amplifies, distributes, and hyper-accelerates conflicts instead of initiating open, constructive discussion.

    2. Rebranding Responsible Statecraft

    The political transformation we are watching helplessly exposes the core of both philosophies:

    • The Arendtian Perspective (The Banality of Diplomacy): Arendt would look at Western leaders, diplomats, and corporate managers shaking hands with former warlords simply because it suits current geopolitical realpolitik. To her, this is the pinnacle of administrative “thoughtlessness.” The bureaucracy of global diplomacy normalizes past atrocities for the sake of current stability, economic reconstruction, and resource contracts. Evil becomes banal when international statecraft reduces violent insurgency into mere paperwork, protocol, and pragmatism.
    • The Baudrillardian Perspective (The Reversible Structure): Baudrillard would view this not as a political compromise, but as a perfect example of the “intelligence of evil”—the radical inversion of a system against itself. The very West that initiated a decades-long global security apparatus has absorbed its former viral antagonist into its own hyperreal simulation of governance.

    Edging Toward Nuclear War: Geopolitical Crisis vs. The Suicidal System

    With major global conflicts continually threatening to trigger a nuclear escalation, the engine behind the machinery of war is split down two lines:

    • Arendt’s View (The Unthinking Apparatus): The current threat of nuclear escalation is driven by state officials, military strategists, and industrial weapons producers who treat geopolitical brinkmanship like an Excel spreadsheet. Human actors are detached from the reality of global annihilation, sleepwalking into catastrophe because they are tightly bound to institutional rules and geopolitical KPIs.
    • Baudrillard’s View (The Immanent Irreversibility): The global system has reached such a state of absolute, hyper-connected complexity that it has escaped human control entirely. The threat of nuclear war is not a conscious choice by madmen; it is the systemic madness of a postmodern world where deterrence has become an autonomous simulation. The machinery of global capital and military networks operates with a viral momentum that can trigger a catastrophic “glitch” or collapse at any second, entirely independent of human intent.

    3.The Ultimate Reset

    Geopolitical Crisis FactorHannah Arendt’s DiagnosisJean Baudrillard’s Diagnosis
    State Malfeasance & Rebranded GovernanceNormalized Opportunism: Bureaucracies routinely strip violence of its moral weight to achieve current economic and administrative goals.Structural Irony: The absolute global system collapses its own moral binaries to absorb its enemies and preserve the simulation of order.
    Economic and Nuclear CrisesCollective Blindness: Ideologues and technocrats refuse to think critically about the long-term, catastrophic human consequences of their policy actions.Systemic Auto-Immunity: The global order has expanded so aggressively that it is suffocating under its own weight, triggering automatic, chaotic self-destruction.

    The Ultimate Convergence

    Hannah Arendt’s argument—the Banality of Evil—perfectly captures the operationalization of our current chaos. It explains how economic powers using politicians, media anchors, and military commanders can normalize state malfeasance, catastrophic economic strain, and existential wars. The latter comply through uncritical conformity, interconnected in global greed and unprofessional zero sum thinking instead of negotiating conflicts of interest.

    However, Baudrillard’s Intelligence of Evil explains our structural destination. It proves that we are no longer dealing with a stable world order disrupted by occasional rogue actors. We live in an era where the system itself is structurally capable to generate its own destruction. Human agency has been bypassed: the system automatically manufactures its own evils, rebrands its own ‘domestic and international order, stipulates its own truths, and drives humanity toward an unregulated, hyperreal reset.

  • Complex Archetype Symbol in the Psychology of C.G. Jung by Jolande Jacob

    Complex Archetype Symbol in the Psychology of C.G. Jung by Jolande Jacobi, Ralph Manheim (Translator) – Princton University Press 1959

    The title covered the major concepts , but I couldn’t get a German version anymore so I settled for the translation which seems to be good. Most of more recent C.G. Jung scientific research is only available in English anyway.

    There have always been discussions about the nature of the terms complex, archetype and symbols and their interrelation, not to mention my confusion. In  the foreword to Jolande Jacobi’s book,  Jung wrote: “for reasons that I cannot enter into here, I have chosen the term “archetype” for this formal aspect of the instinct . . . . the concept of the archetype has given rise to the greatest misunderstandings and—if one may judge by the adverse criticisms—must be presumed to be very difficult to comprehend”.

    As a layman, I do enjoy C.G. Jung’s ambiguity and mystic,  but my more rational side wanted clear definitions especially on these three interrelated concepts.  Jolande Jacobi has gained a considerable reputation as an expositor of Jung’s theoretical formulations.  I have read more than work of her and never grasped Jung’s concepts as clearly and logical as in her books.  Jacobi makes these basic concepts accessible, last but not least when she tries to visualize them with diagrams (which she doesn’t in this book.

    The first part of her book divides into three sections defining, examining and exploring complexes (typically in the personal unconscious), archetypes per se (collective  unconscious)  and symbols (archetypes represented in the conscious mind).  Quite frankly, it was the first time I understood the  interrelation – and – Jolande Jacob dryly notes, that in a way, these term complexes, archetypes (not per se) and symbols are used by C.G. Jung interchangingly. The complex usually denotes something nonperceptible, whereas the term symbol denotes something image-like, perceptible and accessible from the conscious mind. But both are charged entities around a nucleus. 

    • Complexes are described as sources of intensity or energy around a nucleus ( an archetype per se) which may drain (or provide) energy and integrity from/to  the conscious Ego and are typically in the personal unconscious.  The book presents also a well written phenomenology of complexes as they can come the personal unconscious, or the collective unconscious,   may be also partly conscious or even conscious.  Jolande Jacobi describes the “complex” as a node of unconscious feelings and beliefs, detectable only indirectly, through behavior. The book explains also the difference of Freud and C.G. Jung on this matter.  Complexes  consist primarily of a “nuclear element,” an archetype per se as common vehicle of meaning, which is beyond the realm of the conscious will, unconscious and uncontrollable; and secondarily, of a number of associations connected with the nuclear element.
    • Archetypes (per se) are described as structural factors in the collective unconscious, invisible nuclear elements and potential carrier of meaning.   Jolande Jacobi presents them first  from a biological and philosophical angle. Among the first to formulate a hypothesis about the archetypes was the Greek philosopher Plato.  Jung has pointed out the term is also mentioned by a few of the early Christian writers and he took it taken from his alchemist studies. The concept can also be found in Kepler’s astrology and in Teihard de Chardin’s book “The Phenomenon of Man.” At least several of Teihard’s concepts of the emergence of reflective thought toward collective can be related to the evolution of the archetype. As C.G. Jung, the books stresses the point that archetypes are not inherited  only  structural patterns of potential representation. When they are touched by the light of the conscious mind  they may become in the lower plane instincts and the higher realm images. If I understood right,  archetypes (not per se!) may be equated with complexes,  particularly the those of  personal unconscious (like shadow)  which are often refered as functional complexes.
    • Symbols  are  perceptible to the conscious mind  and are for  the most part a representation of archetypes per se conscious mind. Obviously  they can can be inherited and they my personal or collective as  source of all mythic, symbolic and dream representations. According to the psychological model of C. G. Jung the archetypes originate in the collective unconscious, described as a repository for all of mankind’s experience and knowledge and are therefore  not available directly —only its images and created patterns can become manifest as symbols potentially unlimited in number and variety. Symbols are the core of our culture being the universal patterns of myth, religious symbols and ideas.

    Jolande Jacobi’s book gives  also a good explanation of how archetypes, complexes and symbols are perceived , interact with each other and gain autonomous power.   Jacobi’s analysis delivers the structure in the Jungian theory, which I expected but always with hooks from to C.G. Jung’s original text. In all her books, also in this one, I’ve highlighted one or two sentence per page, as her texts are concise and straight to the point.

    The second part of the book gives very good Jungian dream analysis.  This chapter is heavy and shows a very different Jolande Jacobi. It is really a separate work – an interpretation of one dream – written in a poetic way.The dream is a little hidden door in the innermost of the soul, according to C.G. Jung the royal way. Jolande Jacobi describes  THE DREAM OF THE BAD ANIMAL, a dream of an eight year old girl, who died a year later of scarlet fever.  The dream is explained and interpreted in great detail: the hermaphroditic aspect of the animal,   the meaning of dragon and snake, the horn and the  serpent, the dual psychological aspect of the animal,  the little animals  and  the blue fog or vapor in the dream. The mystic  of  “the four”,  “the one and four”  in the dream is explained and  the rite of the  night sea journey as a metaphor for life,  death and rebirth.

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  • Christus Mansionem Benedicat.

    Today the catholic church celebrates the celebration ” HOLY THREE KÖNIG” , its Greek name EPIPHANIA actually means ” ERSCHEINUNG”. In the east church this day is celebrated as birthday of Christ.The “Star of the Magi” can be regarded as an objective phenomenon.
    The New Testament is virtually devoid of astronomical allusions. The episode from the Matthäus gospel, the only who mentions it, describes its historical base. With the magician from the east are obviously member of a Babylonian priest caste meant . The Persian priest class was concerned with astronomy and astrologie, which operated already at the time of Jesu astronomy on astonishing high level.1925 found to archaeologists in Iraq a cuneiform script board, on astronomical events. For the year 7 v. Chr., the probable birth year of the historical Jesus, the cuneiform script forecasts a close conjunction of Jupiter and Saturn, which ” researchers in the meantime think was the Biblical; Star of Bethlehem”. Babylon was leading in Astronomy, which up to Kepler was closely intervined with Astrologie. Kepler mentioned in 1606, the hypothesis that a remarkable of Jupiter and Saturn, which occurred in May of the year 7 B.C., was the celestial sign followed by the Wise Men. Today in any astronomy program this can be proofed.The evangelist Matthäus reports us in his gospel (Kap.2, 1-13) of the visit of three Magier (magi) from the morning country. The term in Greek reads ” Magoi – Magier. The term ” Morgenland” points probably to a country in the east (where the sun comes up in the morning!). In which country it really happened, cannot be constituted according to the Biblical report. In any case Matthäus refers to the Balaks narration in Old Testament (4.Mose 22-24). The gifts they bring along – gold, dedicating smoke and myrrhe – are likewise liturgically to be understood: They point to the king (gold) to the priest (dedicating smoke) and to the physician (Myrrhe). Thus the prophecy Jesajas is fulfilled (Jes. 60,2),which speaks there: ” The herdsmen will pull the kings to your light and to the shine which rises over you; Since these three beside the herdsmen were first, who looked for and found the Jesuskind, they were in the course of church history refered holy and we speak of ” Holy three Königen”. From this a rich tradition developed, not least the star singing. The old holiday” Epiphanias” dedicated – ” Day of the holy three Könige” is dedicated to them.