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  • Conversion from the Top – A Jesuit in the Forbidden City: Matteo Ricci 1552-1610

    Conversion from the Top – A Jesuit in the Forbidden City: Matteo Ricci 1552-1610

    Das Buch ist eine vollständige, zuweilen recht wissenschaftliche und sehr detaillierte Ricci Biographie , dessen Kapitel hauptsächlich nach Wirkungsorten und in den letzten zwei Kapiteln nach sein Hauptwerken angeordnet sind.   Der Autor ist Chinese-American, der daher auch chinesische Quellen berücksichtigten kann. Das Buch wird  vom Kapitel Beijing an ausserordentlich lebendig, und brilliant, geradezu einzigarig wenn es Riccis Argumentation beschreibt. Man glaubt wirklich dabei zu sein, im “Hostel for Barbarians” eine Art Hotel Lux oder bei den vielen Konversationen deren Eleganz noch im Englischen fühlbar ist. Ricci war als Begründer der Chinamission – in einer Zeit von offener Xenophobie eine beachtliche Leistung – einer der bedeutendsten Vermittler europäischer Ideen nach China. Zugleich aber brachte er zum ersten Mal Kenntnisse über Gesellschaft, Geschichte und Kultur der Chinesen der späten Ming-Zeit nach Europa. Ricci ist  Begründer der Akkommodationsmethode und Inkulturation. Er lernte die Landessprache, studierte die chinesische Literatur und nahm einen chinesischen Namen an. Er pflegte die Lebensgewohnheiten und Umgangsformen der Gelehrten des Landes, mit denen er in freundschaftlicher Beziehung stand.  Als Adressaten seiner missionarischen Vorgehensweise sah Ricci primär die konfuzianische Bildungselite. Der Bezug zu den Eliten des Landes hatte überdies zum Ziel, den Kaiser zu erreichen und möglicherweise zum Christentum zu bekehren, um dann von oben das ganze Reich zu christianisieren. Das Buch stellt ausgezeichnet sein Hauptwerk vor, das versuchte ein etwas vereinfachtes Christentum mit dem Konfuzianismus zu verbinden (in klarer Gegnerschaft zum Taoismus und Buddhismus). Die Querverbindungen z.B. zu Galileo Galileis Wirken oder den Nestorianischen Zeugnissen die die Jesuiten vorfanden werden im Buch kaum erwähnt. Der Index ist etwas dünn, die Fülle der präsentierten Fakten erschliesst sich erst durch aufmerksames Lesen. Das sehr informative Buch geht, wie zu erwarten ist, exzellent auf die Interaktionen der verschieden Religionen und Kulturen aus chinesischer Sicht ein.  Oft werden die vielen Gespräche, die Ricci mit den “hochgestellten aber machtlosen Verwandten”, den mächtigen Generälen und den vielen Mandarins geführt hat, zitiert oder Dialoge nachgestellt.  Das macht den grossen Reiz des Buches aus. Der Autor ist Professor der Pen Universität und es gibt gute youtube Interviews von ihm.

    Ricci in Macerata und Rom

    Matteo Ricci stammte aus Macerata. Dort besuchte der das Jesuitenkolleg und studierte Jurisprudenz in Rom, bevor er1671 ins römische Noviziat der Gesellschaft Jesu eintrat. In seiner weiteren Ausbildung studierte er Philosophie und Theologie, aber auch Mathematik beim berühmten P. Christoph Clavius Mathematiker, Astronom und Jesuitenpater am Collegio Romano, der kollegial-freundschaftliche Beziehungen zu Galileo Galilei unterhielt . 1578 wurde Matteo Ricci als Missionar nach Asien entsandt, hielt sich zunächst im indischen  Goa auf. Die große Sehnsucht des Jesuiten  (1552-1610) galt der christlichen Mission in China, wo bisher alle Versuche, Fuß zu fassen fehlgeschlagen waren.

    Die Überfahrt

    Gute und packende Beschreibung der pysischen Anstrengung  und Gefahren  einer solchen Überfahrt und der bewunderswerten Disziplin  der Jesuiten,

    Ricci in Goa

    Mit der Ankunft des italienischen Jesuiten Matteo Ricci  beginnt 1583 die christliche Mission in China , aber erst 1601 konnte er Peking betreten.  In den ersten Jahren sind Ricci und seine Gesellen allein schon aus sprachlichen Gründen unfähig, ihre Lehre auf Chinesisch angemessen zu formulieren, daher verwundert es nicht, dass die Christen anfangs tatsächlich als eine Spielart des Buddhadharma missverstanden werden; kommen sie doch – wie die Lehre des Buddha – auch aus dem fernen Westen, und die Statue der Madonna mit Kind wird von den Buddhisten als Darstellung der Guanyin gedeutet.

    Ricci in Zaoqing

    1583 ließ er sich in Zhaoqing in der Provinz Guangdong nieder, gemeinsam mit seinem Mitbruder und Landsmann Michelle Ruggieri, dem er als Assistent zugeteilt worden war. In den ersten zwölf Jahren seiner Tätigkeiten passen sich die Jesuiten äußerlich an buddhistische Gepflogenheiten an, sie tragen die in China übliche buddhistische Mönchskleidung und bezeichnen sich selbst als “Bhikkhu” (chin. seng), leben in buddhistischen Klöstern oder in deren Nähe.

    Ricci in Shangzu

    Er ging zuerst nach Shangzu, und dort konnt er er schon ohne Übersetzer auskommen. Er nahm die  Kleidung des gebildeten Chinesen an.  1598 unternahm er einen erfolglosen Versuch, sich in Peking zu etablieren. Er musste 1599  nach Nanking ausweichen  fand aber dort eine völlig veränderte Situation vor. Die höchsten Mandarinen wesentlich offener.  Trotzdem glaubte Ricci, dass seine Gemeidegründungen in den Provinzen nicht sicher waren,  wenn sie nicht von der Hauptstadt autorisiert waren.

    Ricci in Nanchang

    Als er 1595 erfolglos versucht sich in Nanking, die berühmte alte Hauptstadt im Süden von China, niederzulassen, konnte er dort eine christlichen Kirche gründen. Ricci verbrachte drei Jahre (von 1595 bis 1598)  in Nanchang, eine Provinzhauptstadt (Jiangxi) im Südosten und schrieb seinen Freunden in Italien;  “Nanchang hat saubere  Straßen und ist mindestens zweimal so groß war, wie Florenz”.   Nanchang war die Hauptstadt von von Kiang-si, welche auch viele gebildete gebildeten Männern hervorbrachte.

     Ricci in Nanjing

    Nanjing (Südliche Hauptstadt auch Nanking) war zeitweise, Hauptstadt des chinesischen Kaiserreichs in Ostchina.Nachdem Ricci 1595 in der alten Hauptstadt Nanking eingetroffen war, musste er zunächst wieder umkehren, ehe er sich 1598 dort dauerhaft niederlassen konnte. Nanjing ist die Stadt, in der sich Matteo Ricci und Xu Guangqi zum ersten Mal im Jahr 1600 trafen. Im Laufe der Zeit rücken Matteo Ricci immer deutlicher vom Buddhismus ab und vertauschten die buddhistischen Roben mit dem Gelehrtengewand der Konfuzianer. Ricci beginnt den Buddhismus scharf anzugreifen, was sich in öffentlichen Disputationen (Ricci gegen Sanhuai Xuelang 1599 in Nanjing) und Riccis Hauptwerk Tian zhu shi yi (Wahre Idee des Himmelsherrn) äußert – sehr zur Verwunderung der Chinesen, die gerade im Hinblick auf die beiderseitig erfolgreiche Begegnung mit dem Nestorianismus einige Jahrhunderte früher durchaus gerade geneigt waren, Ähnlichkeiten zwischen Christentum und Buddhismus zu sehen.

    Ricci in Beijing

    1601 gelangte er schließlich bis nach Peking und dort bald auch in die „Verbotene Stadt“, wo er als Botschafter der Europäer anerkannt und am kaiserlichen Hof als Mathematiker, Astronom und Kartograph tätig  war. Er erstellte die erste Weltkarte, die China nicht als „Reich der Mitte“, sondern als Teil einer größeren Welt zeigte. Überdies erkannte Ricci die Bedeutung der Vermittlung europäischerWissenschaft (Mathematik, Astronomie, Geographie), der Technologie und der Künste (Malerei, Architektur, Holzschnitt) für den Dialog mit der Führungsschicht. Daher sind die Jesuitenmissionare vor allem als Mathematiker und Astronomen tätig. Neben diesem kartographischen Werk, das für China eine neue Weltsicht mit sich brachte, verfasste er zahlreiche weitere Schriften in Chinesisch, so einen Traktat über die Freundschaft und Abhandlungen über die Elemente der Geometrie und über die Agrikultur sowie mathematische und astronomische Schriften.

    Das Hauptwerk (The true meaning of the lord of heaven)

    In seinem Hauptwerk wurde der chinesische Philosoph Konfucius quasi von einem frühen, heidnischen Verkünder einer hochstehenden Ethik und Moral zu einem Monotheisten. In den alten konfuzianischen Büchern fand Ricci einen Urmonotheismus, während er den zeitgenössischen Konfuzianismus als rein säkulare Staatsphilosophie ansah. Chinesen konnten damit Konfuzianer und Christ zugleich sein, da Ricci ihnen die Teilnahme an den konfuzianischen Riten erlaubte, die nicht abergläubisch seien. Damit machte er die eigentlich fremde Religion des Christentums einigermassen kompatibel für die Chinesen. Andere Religionen Chinas lehnte er jedoch ab, so Buddhismus, Daoismus und den Neo-Konfuzianismus, denen er die “Verfälschung” des konfuzianischen Urmonotheismus zuschrieb.

    Laying the foundation

    Er wollte dem katholische “HQ” nachweisen, dass die christliche Lehre mit den besten Traditionen Chinas nicht nur kompatibel war, sondern ihre Erfüllung darstellte. Ricci praktizierte aber nicht nur eine äußerliche Anpassung an die Kultur, sondern hatte eine innere Interkulturalität im Auge, in der es zum wissenschaftlichen Austausch und zum geistigen Dialog kommt. Dies drückt sich in einem weiteren Element der Missionskonzeption aus, nämlich der indirekten Verbreitung des Glaubens durch Wissenschaft und Technologie, der seine Übersetzungen mathematischer Werke diente. Gegenüber diesem Konzept der Missionierung und Integration mit der kulturellen Traditionen des Landes setzte die römische Kongregation De Propaganda Fide seit ihrer Gründung 1622 mehr auf die Bildung von Gemeinden unter dem Volk.

    The man of paradox

    Sein zweitwichtigstes   Buch das zu eient einem berühmten Schriftwechse führte. All diese Elemente einer Akkomodation kam auch in der Folgezeit zum Tragen und wurde von Gestalten wie Adam Schall von Bell und Ferdinand Verbiest weitergeführt, die Zugang zum Hof hatten. Sie waren insbesondere am Kaiserhof, wo sie sich durch ihre Kenntnis derWissenschaften unentbehrlich machten. Denn sie vermochten die für das chinesische Staatswesen wichtigen Sonnen- und Mondfinsternisse (Glücks- und Unglückstage) exakter zu berechnen und konnten so dartun, dass sie nicht nur vom irdischen Himmel und seiner Mechanik mehr verstanden, sondern auch vom „Herrn des Himmels“. Die Grundsätze der Chinamission der Jesuiten, also die „Akkomodation“ an die chinesische Kultur, die Evangelisierung von oben nach unten war damals gängige Praxis  aber die die indirekte Glaubensverbreitung durch Wissenschaft wohl eher der Renaissance geschuldet der Kulturepoche, in der die sowohl klerikale wie säkulare Eliten an Naturwissenschaften hochinteressiert waren. Dieser Aspekt wird im Buch wenig behandelt, gerade die spannende Geschichte des Pekinger Observatoriums und seinen Nachfolgern (das Geschehen war ja auch nach seinem Tod – aber er schuf das Netzwerk).

  • The Jesuits – Ricci, Schall, Verbiest and the ancient observatory in Beijing China.

    The Jesuits – Ricci, Schall, Verbiest and the ancient observatory in Beijing China.

    Jesuit missionaries Matteo Ricci, Johann Adam Schall von Bell, and Ferdinand Verbiest served as court astronomers and mathematicians to Chinese Emperors. For over two centuries, they used the Beijing Ancient Observatory to introduce European astronomy and reform the Chinese calendar, which secured imperial protection for their Catholic Mission.The ancient observatory in Beijing China, once part of the city walls, is mounted on the battlements of a ten-meter watchtower close to the “First Ring”. As one of the oldest and famous observatories in the world, it covers an area of 10,000 square meters. The observatory dates back to Kublai Khan’s days when it was north of the present site, and Marco Polo writes:

    There are in the city of Khanbalu…about five thousand astrologers and soothsayers… They have their astrolabes, upon which are described the planetary signs, the hours and their several aspects for the whole year… They write their predictions for the year upon for the year upon certain small squares… and these they sell, for a groat apiece, to all persons who are desirous of peeping into the future…

    Likewise, the Ming and Qing Emperors relied heavily on astrologers before making a move. Therefore the present Beijing Observatory was built in 1437 to 1446, not only to facilitate astrological predictions but to aid seafaring navigators. Here a short overview:

    The Jesuits

    The Jesuits, scholars as well as proselytizers, found their way into the capital in 1601 when Matteo Ricci and company were permitted to work with Chinese scientists. The Emperor was keen to find out about European firearms and cannons from them.

    The Jesuits outdid the resident Moslem calendar-setters and were given control of the observatory, becoming the Chinese court’s advisors. Of the eight bronze instruments on display (including an equatorial armillary sphere, celestial globe and altazimuth) six were designed and constructed under the supervision of the Belgian priest Ferdinand Verbiest, who came to China in 1659 to work at the Qing court. The instruments were built between 1669 and 1673, and are embellished with sculpted bronze dragons and other Chinese craftwork, a unique mix of east and west. The azimuth theodolite was supervised by Bernard Stumpf, also a missionary; the eighth instrument, the new armillary sphere, was completed in 1754. It’s not known which of the instruments on display are the originals.

    The Ancient Observatory

    Ancient Observatory, Beijing was known as the ‘Platform of Star Watching’ during the Ming Dynasty but later the name was changed to ‘Observatory’ during the Qing Dynasty. The name was further changed to ‘Central Observatory’ after the revolution of 1911. After its renovation in 1980, the Observatory has become the, ‘Beijing Ancient Astronomical Display Hall’.  Records of astronomical observations run from 1442 to 1929, making it the record-holder for the longest period of continuous sky watching. The observatory was in use until 1929 and restored as a museum 2008(!). Today’s building stands alone, severed from the ancient Beijing city wall that Mao Zedong ordered destroyed to make way for the Second Ring Road. As a result, the observatory sits amidst a graceless jumble of modern buildings and highway overpasses, cloaked in the  smog of China’s booming capital. Most would agree that the observatory has seen better days, but it still exists as an impressive and fascinating monument to the history of science in China. It can be reached by taxi and there is aclose underground station,. I directed the cab driver to the ancient observatory east of Tiananmen Square using a printout of the official web page in Chinese with the phone number because my Chinese is limited (non existent).  Even then he had trouble to find the entry although from the avenue below, some of the various archaic instruments are clearly visible in the skyline.
    This ancient pre-telescopic observatory, the most important in China, was first built in 1422 during the Ming Dynasty, around the same time as the Forbidden City. Covering an area of 10, 000 square meters, the Ancient Observatory of Beijing is one of the oldest Observatories in the world, situated in the southeast corner of Beijing’s Jianguomen Bridge. With more than five hundred years old history, Ancient Observatory is not only one of the oldest but also one of the most interesting historical observatories in the world. It is recognized for magnificence, unrivalled beautiful craftsmanship and best preserved instruments, some according the design of Thycho Brahe. Muslim scholars were also recruited and in the seventeenth century, the Jesuits, who were able to more accurately predict the eclipses, helped to further develop the observations of the stars and the planets. During the Boxer Rebellion, the instruments disappeared into the hands of the French and Germans. Some were returned in 1902, and others (good guess – the German parts) were returned after WWI, under the provisions of the Treaty of Versailles (1919).

    The Instruments

    Thycho Brahe instruments, the work of his life, became obsolete after the invention of the telescope and got burned, but in Beijing, one can still see them. This is the story, which is full of irony. Following the advice of Jesuit padre Joseph Adam Schall von Bell, a teacher of the heir to the emperor and political advisor of the emperor, the Chinese began to use western computation and measuring systems. Another Jesuit, Ferdinand Verbiest constructed the new instruments. According to some sources, he came out of prison, because Emperor Kang Xi wanted to hear his opinion to the calendar reform, proposed by the emperor’s Muslim court astronomer. In 1669, the Kangxi Emperor was informed that serious errors had been found in the calendar for 1670, which had been drawn up by Yang Guangxian. Kangxi commanded a public test to compare the merits of European and Chinese astronomy. The Jesuit, could outwit his competitor. The test was to predict three things: the length of the shadow thrown by a gnomon of a given height at noon of a certain day; the absolute and relative positions of the sun and the planets on a given date; and the exact time of an anticipated lunar eclipse. Verbiest had access to the latest updates on the Rudolphine Tables, done by Kepler with the inherited observations of Thycho Brahe. Ferdinand Verbiest  succeeded therefore in all three tests, and was immediately installed as Head of the Mathematical Board and Director of the Observatory. Out of consideration for him, the exiled Jesuits were authorized to return to their missions. The old court astronomer was deposed, and Ferdinand Verbiest became responsible for calendar reform and this court observatory, which he remodelled then with European instruments.

    Having resolved the issues surrounding the calendar, Verbiest went on to compose a table of all solar and lunar eclipses for the next 2000 years. Delighted with this, the emperor awarded him complete charge of the imperial astronomy observatory, which he rebuilt in 1673. The existing equipment was obsolete, so Verbiest consigned it to a museum and set about designing six new instruments, later, Kilian Stumpf designed other instruments, the new Armilla and the Azimuth Theodilite.

    • Altazimuth, used to measure the position of celestial bodies relative to the celestial horizon and the zenith – the altitude azimuth.
    • Celestial globe, six feet in diameter, used to map and identify celestial objects.
    • Ecliptic armilla, armillary sphere, six feet in diameter, used to measure the ecliptic longitude difference and latitudes of celestial bodies. (This was the traditional European device while the Chinese developed the equatorial armilla.)
    • Equatorial armilla, armillary sphere, six feet in diameter, used primarily for measuring true solar time as well as right ascension difference and declination of celestial bodies.
    • Quadrant Altazimuth, six feet in radius, for measuring altitudes or zenith distances of celestial bodies.
    • Sextant, eight feet in radius, used to measure the angle of elevation of a celestial object above the horizon. It is used to calculate the angle between two objects, although it is limited to 60 degrees of arc. In navigation, it is used to take a measure of the angle of the sun at noon to determine latitude.

    The flat top, 14 meters (46 feet) high, is home to an amazing array of instruments, some originals and others replicas. Among the most interesting are those that were constructed under the direction of Jesuit astronomers residing in Beijing at the invitation of Qing emperors; designed to Western specifications with superficial Chinese ornamentation, the bronze instruments are examples of the first wave of modern-era scientific collaboration between China and the West. On entering the unassuming entrance of the observatory compound, one can see various sea-faring instruments at the courtyard, including an interesting sundial. In the courtyard of the museum, surrounded by ancient trees, the hall and east gate areas exhibit early astronomical instruments and the methods and changes in making them. In the western chamber some 150 early methods of calculating calendars in China are exhibited.  Eight bronze astronomical instruments are arranged on the top of the platform, as per the Qing-dynasty emperor Qianlong’s instructions. One then enters a two storey museum which is a collection of pictures, write-ups and busts to show the ancient Chinese scientists and their various astronomical achievements and a replica of a Ming Dynasty gold foil map of the constellations. On climbing to the roof of the observatory, one is almost alone with those unique giant bronze instruments designed in the Qing Dynasty the celestial globe, dragon quadrant, elliptical armillary and azimuth theodolite by the Jesuits.  With the completion of the present observatory, it has housed the replica instruments and served the Ming and Qing astronomers in their star-gazing reports, for the Emperor, the Son of Heaven, is closely tied up with the movements of the heavenly bodies. Considered as a milestone in Chinese architecture, Ancient Observatory, Beijing marks my cultural crossroads  between the Orient I admire and the Western Catholizism roots which I admire in my way too (when it is lively, intellectual and strong).

  • Christentum und Wissenschaft entlang der Seidenstrasse. Christentum in Asien.

    Christentum und Wissenschaft entlang der Seidenstrasse. Christentum in Asien.

    Viele hundert Straßen, Wege und Pfade summieren sich zu einem Geflecht, das heute als Seidenstrasse bekannt ist, und besonders intensiv von vielen Kaufleuten und Händlern genutzt wurde. Eroberer,  Gewürzhändler, Seidenverkäufer, buddhistische Mönche und Nestorianer bereisten diese schon vor mehr als tausenden von Jahren. Sogar der erste Vorstoss des Christentums – auf der Flucht – nach China, erfolgte über diese kulturelle Verbindung zwischen West und Ost.

    Verstossung des Nestorianismus

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    Der Nestorianismus der Antiochenischen Schule nahm die gegensätzliche Position zum Monophysitismus Alexandriens (Ägypten) ein. Die Antiocher gingen den “Zweinaturenweg”, die Alexandriner dagegen lehrten, dass die menschliche und die Logosnatur immer eins seien. Letztlich war das der Unterschied zwischen Stoa (Dyophysiten) und Platonikern (Monophysititen). Durch bewusst verfälschende Darstellung des Kyrill von Alexandria,  ein Widersacher von Nestorius (und der Antiochenischen Schule im heutigen Syrien) und unglückliche Formulierungen der nach Nestorius benannte Christologischen Lehre wurde  diese 431 auf dem Konzil von Ephesos verurteilt das ein voller „Erfolg“ der Alexandrischen Schule war. Angriffspunkt war, dass Nestorius den Gebrauch des Attributs Theotokos (Gottesgebärerin), in Bezug auf Maria, die Mutter Jesu, abgelehnt hat. Im der Christologie hat der  Nestorianismus mit seiner Lehre, dass es in Jesus Christus eine göttliche und eine menschliche Person gegeben habe, recht ähnliche Positionen vertreten, wie sie schließlich im Konzil von Chalzedon 451  mit zwei Naturen genauer definiert wurde. Diese Christologischen Lehre von Chalzedon war ein Kompromiss. niedergelegt von Papst Leo auf Basis der hochentwickelten griechischen Lehre. Letztlich siegte die neuplatonische, dialektische Erkenntnistheorie mit einer wunderbaren, effizienten und exakten Definition (siehe Anhang), welche bis heute die  Grundlage aller christlichen Kirchen und insbesondere des römisch-katholischen Glaubens ist.

    Die verlorene halbe Christen-Welt

    Trotz Zustimmung bekämpfte der Alexandrischen Monophysitismus (heute Kopten) weiterhin erbittert bis zur islamischen Erobererung diese Ansicht, was maßgeblich zum Verlust des Oströmischen Reiches beitrug. Danach unterwarf sich der Monophysitismus sich dem Dhimmi Rechtstatus und kollaborierte im Kampf gegen Byzanz und Rom. Als Alexandria 642 durch den Kalifen Umar ibn al-Chattab für den Islam erobert wurde, soll er der Überlieferung zufolge befohlen habe, noch vorhandene Bücher zu vernichten, die dem Koran widersprachen. Das Christentum verlagerte sich nach Europa.

     Nestorianer als kulturelle Agenten in Syrien und Ägypten

    Auch in den Gebieten unter islamischer Herrschaft in Syrien und Ägypten pflegten die Nestorianer die Wissenschaften. Philosophisch stützte sich der Nestorianismus auf Aristoteles. In Verbindung mit den Schriften des Aristoteles wurde auch das naturwissenschaftliche Erbe der Antike bewahrt. Die Pflege der Naturwissenschaften führte dazu, dass die Nestorianer als Ärzte, Bankiers und Juweliere in der Gesellschaft eine einflussreiche Stellung einnahmen. Griechische Schriften übertrugen berühmte nestorianische Übersetzer für jene ins Syrische (Syriac), für diese ins Arabische. Vieles was heute als islamische Kultur definiert wird, ist in Wahrheit von Nestorianern übersetztes  griechisches, syrisches und ägyptisches Erbe

    Nestorianer im Sassanidenreich (Persien)

    Nach dem Konzil von Ephesos 431 wanderten viele Nestorianer ins Sassanidenreich (Persien) aus. Die nestorianische Kirche wurde von den persischen Könige geduldet, da die persischen Christen Byzanz und Rom, dem primären Widersacher von Persien,  feindlich gegenüber standen. Das nestorianische Zentrum war Edessa, das heutige Urfa (bzw. Şanlıurfa) im Südosten der Türkei; Trotz mancher Behinderung konnte über die Seidenstraße, deren Arm durch Edessa führte, sich eine Missionstätigkeit entfalten. Nach der  Entscheidungsschlacht bei Hamadan 640 (Ekbetana) gegen das Sassanidenreich fallen große Teile des heutigen Iran in die Hand der muslimischen Eroberer. Dadurch kamen auch die Nestorianer, die  auch von den Sassaniden nur geduldet waren, unter islamischen Einfluss und es beginnen ausgedehnte Strafaktionen, Plünderungen, Versklavungen und Zwangsislamisierung, die erst um das Jahr 900 abgeschlossen sind.

    Ausbreitung der  Nestorianer  entlang der Seidenstrasse

    Nestorianische Gemeinden hingegen entstanden danach unter den Turkvölkern in Mittelasien und in Sinkiang (chin. Volksrepublik). Ab dem 8. Jahrhundert besteht wegen der islamische Eroberung von Westasien kaum mehr Kontakt der Christen mit dem Westen. Michael von Brück schreibt zur Situation der Christen der T’ang-Zeit Zeit (Mitte 7. Jhd. -Mitte 9. Jhd.):
    “Begegnungen zwischen Christentum und Buddhismus in China hat es durch die Einwanderung von nestorianischen Christen aus dem ostsyrischen Raum bereits im 6. Jahrhundert gegeben. Im Volk wurde das Christentum anfangs als eine buddhistische Sekte angesehen, und zwar einerseits wegen der Akkulturation des
    nestorianischen Christentums an den Buddhismus, andererseits auch aufgrund ähnlicher Charakterzüge in beiden Religionen (Abkehr von Diesseits um des Heils ineinem “Jenseits” willen, asketische Moralität, Mönchstum).
    Spuren dieser Missionstätigkeit wurden auch in auf Sumatra und in Südindien entdeckt. Aufgrund ihrer erfolgreichen Missionstätigkeit entlang der Seidenstrasse konnten die Nestorianer zwischen dem 7. und 14. Jahrhundert weitere Gemeinschaften in Zentralasien, in der Mongolei und in China gründen. Im riesigen Mongolenreich des 12./13. Jahrhunderts oblag die Verwaltung weitgehend nestorianischen Christen. Viele der mongolischen Prinzessinnen waren Nestorianerinnen. Im 13. Jh. blühte die Mission der Nestorianer neu auf, und zwar besonders unter den Mongolen, die im Laufe des 13. Jh. China eroberten. Die Nestorianer erfreuten sich unter Mongolenherrschaft zunächst religiöser Duldung. Ihre Geistlichen waren sogar von Steuern befreit. Teilweise wurden ganze Mongolenstämme christlich.

    Nestorianer und der Mongolensturm

    Mongolen-Khan Hulagu war Dschingis Kahn’s Enkel, Sohn der nestorianischen Christin Sorkhatani Beki und verheiratet mit einer christlichen Prinzessin. Er war dem Christentum sehr zugeneigt und es gibt Quellen (Armenischer Historiker Vardan Arewelc’i), dass er Christ war und vor seinem Tod zum Buddhistentum übertrat. Ursprünglich waren Mongolen Anhänger eines Schamanismus, den es heute dort noch gibt. Hulagu eroberte 1256 im Auftrag seines Bruders endgültig Persien und beendete die Herrschaft der Ismailiten (Assassinen) im Elburs, eroberte Bagdad und beendete damit das sunnitische Abbasiden-Kalifat. Hulagu’ s-Dynastie begründete in Iran und Irak das Reich der Ilchane, das bis 1353 Bestand hatte und nach mehrereen hundert Jahren der politischen Zerrissenheit eine iranische Renaissance bereitete . Marco Polo hielt sich drei Jahre in seinem Reich auf, bevor er nach die Seidenstrasse nach China zum Grossen Khan weiterzog.

    Bei der Eroberung der Festung Alamut gibt es gute Gründe anzunehmen, dass der gefangengehaltene herausragende (shiitische) Mathematiker und Astronom Al-Tusi den Plan für die Festung an Hulagu verraten hat. Al-Tusi nahm später am Feldzug Hulagus gegen die Abbasiden und 1258 n.Chr. an der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen teil. Er hat auch eine kurzen Bericht über die Eroberung Bagdads geschrieben.   Al-Tusi wurde von Hulagu , weil er wissenschaftlich interessiert war, mit grssem Respekt behandelte und Al-Tusi wurde ein wichtiger politischer Ratgeber des Khans und sein Hofastronom. Er erhielt später von ihm den Auftrag, die Sternwarte von Maragha in der persischen Provinz Aserbaidschan zu errichten. Dort waren neben islamischen Forschern auch christliche armenische und georgische sowie chinesische Mathematiker und Astronomen beteiligt. Sie bestimmten z.B. die jährliche Präzession der Äquinoktien (Tag-Nachtgleichen) mit fast heutiger Genauigkeit. Al-Tusi ist außerdem der Autor von “Zidsch-Ilchani” (Tafel der Ilchane), welche die Position der Sterne und Planeten mittels verbesserten aber immer noch ptlomäischen Models beschreibt. Für sein Modell der Planetenbewegungen hatte al-Tusi die Tusi-Paare eingeführt, eine Methode eine oszillierende Linearbewegung durch die Überlagerung zweier Kreisbewegungen auszudrücken. Kopernikus verwandte ein ganz ähnliches mathematisches für die Behandlung der Trepidation. Einer von al-Tusi’s wichtigste mathematische Beiträge war die Schaffung der Trigonometrie als mathematische Disziplin. Vieles was heute als islamische Wissenschaft aus diesem Zeitabschnitt definiert wird, ist persischen bzw. asiatischen Ursprungs.

    Nochmaliger Aufstieg der Nestorianer

    Christen wurden von Hulagu weitgehend verschont und die Schiiten sollen die Mongolen bei der Zerschlagung des sunnitischen Kalifats unterstützt haben. Die Nestorianer feierten die Mongolen nach deren Siegen über die Araber in Mesopotamien und Syrien im Jahr 1259 als ihre Befreier und genossen bei den Mongolen hohe Achtung.  Viele Frauen der Mongolenherrscher waren Nestorianer mit Einfluss auf politische Entscheidungen. Jahr 1330 soll es mehr als 30.000 nestorianische Christen in China gegeben haben.

    Untergang der Nestorianer

    Ab dem 13. Jahrhundert, nach der Islamisierung der Mongolen und östlichen Turkvölker, folgte aber die nahezu vollständige Vernichtung. Aus politischen Gründen nahm der mongolische Herrscher Persiens den Islam an.   So war das 14. Jh. für die Nestorianer eine Zeitspanne innerer Auszehrung auch durch Übertritt der Eliten zum Islam im Rahmen des Dhimmi Systems. In diesem Zustand brach über die Nestorianer und andere morgenländische Christen ein maßloses Unglück herein: Timur Lenk (1336-1405) erklärte sich unter Verfugung auf den Koran zum Erneuerer des mongolischen Weltreiches und fügte den Nestorianern größten Schaden zu. Doch nicht nur in ihrem Stammgebiet, dem Zweistromland, erlitt die nestoriranische Kirche schwerste Einbußen, auch die Gemeinden in Zentral- und Ostasien erloschen. Die Stellung des Christentums in Asien ging unter wie die im Mittleren Osten, seiner Geburtsstätte des Christentums fünf hundert Jahre früher.

    silkroad

    Die spätere Entwicklung in China ist römisch-katholischen und stark mit dem Namen Matteo Ricci verknüpft, der im Jahr 1582 nach China. Als er 1610 als Li Mat-tou, seinem an das Chinesische angepassten Namen stirbt, schrieb der chinesische Kaiser Shen-tsung in einem Nachruf auf Matteo Ricci: “Er ist zu uns gekommen, uns Barmherzigkeit und Liebe zu lehren, und wir haben ihn als Gast aufgenommen. Er ist wahrhaftig einer von uns geworden, und in ihm haben wir dem Westen die Hand gereicht.
    1601 kam Ricci schließlich nach Beijing und dort auch in die “Verbotene Stadt”; er erhielt die Erlaubnis, sich in der Hauptstadt niederzulassen. Bald konnten ihm weitere Jesuiten aus Europa folgen. Wegen seiner mathematischen, geographischen und astronomischen Fähigkeiten wurde dann auch Kaiser Wanli auf ihn aufmerksam. Ricci war Vermittler zwischen zwei gegensätzlichen Kulturen. Die Chinesen überzeugte er durch christliche Verkündigung, interkulturelles Verständnis und mit hervorragenden Kenntnisse der Wissenschaft. Die Jesuiten waren mit ihrer Methode einer Bekehrung durch Wissenschaft zunächst ungeheuer erfolgreich in China. Von Ferdinand Verbiest wurde die Pekinger Sternwarte neu eingerichtet. Die Astronomie hatte in China eine große Tradition. Die Kenntnis des “rechten Augenblicks” gab einem genauen Kalender eine fundamentale Bedeutung. Hier konnten die Jesuiten Matteo Ricci, Johannes Schreck, Johann Adam Schall, Ferdinand Verbiest ansetzen. Schreck brachte das eben erst von Galilei erfundene Teleskop nach China mit und verfasste 1626 verfasste ein chinesisches Traktat darüber. Johannes Kepler schickte ihm 1627 seine damals genauesten astronomische Tabellen, die in China sofort eifrig studiert wurden. Schrecks Nachfolger wurde Adam Schall, seinerseits gefolgt von Ferdinand Verbiest, der 1674 die Pekinger Sternwarte mit den „neuesten“ europäischen Instrumenten (nach Tycho de Brahe) ausstattet.

    Die römisch-katholische Kirche vergibt eine zweite Chance für das Christentum.

    Als Papst Clemens XI. ein Verbot der chinesischen Bräuche aussprach, verbot Kaiser Yongzheng 1724 das Christentum in China, das kirchliche Leben wurde in den Untergrund abgedrängt. Nochmals wurde eine einmalige Chance war vertan. Das Reich der Mitte blieb auf sich bezogen und an den Anliegen der europäischen Kultur und Christentum nicht interessiert.

    Noch ein Hinweis. Diese Essays erheben nicht den Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit. In diesem Bereich der Wissschafts- und Religionsgeschichte geht aber in zunehmenden Masse Objektivität verloren. Speziell die neuere deutsche Literatur und im Netz oft mit viel Geld erzeugte obskure Propaganda, aber auch wikipedia  sollte mit  Englischer, Französischer und “antiquarischer  Literatur” kritisch hinterfragt werden. “The sh..t piles up so fast in” de-constructed history, “you need wings to stay above it”.

    Anhang:

    Konzil von Chalzedon 451

    We, then, following the holy Fathers, all with one consent, teach people to confess one and the same Son, our Lord Jesus Christ, the same perfect in Godhead and also perfect in manhood;
        truly God and truly man, of a reasonable [rational] soul and body;
        consubstantial [co-essential] with the Father according to the Godhead, and consubstantial with us according to the Manhood;
        in all things like unto us, without sin;
        begotten before all ages of the Father according to the Godhead, and in these latter days, for us and for our salvation, born of the Virgin Mary, the Mother of God, according to the Manhood;
        one and the same Christ, Son, Lord, only begotten, to be acknowledged in two natures, inconfusedly, unchangeably, indivisibly, inseparably;
        the distinction of natures being by no means taken away by the union, but rather the property of each nature being preserved, and concurring in one Person and one Subsistence, not parted or divided into two persons, but one and the same Son, and only begotten God, (the Word, the Lord Jesus Christ;
        as the prophets from the beginning [have declared] concerning Him, and the Lord Jesus Christ Himself has taught us, and the Creed of the holy Fathers has handed down to us.

  • Katholische Kirche machte Frieden mit der Aufklärung

    Katholische Kirche machte Frieden mit der Aufklärung

    Von der Wertung eines gläubigen Christen sind viele der (politischen und philosophischen) Standpunkte Papst Benedikts zur Aufklärung zu verteidigen.  Letztlich sollen vier Punkte angesprochen werden:

    1. Es ist eine epochale Verblendung, der Glaube habe den heutigen Menschen nichts mehr zu sagen weil er Vernunft und Aufklärung widerspreche.
    2. Umgekehrt gilt auch, das nicht Vernunft und Aufklärung schuld an der derzeitigen Wertekrise und Kampf gegen das (katholische) Christentum sind.
    3. Es gibt Pathologien der Vernunft und Pathalogien des Glaubens.
    4. Alle diese Fragen haben im globalen, interkulturellen Kontext heute notwendigerweise eine weitere Dimension.

    Im wesentlichen ist Kampf gegen das Christentum oder die Ruf nach Modernisierung  z.B. ein eurozentisches Problem. es ist das Problem eines in mehrfacher Hinsicht sterilen Kontinents mit komischer Selbstüberschätzung.  Die katholische Kirche wächst in drei Kontinenten   Europa und die spirituellen Weiterentwicklung wird demnächst dort ihren Schwerpunkt haben.  2010 sind Europa: 588′, Südamerika 544′, Afrika 493 ‘, Asien 352’ Christen und 2050 werden Europas Christen nur noch 15% der Weltchristen ausmachen und Nordamerika 10%.

    1) Die Böse Moderne – Versuch einer Begriffsbestimmung

    Die sogenannte böse Moderne, definiert dort im BLOG als Rationalismus, Materalismus, Positivismus, Postmoderne, Nihilismus, Relativismus, Aufklärung usw. hat wie der Islam kein Lehramt.  Nur leider ist die deutsche Misere – die “böse antireligöse Moderne” ( ich vermute gemeint war im BLOG  hauptsächlich die Postmoderne) eben nicht in Kants Idealismus und vermutlich nicht mal in der Vernunft begründet, sondern im deutschen Nihilismus (Nietzsche) und französischem Jakobinertum (Rousseau). Der deutsche Idealismus mündete ja in den Mythos eines Vernunftglaubens mit starken Bezügen zur deutschen Romantik die Kant eigentlich auf den Kopf stellt. Nach Nietzsche braucht nur der Schwache eine Religion und Moral. Der freie Mensch fordert heute in Deutschland den starken Staat mit institutionalisiertem Positivismus als Religionsersatzund natürlich das Gottesreich auf Erden. Zumindest das Paradies wie Jung einmal sagte – als eine Art milde regierter Kindergarten weit weg von Kants Gedanke von der Selbstgesetzgebung durch Vernunft. Die Leiterin darf auch mal über die Stränge schlagen. Ziemlich viele Widersprüche? Korrekt, daher würde ich das “Böse Moderne” für Deutschland so definieren:

    • Absage an  Aufklärung und Vernunft (ratio)
    • Hinwendung zu Emotionalität und Mythos eines (heimlich abgelehnten)Vernunftglaubens
    • Ablehnung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich Philosophie und Religion
    • Hinwendung zu moralischem Subjektivismus oder Relativismus mit Fraktionalisierung in widersprechende Gruppen
    • Absage an traditionelle Bindungen und Solidarität mit Bekämpfung des autonomen Subjekts durch Bevormundung
    • Hinwendung zu radikaler Pluralität mit Unterdrückungstendenzen (oft der Mehrheit) im Namen von Toleranz und  Freiheit
    • Feminismus und Multikulturalismus
    • Dekonstruktion als Mittel der Manipulation

    Dieses Moderne hat dabei eine eher irrationale Substanz und lebt von der Negation und Dünkel des Übermenschen der Gott nicht braucht. Es ist aber auf sich selbst bezogen gar  nicht relativistisch, sondern vertritt Überzeugungen mit demselben Absolutheitsanspruch religiöser Fundamentalisten. Dies Moderne vermag zwar außerhalb der materiellen Sphäre keine eigenen positiven Werte hervorzubringen, greift aber mit religiösem Eifer alle positiven Werte des Christentums, jede Tradition und jede Moral an.  Einzig positive besetzte Konzept sind die des “edlen Wilden” und “Ich leide also bin ich” (Bruckner).  Unter internationalen und globaler Sicht, ist die Meinung (von einer immer schneller schrumpfenden Zahl von Katholiken in Europa und Deutschland) wasden nun in der Kirche modernisiert werden soll, von geringer und abnehmender Relevanz.

    Es ist daher schwierig,  das “böse Moderne” auf bestimmte Positionen festzunageln. Wenn man tiefer sieht, stößt man aber allerdings tatsächlich auf so etwas wie moderne Dogmen.  Man ist beispielsweise kulturrelativistisch nicht bereit, islamischen Staaten die Steinigung von Frauen zuzugestehen. Nein, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wird zumindest vordergründig universell, kulturübergreifend und insofern absolut proklamiert. Allerdings, gibt es schon Widersprüche, z.B. bei Erbrecht und Erziehungsrecht z.B. der Scharia welche die Mehrheitsgesellschaft dialektisch den edlen Wilden gegenüber aushalten muss. Ein moralischer Subjektivismus oder Relativismus ist ja grundsätzlich in sich widersprüchlich, jedenfalls dann, wenn er normative Geltung beansprucht, z.B. Gut, ich trete zwar für Leben und körperliche Unversehrtheit ein, finde es aber okay, wenn du aus deiner Perspektive eine andere Ansicht hast und Frauen steinigst. Damit wird auch deutlich, wohin eine solche Position führt: zum Recht des Stärkeren.

    Was die katholische Kirche betrifft, will die veröffentliche Meinung, dass sie interne Positionen – z. B. zu Zölibat und Frauenordination – ändern soll. Dieses Ansinnen kann aber nicht ernsthaft vertreten, wer nicht von verbindlichen Normen – etwa vom Gleichheitsgrundsatz oder einer kurzsichtigen Interpretation desselben – ausgeht. Denn damit kann man nicht begründen, wieso die Kirche, eine Religion, ihre Liturgie und Rituale an die sogenannte Moderne anpassen sollte. Hinter diesem Ansinnen verbirgt sich doch ein gar nicht so zahmer Absolutismus – und die Frage stellt sich dann, was hinter diesem Absolutismus steht: Wenn der christliche Gott als Quelle wegfällt, weil man ihn für nichtexistent hält, bleibt dem Menschen bestenfalls die Vernunft möglicherweise aber sanfter (die EU) oder harter (Hitler, Stalin, Pol Pot, Mao) Totalitarismus.

    2) Glauben und Aufklärung ergänzen sich

    Die Zulänglichkeit menschlicher Vernunft oder überhaupt die Vorstellung einer universellen (kultur- und zeitunabhängigen) Vernunft ist jedoch zu recht Zweifeln ausgesetzt. Allein durch sein Vertrauen in die menschliche Vernunft wird Papst Benedikt XVI. ironischerweise zum Vertreter der Aufklärung, dieses Vertrauen hängt aber bei ihm aber an der Annahme eines Schöpfergottes, wobei es nicht ausreicht, diesen Gott, wie Kant, lediglich als regulative Moral zu definieren.Woher sollte die menschliche Vernunft ihr Vermögen, verbindliche Wahrheiten und verbindliche Normen zu erkennen, beziehen? Wodurch ist diese Vernunft gerechtfertigt? Die deutsche Romantik hat der Vernunft eine deutliche Absage erteilt die in Deutschland, wiederbelebt in den 20ern des letzten Jahrhunderts zu Faschismus führte. Papst Benedikt XVI, damals noch Kardinal Ratzinger hat dies ziemlich auf den Punkt gebracht:, spricht von einer “faktischen Nichtuniversität der beiden grossen Kulturen des Westens, der Kultur des christlichen Glauben und wie dienigie der säkularen Rationalität”.  Sowohl Wissen schaft wie Mehrheiten geben letztlich keine Antworten auf ethische Fragen.  Die religöse und ethische Welformel gibt es im Rahmen der Interkulturalität schon gar  nicht.  Kardinal Ratzinger stellt daher zwei zielführende Thesen auf:

    • Korrelation von Vernunft und Glauben, Vernunft und Religion, die sich gegegenseitig reinigen und heilen uns sich gegenseitig anerkennen müssen.
    • Konkretisierung dieser These im interkulturellen Kontext unserer Gegenwart.

     Das ist eine sehr diplomatische Absage sowohl an Fundamentalismus, wie an Relativismus. Alle Fundamentalisten giessen ja Wertung des Ist-Zustandes eines dekanten Lands in Begriffe wie “Aufklärung”, “Der Westen”, religionsneutral, “böse Moderne”.  Kant misstraute übrigens der alleinigen Vernunft und stellte nur klar das man mit den Sinnen die Welt nicht richtig erfassen kann. Das war entscheidend für Kopernikus und Kepler. Unter Unmündigkeit versteht Kant das Unvermögen (die Unfähigkeit), sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Der unmündige Mensch folgt ohne selbständiges Denken anderen Menschen, Gruppen, Einrichtungen und Einflüssen von außen. Autoritäten werden nicht in Frage gestellt. Richtig ist, ohne diese Wende, auch ohne Trennung von Kirche und Staat wären der Westen (als Hochkultur) noch in einer fundamentalistischen, rückständigen Welt in der kein grosser Unterschied zwischen Salafisten und Christen besteht. Sind wir aber nicht.

    Ich kann mich einem Gegensatz zwischen Glauben und Aufklärung nicht anschließen. Papst Benedikt hat sich in einer Grundsatzrede in Prag zur Trennung von Staat und Kirche bekannt. Aufklärung und reinen Positivismus ohne Moral (und Glaube) hält er hingegen für steril und inhärent totalitär. Wie ich das verstehe, meint der Papst (richtigerweise) eine solche Einseitigkeit führe eine seelenlose Gesellschaft, der unbegrenzten Selbstbestimmung und von Befreiungstheologen: “ Ich habe das grausame Antlitz dieser atheistischen Frömmigkeit unverhüllt gesehen“. Anderseits warnte er in seinem legendären Treffen mit Jürgen Habermas im Januar 2004 in München: Verzerrungen der Religion“ entstünden immer dann, „wenn der reinigenden und strukturierenden Rolle der Vernunft im Bereich der Religion zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.“ Sein Kernargument ist “Vernunft und Glaube bräuchten sich; sie seien „zu gegenseitiger Reinigung und Heilung berufen“. Nicht einmal Christus stellt Religion in allen Punkten über den Staat: “Gebt des Kaisers was des Kaisers ist”.

    Genau deswegen stellen Gläubige von Religionen die Ihren “Frieden mit der Aufklärung gemacht haben, für den modernen Westen keine Bedrohung dar. Die Loyalität der Gläubigen gilt in erster Linie der Wahrheit.

    3)  “Westliche Kultur” basiert auf Christentum.

    Nach dem Grundgesetz sind wir (Deutschland – die EU schon eher) kein “religiös neutraler” Staat, sondern ein demokratischer Staat mit Freiheit der Religionsausübung. Keineswegs setze ich “Errungenschaften der modernen Gesellschaft”, mit religiöser oder moralischer Indifferenz, mit grenzenlosem Individualismus und Atheismus (eine Ersatzreligion) gleich.   Kernsätze der Rede im Deutschen Bundestag von Papst Benedikt XVI:

    •  “Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden”.
    • “Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit.”
    • ” Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?”

    Der Papst hielt im Bundestag eine elegante Rede. Ich bezweifle allerdings, dass diese Perlen bei unseren Abgeordneten und in unserer größtenteils wertelosen Gesellschaft ankamen.  Wenn Deutschlands “böse Moderne” damit gemeint ist, wäre richtiger zu sagen: Deutschland ist religionsleer und orientierungslos und bereit zur Aufnahme von jeglichen primitiven Religionen, Patchwork-Ersatzreligionen oder totalitärer Systeme, seien es politischer oder religiöser Art oder voraufklärerischen Religionen die eine Mischform sind. Der postmoderne Westen ist im totalen Indifferentismus, und zur Transzendenz kaum noch fähig. Ich bin trotdem strikt dagegen Bücher (wie die Verteilung des Korans) grundsätzlich zu verbieten. Eine Demokratie hat aber meine Erlaubnis, sich gegen jede Gruppe politisch, administrativ oder rechtlich zu wehren, auch wenn sie sich als religiös definiert, welche mittels politischer Majorisierung (Einschüchterung und Unterdrückung der Mehrheit) und kultureller Unterwanderung unsere Freiheit und Errungenschaften der Aufklärung gefährdet. Auch eine Theokratie ist keine Lösung. Kants „kopernikanische“ Einsicht war, dass nicht unsere Erkenntnis sich nach den Gegenständen, sondern umgekehrt, die Gegenstände sich nach der Erkenntnis richten.Kopernikus erweiterte und widerlegte beispielsweise das ptolemäisches Weltbild, m Gegensatz zum Islam, der teilweise bis zum Anfang des 19. Jahrhundert daran festhielt.

    4) Theologische Aspekte der Tiefenpsychologie

    Man kann Leistungen von Wissenschaft und Philosophie in der Zeit des Hellenismus und Mittelalter d.h. vor der Aufklärung  und die Leistung nach der Aufklärungkaum überschätzen.

    Die Zeit der und nach der Aufklärung führte zu den drei Kränkungen des Menschen:

    • Kopernikanische Kränkung (Erde/Mensch nicht Zentrum der Welt).
    • Darwinistische Kränkung (Mensch nicht Krone der Schöpfung)
    • Freud (Mensch nicht Herr im eigenen Haus, das Ich vom Unbewussten fremdgesteuert

    Jung definierte im Gegensatz zu Freud Religion als  ureigenstes Bedürfnis jedes Menschen (C. G. Jung), und er zeigte mit der Individuation einen Weg zum Selbst und zur Transzenden auf, der das Bewusste (Rationale) und Unbewusste miteinander in Verbindung bringt. Mir scheint das ist im Rahmen der Archetypen sehr ähnlich der Korrelation von Vernunft und Glauben, Vernunft im im interkulturellen Kontext unserer Gegenwart, den Papst Benedikt vorstellte.  Weder der  Religionsbegriff von Kant, noch gar von Freud ist zielführend,  schon eher der von C.G. Jung, der seinen Kant aber gut kannte.  C. G. Jung ist durchaus üblich (na ja geduldet) in der heutigen katholischen Kirche, auch in dem Teil der nicht den Verirrungen der Verbandskatholiken unterliegt. Allerdings am anderen Ende des Spektrums, als der Blog es vermutlich ist.

    Nachsatz

    Das Weltbild, das ich im BLOG spürte, hatte mehr mit einem fundamentalistischen Entwurf zu tun als mit einem Christentum, welches den Frieden mit der Aufklärung gemacht hat.Es war hochinteressant mit diesem Blogger diskutieren, denn ein ferner Punkt kann der Ortsbestimmung dienlich sein. Der Staat steht in den letzten Fragen nicht über dem persönlichen Glaubensbekenntnis der Religion, aber die Religion steht nur in Religionsdiktaturen über dem Staat. Deshalb nochmal: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist…“. Ich bin strikt dagegen Bücher (wie die Verteilung des Korans) grundsätzlich zu verbieten. Eine Demokratie hat aber meine Erlaubnis, sich gegen jede Gruppe politisch, administrativ oder rechtlich zu wehren, auch wenn sie sich als religiös definiert, welche mittels politischer Majorisierung (Einschüchterung und Unterdrückung der Mehrheit) und kultureller Unterwanderung unsere Freiheit und Errungenschaften der Aufklärung gefährdet.  Kant hält für Aufklärung und einem Freiwerden von Vorurteilen das Selbstdenken für zentral. Wenn Menschen nicht selbst denken, nicht die eigene Vernunft gebrauchen, bleiben sie im Zustand der Unmündigkeit.