Category: Ethics

Ethics in Philosophy

  • Alan Watts Tribute to C.G.Jung

    Alan Watts Tribute to C.G.Jung

    This record of Alan Watts, done shortly after C.G. Jung’s death really blew  me away.  Alan Watts brings C.G. Jung’s concept of Good and Evil right to the  point. Listen to Alan Watts.  Watts believed that the key to the universe is fundamentally a higher consciousness or mind. The world is an emanation of the one Being or Consciousness. Unity is the nature of the universe while the distinctions between knowing subject and the objects of knowledge are actually expressions of unity.  True Zen, he said, was  liberation of the mind from traditional thought forms to raise human consciousness to identify with the Consciousness which is Reality.  Mystical thinkers of all traditions have discovered this, he said, and modern psychotherapy is coming to agree now. In Psychotherapy East and West (1961) Watts referred to Carl Jung,  bringing science closer to Eastern insight or as he said in this record – Western and Eastern minds arriving at the same point by different means.

    Alan Watts clarified that C.G. Jung viewed good and evil not as absolute, warring opposites, but as interconnected polarities of an underlying unity. Watts explained that to truly understand and integrate evil, one must first confront their own dark side without judgment..

    Alan Watts on Evil

    In his tribute to Carl Jung, Watts highlighted several key concepts regarding Good and Evil:

    The Polarity of Life

    Jung believed that existence requires duality and that opposites define one another. Just as you cannot understand “to be” without “not to be,” you cannot comprehend good without the existence of evil. Rather than an absolute cosmic battle that can never be harmonized, good and evil are two halves of a whole.

    Confronting the Shadow

    Watts stressed the importance of acknowledging your own inherent flaws. As Jung observed, the more we repress our “dark side,” the denser and more destructive it becomes. When we obsessively condemn evil in others, it is often a defense mechanism masking an unconscious awareness of the potential for that same evil within ourselves

    Alan Wilson Watts was born in England,1915 and had early interest in Eastern thought. He sought to apply its principles to modern psychology and argued for a common mystical core underlying all religions, reflecting the influence of Aldous Huxley, a major attempt to reconcile Christianity and Eastern thought. Watts taught comparative philosophy and psychology at the new American Academy of Asian Studies in San Francisco and still is much recognized in California. He wrote and lectured at colleges, universities, medical schools, and mental health institutions in the United States, Canada, Europe, and Asia, including Harvard; Yale; Cambridge; the Universities of Chicago, Michigan, Indiana, and Hawaii; and the C. J. Jung Institute (Zurich).

  • Leni Riefenstahl und C. G. Jung – Die Macht der Bilder

    Leni Riefenstahl und C. G. Jung – Die Macht der Bilder

    Das Werk des Schweizer Tiefenpsychologen C.G.Jung spielt in der heutigen öffentlichen Diskussion Deutschlands kaum eine Rolle obwohl fast alle Konzepte von ihm selbstverständliche Werkzeuge von Psychologen und Consultants und manche seiner Begriffe Teil der Alltagssprache sind. Ähnlich werden Leni Riefenstahls damals die Zukunft verwegnehmenden, filmischen Konzepte – Die Macht der Bilder – in Film und Kunst routinemässig eingesetzt.  Da ich Jung für den Psychanalytiker des 20. Jahrhunderts halte, der gerade zu Religion und Mythen uns heute noch viel zu sagen hat, ist es für mich notwendig, etwaige Vorwürfe mit dem innersten Kern seines Werkes zu vergleichen. Dabei stiess ich auf Leni Riefenstahl, ähnlich brilliant  und ebenso negiert in Deutschland. Leni Riefenstahl schuf in ihren 101 Jahren ein beeindruckendes Werk aus Filmen und Photos. Sie war gleichzeitig eine der einflussreichsten und eine der umstrittensten Filmschaffenden. Während ihre ästhetischen Ansätze und dokumentarischen Methoden noch heute vielfach imitiert werden, wurde ihr Name gleichbedeutend mit den Gegenständen ihrer Filme: Die Glorifizierung des Nazi-Regimes. .

    Woman in blonde wig (Brigitte Lin)  Somehow I’ve become very cautious. When I put on a raincoat, I put on sunglasses too. Who knows when it will rain, or when it will turn out sunny?

    Oppertunismus und Karriere

    Auf dringende Bitten seiner Kollegen übernahm Jung den Vorsitz der “Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie”, die einen internationalen Charakter hatte, und nutzte seinen Freiraum als Schweizer, um den internationalen Status und die politische Neutralität der Organisation zu garantieren und brachte auch den Nazis  Missliebige in der internationalen Sektion unter. Es gab also einen internationalen Dachverband mit verschiedenen Ländergruppen. Die offizielle Zeitschrift der internationalen Vereinigung war das “Zentralblatt für Psychotherapie”. Ein Stein des Anstoßes sind einige Formulierungen Jungs aus einem Aufsatz, den er 1934 im “Zentralblatt für Psychotherapie” veröffentlichte.  Probleme entstanden für Jung, als Prof. Göring  (der Vorsitzende der deutschen Ländergruppe) 1934 ein deutsches Beiheft (“Deutsche Seelenheilkunde”) plante, das auch in der regulären Nummer des Zentralblattes erschien, wodurch der Herausgeber Jung unfreiwillig in die Rolle des NS-Befürworters geriet.

    Leni Riefenstahl wird in Peter Wartson’s “German Genius” erwähnt. Leni Riefenstahl zeigte im “Blauen Licht” (1932), ihrer ersten eigenen Produktion, in der sie obendrein – aus Geldmangel – Regie führte was in ihr steckte. Der Film gewann bei der Biennale in Venedig Silber und viele weitere Auszeichnungen. Mit der Machtübernahme boten sich der Riefenstahl neue Aufgaben. Aufgaben, denen sie sich aber nur widerstrebend hingegeben haben will. Da kam der Hitler dazwischen, der Film  “Blauen Licht” und “Der heilige Berg” haben ihm gefallen.  Sie machte Dokumentarfilme, die Meilenstein der Filmästhetik waren, andererseits  perfekte Überhöhungen und Symbolik für das damalige Deutschland und die Nationalsozialisten boten.

    Zeitgeist
    Problematischer Zeit völkerpsychologische Unterscheidungen zwischen “Germanen” und “Juden” erwiesen sich als fatal. Unterscheidungen zwischen der Mentalität verschiedener Völker hatte zwar auch Jung’s Lehrer Sigmund Freud vorgenommen, der etwa seinem Kollegen K. Abraham schrieb, dass dieser aufgrund seiner jüdischen “Rassenverwandtschaft” Freud’s Auffassung von Psychoanalyse näher stünde als Jung. (2) l. So schrieb C.G. Jung in dem Aufsatz “Zur gegenwärtigen Lage der Psychotherapie”, der Jude sei aufgrund seiner langen Leidensgeschichte desillusionierter, habe keine eigene Kulturform und brauche zu seiner Entfaltung “ein mehr oder weniger zivilisiertes Wirtsvolk”. Demgegenüber seien die noch jungen germanischen Völker energiegeladener und enthielten “Spannkräfte und schöpferische Keime von noch zu erfüllender Zukunft.” (3).
    Liest man diese Begriffe ohne den Kontext des Gesamtwerkes, erschrickt man zunächst, aller5dings bewertet Jung keineswegs das “Barbarische” des Germanen pauschal höher gegenüber einem für minderwertig erklärten Judentum. Wenn er vom unterdrückten Barbaren im Deutschen spricht, schwingt immer auch Schrecken und Warnung mit. Schon in seiner Krise 1918 sah er voraus, dass archaische und unterdrückte Regungen gerade auch bei diesem “Kulturvolk” ein besonders gefährliches politisches Potential bilden könnten: “Das Christentum zerteilte den germanischen Barbaren in seine untere und obere Hälfte, und so gelang es ihm – nämlich durch Verdrängung der dunklen Seite – die helle Seite zu domestizieren und für die Kultur geschickt zu machen. Die untere Hälfte aber harrt der Erlösung und einer zweiten Domestikation. Bis dahin bleibt sie assoziiert mit den Resten der Vorzeit, mit dem kollektiven Unbewußten, was eine eigentümliche und steigende Belebung des kollektiven Unbewußten bedeuten muß. Je mehr die unbedingte Autorität der christlichen Weltanschauung sich verliert, desto vernehmlicher wird sich die ‘blonde Bestie’ in ihrem unterirdischen Gefängnis umdrehen und uns mit einem Ausbruch mit verheerenden Folgen bedrohen.” (4)
    Solche Formulierungen werden “(politisch) korrekten” Historikern nicht sonderlich gefallen,  sind aber bedenkenswert, vor allem wenn man sich mit der deutschen Neigung zum Undemokratischen auch mit psychologischen Überlegungen nähern will. Jung wertet die Juden nicht einfach ab, sondern sieht in ihnen ein im Gegensatz zu den Germanen viel älteres und abgeklärteres Kulturvolk, das sich infolge seiner langen Geschichte menschlicher Schwächen bewußter sei. Dies ermögliche ihnen, “mit vollem Bewußtsein in wohlwollender, freundlicher und duldsamer Nachbarschaft ihrer eigenen Untugenden zu leben, während wir noch zu jung sind, um keine ‘Illusionen’ über uns zu haben.” (5) Jung hat – bereits damals für solche Äußerungen angegriffen – seine Aussagen zunächst als legitime “Völkerpsychologie” bezeichnet, die einem Forscher erlaubt sein müsse, um Unterschiede herauszuarbeiten. Er hat ausdrücklich betont, dass es sich dabei nicht um Werturteile handle. Auch die Feststellung von Differenzen zwischen englischer und chinesischer Mentalität seien ja normal und
    schlössen nicht den Respekt vor einer alten Hochkultur aus.  M.L.v.Franz vertritt mit C.G.Jung die These, dass sich, tiefenpsychologisch gesehen, hinter dem Phänomen des Nationalsozialismus ein religiöses Problem verberge. Es gehe um die Erneuerung des Gottesbildes. Das nationalsozialistische Hakenkreuz kann durchaus als der Schatten des christlichen Kreuzes verstanden werden. Auch die DDR (und das heutige Deutschland) kannte und kennt pseudo-religiöse Rituale und die Ausgrenzung – heute als Rassist.
    Doch wäre es berechtigt, die Kapitalismuskritik von Karl Marx als Ganzes zu diffamieren, nur weil er den “Schacher” als das “Wesen des Judentums” bezeichnete oder von den Slawen als “Völkerabfällen” sprach, die vom nächsten Weltkrieg “vernichtet” werden müßten? (8) Jung mußte seinen eigenen Schatten – und die Antipathie zum Freudschen System – abarbeiten. Schon 1936, zwei Jahre nach den oben genannten problematischen Äußerungen, hält C.G. Jung einen Vortrag in London, wo er sich bestürzt über die politische Entwicklung in Deutschland äußert:
    “Wenn vor dreißig Jahren jemand vorauszusagen gewagt hätte, daß die psychologische Entwicklung in Richtung eines Wiedererwachens mittelalterlicher Judenverfolgung gehen, daß Europa erneut vor den römischen Liktorenbündeln und unter dem Marschtritt der Legionen erzittern würde … und daß statt des christlichen Kreuzes eine archaische Swastika Millionen von Kriegern zu Todesbereitschaft anködern würde – man hätte diesen Mann als einen mystischen Narren verschrien. Und heute? So bestürzend es erscheinen mag, dieser ganze Wahnsinn ist gräßliche Wirklichkeit.” (9)

    1933-1936 Bilder und Mythen
    Nach der Machtergreifung holte Propaganda Minister Göbbels alle Filmemache zu sich und zeigte Ihnen den Film von Eisenstein, ” Panzerkreuzer Potkim” – so wollte er Filmkunst gestalten – Kunst mit(unauffälliger) Propaganda und mit Dokumentationen.  Leni Riefenstahl  war damals eine wenig bekannte Schauspielerin aus Weimar, die sich als Regisseur gerade  selbst neu erfand.  Sie machte 1934 “Triumph des Willens” – der Nürnberger Parteitag der NSDAP, die Ankunft Hitlers und seiner Helfer.  Bewegte Kamera, wechselnde Perspektiven, souveräne Montagetechnik. „Triumph des Willens“ wurde durch Hitler selbst in Auftrag gegeben,  der sie sehr zum Unmut von Göbbels direkt protegierte (sie belegte zeitweise sein ganzen Kameras). Der Film fing die erste Parteiversammlung in Nürnberg mit 16 Kameras ein.  Nach zwei Jahren schneiden kam ein Film mit durchschlagendem Effekt heraus. Noch cleverer war „Olympia“ der die Spiele 1936 aufnahm. Ihr Ziel war – wieder mit hohem technischem Aufwand (89 Kameraleuten)  und einer heute kaum mehr erreichten Astethik – „ennobled good losers, supreme winners, and endwelled on fine musculature particularly of Jesse Owns … to Hitlers extreme displeasure.“

    Ebenfall 1936 (dem Jahr des Olympia Dokumentarfilms von Leni Riefenstahl) erscheint Jung’s berühmter “Wotan”-Aufsatz, der vom Aufbrechen eines “furor teutonicus” unter der dünnen Schicht christlich-aufgeklärter Kultur spricht und Deutschland als “geistiges Katastrophenland” bezeichnet, wo die Menschen eher von etwas “ergriffen” werden statt es zu “begreifen” (10). Alle von Jung’s folgenden Äußerungen zum Nationalsozialismus umkreisen von nun an die Frage, wie es ausgerechnet in einem hochentwickelten Kulturland zu einem solchen Verhängnis kommen konnte und aktualisieren seine Einsicht von der Notwendigkeit, sich intensiver mit den archaischen Regungen unterhalb der Zivilisationsoberfläche auseinander zusetzen. Was ihn einmal partiell fasziniert hatte – die euphorische Aufbruchsstimmung zu Beginn des Dritten Reiches – führt jetzt nicht nur zu Bestürzung und Ohnmacht, sondern zu tieferen Geschichtsanalysen, um einer bis heute kaum verstandenen Dynamik auf die Spur zu kommen. Dabei gibt es im Denkansatz übrigens Parallelen zur Frankfurter Schule, die ebenfalls im Nationalsozialismus eine nicht für möglich gehaltene Wiederkehr des Mythischen in “aufgeklärter Zeit” erblickten.(11) Jung findet seine alte Forschungshypothese bestätigt, daß Archetypen, kollektive Verhaltensmuster und archaische Bildwelten bewußt durchgearbeitet statt verdrängt oder unbewußt ausgelebt werden müßten. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sieht er das Phänomen der “Dissoziation” vor sich: eine Spaltung der Kultur in einen rational-fortschrittlichen Teil, der glaubt, “primitive Stufen” überwunden zu haben, während diese in Wirklichkeit verdrängt worden seien. Denn gerade das, was Christentum und Aufklärung verhindern wollten, geschah trotzdem: Kollektivrausch statt individueller Freiheit, Blutmystik statt Verstandesklarheit, Kriegerkult statt Pazifismus, Anbetung von archaischen Symbolen statt christlicher Werte von Mitleid und Versöhnung. Interessant und bis heute zu wenig bedacht sind Jung’s auf Gesamteuropa ausgedehnte Schlußfolgerungen, zu denen er seine Analyse des Nationalsozialismus erweitert: Auch die Inquisition, die Hexenverfolgung, kolonisatorische Raubzüge des “weissen Mannes”, blutige Revolutionen oder das Vernichtungspotential der Atombombe seien letztlich Folgen einer “schizophrenen” europäischen Kulturentwicklung, die vorgab, mittelalterliche “Primitivität” überwunden zu haben, um in noch barbarischere Exzesse zurückzufallen.(12) Eine wichtige und bestürzende Erkenntnis, die – wie wir im Hass auf alles religiöse sehen – auch heute noch kritisches Potential in sich birgt.

    Leni Riefenstahl bezeichnet sich als politisch nicht interessiert. Sie habe sich daher überfordert gefühlt von Hitlers Wunsch, dass sie den Parteifilm machen müsse. Doch hat sie, intuitiv oder geplant, Ablauf und Symbolik der Aufmärsche sofort erfasst – und filmisch überhöht. Sieht man “Tiumph des Willens”, scheint das also ein korrekte Analyse. Auch im Film “Triumph des Willens” ist ja nichts gestellt. Leni Riefenstah: “Das ist ein Zeitdokument. Das haben auch die Richter bei den Entnazifizierungen so gesehen. Es ist ein Zeitdokument. Ob es der Arbeitsdienst ist, oder ob es der Vorbeimarsch ist, oder die Jugend, vor der Hitler eine Rede hält. Das war damals so. Und damals waren die Leute, und nicht nur die Deutschen, auch die Ausländer, fasziniert. Und glauben Sie, dass der “Triumph des Willens” von Frankreich eine Goldmedaille bekommen hätte, kurz vor dem Ausbruch des Krieges, wenn sie den als Propagandafilm gesehen hätten, vorm Krieg, die Franzosen?”.

    Nach dem Krieg
    In einem 1946 geführten Gespräch mit dem Rabbiner und Auschwitz-Überlebenden Leo Baeck hat Jung Fehler eingestanden und sich entschuldigt, was zu einer Versöhnung zwischen den beiden führte. Der Kabbala-Spezialist Gershom Sholem berichtete diese Begebenheit, die für ihn ausschlaggebend war,weitere Einladungen Jung’s zu dessen Eranos-Tagungen anzunehmen. (13) Interessant ist diesbezüglich vor allem die Tatsache, daß sich jüdisch-amerikanische Gelehrte und Psychotherapeuten viel intensiver mit diesem Problem befaßten als ihre deutschen Kollegen. So gab es 1989 in New York eine wissenschaftliche Tagung (“Lingering Shadows”), die sich ausschließlich mit den Antisemitismusvorwürfen gegenüber Jung beschäftigte.(14) Hierbei wurde nicht mit Kritik gespart, doch ohne zu pauschalieren. Vor allem wurde auf das gespannte Verhältnis von Jung zu seinem jüdischen Lehrer Freud hingewiesen, das zu einigen überspitzten Verallgemeinerungen in dem oben genannten Aufsatz führte. Freud und Jung – anfangs auch eine Vater-Sohn-Beziehung – entzweiten sich unter Streit und Schmerzen, als die Unterschiede in ihrer Beurteilung der spirituellen Dimension der Seele zu eklatant wurden. Während Freud in der Religion nur unbewältigte Vaterproblematik, Aberglauben und Projektion erblickte, waren mythische Bilder und Gottsuche für Jung elementare Bedürfnisse des Menschen, sich mit verborgenen und transzendenten Kräften auseinander zusetzen. Er sah in Freud den Prototyp des säkularisierten Juden, der alle Spiritualität zugunsten eines “modernen” naturwissenschaftlichen Erkenntnisideals verleugnete und übertrug diese Meinung voreilig auf das gesamte Judentum.

    Leni Riefenstahl stieß als Fotografin nach dem Krieg rasch in die Weltspitze vor. Bildberichte über ihre Aufenthalte bei den Nuba erschienen zuerst in den Zeitschriften »Stern«, »The Sunday Times Magazine«,»Paris Match«, »L’Europeo«,»Newsweek« und »The Sun«. Vor allem ihre Bildbände »Die Nuba« und »Die Nuba von Kau« brachten ihr weitere Ehrungen und Auszeichnungen ein. Im Alter von 71 Jahren besucht  Leni Riefenstahl  einen Tauchkurs, um künftig auch als Unterwasser-Fotografin arbeiten zu können. Bald schon erwies sie sich auch in diesem Metier als Meisterin. Nochmal Leni Riefenstahl: “Insofern fühl ich mich schuldig, dass ich am Anfang, in den ersten Jahren so fasziniert war weil Hitler sein Versprechen gehalten hatte die Arbeitslosen wegzufischen und die ganze Not aus Deutschland zu verbannen. Aber ich hätte ja ebenso wie die anderen auch sehen müssen, dass man nicht in jüdischen Geschäften einkaufen durfte, sollte. Ich habe gekauft in jüdischen Geschäften aber es war an sich nicht erwünscht. Das alleine hätte mir zu denken geben müssen und das kann ich nicht verstehen heute, dass das nicht der Fall war. Ich war eben mit angesteckt von der ganzen fast hysterischen Begeisterung, die damals war.” Ich habe einmal eine Schauspielerin kennengelernt. die in dieser Zeit jung und produktiv waren. Vor diesem Hintergrund klingt das – für mich – plausibel- naiv .

    Gottesbilder und  atheistischen Utopien
    J. Marvin Spiegelman’s “Judaism and Jungian Psychology” (1993) weist daraufhin, daß gerade nach dem Zerfall der marxistisch-atheistischen Utopien in aller Welt Fragen nach religiösen Wurzeln und Identitäten wieder neubelebt würden. (16) Die spirituellen Bedürfnisse der Seele seien mehr als bloßes “Wunschdenken”.
    Tiefgreifende Lebensereignisse wie Tod, Verlust, Liebe, Krise und Verwandlung wollten auch bildhaftrituell erlebt werden. Gerade die Beschäftigung mit Jung habe Spiegelman auch wieder zu den eigenen religiösen Texten geführt und – etwa durch die Lektüre von dessen berühmter “Hiob” – Interpretation – zu einem vertieften Verstehen des jüdischen Gottesbegriffes.(19) Diesen wichtigen Essay von Jung ignoriert z.B. auch Richard Noll, der 1993 versuchte, dessen Psychologie als eine Art völkischer Ersatzreligion zu entlarven. (20) War Jahwe für Jung vielleicht anfangs noch eine einseitig strafende und überdimensionale Vaterfigur, so wird ihm 1952 durch die Lektüre der alttestamentarischen “Hiob”-Geschichte eine größere Vielschichtigkeit im Verhältnis von Jahwe zu den Menschen klar. (21) . Jung’s “Hiob”-Lektüre wird eine intensive Begegnung mit jüdischer Religion, aber er versucht auch, die Kontinuität innerhalb der Bibel zu verstehen, ohne das Alte gegenüber dem Neuen Testament abzuwerten. Im Gegenteil: Die Figur des Jesus Christus scheint ihm noch als zusätzliche Erfahrungsstufe Jahwes Sinn zu machen, aber als Jung bei der Johannes-Offenbarung ankommt, hat man den Eindruck, daß er die komplexe Figur des jüdischen Gottes doch seinem einseitig “guten” christlichen Pendant vorzieht. Er sieht sogar eine Gefahr darin, daß sich das Christentum hier zu einem schroff dualistischen Denken verengt, welches das “Böse” als “Satan” abspaltet und glaubt, es durch Verbannung aus der Welt schaffen zu können. Dies sei unrealistisches Wunschdenken, widerspräche der Realität der menschlichen Psyche und berge in sich die Anlage für zukünftige Katastrophen:  “Als Ganzheit ist das Selbst … immer eine complexio oppositorum, und seine Erscheinungsweise ist umso dunkler und drohender, je mehr das Bewußtsein sich Lichtnatur vindiziert und daher auf moralische Autorität Anspruch erhebt.” (22)

    Gut und Böse und Leni Riefenstahl
    Gerade die Lektüre von Jung’s “Hiob” eröffnet auch ein tieferes Verständnis der Problematik des “Bösen”: Nur wer lerne, in sich das gegensätzliche Nebeneinander von “Licht” und “Dunkel” zu akzeptieren, könne letztlich auch der Erfahrung des Göttlichen eine angemessene Heimstatt bieten. (23) Übertragen auf den Nationalsozialismus könnte das heißen: Der, der die Möglichkeit der eigenen Verfehlung für denkbar hält, ist gefeiter gegen ideologische Verführung und dualistisches Feindbilddenken, weil dieses ja stets die eigenen Schatten nach außen projiziert.  Was hat uns die Jung’sche Psychologie darüber hinaus heute noch zu sagen?  Jung’s Archetypenlehre wird manchmal vorgeworfen worden, reaktionär zu sein, weil sie unbeweisbare “Urbilder” oder “ewige Grundmuster” statuiere und damit den Menschen zur unfreien Marionette gegenüber statischen Kräften mache. Doch eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Jung wiederholt in seinem gesamten Werk immer wieder die Forderung, unbewußte Verhaltensmuster und suggestive Bilder ins Bewußtsein zu heben, um den Menschen einen freien Umgang mit ihnen zu ermöglichen.

    Im Nationalsozialismus und mit Riefenstahl-Filmen geschah genau das Umgekehrte. Die Menschen gerieten in einen Rausch und überließen sich unbewußt atavistischen Strömungen und Symbolen, wurden von etwas “ergriffen” statt es zu “begreifen”. Sie traten nicht in ein kritisches oder befragendes Verhältnis zu archaischen Inhalten, sondern verfielen ihnen in blinder Hörigkeit. Ein Beispiel  wie mächtig Bilder sind, zeigte der Film “Triumph des Willens” eine Auftragsarbeit für die NSDAP von einer offensichtlich intelligenten jungen Frau und brillianten Künstlerin, die sich mit kulturlosen Halsabschneidern einliess. Es liegt im Wesen des Films (und von Bildern), dass die Umstände seiner Entstehung verblassen. Riefenstahls Werke sind dabei, etwas zu werden wie Jungs Werke, dem man das Leben und Leiden, das sich um ihn herum abspielte, nicht mehr ansieht. Es bleibt nur noch das Bild – und so wird es den Riefenstahl-Filmen auch ergehen. Der Werbefilm ist zu weiten Teilen von Riefenstahl beeinflusst, was sich im Mystifizieren und Dramatisieren von Dingen zeigt, sei es ein Trainingsschuh oder ein Auto. Extreme Kamerawinkel, Kreisfahrten, Auflösungen, Schnitttechniken – was sie erfunden hat, wenden die Werberegisseure heute alle an, vom Nike-Spot bis zu MTV. Die “Krieg der Sterne”-Trilogie enthält Anleihen bei Riefenstahl; der Helm von Darth Vader sieht aus wie von der Wehrmacht ausgeliehen, und die Klonkrieger in der neusten Folge marschieren wie bei Truppen beim Parteitag. Ohne Standpunkt (“gut” oder “böse§ kann man keine realen Alltagssituationen dokumentieren, keine Figuren entwickeln und keine Geschichten erzählen. Um die Inschrift zu paraphrasieren, die C.G. Jung auf seinen Grabstein setzen ließ: „Ob gerufen oder nicht, Gott wird da sein.“ Es liegt nahe, daß große Bilder eine große Ausstrahlung haben. Auch heute ist diese Problematik trotz aller “Aufklärung” nicht aus der Welt.  Aber “Vielleicht bedeutet die Kunst gar nichts, hat gar keinen Sinn, wenigstens so wie wir vom Sinn sprechen.” (23)

    Zusammenfassung
    Jung fordert keine nostalgische Aufwärmung alter Mythen, sondern eine neue Theorie symbolischen Denkens – sein Horizont ist jedoch  weiter als der von seelisch verarmten Rationalisten aber auch von denen dem Unbewussten mit Bildern huldigen, weil er die menschliche Sehnsucht nach Mythen und Bildern nicht nur verdammt, sondern ernstnimmt, aber ihre bewußte Durchdringung fordert.  Im Gegensatz ging Leni Riefenstahl im Sog der Symbole  unter.  Dass nach wie vor viele Menschen mythischen Bildern erliegen, die in Gewalt und Abhängigkeit münden können, beweisen problematische Kino- und Videofilme, politische Korrektheit, religiöser, anti-religiöser und anti-westlicher Fundamentalismus , rechte und linke Ausgrenzungswahn, ja  auch die Wiederkehr von pseudo-religöser Symbolik in der Politik.

    1) Aniela Jaffé: Aus Leben und Werkstatt von C.G.Jung, Zürich und Stuttgart 1968, 89f
    2) Ebd. 95
    3) C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 10, Solothurn und Düsseldorf 1995, 190f
    4) Ebd. 25
    5) Ebd. 190
    6) Ebd. 106, Jung spricht hier sogar vom “arischen Raubvogel” und seiner “unersättlichen Beutegier”, die ihn “über alle ihn nichts
    angehenden Länder führt” sowie von unserem “Größenwahn, der sich zum Beispiel einbildet, das Christentum sei die einzige
    Wahrheit, der weiße Christus der einzige Erlöser.”
    7) Ebd. 61f
    8) Karl Marx: “Zur Judenfrage”, MEW Bd.1, 376f und “Neue Rheinische Zeitung” 1849, zitiert in Konrad Löw: Das Rotbuch der
    kommunistischen Ideologie, München 1999, 74f. (Diese Stelle ist in der Marx-Engels-Gesamtausgabe nicht enthalten)
    9) Jung, Gesammelte Werke, Bd.9/1, 60f
    10) Jung, Gesammelte Werke, Bd.10, 203ff
    11) Max Horkheimer/ Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung, Philosophische Fragmente, Frankfurt/Main 1973
    12) Jung, Gesammelte Werke Bd. 10, 221f, 237f, 268ff, 273,
    13) Aniela Jaffé: a.a.O. 103f
    14) Aryan Maidenbaum/ Stephen A. Martin (Hg.): Lingering Shadows: Jungians, Freudians and Anti-Semitism, Boston/ London
    1991
    15) Ebd. 277ff
    16) J. Marvin Spiegelman: Judaism and Jungian Psychology, Boston/ London 1993, 21f
    17) Ebd. 47
    18) Ebd. 25f, 40
    19) Ebd. 56ff
    20) In seinem Buch “The Jung Cult. Origins of a Charismatic Movement” (Princeton 1994) versucht Richard Noll in reiner Konzentration auf das Frühwerk und auch dort vereinfachend nachzuweisen, daß Jung aus Aversion gegen das “Semitische” nur die “arisch-indoeuropäischen” Mythen interessiert hätten. Doch kommen in dessen frühen Schriften auch Symbole und
    Göttervorstellungen aus Ägypten und Asien vor. Ein paar Bemerkungen über “Siegfried”, “Walhall” und die “Walküren” sowie reale bzw. vermutete Bekanntschaften mit völkischen Autoren reichen noch nicht aus, um aus Jung einen völkisch orientierten Germanenmystiker á la Guido von List zu machen.
    21) C.G. Jung, Gesammelte Werke, Bd. 11, 363ff, siehe auch Micha Brumlik: C.G.Jung. Zur Einführung, Hamburg 1993, 110 ff
    22) C.G. Jung, Ges. Werke, Bd 11, 445

    23) C.G. Jung, Ges. Werke, Bd 15, 49/50

    24) C.G. Jung, Kommentar zu Richard Willhelm, das Geheimnis der Goldenen Blüte

    Leni Riefenstahl..

  • Eine Phänemonologie: Anti-Christ – Satan – Dämon

    Eine Phänemonologie: Anti-Christ – Satan – Dämon

    Das Göttliche tritt dem Bewußtsein innerhalb dessen eigener Dialektik entgegen sowohl in uranischer wie in chtonischer Gestalt, verkörpert in guten und in bösen Göttern, Anti-Christ – Satan – Dämon, in Lichtgestalten und Dämonen. Im Polytheismus haben die Götter oft dämonische und die Dämonen oft göttliche Züge. Beide gehören bis zum Neuen Testament eigentlich zum gleichen Geschlecht, sie sind nur feindliche Brüder wie etwa die Olympier und die Titanen, und von manchen, wie von Dionysos oder von Poseidon, läßt sich kaum mit Sicherheit sagen, ob er nun ein Gott oder ein Dämon ist. Später aber, wenn das Vergessen immer mehr und mehr die Erinnerung zu ersticken droht, verschärft sich der Widerspruch, die Götter werden immer menschlicher, die Teufel immer teuflischer, bis am Ende dem ganz und gar zu seinem eigenen Gott gewordenen Menschen die völlig entzauberte Natur gegenübersteht. Heute, da das spirituelle Auge völlig erblindet, der “Mensch Gott gegenüber taub ist” wie Benedikt der XVI. meint  und der metaphysische Sinn gänzlich erstorben ist, gibt es offiziell weder Götter noch Dämonen. an deren Stelle treten Prominente und psychisch Gestörte  und die unendliche Dummheit im Universium, wie Einstein und Frank Zappa anmerkte.

     Aber gibt es den Antichristen?

    Der Urtext des griechischen Wortes für Antichrist kann zwei Bedeutungen haben. Man kann es auslegen als gegen Christus, in dem Sinne, daß jemand oder eine bestimmte Macht sich dem Werk Christi widersetzt. Oder die Alternative an Stelle von Christus, das bedeutet eine Person oder eine Macht, welche den Platz Christi einnimmt, oder einen falschen Christus darstellt. Gott sagt, daß neben dem Kommen eines bestimmten Antichristen, viele andere Antichristen bereits während der Epoche der ersten Gemeinde gegenwärtig waren. Die Bibel sagt in 1. Johannes 2, 19 und 26: Sie (die Antichristen) sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, daß sie nicht alle von uns sind. Dies habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Gemäß dem Worte Gottes, waren Antichristen Scheinchristen, welche sich vom Leib der wahren Gläubigen getrennt hatten. Sie waren Lügner, welche die Gottessohnschaft Jesu verleugneten. Heretiker? Die Bibel sagt in 1. Johannes 2, 22: Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 2. Johannes 1, 7: Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist. Antichristen sind keine Atheisten. Das sind keine Heiden die gegen Christus kämpfen. Das sind Menschen, welche ein Evangelium predigen, aber nicht das wahre Evangelium. Sie verkündigen ein anderes Evangelium. Die Bibel sagt in 2. Korinther 11, 4, 13-15: Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern! Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken. Jesus warnte die Gemeinde bezüglich der verführerischen Arbeit dieser falschen Propheten. Die Bibel sagt in Matthäus 7, 15, 21-23: Seht euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. Es werden nicht alle, die zu mir sagen, Herr, Herr! In das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter! Weiterhin warnte Jesus, daß während der Zeit vor seiner Zweiten Wiederkunft, also am Ende der Kirchengeschichte, Antichristen versuchen werden ihn nachzuahmen indem sie vorgeben werden, der zurück gekehrte Messias zu sein. Die Bibel sagt in Matthäus 24, 4, 5, 24-26: Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, daß euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so daß sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführen. Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! So geht nicht hinaus; siehe, er ist drinnen im Haus! So glaubt es nicht. nKurz vor der Zweiten Wiederkunft Jesu wird eine Erscheinung des großen und endgültigen Antichristen oder des Widersachers stattfinden, Die Bibel sagt in 2. Thessalonicher 2, 3 und 4: Laßt euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Was wird aus diesem Antichristen werden, und wie werden wir ihn erkennen können? Die Bibel sagt in 2. Thessalonicher 2, 8-10: Und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, daß sie gerettet würden.

    Die Erwähnung des Antichristen geschieht in der Offenbarung mit einige Aussagen die bereits aus Daniel bekannt sind:

    • er erhält von dem Drachen (= Satan) seine Macht (V.2)
    • er wird angebetet (V.4.8.12)
    • er lästert Gott (V.5.6)
    • er vernichtet die Heiligen (V.7)
    • und er hat vollkommene Macht (V.7).

    Nach einer gewissen Zeit, zu der sowohl die freiwillige Machtübertragung durch die zehn Könige, als auch die kriegerischen Eroberungen gehören, hat der AC Macht über die ganze Erde. Im Gegensatz zu den früheren Reichen wird diese Macht wirklich total sein. Nach Off. 17,9 die Häupter Könige bzw. die dahinter stehenden Weltreiche dar. Der AC ist das 7. Haupt (einer von den Sieben – 17,11). Offenbar erhält er bei seinem ersten Auftreten eine tödliche Verwundung (Schwertwunde – 13,3.12.14). Als der achte Herrscher (17,11) steigt er dann wieder -nach einer “wunderbaren” Heilung- aus dem “Abgrund” herauf (11,7; 17,8). Das Wort “Abgrund” bezeichnet den Verwahrungsort der Dämonen (9,1ff.; Lk. 8,31) und macht klar, dass es sich hier um reale Vorgänge bzgl. der Person des AC handelt und nicht lediglich um das überraschende Wiedererstehen des Römischen Reiches etc., wie es manche Ausleger bisweilen verstehen. In diesem Sinne war das Tier (bei seinem ersten Auftreten), ist nicht (nachdem es die tödliche Wunde erhalten hat) und wird wieder sein (wenn es aus dem Abgrund emporsteigt). Diese Vorgänge werden mit ein Grund für die Anbetung sein (17,8), ein weiterer Hinweis auf eine wörtliche Bedeutung. Es ist in gewisser Weise ein teuflisches Gegenbild zur Auferstehung Jesu Christi. Die Zahl 666 kommt nur an einer Stelle der Bibel direkt vor, es ist Offenbarung 13,18. Danach handelt es sich bei dieser Zahl um die Zahl des Tieres bzw. des kommenden Antichristen. Nach Vers 17 ist die Zahl des Tieres (das gilt auch für den Namen selbst) zugleich das an mehreren Stellen genannte Mahlzeichen (Off. 13,16; 14,9; 19,20; 20,4): Wer dieses Mahlzeichen nicht annimmt, ist vom wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen, andererseits kommt die Annahme einer Anbetung des Antichristen gleich, so dass Jesus deutlich davor warnt, diese Zahl anzunehmen. Bezüglich der Deutung gibt es zwei grundlegende Richtungen: Symbolische Deutung: Diese Richtung weist darauf hin, dass die Zahlen in der Bibel oft eine symbolische Bedeutung haben. 7 = göttliche Vollzahl, 3 = göttliche Dreieinigkeit usw. Auch die Zahl 666 wird daher symbolisch verstanden. Es gibt hier mehrere Auslegungen, z.B. soll in dieser Zahl der Versuch (und das Scheitern) Satans ausgedrückt sein, gleich zu werden wie Gott. wörtliche Deutung: In den alten Sprachen hatten die einzelnen Buchstaben oft zugleich einen bestimmten Zählwert. Dies hat sich in den lateinischen Zahlzeichen (I, V, X usw.) bis in unsere Zeit erhalten. Ähnlich war dies im Hebräischen und im Griechischen. So konnte man einen Namen verschlüsseln, indem man die Summe der einzelnen Buchstabenwerte angab. Wer eine Vermutung hatte, wie der Name lautete, konnte dies leicht nachprüfen; ein Außenstehender hatte aber keine Möglichkeit auf den Namen zu kommen, da es meist mehrere Varianten gab. Auch in diesem Bereich gibt es mehrere Deutungen, so soll z.B. der Titel des Papstes in der Summe die Zahl 666 ergeben. Ich persönlich halte ebenfalls eine wörtliche Bedeutung für zutreffend. Wie dieser Hinweis mit der genannten Zahl sich genau erfüllen wird, kann meiner Meinung nach jetzt noch nicht gesagt werden. Auf jeden Fall wird es für die dann lebenden Christen eine zusätzliche Bestätigung über die Person des Antichristen sein. “Der falsche Prophet” (V.11-17) ist die einzige Stelle, die ausführlich von der “rechten” Hand des AC spricht. Er wirkt v.a. auf eine Anbetung des AC hin, auch durch dessen Bild, das errichtet wird. Desweiteren veranlasst er die Menschen, das Zeichen anzunehmen, ohne das die Teilnahme am Wirtschaftsleben nicht mehr möglich sein wird. Viele Ausleger sehen mit Recht in der Gruppierung Drache, Antichrist, falscher Prophet ein satanisches Gegenbild der göttlichen Trinität z.B. in der Offenbarung 17,3.7-17. Stellen aus anderen biblischen Büchern.

    • 2.Thes. 2,1-10: Paulus liefert hier eine gute und prägnante Beschreibung seines Wirkens: – erhebt sich über Gott, gibt sich sogar im Tempel als Gott aus (V.4) – tritt in der Kraft des Satans auf, bewirkt große Zeichen und Wunder (V.9) – er wird offenbart werden zur bestimmten Zeit (V.6.7) Zu dem letzten Punkt hat Paulus offensichtlich bei einem Besuch in Thessalonich nähere Ausführungen gemacht, die nicht mehr erhalten sind.
    • 1.Joh. 2,18-22; 4,3; 2.Joh. 1,7: Dies sind die einzigen Stelle in der Bibel, wo dieser letzte Weltherrscher als Antichrist bezeichnet wird. Da der Name das Wesen dieser Person so vortrefflich beschreibt (“Gegen-Christus” und “an-Stelle-von-Christus”), hat sich der Begriff allgemein eingebürgert. Jeder, der leugnet, dass Jesus der gottgesandte Messias ist, hat den Geist des Antichristen, der schon in vielen offenbar wurde, wie Johannes schreibt. Es gab, wie schon Jesus sagte (Mt. 24,24), viele falsche Messiasse, doch werden sie alle in dem letzten ihre Zuspitzung und Vollendung erfahren.
    • Hesekiel 38 und 39: Hesekiel sieht in einer Vision einen endzeitlichen Kampf um Israel und Jerusalem. Im Vergleich mit anderen Stellen (siehe bei “Israel”) geht es auch hier um den Angriff des AC, so dass dieser mit dem in Hesekiel erwähnten Gog identisch wäre. d) Joh. 5,43: Jesus spricht davon, dass die Israeliten, die ihn nun ablehnen, später einmal einen anderen annehmen werden. Ist dieser “andere” nur ein Synonym für die zahlreichen falschen Messiasse oder spricht Jesus von einer bestimmten Person? Wird diese Stelle im Zusammenhang mit dem Bündnis gemäß Daniel 9,27 gesehen, liegt eine Anspielung auf den Antichristen nahe. e) Sach. 11,15-17: Sacharja beschreibt hier in einer Vision einen schlechten Hirten, der, nachdem der gute Hirte abgelehnt wurde, über Israel herrscht. Dieser Text gehört zu den schwierigsten der ganzen Bibel, kann aber sehr gut als Anspielung auf den Antichristen verstanden werden.
    • Off. 6,2: Diese Stelle, die Öffnung des 1. Siegels in der Vision des Johannes, zeigt einen siegreichen Reiter auf einem weißen Pferd mit einem Bogen. Manche sehen darin Jesus, aber Jesus konnte das Buch in dieser Vision ja gerade erst nach seinem Sieg öffnen, warum sollte er dann erneut als Sieger erscheinen? Weiterhin steht diese Person zu sehr in einer Reihe mit den folgenden Reitern (Ruf der Gestalten, Übergabe von Macht), als dass sie für Jesus Christus stehen könnte. Das hier verwendete Wort „Siegeskranz” wird zwar auch im christlichen Sinne öfters verwendet, aber z.B. auch bei der Beschreibung des Heuschreckenheeres aus Offenbarung 9,7. Umgekehrt wird die Bezeichnung für die „Kronen”, die der AC trägt, aber auch für Jesu Siegerkrone benutzt, so dass hieraus keine Rückschlüsse gezogen werden können. Das weiße Pferd weißt eher auf eine Imitation Jesu hin, der später tatsächlich auf einem weißen Pferd erscheint (Off. 19,11ff.). Ist der Bogen ein Hinweis auf Hes. 39,3? Alles in allem ist keine Gestalt aus der Endzeit bekannt, auf welche die Beschreibung sonst noch passen könnte. Eine Gleichsetzung dieses Reiters mit dem Antichristen ist also durchaus berechtigt. Wenn es sich hier tatsächlich um den Antichristen handelt, so läutet der Beginn seines Auftretens (1. Siegel) die Endzeit im eigentlichen Sinne ein.

    Luzifer der gefallene Engel

    Im vierzehnten Kapitel des Propheten Jesaja wird der Fall dieses großen Engelfürsten, den manche auch für einen Erzengel halten, geschildert. Er wird mit dem Namen „Luzifer, Sohn der Morgenröte” angeredet. Luther übersetzt diesen Namen: „schöner Morgenstern”. Das Wort Luzifer ist der Vulgata entnommen, die das hebräische Wort Helel mit dem lateinischen Luzifer „Lichtträger” wiedergibt. Das hebräische Wort wird am besten von der Wurzel Halal abgeleitet, was so viel wie glänzend, prächtig oder herrlich bedeutet. Jenes „Sohn der Morgenröte” angeredete Wesen (vielleicht das erste erschaffene Geschöpf) war, wie sein Name bezeichnet, ein prächtiger, leuchtender Engel. Dies kann auch der Prophezeiung Hesekiels entnommen werden. In einer Botschaft an den König von Tyrus wendet sich der Geist Gottes plötzlich an eine andere Person und spricht Worte, die niemals einem menschlichen Wesen gelten konnten. Hinter dem König von Tyrus stand eine unsichtbare Macht – der Fürst der Finsternis. Auf diesen einstmals großen Luzifer beziehen sich die folgenden Worte: „Der du das Bild der Vollendung warst, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit, du warst in Eden, dem Garten Gottes; allerlei Edelgestein war deine Decke: Sardis, Topas und Diamant, Chrysolith, Onyx und Jaspis, Saphir, Karfunkel und Smaragd und Gold… An dem Tage, da du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet. Du warst ein schirmender gesalbter Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berge, du wandeltest inmitten feuriger Steine. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht an dir gefunden wurde” (Hes 28,12-15). Wir bemerken, dass er „ein schirmender gesalbter Cherub”, genannt wird, was eine weitere große Auszeichnung bedeutet. Diese machtvolle und herrliche Persönlichkeit, dieser „Glanzstern”, dieser „Sohn der Morgenröte”, empörte sich. Jesaja berichtet uns die Geschichte seines Falles: „Und du, du sprachst in deinem Herzen: Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über die Sterne Gottes meinen Thron erheben, und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten” (Jes 14,13.14). Er fiel durch Hochmut, denn er erhöhte sich selbst.

    Satan der CEO

    Satan ist der Name des obersten Teufels, des großen Feindes Gottes und des Menschen. Die Bezeichnung ist sowohl im Hebräischen und Griechischen als auch im Deutschen gleich. Der Name bedeutet “Widersacher”, so wird er an verschiedenen Stellen wiedergegeben, in denen auf andere Widersacher Bezug genommen wird (vgl. 4. Mo 22,22; 1. Kön 11,14.23.25). Der Begriff Teufel kommt von „Durcheinanderbringer” oder „Verleumder”, so wird Satan auch Verkläger der Brüder genannt (Off 12,10; vgl. Sach 3,1.2). Es war Satan, der zu Beginn der Menschheitsgeschichte Eva betrog, denn es ist klar, dass der Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan alle den gleichen bösen Geist verkörpern (Off 20,2). Satan war der große Widersacher des Volkes Gottes in der Zeit des A.T. (1. Chr 21,1) und der Versucher des Herrn Jesus, der ihn als Satan behandelte. Er ist auch heutzutage der Versucher und Feind der Christen und der ganzen Menschheit. Er ist stets bemüht, die Wirkung des Evangeliums zu neutralisieren, die gute Saat, die in ein Herz gesät wurde, wegzunehmen (Mt 13,3-23), den Sinn der Ungläubigen zu verblenden, damit ihnen nicht der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit Christi ausstrahlt. Gott macht jedoch seine Bemühungen zunichte, sonst könnte keiner gerettet werden. Eine weitere Maßnahme Satans dem Werk Gottes entgegenzuwirken besteht darin, Irrlehrer aufstehen zu lassen, damit sie sich mit den Heiligen zu vermischen und diese durch böse Lehre verderben, so wie es in dem Bild von dem unter den Weizen gesäten Unkraut gezeigt wird. Satan geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Der Gläubige wird jedoch aufgefordert ihm zu widerstehen, dann wird Satan von ihm fliehen. Die Macht des Todes, die Satan hatte, wurde durch den Tod Christi zunichte gemacht. Gläubige werden vor seinen Absichten gewarnt, denn er verwandelt sich in einen Engel des Lichts, einen Lehrer der Tugendhaftigkeit. Gott hat seine Heiligen mit einer vollständigen Waffenrüstung versehen, damit sie ihm und all seinen Listen widerstehen können. Er hat ihnen das Schwert des Geistes (das Wort Gottes) als Angriffswaffe gegeben (Eph 6,11-18). Der Ursprung Satans wird nicht eindeutig mitgeteilt. Man kann jedoch mit Recht davon ausgehen, dass der in Hesekiel 28,12-18 erwähnte König von Tyrus ein Bild des Teufels ist. Dieser wird beschrieben als ein gesalbter, schirmender Cherub mit einer Decke aus allerlei Edelsteinen und Gold, strahlend im reflektierenden Licht. Er hatte einen Platz in Eden, dem Garten Gottes und war auf Gottes heiligem Berg. Er war vollkommen in seinen Wegen, von dem Tag an, an dem er geschaffen wurde, bis Unrecht an ihm gefunden wurde. Tyrus in seiner weltlichen Weisheit und Schönheit wird moralisch als die Schöpfung des Fürsten und Gottes dieser Welt angesehen. Dieser wird schließlich als gottlos hinausgeworfen werden und sein Teil im Feuersee finden. Im Judasbrief ist die Unterredung des Erzengel Michael mit Satan beispielhaft für ein zurückhaltendes Verhalten gegenüber einem Würdenträger. Er wagte es nicht, ein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sagte: „Der Herr schelte dich!” (Jud 9). Dies zeigt, dass Satan eine gewisse Würde verliehen worden war, die, obwohl er gefallen war, dennoch respektiert werden sollte. So war auch Sauls Leben in Davids Augen heilig, da er der Gesalbte Gottes war, obwohl er von Gott verworfen worden war. Dass Satan mit Würde bekleidet war, wird durch die Tatsache bestätigt, dass Christus am Kreuz die Fürstentümer und Gewalten (εξουσία), besiegte, nicht bloß Mächte (Kol 2,15). Die Bezeichnungen „Fürst dieser Welt”, „Gott dieser Welt” und „Fürst der Gewalt der Luft” beziehen sich wohl alle auf Satan. Als der Herr in der Wüste versucht wurde, machte Satan, nachdem er ihm „alle Reiche des Erdkreises” gezeigt hatte, den Vorschlag, ihm diese ganze Gewalt und ihre Herrlichkeit zu geben, wenn er ihn anbeten würde. Er fügte noch hinzu: „Denn mir ist sie übergeben: und wem irgend ich will, übergebe ich sie” (Lk 4,5.6).

    Satan Gottes Sohn

    Im Buch Hiob steht, dass Satan Zugang zu Gott im Himmel hatte. Der Christ kämpft wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern und der Tag wird kommen, an dem Michael und seine Engel gegen Satan und seine Engel kämpfen werden. Schließlich wird Satan aus dem Himmel hinausgeworfen werden. Das scheint ein Hinweis darauf zu sein, dass Satan einen Platz im Himmel hat, den er ursprünglich von Gott zugewiesen bekam. Im 1000jährigen Reich wird er im Abgrund eingeschlossen sein, dann für eine Weile losgelassen und schließlich in den Feuersee geworfen werden, einen Ort, der für ihn und seine Engel bereitet wurde. Als Jesus geboren wurde, versuchte Satan ihn zu töten (Mt 2,16; Off 12,1-5), und als der Herr am Ende seines Weges zu Tode gebracht wurde, war Satan die treibende Kraft. Um zu seinem Ziel zu kommen, fuhr Satan selbst in Judas, den Verräter, während wir sonst finden, sofern etwas darüber gesagt wird, dass Personen von Dämonen besessen waren und nicht von Satan selbst. Als der Herr festgenommen wurde, sagte er zu den Juden: „Dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis” (Lk 22,53). Christus war jedoch in moralischer Hinsicht der Sieger. Mit seinem Tod machte er den zunichte, der die Macht des Todes hatte, das ist den Teufel (Heb 2,14). Er hat die Gefangenschaft gefangen geführt (Eph 4,8). Noch ist Satan aktiv und wird, wenn er auf die Erde geworfen wird, der Geist einer Dreieinigkeit des Bösen sein. Er gibt seinen Thron und die Autorität dem Tier, d. h. dem wiedererstandenen Römischen Reich, dessen Gewalt durch den Antichrist ausgeübt wird (Off 13,4). Er wird auch der Anführer der Nationen in dem letzten Kampf gegen das Heerlager der Heiligen sein (Off 20,7-9). Es ist bemerkenswert, dass Gott Satan trotz seiner Bösartigkeit für die Erziehung seiner Heiligen benutzt, wie er es im Fall von Hiob tat. Jedoch erlaubt Gott dem Bösen nur so weit zu gehen, wie es ihm gefällt. Paulus gebrauchte seine apostolische Macht, um zum Verderben des Fleisches einige dem Satan zu überliefern (1. Kor 5,5; 1. Tim 1,20). Der Dorn im Fleische, den Paulus hatte, war ein Bote Satans, um ihn zu schlagen, damit er sich nicht überhebe auf Grund der wunderbaren Offenbarungen, die ihm im dritten Himmel gemacht wurden. Man sollte sich wohl dessen bewusst sein, dass Satan in moralischer Hinsicht ein besiegter Feind ist, weil er bloßgestellt ist. Kein Christ kann von ihm angerührt werden, außer sein Gott und Vater hat es dem Satan als Erziehungsmaßnahme zu seinem Guten erlaubt. C.G. Jung kam in seiner Antwort auf Hiob zu einem anderen Schluss.

    Dämon Griech. δαιμονιον, δαιμ?ν.

    Philosophen sprachen über Dämonen völlig anders, als wie sie in der Schrift dargestellt werden. So sagt Plato: „Dämonen sind Vermittler zwischen Gott und den Sterblichen. Menschen können Gott nicht direkt begegnen, aber jeder Handel und jede Gemeinschaft zwischen Göttern und Menschen wird durch Vermittlung von Dämonen ausgeführt.” Es ist eine Verblendung Satans zu sagen, dass Gott nur in Vertretung von Dämonen oder Halbgöttern angebetet werden könnte. In einer ähnlichen Weise betet die römisch-katholische Kirche zur heiligen Jungfrau Maria und zu verstorbenen Heiligen, damit diese sich für sie verwenden. Die Schrift macht deutlich, dass Dämonen böse Geister sind. Vergleiche Offenbarung 16,13.14. Die Schrift zeigt auch, dass Götzendienst eigentlich Dämonenverehrung war, obwohl das Götzenbild an sich nichts bedeutete. „Sie opferten den Dämonen (hebr. shed1) und nicht Gott” (5. Mo 32,17; 1. Kor 10,19.20). „Sie sollen ihre Schlachtopfer nicht mehr den Dämonen (hebr. sair2) schlachten” (3. Mo 17,7; Off 9,20). Jerobeam war so tief gefallen, dass er Priester für die Dämonen (hebr. sair)3 und die Kälber, die er gemacht hatte, angestellt hatte (2. Chr 11,15). Manche hatten sogar „ihre Söhne und Töchter den Dämonen (hebr. shed) geopfert”. (Ps 106,37). Die Dinge, die angebetet wurden, mögen unsichtbare Objekte gewesen sein oder irgendeine mystische Bedeutung gehabt haben, oder es können einfach Götzenbilder gewesen sein; aber hinter all diesen Dingen standen reale Wesen, böse, unreine Geister, sodass es moralisch unmöglich war, gleichzeitig mit dem Herrn Jesus und diesen Dämonen Gemeinschaft zu haben (1. Kor 10,19-21). Die bösen Geister, wovon so viele Personen besessen waren als der Herr auf dieser Erde war, waren Dämonen, und aus den Beispielen, die uns gegeben sind, lernen wir viel über sie. Die Pharisäer sagten, dass der Herr die Dämonen durch Beelzebub, den Obersten der Dämonen, austreiben würde. Der Herr erklärte, dass dies bedeuten würde, dass „Satan den Satan austreibt”; daraus lernen wir, dass die Dämonen die Vertreter Satans waren, und dass Satan als der Starke zuerst gebunden werden musste, bevor sein Haus beraubt werden konnte (Mt 12,24-29). Die Dämonen können über einen Besessenen ihre ganze Kraft ausüben. Dies zeigt sich darin, wie sie die Besessenen selbst behandelten, oder auch andere, die in ihre Nähe kamen. Wir lesen von einer Begebenheit, bei der ein Besessener sieben Männer überwältigte so dass diese nackt und verwundet aus dem Haus flohen (Apg 19,16). Wir wissen auch, dass sie intelligente Wesen waren, denn sie kannten den Herrn Jesus und beugten sich sofort vor seiner Autorität. Sie kannten auch das Urteil, das sie erwartete, denn manche fragten, ob der Herr gekommen war, um sie vor der Zeit zu quälen (Mt 8,29). Man sollte nicht davon ausgehen, dass Dämonen-Wirkungen aufgehört haben: Die Belehrung ist „glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt ausgegangen” (1. Joh 4,1). Dies stimmt mit der Behauptung überein, dass „in späteren Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen” (1. Tim 4,1). Spiritisten und Theosophen üben Gemeinschaft mit solchen Dämonen aus und werden von ihnen angeleitet. Auch in der Zukunft, wenn Gott seine Gerichte auf die Erde gießen wird, werden die Menschen sich nicht bekehren, sondern werden Dämonen und verschiedenen Götzen dienen (Off 9,20). Die Geister der Dämonen werden Wunder wirken und werden die Könige der Erde versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes (Off 16,14). Und das mystische Babylon wird „eine Behausung von Dämonen und ein Gewahrsam jedes unreinen Geistes und jedes unreinen und gehassten Vogels” werden (Off 18,2).

    Jung und die bekennende Kirche sind offenbar reifer für diese Dinge und wissen sie haben es unbewusst oft mit diesen bösen Geistern in sich selber zu tun!

  • The “Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard revisited

    The “Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard revisited

    The book “The Intelligence of Evil” by Jean Baudrillard (philosopher, media sociologist) initially seems far away from the demons—the personalized evil that Mark (and even more so John) describes. In the biblical tradition, evil is an external, adversarial force possessing individuals, or a cosmic darkness to be vanquished. Modernity, however, stripped away these personalized entities, leaving a vacuum that postmodernity filled with something far more insidious: systemic automation. Radical evil arises when the only good expands: every power inevitably creates counterpower (Taoism in a sentence). As a sociologist, Jean Baudrillard sees the threat to society (e.g., from terrorism) not from outside but in a decentralized manner, as viruses that (like shadows) evade everyone’s grasp

    Intelligence of Evil

    The Convergence of Two Theoretical Frameworks

    According to Baudrillard, the inherent madness of postmodernism produces madmen, just as unbalanced personality structures produce delinquents and psychopaths. As a theorist, Baudrillard dealt with gentle, impersonal evil from the perspective of virtuality, simulation, cyberspace, hyperreality, fundamentalism, terrorism, globalization, and the end of history. Baudrillard was certainly an apocalypticist. His thesis is based on his concept of hyperreality, in which lies the intelligence of evil—the malicious reversal of structure against itself.

    For Hannah Arendt, evil flourishes when a person surrenders their unique capacity to think critically and integrates themselves into a larger machine. As a theorist, Baudrillard dealt with merciless, totalitarian evils which did exist and and immense harm.

    The black swan flies

    The contemporary global landscape reveals a staggering alignment between theoretical philosophy and reality, where the boundary between “state governance” and “state malfeasance” has completely dissolved.

    Black Swan

    We currently face two devastating wars skating on the razor’s edge of a nuclear apocalypse, a systemic global economic crisis, and a paradigm shift in state-sponsored evil. The absurdest manifestation of this hyperreal twist is in West Asia, where a former Al-Qaeda commander, co-founder of Al-Nusra, and head of HTS now sits as transitional President. He is formally welcomed on Western red carpets, handles diplomatic visits with French President Emmanuel Macron, and secures deals to rescind terrorist designations from Western nations.

    When we apply this benchmark—contrasting Jean Baudrillard’s Intelligence of Evil with Hannah Arendt’s Banality of Evil—to this modern geopolitical reality, we see how the rules of evil have been totally rewritten.


    Why flourish Evils?

    1. The Erasure of the Individual

    If Hannah Arendt looked at the modern world, she would likely argue that the individual has been entirely erased. For Arendt, evil flourishes when a person surrenders their unique capacity to think critically and integrates themselves into a larger machine. In the 2020s, that machine is the digital algorithm.

    • The Digital Apparatchik: The individual sitting in their bedroom is no longer an independent actor. They are a consumer locked in a hyper-optimized feedback loop. Social media algorithms serve as the invisible, automated “bureaucracy” that coordinates any state or psychological Psyops.
    • The Bureaucracy of Hate: Just as Adolf Eichmann claimed he was merely a gear in the state apparatus, the modern narrative operates hand-in-glove with mainstream and social media. The actions of modern actors are profoundly banal because they lack genuine, individual intellectual agency. They draw from pre-fabricated digital aesthetics, gamified violence leaderboards, and shared internet memes, executing the logic of the digital crowd rather than thinking for themselves.

    Baudrillard would take this even further, stating that calling these actors “individuals” fundamentally misunderstands how modern systems of governance operate and fail.

    • Evil as a Virus: Baudrillard explicitly rejects the idea that evil is a conflict between distinct human entities (e.g., “The West vs. Evil”). Instead, he views globalized neoliberalism as a monoculture trying to eliminate all dissent, friction, or manageable conflicts of interest.
    • An Automatic Immune Response: When a system achieves total, absolute dominance, it triggers its own destruction from within. The rogue actor is not an outside political entity; they are a cancerous cell generated by the system itself.
    • The Power of the Hyperreal: The “intelligence of evil” lies in the fact that the global digital network automatically amplifies, distributes, and hyper-accelerates conflicts instead of initiating open, constructive discussion.

    2. Rebranding Responsible Statecraft

    The political transformation we are watching helplessly exposes the core of both philosophies:

    • The Arendtian Perspective (The Banality of Diplomacy): Arendt would look at Western leaders, diplomats, and corporate managers shaking hands with former warlords simply because it suits current geopolitical realpolitik. To her, this is the pinnacle of administrative “thoughtlessness.” The bureaucracy of global diplomacy normalizes past atrocities for the sake of current stability, economic reconstruction, and resource contracts. Evil becomes banal when international statecraft reduces violent insurgency into mere paperwork, protocol, and pragmatism.
    • The Baudrillardian Perspective (The Reversible Structure): Baudrillard would view this not as a political compromise, but as a perfect example of the “intelligence of evil”—the radical inversion of a system against itself. The very West that initiated a decades-long global security apparatus has absorbed its former viral antagonist into its own hyperreal simulation of governance.

    Edging Toward Nuclear War: Geopolitical Crisis vs. The Suicidal System

    With major global conflicts continually threatening to trigger a nuclear escalation, the engine behind the machinery of war is split down two lines:

    • Arendt’s View (The Unthinking Apparatus): The current threat of nuclear escalation is driven by state officials, military strategists, and industrial weapons producers who treat geopolitical brinkmanship like an Excel spreadsheet. Human actors are detached from the reality of global annihilation, sleepwalking into catastrophe because they are tightly bound to institutional rules and geopolitical KPIs.
    • Baudrillard’s View (The Immanent Irreversibility): The global system has reached such a state of absolute, hyper-connected complexity that it has escaped human control entirely. The threat of nuclear war is not a conscious choice by madmen; it is the systemic madness of a postmodern world where deterrence has become an autonomous simulation. The machinery of global capital and military networks operates with a viral momentum that can trigger a catastrophic “glitch” or collapse at any second, entirely independent of human intent.

    3.The Ultimate Reset

    Geopolitical Crisis FactorHannah Arendt’s DiagnosisJean Baudrillard’s Diagnosis
    State Malfeasance & Rebranded GovernanceNormalized Opportunism: Bureaucracies routinely strip violence of its moral weight to achieve current economic and administrative goals.Structural Irony: The absolute global system collapses its own moral binaries to absorb its enemies and preserve the simulation of order.
    Economic and Nuclear CrisesCollective Blindness: Ideologues and technocrats refuse to think critically about the long-term, catastrophic human consequences of their policy actions.Systemic Auto-Immunity: The global order has expanded so aggressively that it is suffocating under its own weight, triggering automatic, chaotic self-destruction.

    The Ultimate Convergence

    Hannah Arendt’s argument—the Banality of Evil—perfectly captures the operationalization of our current chaos. It explains how economic powers using politicians, media anchors, and military commanders can normalize state malfeasance, catastrophic economic strain, and existential wars. The latter comply through uncritical conformity, interconnected in global greed and unprofessional zero sum thinking instead of negotiating conflicts of interest.

    However, Baudrillard’s Intelligence of Evil explains our structural destination. It proves that we are no longer dealing with a stable world order disrupted by occasional rogue actors. We live in an era where the system itself is structurally capable to generate its own destruction. Human agency has been bypassed: the system automatically manufactures its own evils, rebrands its own ‘domestic and international order, stipulates its own truths, and drives humanity toward an unregulated, hyperreal reset.

  • Archetype of the Apocalypse

    There is a lot to say about this. 9/11 we lived in Switzerland on a farm. I learned about the Apocalypse in the car radio on one of my frequent trips between Bern and Zurich. Even as an Consultant I dislike TV, So all we got were – only BCC over shortwave no pictures. Me and my American wife went in the evening to the Zurich Bellevue, setting candles like many others did. I will not forget. Oriana Fallaci put this in better words. America killed the responsible for it. Its a war, America was attacked, but Europe is doomed despite or because of its Dimmnitude. Especially Germany.  The attacks were frightening enough, but they had another alarming aspect for me. And so we arrive at the Archetype of the Apocalypse.  Jung says, “The real existence of evil will have to be recognized. This problem can be solved neither by philosophy, nor by economics, nor by politics, but only by the individual human being, via his experience of the living spirit, whose fire descended upon , one of many, and despite all contemporary misunderstandings, was handed onward into the future.” (Jung) This is not to say that this archetype is evil personified. What this archetype is about is extremely difficult to understand not just because of our natural resistance to understanding of evil motives, especially if it is inside ourselves. Despite my respect for the intelligence and comprehensiveness of Carl G. Jung’s psychological insights, I did not have a very high opinion of his esoteric predictions, predictions that frankly sounded “far out” to me, even if  do like astrology. After all, who in the modern world (prior to 9/11) cared about pentagons  turning into four-sided figures (quaternities). Well, numbers and symbols are another thing.

    Apocalypse

    Or as Jung said, “[Our attainment of consciousness during the Christian era] [is] gravely threatened in our anti-christian age, not only the sociopolitical delusional systems, but above all by the rationalistic hubris which is tearing our consciousness from its transcendent roots and holding before it immanent goals.”.
    Rage and Pride
    Il Corriere della Sera- September 29, 2001
    Translated by Chris Knipp

    You ask me to speak this time. You ask me-this time at least-to break the silence that for years I have imposed upon myself in order that my voice not get mixed up with the sound of the cicadas. And I will break that silence-because I have learned that even in Italy some have rejoiced as the Palestinians in Gaza did the other night on TV. “Victory! Victory!” Men, women, and children. I assume that those who do such a thing can be defined as men, women, and children. I have learned that some high grade cicadas, politicians or so-called politicians, intellectuals or so-called intellectuals, and others who don’t deserve to be called citizens, have behaved in the same way. “Good!” they say, “The Americans deserve it!” And I’m very, very, very angry. I’m angry with a cool, lucid, rational anger, an anger that wipes out any detachment, any indulgence, that commands me to answer, and finally to spit on them. And I do spit on them. The African- American poet Maya Angelou, herself as angry as I am, yesterday roared: “Be angry! It’s good to be angry, it’s healthy!” But whether or not it’s healthy for me I don’t know. However I do know it’s not healthy for them-I mean whoever admires the Usama bin Ladens, whoever expresses understanding, sympathy, or solidarity toward them. You’ve fired a detonator that has too long wanted to explode, with your request. You’ll see. You’ve also asked me to explain how I myself experienced this apocalypse. In sum, to furnish my own testimony. And so I shall begin with that. I was at home-my house is in the center of Manhattan, and at exactly nine o’clock I had the sensation of a danger that probably would not touch me, but that certainly concerned me. The sensation one feels in war-or rather in combat-which each pore of your skin feels the bullet or the rocket coming in at you, and you prick up your ears and shout to whoever is standing beside you “Down! Get down!” I rejected it. I was certainly not in Vietnam. I was not in one of those fucking wars that have made a torment of my life ever since the Second World War. I was in New York, for God’s sake, on a beautiful September morning in the year 2001. But the inexplicable feeling continued to possess me. Then I did something that in the morning I never do. I turned on the television. Actually, the audio wasn’t working. But the screen was. And on each channel-here you have almost a hundred of them-you saw one tower of the World Trade Center burning like a gigantic matchstick. A short circuit? A little, careless plane? Or an act of terrorism? I stared almost paralyzed and while I was staring, while I was posing those three questions to myself, a plane appeared on the screen. It was big and white. A commercial airliner. It was flying very low. And, flying very low, it turned toward the second tower as a bomber aims at its target-throws itself at its target. And I understood. I understood also because at that moment the audio came back, transmitting a chorus of wild shouts. Repeated, wild shouts. “God, oh God! Oh, God! God! God! Goooooood!” And the plane slipped into the second tower as a knife slips into a slab of butter.

    Italian writer Oriana Fallaci is best known as an uncompromising political interviewer. Her subjects include Henry Kissinger, Willy Brandt, the Ayatollah Khomeini, and the late Pakistani leader Zulfikar Ali Bhutto, from whom she extracted such criticism of India’s Indira Gandhi that a 1972 peace treaty between the two countries almost went unsigned. Already as famous as many of the figures she interviews, Fallaci is a freethinker passionately committed to her craft.