Tag: Gnostic

  • “Der gnostische Jung und die sieben Reden an die Toten” von Stephan A. Hoeller

    “Der gnostische Jung und die sieben Reden an die Toten” von Stephan A. Hoeller

    C.G. Jung ließ die “Septem Sermones ad Mortuoa” (Sieben Reden an die Toten – Transcript), die er in der Zeit seiner Krise um 1916 verfasst hatte, als Broschüre im Privatdruck erscheinen. Im Buchhandel war sie lange nicht erhältlich, aber  verschenkte sie gelegentlich an Freunde.

    Die Schrift besitzt gerade in der heutigen Zeit immer noch eine hochgradige Aktualität, in der heftige, aber trivialisierte Diskussionen zwischen Esoteriker, Bibelgläubigen, Nichtsgläubigen und Materialisten ablaufen. Die tiefe Sehnsucht nach der Religion, welche C.G. Jung konstatiert, wird von den immer sterileren Kirchen und der immer anti-religiöseren Gesellschaft  – speziell der veröffentlichen Meinung – schwer gemacht.
    “Septem Sermones ad Mortuoa” enthält bildhafte Andeutungen oder Vorwegnahmen von Gedanken, die in Jungs wissenschaftlichem Werk später eine Rolle spielten, vor allem die Gegensatznatur zwischen Innerlichkeit und Ichbewusstsein und das Streben nach Ganzheit. Das Denken in Paradoxien, Methaphern und die reichen Allegorien war es, das Jung bei den Gnostikern – und den östlichen Religionen – angezogen hatte. Deshalb schrieb er unter dem “Pseudonym”  des Gnostiker Basilides (Anfang des 2.Jahrhunderts AD.).  Manche Gedanken erinnern mich an den Tao Te Ching,   wie ja die nicht-christliche Gnostik durch persisches Gedankengut inspiriert sein könnte:

    Die Toten kamen zurück von Jerusalem, wo sie nicht fanden, was sie suchten. Sie begehrten bei mir Einlass und verlangten bei mir Lehre und so lehrte ich sie:
    Höret: Ich beginne beim Nichts. Das Nichts ist dasselbe wie die Fülle. Das Nichts oder die Fülle nennen wir das PLEROMA.

    Vergleiche:
    Der TAO ist ewig ohne Schöpfung,  aber Nichts bleibt ungemacht.

    C. G. Jung hielt zum Teil an der Terminologie des Gnostiker Basilides, z.B. Abraxas fest. Kommend aus der Iris-Mythologie Ägyptens, spielte Abraxas eine große Rolle in der Gnosis der ersten nachchristlichen Jahrhunderte. Abraxas taucht bei C. G. Jung als der „Schreckliche” auf, der mit demselben Wort oder derselben Tat zugleich Wahrheit und Lüge, Gut und Böse, Licht und Finsternis erzeugen kann. Auch Hermann Hesse, einmal ein Patient von C.G. Jung,  erwähnt Abraxas in einen seiner Romane „Demlan“ als Gottheit, die gute und böse Elemente in sich vereint.

    C. G. Jungs Sieben Reden an die Toten ist wie “Das Rote Buch” ein Zeugnis, in denen er nicht als Wissenschaftler spricht, uns an seiner Suche in alle Richtungen teilhaben lässt. Stephan Stephan A. Hoeller, ein Kenner des antiken Gnostizismus wie auch der Psychologie C. G. Jungs gibt in diesem Buch einen sehr stimmungsvollen Prolog aus der Wiener Nachkriegszeit über den Magier von Zürich und sehr gute Einführungen zu den einzelnen “Reden”.

  • C. G. Jungs “Antwort auf Hiob” und das “Johannes Evangelium”

    C. G. Jungs “Antwort auf Hiob” und das “Johannes Evangelium”

    Gnostiker sind besonders angetan von dem Markenzeichen “Logos” in der Einleitung des Johannes Evangeliums, welches C.G. Jung, in seinem Buch “Antwort auf Hiob”, ja auch sofort als “Nous” oder Sophie interpretiert. Viele Kritiker meinen, dass das Johannes Evangelium ein gnostisches Evangelium ist und gnostische Sprache und Begriffe verwendet. Er beschreibt Sophie (Weisheit) als die Gemahlin von Jahwe,  eine gute “Co-Autorin” dieses Demiurgen, dem Schöpfer der materiellen Welt.  Nach C.G. Jung versagt, der Demiurg (bei den Gnostikern ein ignoranter Halbschöpfer), als Gott bei Hiob und ist als Schöpfer unserer materiellen Welt der „Urheber der Übel” ,  der seine Sache mit den Menschen schlecht gemacht hat unter tatkräftiger und zugelassener Obstruktion des Satans.  Eine Lösung ist ein neuer Ansatz, ein neuer Sohn. Dieser Christus soll wie Adam, leidensfähig und sterblich, andererseits “nicht bloßes Abbild, sondern Gott selber sein, als Sohn den Vater verjüngend.”  Als Sohn Marias, die wie leicht ersichtlich, ein Abbild Sophies ist, ist Jesus Logos (synonym mit “Nous” ein Begriff von Aristoteles) als solcher auch Werkmeister der Schöpfung.

    Philo (20 BC – 50 BC), ein hellenisierter Jude aus Alexandrien, verwendete den Ausdruck “Logos, um ein unvollkommenes göttliches Sein (Demiurge) zu bezeichnen. Er folgte der platonischen Unterscheidung zwischen unvollständiger und vollkommene Idee – Demiurge (Halbschöpfer) kommt aus den platonischen und neoplatonischen Schulen. Das Johannes Evangelium identifiziert “Logo”  dagegen direkt mit Jesus. Für Christen ist Johannes Evangelium 1,1 somit ein zentraler Text, welcher die Dreieinigkeit erklärt und das Vater, Jesus, und der Heiliger Geist gleichgestellt und Eins sind.

    Dieser erste Vers im Johannes Evangelium  reflektiert die “Schöpungsgeschichte” und ist eine der sprachlich schönsten und mächtigsten Stellen der Bibel:

    Am Anfang war der Logos das Wort, und das Wort
    war Gott, und Gott war das Wort.
    Dieses war im Anfang bei Gott.
    Alles ist durch dies geworden und es ward auch
    nicht eines von dem, was geworden.
    In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht
    der Menschen. Das Licht leuchtet in der Finsternis,
    doch die Finsternis hat es nicht ergriffen.

    •  „Im Anfang war das Wort“: Die Person, von der hier geschrieben wird – Jesus Christus, der Sohn Gottes – ist als solche ewig. Denn in jedem Anfang, den man sich (aus)denken könnte, war Er schon. Und Er wird das „Wort“ genannt. Das heißt, Er ist der vollkommene und vollständige Ausdruck Gottes. Er ist es immer schon gewesen.
    •  „Und das Wort war bei Gott“: Dieses Wort wird unterschieden von Gott. Es war eine Person, die bei Gott war. Wenn jemand bei einer anderen Person ist, dann kann er unmöglich diese Person sein. Er muss eine eigene Identität haben. So wird das Wort – der Sohn Gottes – von Gott unterschieden.
    • „Und das Wort war Gott“: Wenn auch das Wort von Gott unterschieden wird, so ist es zugleich dennoch Gott. Es ist wesensgleich mit Gott, weil es Gott ist.
    • „Dieses war im Anfang bei Gott“: Die Person, die das Wort ist – also der Sohn – war in dieser Beziehung schon immer – im Anfang – bei Gott und Gott. Er wurde nicht erst Gott, Er kam nicht erst in die Beziehung Vater-Sohn, als Er auf diese Erde kam. Nein, vor Grundlegung der Welt, schon immer, war das Wort der Sohn.
    • ” …und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut”: Das Johannes-Evangelium schildert das Leben Jesu also von der Ewigkeit her.

    Und damit ist nur eine Besonderheit dieses einzigartigen Evangeliums genannt, das im Quartett der Evangelien eine Sonderstellung einnimmt.  Folgende grobe Gliederung erscheint möglich:

    1. Einleitung: Kapitel 1,1-18
    2. Der öffentliche Dienst des Sohnes Gottes: Kapitel 1,19-12,50
    3. Der Dienst und die Worte des Sohnes für die Familie Gottes: Kapitel 13,1-17,26
    4. Tod und Auferstehung: Kapitel 18,1-20,31
    5. Prophetischer Ausklang: Kapitel 21

    Nach Ansicht mancher ist das Johannes Evangelium im ersten Viertel des zweiten Jahrhunderts entstanden. Der Verfasser ist laut Evangelium der Apostel Johannes, Jesu Lieblingsjünger. Historisch ist dies umstritten, kirchliche Lehre gibt daher eher Ende des ersten Jahrhunderts an. Sicher ist: Der Autor hat sich viel stärker als die anderen drei Evangelisten mit einer Lehre auseinandergesetzt, die das junge Christentum schließlich entschlossen als Irrlehre bekämpfte: die so genannte Gnosis (griechisch: Erkenntnis).

    In gnostischer Sicht war der Kosmos ein dualistisches Weltbild, gespalten in ein Reich des Materiellen und eine himmlische Lichtwelt. Die Seele des Menschen war ein Splitter des Lichts, der auf der Erde gefangen ist im Leib des Menschen. Erkenntnis – Gnosis – war der Weg zur Erlösung, die Erinnerung an die eigene Herkunft aus dem Licht. Die materielle Welt war nach dieser Lehre  erfüllt von „Einsamkeit“, von „furchtbarer Angst“ vor dämonischen Mächten.  Alle Lebensvollzüge erscheinen als „vergiftet, dämonisch infiziert“. Wie im Buddhismus besteht die Welt aus Leiden. Sogar der Gott der Gnosis, wenn man den Dimurgen so nennen will, war lebens- und weltfeindlich, unfähig zu lieben und zu leiden, vor allem: uneins mit seiner Schöpfung. Der wahre Gott ist im Hintergrund ist radikal Nicht-Welt.

    Jesu Weltoffenheit dagelegen, die Offenheit, mit der er auf Geächtete, auf Sünderinnen, auf vermeintlich Unreine, auf schuldig Gesprochene zugeht, diese Furchtlosigkeit, mit der er sich der Welt öffnet – all das war eine radikal gute Botschaft. Sprache wird für Johannes zu einem mystischen Tor zwischen der Welt Gottes und der des Menschen. Das ist nicht nur theologische Theorie – dieser Ansatz formt die Sprache bei Johannes in einzigartiger Weise.  „Im Wort war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen.“ Johannes setzt der Mystik von Bildern eine Mystik des Wortes gegenüber, und zwar des schöpferischen, göttlichen Wortes, das die Schöpfung trägt.

    Sprache entfaltet sich bei Johannes allegorisch: Ein Wort bezeichnet ein Ding und etwas anderes; die Materie glänzt auf einmal vor Sinn und Vieldeutigkeit. Da sind etwa die vielen „ICH bin“-Worte Jesu – Worte voll theologischer Kraft: Ich bin die Wahrheit, die Auferstehung und das Leben, ich bin der gute Hirte, „ich bin die Tür, wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden“.  Gott hatte sich Moses gegenüber als der „Ich bin, der ich bin“ offenbart (2. Mo 3, 13-15).  Johannes greift diesen Namen Gottes ganz besonders wieder auf und es ist Jesus selbst, der diesen Namen für sich in Anspruch nimmt und damit eigene Herrlichkeiten verbindet. Sieben verschiedene spezielle Herrlichkeiten seiner Person fügt Jesus dem betonten „ICH bin“ hinzu. Der messianische Anspruch wird in solchen Worten mit einer unerhörten Vollmacht beansprucht und zugleich in einer poetischen Dichte, die einzigartig ist im Neuen Testament.

    “Ich bin das Brot des Lebens”, sagt er beim Stichwort Essen. Als seine Jünger ihn einmal suchten, fanden und dann fragten: „Rabbi, wann bist du hergekommen?“, da antwortet er auf die banale Frage mit einer Meditation über das Suchen, die in einer Selbstoffenbarung gipfelt: „Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“

    In solchen Passagen wird immer wieder deutlich: Die ganze Welt, das Leben, jedes Detail und jeder Lebensvollzug ist so etwas wie eine Metapher für Höheres. Die Außenseite der Welt spiegelt den Himmel wieder; man muss nur hinsehen oder eben hinhören, denn all das ist ja verborgen in der Sprache, im Wort, das für Johannes göttlichen Ursprungs ist und dessen Abglanz jedes Menschenwort mit Geist erfüllt.

    Bei Johannes ist eine einschließende Sinnfülle zu spüren. Erlösung und Gotteserkenntnis sind keine Geheimwissenschaft für Eingeweihte, sondern liegen offen und klar zu Tage. Die Welt ist ein Zeichen, das von Gott kommt und auf ihn zurückweist. Das ist das Evangelium, die frohe Botschaft.

    Johannes, „der Jünger, den Jesus liebte“,  beschrieb hauptsächlich die göttliche Seite: Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in Seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben (3,35-36). In den Abschiedsreden Jesu findet sich echter Trost: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (16,33).

    Die letzten Worte im Johannes-Evangelium künden von diesem Glauben an die Fülle und die Nähe Gottes: „Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Wenn aber eins nach dem andern aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären.“

  • Das fünfte Evangelium von Thomas

    Das fünfte Evangelium, wurde vom Jünger Thomas verfasste.  Das „Thomas-Evangelium“ beinhaltet 114 Verse und scheint überwiegend Regeln für das Leben im Allgemeinen zu beinhalten. Es wird eine Parallele gezogen, von einigen Deutern des Evangeliums, dass die Bergpredigt auf der einen Seite Regeln für das „äußere“ Leben berge, während das „Thomas-Evangelium“ diese für das „innere“ Leben darstelle. Der Ausspruch „Ungläubiger Thomas“ kommt schon aus dieser Zeit und reicht bis in unsere Gegenwart. Er war ein Galiläer mit dem Namen Didymos Thomas, wobei dieser seltsame Name vor Thomas aus dem Griechischen kommt und „Zwilling“ bedeutet, und einer der zwölf Jünger Jesus war. 

    Das Thomasevangelium zeigt gnostische Anklänge aber zeigt  die Welt als Schöpfung des Vaters  (d. h. es steht kein oberster Gott dem Schöpfergott gegenüber), widerspricht so der Gnosis.  Die gemeinsam mit dem Thomasevangelium in Nag Hammadi gefundenen Texte sind allerdings überwiegend gnostisch.
    Das Thomasevangelium wurde von den Manichäern benutzt, einer sich ab ca. 250 ausbreitenden Religion mit gnostischen Neigungen. Aber auch das Johannesevangelium wurde von Gnostikern benutzt, ohne von der Kirche als gnostisch bezeichnet zu werden (Obwohl das Johannesevangelium wie das Markussevangelium nach Meinung mancher, durchaus ebenfalls gnostische Anklänge zeigt).
    Es ist unrichtig, dass die katholische Kirche das Evangelium des Thomas unterdrückt oder nicht zulässt.  Es wird nur nicht erwähnt. Ich habe erst vor kurzem in einer Bibellesung von einem sehr offen´eingestellten Mönch davon erfahren.  Natürlich gab es in den ersten Jahrhunderten der noch jungen Christengemeinden nicht “die” katholische Kirche (im Gegensatz zu anderen christlichen Kirchen), wie wir sie heute erleben sondern unzähliche Abspaltung und Varianten.  Es war vielmehr so, dass die maßgeblichen Kirchenväter der ersten Jahrhunderte sich auf Konzilien immer wieder zusammensetzten und beratschlagten: Was ist die authentische und wahre Lehre Jesu Christi? Viele Quellen, die eine gewisse regionale Bedeutung erlangten, setzten sich bei diesem langwierigen Prozess der Kanonisierung der Heiligen Schriften nicht durch. Sie waren nicht mehrheitsfähig – aus welchen Gründen im Einzelnen auch immer. Der gesamte Kanonisierungsprozess der Heiligen Schrift, das also, was wir heute mit “der Bibel” bezeichnen, dauerte immerhin bis zur Zeit der Reformation – also annähernd 1400 Jahre.

    Moderne wissenschaftliche Exegeten haben inzwischen hinlänglich bewiesen (siehe Lexikon für Theologie und Kirche, Herder zum Thema) dass das sog. Thomas Evangelium zum größten Teil keine “Erstquelle” ist, sondern in innerer Abhängigkeit zu bereits vorhandenen, früher entstandenen Evangelien steht.

    Der Prozess der Kanonisierung indes war wichtig und eine Überlebensfrage für die Christen insgesamt. Damals war ein geschriebenes Buch nicht nur eine Seltenheit an sich, sondern immer auch Ausdruck und “Testament” einer einzelnen gelehrten Persönlichkeit seiner Zeit. Dennoch mussten sich die Christen immer wieder gegen abweichende oder unklare Schriften und Meinungen wehren – was sich in zahlreichen Konzilsdokumenten widerspiegelt. Das galt auch für das so genannte Thomas Evangelium, welches besser “die Thomas-Sammlung von Jesus Worten” genannt werden sollte:

    Dies sind die geheimen Worte, die Jesus der Lebende sprach und die Didymus Judas Thomas aufgeschrieben hat.

    (1) Und er sprach: Wer die Interpretation dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

    (2) Jesus sprach: Wer sucht, soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet; und wenn er findet, wird er erschrocken sein; und wenn er erschrocken ist, wird er verwundert sein, und er wird König sein über das All.

    (3) Jesus sprach: Wenn die, die euch (auf Abwege) führen, euch sagen: Seht, das Königreich ist im Himmel, so werden euch die Vögel des Himmels vorangehen; wenn sie euch sagen: es ist im Meer, so werden euch die Fische vorangehen. Aber das Königreich ist in eurem Inneren, und es ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennen werdet, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann werdet ihr in der Armut sein, und ihr seid die Armut.

    (4) Jesus sprach: Der alte Mensch wird nicht zögern in seinem Alter, ein kleines Kind von sieben Tagen zu befragen über den Ort des Lebens, und er wird leben; denn viele Erste werden die Letzten werden, und sie werden ein einziger werden.

    (5) Jesus sprach: Erkenne das, was vor dir ist, und das, was vor dir verborgen ist, wird dir enthüllt werden; denn es gibt nichts Verborgenes, was nicht offenbar werden wird.

    (6) Seine Jünger fragten ihn und sagten zu ihm: Willst du, dass wir fasten? Und wie sollen wir beten und Almosen geben? Und von welchen Speisen sollen wir uns fernhalten? Jesus sprach: Lügt nicht und, was ihr hasst, das tut nicht; denn alles ist offenbar im Angesicht des Himmels; denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird, und es gibt nichts Verborgenes, das bleibt, ohne offenbar zu werden.

    (7) Jesus sprach: Selig ist der Löwe, den der Mensch isst, und der Löwe wird Mensch werden; und verflucht sei der Mensch, den der Löwe frisst, und der Löwe wird Mensch werden.

    (8) Und er sprach: Der Mensch gleicht einem weisen Fischer, der sein Netz ins Meer warf; er zog es aus dem Meer voll von kleinen Fischen; unter ihnen fand er einen großen, schönen Fisch, der weise Fischer. Er warf alle kleinen Fische ins Meer und wählte den großen Fisch ohne Anstrengung. Wer Ohren hat, zu hören, der höre!

    (9) Jesus sprach: Siehe, da ging ein Sämann hinaus, füllte seine Hand und warf (die Samen). Ein Teil davon fiel auf den Weg, die Vögel kamen, sie aufzusammeln. Andere fielen auf den Felsen, und sie schlugen keine Wurzeln in der Erde und brachten keine ähren hervor zum Himmel. Und andere fielen auf die Dornen; sie erstickten die Saat und der Wurm fraß sie. Und andere fielen auf die gute Erde, und sie gab eine gute Frucht zum Himmel; sie brachte sechzig Maß und hundertzwanzig Maß.

    (10) Jesus sprach: Ich habe ein Feuer auf die Welt geworfen, und seht, ich bewache es, bis es sich entzündet.

    (11) Jesus sprach: Dieser Himmel wird vergehen. Und der (Himmel), der darüber ist, wird vergehen; und die Toten sind nicht lebendig, und die Lebenden werden nicht sterben. In den Tagen, in denen ihr esst von dem, was tot ist, macht ihr daraus, was lebendig ist. Wenn ihr Licht sein werdet, was werdet ihr tun? An dem Tag, als ihr eins gewesen seid, seid ihr zwei geworden. Aber wenn ihr zwei geworden seid, was werdet ihr tun?

    (12) Die Jünger sagten zu Jesus: Wir wissen, dass du uns verlassen wirst. Wer ist es, der groß über uns werden wird (= über uns herrschen wird)? Jesus sprach zu ihnen: Wo auch immer ihr herkommt, geht zu Jakobus, dem Gerechten, für den Himmel und Erde gemacht worden sind.

    (13) Jesus sprach zu seinen Jüngern: Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche. Simon Petrus sprach zu ihm: Du gleichst einem gerechten Engel. Matthäus sprach zu ihm: Du gleichst einem weisen Philosophen. Thomas sprach zu ihm: Meister, mein Mund wird es absolut nicht zulassen, dass ich sage, wem du gleichst. Jesus sprach: Ich bin nicht dein Meister, denn du hast dich berauscht an der sprudelnden Quelle, die ich hervorströmen ließ. Und er nahm ihn und zog sich zurück und sagte ihm drei Worte. Als Thomas aber zu seinen Gefährten zurückgekehrt war, fragten sie ihn: Was hat dir Jesus gesagt? Thomas sprach zu ihnen: Wenn ich euch eines der Worte sage, die er mir gesagt hat, werdet ihr Steine nehmen und sie gegen mich werfen, und ein Feuer wird aus den Steinen hervorkommen und euch verbrennen.

    (14) Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr fastet, werdet ihr euch eine Sünde zuschreiben; und wenn ihr betet, werdet ihr verdammt werden; und wenn ihr Almosen gebt, werdet ihr Böses an eurem Geist tun.

    Wenn ihr in irgendein Land eintreten werdet und in den Gebieten wandert, wenn man euch empfängt, dann esst, was auch vorgesetzt wird; heilt die unter ihnen, die krank sind. Denn das, was in euren Mund hineingeht, wird euch nicht beflecken; aber das, was euren Mund verlässt, das ist es, was euch beflecken wird.

    (15) Jesus sprach: Wenn ihr den seht, der nicht aus der Frau geboren ist, werft euch mit dem Gesicht zur Erde und betet ihn an. Dieser ist euer Vater.

    (16) Jesus sprach: Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu bringen. Und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, Uneinigkeiten auf die Erde zu bringen, Feuer, Schwert, Krieg. Denn es werden fünf in einem Haus sein: drei werden gegen zwei und zwei werden gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn, der Sohn gegen den Vater, und sie werden als Einzelne dastehen.

    (17) Jesus sprach: Ich werde euch geben, was kein Auge gesehen und was kein Ohr gehört und was keine Hand berührt hat und was noch nie aus dem menschlichen Geist hervorgegangen ist.

    (18) Die Jünger sagten zu Jesus: Sage uns, wie unser Ende sein wird. Jesus sprach: Da ihr den Anfang entdeckt habt, warum sucht ihr das Ende? Denn da, wo der Anfang ist, wird auch das Ende sein. Selig, wer sich an den Anfang halten wird, denn er wird das Ende erkennen, und er wird den Tod nicht schmecken.

    (19) Jesus sprach: Selig der, der war, bevor er wurde. Wenn ihr meine Jünger werdet und wenn ihr auf meine Worte hört, werden euch diese Steine dienen. Denn ihr habt fünf Bäume im Paradies, die verändern sich nicht, weder im Sommer noch im Winter, und deren Blätter fallen nicht. Derjenige, der sie kennt, wird den Tod nicht schmecken.

    (20) Die Jünger sagten zu Jesus: Sage uns, was mit dem Himmelreich zu vergleichen ist. Er sprach zu ihnen: Es ist gleich einem Senfkorn, dem kleinsten unter allen Samen; aber wenn es auf beackerten Boden fällt, kommt aus ihm ein großer Zweig hervor, der ein Schutz für die Vögel des Himmels wird.

    (21) Maria sprach zu Jesus: Wem gleichen deine Jünger?

    Er sprach: Sie gleichen kleinen Kindern, die sich auf einem Feld niedergelassen haben, das ihnen nicht gehört. Wenn die Herren des Feldes kommen, werden sie sagen: Lasst uns unser Feld. Sie (die Jünger) sind ganz nackt (wehrlos) in ihrer (der Herren) Gegenwart, damit sie es ihnen lassen und ihnen ihr Feld geben.

    Darum sage ich: Wenn der Herr des Hauses weiß, dass der Dieb kommen wird, wird er wachen, bevor er kommt; und er wird ihn nicht in das Haus seines Königreiches eindringen lassen, um seine Dinge mitzunehmen. Ihr aber, wacht angesichts der Welt; gürtet eure Lenden mit einer großen Kraft, dass die Räuber keinen Weg finden, um zu euch zu kommen. Denn der Mangel, den ihr jetzt vorrausseht, sie werden ihn finden. Unter euch möge doch jeder ein weiser Mann sein! Als die Frucht gereift ist, ist er sofort gekommen, seine Sichel in der Hand, und hat sie gemäht. Wer Ohren hat, zu hören, der höre.

    (22) Jesus sah Kleine, die gesäugt wurden. Er sprach zu seinen Jüngern: Diese Kleinen, die gesäugt werden, gleichen denen, die ins Königreich eingehen. Sie sagten zu ihm: Wenn wir also Kinder werden, werden wir (dann) in das Königreich eingehen? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr aus zwei eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr aus dem Männlichen und dem Weiblichen eine Sache macht, so dass das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist und wenn ihr Augen macht statt eines Auges und eine Hand statt einer Hand und einen Fuß statt eines Fußes, ein Bild statt eines Bildes, dann werdet ihr in das Königreich eingehen.

    (23) Jesus sprach: Ich werde euch auswählen, einen unter tausend und zwei unter zehntausend, und sie werden dastehen, als wären sie ein einziger.

    (24) Seine Jünger sagten: Belehre uns über den Ort, an dem du bist, denn es ist notwendig für uns, dass wir ihn suchen. Er sprach zu ihnen: Wer Ohren hat, der höre! Es ist Licht nur im Inneren des Menschen des Lichts, und er erleuchtet (ihm) die ganze Welt. Wenn es (einem) nicht scheint, ist Finsternis.

    (25) Jesus sprach: Liebe deinen Bruder wie deine Seele; wache über ihn wie über deinen Augapfel.

    (26) Jesus sprach: Den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, den siehst du; aber den Balken, der in deinem Auge ist, den siehst du nicht. Wenn du den Balken aus deinem Auge gezogen hast, dann wirst du (klar) sehen; um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.

    (27) Jesus sprach: Wenn ihr nicht fastet in der Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden; wenn ihr den Sabbat nicht feiert wie den Sabbat, werdet ihr den Vater nicht sehen.

    (28) Jesus sprach: Ich stand in der Mitte der Welt, und ich habe mich ihnen im Fleisch offenbart. Ich habe sie alle betrunken gefunden; ich habe niemanden unter ihnen durstig gefunden, und meine Seele wurde betrübt über dieMenschenkinder; denn sie sind blind in ihrem Herzen. Und sie sehen nicht, dass sie leer in die Welt gekommen sind, sie versuchen die Welt auch leer zu verlassen. Aber nun sind sie betrunken. Wenn sie ihren Wein abschütteln, so werden sie bereuen (Buße tun).

    (29) Jesus sprach: Wenn das Fleisch zur Existenz gelangt ist wegen des Geistes, so ist das ein Wunder. Aber wenn der Geist (zur Existenz gelangt ist) wegen des Leibes, so ist das ein Wunder der Wunder. Aber ich, ich wundere mich darüber, wie dieser große Reichtum in dieser Armut gewohnt hat.

    (30) Jesus sprach: Wo drei Götter sind, da sind es Götter; wo zwei oder einer ist, da werde ich mit ihm sein.

    (31) Jesus sprach: Kein Prophet wird in seinem Dorf aufgenommen, kein Arzt heilt die, die ihn kennen.

    (32) Jesus sprach: Eine Stadt, die auf einem Berg gebaut ist, erhöht und befestigt, kann nicht fallen, noch kann sie verborgen werden.

    (33) Jesus sprach: Das, was du mit deinem einen Ohr (im Vertrauen) hörst, dem anderen Ohr verkünde es (beim Gespräch) auf euren Dächern. Denn niemand zündet eine Lampe an, um sie unter den Scheffel zu stellen, noch um sie an einen verborgenen Ort zu stellen; sondern man stellt sie auf einen Leuchter, damit jeder, der eintritt und hinausgeht, ihr Licht sieht.

    (34) Jesus sprach: Wenn ein Blinder einen Blinden hinter sich her zieht, fallen sie beide hinunter in eine Grube.

    (35) Jesus sprach: Es ist nicht möglich, dass jemand in das Haus des Mächtigen eintritt und es mit Gewalt nimmt, es sei denn, er bände ihm die Hände; dann wird er sein Haus plündern.

    (36) Jesus sprach: Sorgt euch nicht vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen, mit was ihr euch bekleiden werdet.

    (37) Seine Jünger sagten: An welchem Tag wirst du dich uns offenbaren, und an welchem Tag werden wir dich sehen? Jesus sprach: Wenn ihr eure Scham nackt gemacht habt, wenn ihr eure Kleider nehmen und unter eure Füße legen werdet, wie die kleinen Kinder, und auf sie tretet, dann werdet ihr den Sohn des Lebendigen sehen und ihr werdet euch nicht fürchten.

    (38) Jesus sprach: Oft habt ihr gewünscht, diese Worte zu hören, die ich euch sage, und ihr habt keinen anderen, von dem ihr sie hören könnt. Tage werden kommen, da ihr mich suchen und nicht finden werdet.

    (39) Jesus sprach: Die Pharisäer und die Schriftgelehrten haben die Schlüssel zur Erkenntnis erhalten, und sie haben sie versteckt. Sie sind auch nicht eingetreten, und die, die eintreten wollten, haben sie nicht eintreten lassen. Aber ihr, seid klug wie die Schlangen und rein wie die Tauben.

    (40) Jesus sprach: Ein Weinstock ist gepflanzt worden außerhalb des Vaters; und da er nicht befestigt ist, wird er ausgerissen werden mit seiner Wurzel, und er wird verderben.

    (41) Jesus sprach: Wer (etwas) in seiner Hand hat, dem wird gegeben werden; und dem, der nicht hat, wird man auch das Wenige, das er hat, nehmen.

    (42) Jesus sprach: Seid Vorübergehende!

    (43) Seine Jünger sagten zu ihm: Wer bist du, der du uns diese Dinge sagst? Jesus sprach zu ihnen: Von dem, was ich euch sage, wisst ihr nicht, wer ich bin? Doch ihr seid wie die Juden geworden; denn sie lieben den Baum und hassen seine Frucht, und sie lieben die Frucht und hassen den Baum.

    (44) Jesus sprach: Wer den Vater lästert, dem wird man verzeihen, und wer den Sohn lästert, dem wird man verzeihen; aber dem, der den Heiligen Geist lästert, dem wird man nicht verzeihen, weder auf der Erde noch im Himmel.

    (45) Jesus sprach: Man erntet nicht Trauben von Dornensträuchern, noch pflückt man Feigen von Weißdornsträuchern, sie geben keine Frucht. Denn ein guter Mensch bringt Gutes aus seinem Schatz hervor; ein böser Mensch bringt böse Dinge aus seinem Schatz hervor, der in seinem Herz ist, und er sagt böse Dinge, denn aus dem Überfluss des Herzens bringt er böse Dinge hervor.

    (46) Jesus sprach: Von Adam bis Johannes dem Täufer ist unter den Kindern der Frauen kein höherer als Johannes der Täufer zu dem Zweck, dass seine Augen unverstellt bleiben. Aber ich habe gesagt: Wer unter euch klein wird, wird das Königreich erkennen und wird höher sein als Johannes.

    (47) Jesus sprach: Es ist unmöglich, dass ein Mensch zwei Pferde besteigt, (und) dass er zwei Bogen spannt; und es ist nicht möglich, dass ein Diener zwei Herren dient, es sei denn, er ist ehrerbietig dem einen gegenüber, und den anderen verhöhnt er. Niemand trinkt alten Wein und wünscht sofort, neuen Wein zu trinken. Und man gießt nicht neuen Wein in alte Schläuche, damit sie nicht verderben; und man gießt nicht alten Wein in einen neuen Schlauch, damit er ihn nicht verderbe. Man näht nicht einen alten Flicken auf ein neues Gewand, denn es würde ein Riss entstehen.

    (48) Jesus sprach: Wenn zwei Frieden schließen unter sich in demselben Haus, werden sie dem Berg sagen: Versetze dich, und er wird sich versetzen.

    (49) Jesus sprach: Selig die Einsamen und die Erwählten, denn ihr werdet das Königreich finden, denn ihr seid aus ihm gekommen, und und ihr werdet dahin zurückkehren.

    (50) Jesus sprach: Wenn sie zu euch sagen: ‘Woher kommt ihr?’, dann sagt zu ihnen: ‘Wir kommen aus dem Licht, daher, wo das Licht aus sich selbst heraus geboren ist. Es hat sich erzeugt, und es hat sich in ihrem Bild offenbart.’ Wenn sie zu euch sagen: ‘Wer seid ihr?’, dann sagt: ‘Wir sind seine Söhne, und wir sind die Auserwählten des lebendigen Vaters.’ Wenn sie euch fragen: ‘Welches ist das Zeichen eures Vaters in euch?’, sagt zu ihnen: ‘Es ist Bewegung und Ruhe.’

    (51) Seine Jünger sagten zu ihm: An welchem Tag wird die Ruhe der Toten eintreten, und an welchem Tag wird die neue Welt kommen? Er sprach zu ihnen: Was ihr erwartet, ist gekommen, aber ihr erkennt es nicht.

    (52) Seine Jünger sagten zu ihm: Vierundzwanzig Propheten haben in Israel gesprochen, und sie haben alle von dir gesprochen. Er sprach zu ihnen: Ihr habe den vor euren Augen Lebendigen ausgelassen, und ihr habt von den Toten gesprochen.

    (53) Seine Jünger sagten zu ihm: Ist die Beschneidung nützlich oder nicht? Er sprach zu ihnen: Wenn sie nützlich wäre, würde ihr Vater sie schon beschnitten in ihrer Mutter zeugen. Aber die wahre Beschneidung im Geist hat vollen Nutzen gehabt.

    (54) Jesus sprach: Selig sind die Armen, denn euer ist das Himmelreich.

    (55) Jesus sprach: Wer seinen Vater und seine Mutter nicht hasst, kann nicht mein Jünger werden. Und wer nicht seine Brüder und seine Schwestern hasst und wer nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.

    (56) Jesus sprach: Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden; und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

    (57) Jesus sprach: Das Königreich des Vaters ist gleich einem Menschen, der eine gute Saat hatte. Sein Feind kam in der Nacht und säte Unkraut unter die gute Saat. Der Mensch erlaubte ihnen nicht, das Unkraut auszureißen. Er sprach zu ihnen: [Ich erlaube es nicht,] damit ihr nicht geht, das Unkraut auszureißen, und den Weizen mit ihm ausreißt. Am Tag der Ernte wird das Unkraut sichtbar werden; man wird es ausreißen und verbrennen.

    (58) Jesus sprach: Selig der Mensch, der gelitten hat; er hat das Leben gefunden.

    (59) Jesus sprach: Schaut auf den Lebendigen, solange ihr lebt, damit ihr nicht sterbt und dann versucht, ihn zu sehen. Ihr werdet ihn nicht sehen können.

    (60) Sie sahen einen Samariter, der ein Lamm trug und nach Judäa ging. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Was will dieser mit dem Lamm? Sie sagten zu ihm: Es töten und essen. Er sprach zu ihnen: Während es lebt, wird er es nicht essen, sondern nur, wenn er es tötet und wenn es ein Leichnam wird. Sie sagten: Anders kann er es nicht tun. Er sprach zu ihnen: Auch ihr, sucht einen Ort zur Ruhe, damit ihr nicht ein Leichnam werdet und gegessen werdet.

    (61) Jesus sprach: Zwei werden ruhen auf einem Bett, einer wird sterben, der andere wird leben. Salome sprach: Wer bist du, Mensch, wessen Sohn? Du bist auf meinen Stuhl gestiegen und hast an meinem Tisch gegessen. Jesus sprach zu ihr: Ich bin der, der aus dem hervorkommt, der gleich ist[?]; es sind mir Dinge meines Vaters gegeben. Salome sprach: Ich bin deine Jüngerin. Jesus sprach zu ihr: Darum sage ich: Wenn er gleich ist, ist er voller Licht; aber wenn er geteilt ist, wird er voller Dunkelheit sein.

    (62) Jesus sprach: Ich sage meine Geheimnisse denen, die meiner Geheimnisse würdig sind. Was deine Rechte tut, soll deine Linke nicht wissen.

    (63) Jesus sprach: Es war einmal ein reicher Mann, der hatte viel Besitz. Er sprach: ich werde mein Vermögen benutzen, um zu säen, zu ernten, zu pflanzen, meine Speicher mit Früchten zu füllen, auf dass mir nichts fehle. So waren seine Gedanken in seinem Herzen; und in dieser Nacht starb er. Wer Ohren hat, der höre.

    (64) Jesus sprach: Ein Mann hatte Gäste; und nachdem er das Mahl zubereitet hatte, schickte er seinen Diener, um die Gäste einzuladen. Er ging zum ersten und sprach zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Der sprach: Ich habe Geld bei Kaufleuten; sie werden heute Abend zu mir kommen, ich werde gehen und ihnen Aufträge geben. Ich entschuldige mich für das Mahl. Er ging zu einem anderen und sprach zu ihm: Mein Herr hat dich eingeladen. Dieser sprach zu ihm: Ich habe ein Haus gekauft; und man braucht mich für einen Tag. Ich werde keine Zeit haben. Er ging zu einem anderen und sprach zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Dieser sprach zu ihm: Mein Freund wird sich verheiraten, und ich mache das Mahl. Ich kann nicht kommen. Ich entschuldige mich für das Mahl. Er ging zu einem anderen, er sprach zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Er sprach zu ihm: Ich habe einen Bauernhof gekauft; ich werde gehen, den Zins zu erhalten. Ich kann nicht kommen. Ich entschuldige mich. Der Diener kam zurück und sprach zu seinem Herrn: Die, die du eingeladen hast zum Mahl, lassen sich entschuldigen. Der Herr sprach zu seinem Diener: Geh hinaus auf die Wege, bring die mit, die du finden wirst, damit sie essen. Die Verkäufer und Händler werden den Ort meines Vaters nicht betreten.

    (65) Er sprach: Ein ehrbarer Mann hatte einen Weinberg. Er gab ihn Winzern, damit sie in ihm arbeiteten und er die Früchte von ihnen bekäme. Er schickte seinen Diener, damit die Winzer ihm die Frucht des Weinbergs geben. Die Winzer ergriffen seinen Diener, schlugen ihn, und sie hätten ihn beinahe erschlagen. Der Diener ging davon und sagte es seinem Herrn. Sein Herr sprach: Vielleicht hat er sie nicht erkannt. Er schickte einen anderen Diener und die Winzer schlugen auch diesen. Nun schickte der Herr seinen Sohn. Er sprach: Vielleicht werden sie Respekt haben vor meinem Sohn. Die Winzer, als sie erfuhren, dass er der Erbe des Weinbergs ist, packten ihn und töteten ihn. Wer Ohren hat, der höre.

    (66) Jesus sprach: Zeigt mir den Stein, den die Bauleute verworfen haben: Er ist der Eckstein.

    (67) Jesus sprach: Wer die ganze Welt kennt, doch das Eine nicht, dem fehlt alles.

    (68) Jesus sprach: Selig seid ihr, dass man euch hassen wird und dass man euch verfolgen wird, und sie selbst werden keinen Platz finden, wo man euch verfolgt hat.

    (69) Jesus sprach: Selig sind die, die von ihrem Herzen getrieben werden; es sind diese, die den Vater in Wahrheit erkannt haben. Selig sind die hungern, um den Bauch dessen zu füllen, der es wünscht.

    (70) Jesus sprach: Wenn ihr dies in euch erworben habt, wird euch das, was ihr habt, retten. Wenn ihr dies nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch sterben lassen.

    (71) Jesus sprach: Ich werde dieses Haus zerstören, und niemand wird in der Lage sein, es wieder aufzubauen.

    (72) [Ein Mann sprach] zu ihm: Sage meinen Brüdern, dass sie die Güter meines Vaters mit mir teilen sollen. Er sprach zu ihm: O Mensch, wer hat mich zu einem Teiler gemacht? Er wandte sich seinen Jüngern zu. Er sprach ihnen: Bin ich denn ein Teiler?

    (73) Jesus sprach: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet aber den Herrn, dass er Arbeiter für die Ernte schickt.

    (74) Er sprach: Herr, es sind viele um den Brunnen, aber keiner ist in dem Brunnen.

    (75) Jesus sprach: Es gibt viele, die an der Tür stehen, aber es sind die Einsamen, die in das Brautgemach eintreten werden.

    (76) Jesus sprach: Das Königreich des Vaters ist gleich einem Kaufmann, der Ware hatte und der eine Perle fand. Dieser Kaufmann war weise. Er verkaufte die Ware, er kaufte die Perle allein. Sucht auch ihr den Schatz, der nicht aufhört und dauert, dort, wo die Motte nicht hinkommt, um zu fressen, und wo auch kein Wurm zerstört.

    (77) Jesus sprach: Ich bin das Licht, das über allen ist. Ich bin das All; das All ist aus mir hervorgegangen, und das All ist zu mir gelangt. Spaltet das Holz, ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.

    (78) Jesus sprach: Warum seid ihr ausgezogen auf das Feld? Um ein Schilfrohr im Winde schwanken zu sehen? Und um einen Menschen zu sehen, der weiche Kleider an hat? Seht eure Könige und Vornehmen, diese haben weiche Kleider an, und sie können die Wahrheit nicht erkennen.

    (79) Eine Frau aus der Menge sprach zu ihm: Glücklich der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die dich genährt haben. Er sprach zu ihr: Glücklich sind die, die das Wort des Vaters gehört haben und die es bewahrt haben in Wahrheit. Denn es werden Tage kommen, da ihr euch sagen werdet: Glücklich der Leib, der nicht empfangen hat, und die Brüste, die nicht Milch gegeben haben.

    (80) Jesus sprach: Wer die Welt erkannt hat, hat den Leib gefunden; aber wer den Leib gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

    (81) Jesus sprach: Wer reich geworden ist, soll herrschen, und wer die Macht besitzt, soll sie aufgeben.

    (82) Jesus sprach: Wer mir nahe ist, der ist dem Feuer nahe, und wer fern von mir ist, ist fern vom Königreich.

    (83) Jesus sprach: Die Bilder sind dem Menschen offenbart, aber das Licht, das in ihnen ist, ist verborgen im Bild. Das Licht des Vaters wird sich offenbaren, aber sein Bild ist durch sein Licht verborgen.

    (84) Jesus sprach: Wenn ihr eure Ebenbilder seht, werdet ihr erfreut sein. Aber wenn ihr eure Ebenbilder seht, die vor euch existierten, die nicht sterben noch sich offenbaren, wie viel werdet ihr dann ertragen?

    (85) Jesus sprach: Adam ist aus einer großen Kraft hervorgekommen und aus einem großen Reichtum, und er war eurer nicht würdig; denn wenn er würdig gewesen wäre, hätte er den Tod nicht geschmeckt.

    (86) Jesus sprach: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel haben ihr Nest, aber der Sohn des Menschen hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen und sich ausruhen kann.

    (87) Jesus sprach: Elend ist der Leib, der von einem Leib abhängig ist, und elend ist die Seele, die von diesen beiden abhängt.

    (88) Jesus sprach: Die Engel und die Propheten werden zu euch kommen, und sie werden euch geben, was euer ist. Und ihr selbst, was in euren Händen ist, gebt es ihnen und sagt euch selbst: An welchem Tag werden sie kommen, um zu empfangen, was das ihre ist?

    (89) Jesus sprach: Warum wascht ihr das Äußere der Trinkschale? Versteht ihr nicht, dass der, der das Innere gemacht hat, auch der ist, der das Äußere gemacht hat?

    (90) Jesus sprach: Kommt zu mir, denn mein Joch ist leicht, und meine Herrschaft ist mild, und ihr werdet Ruhe für euch finden.

    (91) Sie sagten zu ihm: Sage uns, wer du bist, damit wir an dich glauben. Er sprach zu ihnen: Ihr prüft das Aussehen des Himmels und der Erde, und den, der vor euch ist, habt ihr nicht erkannt, und diese Gelegenheit wisst ihr nicht zu prüfen?

    (92) Jesus sprach: Sucht, und ihr werdet finden; aber was ihr mich in diesen Tagen gefragt habt und was ich euch nicht gesagt habe, jetzt gefällt es mir, es zu sagen, und ihr fragt nicht danach.

    (93) Jesus sprach: Gebt nicht, was heilig ist, den Hunden, damit sie es nicht auf den Misthaufen werfen. Werft keine Perlen vor die Schweine, damit sie sie nicht … [unrein?] machen.

    (94) Jesus [sprach]: Wer sucht, der wird finden, und der, der an das Innere anklopft, dem wird geöffnet werden.

    (95) Jesus sprach: Wenn ihr Geld habt, verleiht es nicht mit Wucher, sondern gebt … dem, von dem ihr es nicht wiederbekommen werdet.

    (96) Jesus sprach: Das Königreich des Vaters ist gleich einer Frau. Sie nahm ein wenig Sauerteig, verbarg ihn im Teig und machte davon große Brote. Wer Ohren hat, der höre.

    (97) Jesus sprach: Das Königreich des [Vaters] ist gleich einer Frau, die einen Krug voller Mehl trug. Sie ging auf einem weiten Weg. Der Henkel des Kruges brach, das Mehl verstreute sich hinter ihr auf den Weg. Sie wusste es nicht, sie hatte das Unheil nicht wahrgenommen. Als sie in ihr Haus kam, stellte sie den Krug auf den Boden und fand ihn leer.

    (98) Jesus sprach: Das Königreich des Vaters ist gleich einem Mann, der wollte einen Edlen töten. Er zog in seinem Haus das Schwert und durchstach die Mauer, um herauszufinden, ob seine Hand stark genug wäre. Dann tötete er den Edlen.

    (99) Die Jünger sagten zu ihm: Deine Brüder und deine Mutter sind draußen. Er sprach zu ihnen: Diese hier, die den Willen meines Vaters tun, die sind meine Brüder und meine Mutter; sie sind es, die in das Königreich meines Vaters eingehen werden.

    (100) Sie zeigten Jesus ein Goldstück und sagten zu ihm: Die Leute des Kaisers verlangen von uns Steuern. Er sprach zu ihnen: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und gebt Gott, was Gottes ist. Und was mein ist, das gebt mir.

    (101) Jesus sprach: Wer nicht seinen Vater und seine Mutter hasst, wird nicht mein Jünger werden können. Und wer seinen Vater und seine Mutter nicht liebt wie ich, wird nicht mein Jünger werden. Denn meine Mutter … [?], aber meine wahre Mutter, sie gab mir das Leben.

    (102) Jesus sprach: Wehe den Pharisäern, denn sie gleichen einem Hund, der in dem Trog der Rinder liegt; denn er frisst nicht, noch lässt er die Rinder fressen.

    (103) Jesus sprach: Selig der Mensch, der weiß, wann in der Nacht die Diebe kommen werden, damit er aufstehe, seine [Sachen?] sammle und sich die Lenden gürte, bevor sie eintreten.

    (104) Sie sagten zu ihm: Komm, lass uns heute beten und fasten. Jesus sprach: Welches ist denn die Sünde, die ich begangen habe, oder worin bin ich besiegt worden? Aber wenn der Bräutigam aus der Brautkammer hinausgegangen sein wird, dann lasst sie fasten und beten.

    (105) Jesus sprach: Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?

    (106) Jesus sprach: Wenn ihr aus zwei eins macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden; und wenn ihr sagt: Berg, gehe weg, wird er sich wegbewegen.

    (107) Jesus sprach: Das Königreich ist gleich einem Hirten, der hundert Schafe hatte. Eines, das das größte war, verirrte sich; er verließ die neunundneunzig und suchte das eine, bis er es gefunden hatte. Danach, als er so viel Mühe gehabt hatte, sprach er zu dem Schaf: ich liebe dich mehr als die neunundneunzig.

    (108) Jesus sprach: Wer von meinem Mund trinkt, wird werden wie ich, und ich werde wie er, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren.

    (109) Jesus sprach: Das Königreich ist gleich einem Mann, der in seinem Acker einen versteckten Schatz hatte, von dem er nichts wusste. Und als er gestorben war, vererbte er ihn seinem Sohn. Der Sohn wusste davon nichts; er nahm dieses Feld und verkaufte es. Und der, der es gekauft hatte kam. Er pflügte und fand den Schatz. Er begann, Geld gegen Zinsen denen zu verleihen, die er wollte.

    (110) Jesus sprach: Wer die Welt gefunden hat und reich geworden ist, der soll auf die Welt verzichten.

    (111) Jesus sprach: Die Himmel und die Erde werden sich aufrollen in eurer Gegenwart, und der Lebendige, hervorgegangen aus dem Lebendigen, wird nicht Tod noch Furcht sehen.

    Denn Jesus sagt: Wer sich selbst findet, dessen ist die Welt nicht würdig.

    (112) Jesus sprach: Wehe dem Fleisch, das von der Seele abhängig ist; wehe der Seele, die vom Fleisch abhängig ist.

    (113) Seine Jünger sagten zu ihm: Das Königreich, an welchem Tage wird es kommen? Jesus sprach: Es wird nicht kommen, indem man darauf wartet. Man wird nicht sagen: Seht, hier ist es, oder: Seht, dort ist es. Sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.

    (114) Simon Petrus sprach zu ihnen: Maria soll aus unserer Mitte fortgehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig. Jesus sprach: Seht, ich werde sie ziehen, um sie männlich zu machen, damit auch sie ein lebendiger Geist wird, vergleichbar mit euch Männern. Denn jede Frau, die sich männlich macht, wird in das Himmelreich gelangen.

    Quellen:

    http://www.earlychristianwritings.com/thomas.html
    – Thomas Evangelium aus dem Englischen von Stephen Patterson and Marvin Meyer

  • Roots of Carl Gustav Jung in Gnosticism, Christianity, Buddhism and Taoism

    The relationship of the depth psychologist Carl Gustav Jung with Carl Gustav Jung in Gnosticism, Christianity, Buddhism and Taoism, religion, in particular Gnosticism and Zen Buddhism is of great interest. Religion and its psychological interpretation by C.G. Jung, which is based entirely on empirical facts, is ambiguous and often rejected, or – too frequently – simply ignored. To understand Carl Gustav Jung correctly is not simple. He was it more mystic than systematic. On the other hand we miss often the necessary cultural impartiality to understand the meaning of his terms.
    True, Jung’s ideas are cited frequently, but for some reason the systematic body of thought he left behind has not attracted Jungian’s as enrichment of spirituality of our age. In this essay I would like to draw attention to what I see as an unnecessary closure in Jung’s idea of the psyche and to suggest how its opening could provide a (my) missing link between Humanism,  Christianity, Gnostic thoughts as well as Taoism and Buddhism.
    The body of writings Jung left behind is intimidating and fascinating. The sheer volume of his output, which continues to grow as notes from his seminars and other unpublished material are added, makes it more and more unlikely that one becomes familiar with the whole writings. For the same reason, general readers, as me but also commentators, and critics, tend to dip into his writings randomly according to their needs and to rely on secondary sources for general outlines of his thought. As a result, Jung’s model of the psyche, the wealth of his mystic, religious and historical references can be interpreted in  many ways also due to Jung’s language of ambiguity.

    For C. G. Jung the religious function of the soul is of importance because it contributes an important part to find the  transcendental and mental wholeness.  I want to explore Jung’s  view on individuation the  Self and/or God image and it is transcendental value to the conscious Ego:

    • Is God for C.G. Jung only a projection of the soul, a purely internal-mental reality of the soul?
    • Does Jung’s concept of Self represent the “imago Dei” like Christian belief postulates – man as the image of God?
    •  Is the Self after the individuation process a result similar as obtained through Buddhism?
    •  Provided Taoism the fundamental formative influence on C.G Jung’s notion of “synchronicity,” correlative parallels between the inner and the outer realms of experience?
    •  Or is C.G Jung a Gnostic, as his remark indicates: “Ich glaube nicht, ich weiß.“?
    • Of what  flavour is Jung’s  mysticism – as in any case he was a mystic?

    C. G. Jung’s personal faith
    In its writings Jung does not leave any doubt, which essential meaning religion has for the mental life. He does not regard religion in contradiction with his psychology, but views religion from the psychological point of view. If he speaks of the transcendent, he means it as a psychological term.

    The literature differentiates between three phases in C. G. Jung of faith development.
    a)In the fist phase C. G. Jung interprets the God picture as sublimation of infantile sexuality and projection of the father Imago following Freud (see “The meaning of the father for the fate of the Individual.” 1909). During this time he undergoes his own psychology training.
    b) In the agnosticism phase C. G. Jung increasingly appreciates the psychological function of the religion in their meaning for the future. The conclusion God seems to be explainable as a pure psychological function can be drawn easily from his purely psychological statements. “Der Gottesbegriff ist eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat. Denn diese letzte Fra-ge kann der menschliche Intellekt niemals beantworten, noch weniger kann es irgendeinen Gottesbeweis geben. Überdies ist ein solcher auch gänzlich überflüssig, denn die Idee eines übermächtigen göttlichen Wesens ist überall vorhanden, wenn nicht bewußt, so doch unbewußt, denn sie ist ein Archetypus.” C. G Jung follows Kant who considers metaphysical realities unrecognizable, since only psychological experiences are directly given to humans. It is only necessary to make the archetypical conceptions conscious. “Der Glaube sollte durch Verstehen ersetzt werden.”
    c) The phase with ” Psychology and Religion” (1937) brings new realizations, both to psychological and religious. While he strongly  keeps his empirical point of view, he recognizes now  the religious character of the “Selbst”. Faith and religion lead now to the highest human development and do not only have to be overcome by reasoning.

    1. The science view

    C.G. Jung regards himself as empiric and as such he holds the phenomenological point of view. As a scientist he does not feel himself entitled and competent to use philosophical or metaphysical criteria correctly. One must be careful, however, to restrict this scope too much. From phenomenological view C.G. Jung regards the psyche as only recognizable reality and subsequent ally was blamed that he reduces religion on arbitrary subjective creation. C.G. Jung stressed however, there are humans, who have conceptions of God and God belongs evenly to psychology and religion. According to Jung many hold “the prejudice that the psyche and its contents are nothing more than our own arbitrary invention or more or less illusory product of assumptions and judgment”, but certain ideas do not come from the individual but just impended to  the individual consciousness.
    2. The mystic and alchemist view

    Carl G. Jung pointed out in Aion, Researches into the Phenomenology of the Self (1951), when referring to the coming astrological Age of Aquarius:    “Starting from the star ‘O’ and assuming a Platonic month of 2,143 years, one would arrive at A.D. 2154 for the beginning of the Aquarian Age, and at A.D. 1997 if you start from star ‘a 113.’ The later date agrees with the longitude of the stars in Ptolemy’s Almagest… Since the delimitation of the constellations is known to be somewhat arbitrary, this date is very indefinite.” Kepler believed that the great conjunctions of Jupiter and Saturn in the sign of Pisces truly noted the full beginning of the Age. It should be noted, that here Jung was not using  the mean precession of the constellations. Carl G. Jung  was one of those who dealt most directly with the passage of the Piscean Period to the Age of Aquarius. He analysed astrological imagery embodied in Zodiacal ages in order to deal with the psychological problems of this period of transition. The astrological sign of Pisces is often represented as two fish – one light, the other dark in color – swimming in opposite directions. The Age of Pisces which started roughly at the same time as the birth of Jesus is the period in which Christianity developed and became the normative spiritual influence for much of the world. The Piscean Period, true to its image of the fish going in opposite directions, has been one in which the dominant ideologies have been of opposing dualism: the kingdom of the saved and the world of the damned in Christianity, the dar al-Islam and the dar al-harb (the region of Islam and the region of war) in Islam, the antagonist socialist and capitalist worlds in Marxist thought.— tbc under construction —

    3. The Christian view

    The overwhelming majority of Christians have probably never heard of C. G. Jung, but his influence in the church is vast and affects sermons, books, and activities. One may be more aware of the use of the Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) by management seminaries. Jung’s legacy to “Christian psychology”, however, is both direct and indirect.  Myself as professing Christian, who has been influenced by Jung’s teachings, wants to integrate aspects of Jungian theory into my own understanding of psychotherapy.  To many Jung’s legacy has not enhanced Christianity, as psychotherapy in general has supposedly undermined the doctrines of Christianity. Sigmund Freud’s attitudes towards Christianity were obviously hostile. His colleague Carl Jung, on the other hand, may not be quite as obvious in his disdain for Christianity but he did silently diminished Christian doctrines by putting them at the same level as those of all religions. Just because Jung left room for religion, however, many Christians – and myself  – feel comfortable with his ideas. Thus it is important to look at Jung’s attitudes towards Christianity.  His book “Psychologie und Religion”offers a detailed explanation of the Christian Mass and  “Symbole der Wandlung” describes this context from a much broader (also pagan) view. Jung evidently saw that religion was very meaningful to many people and that religions could be useful (at first) as myths.  His choice to consider and evaluate all myths (and religions) was further influenced by his view of psychoanalysis. According to Viktor Von Weizsaecker, “C. G. Jung was the first to understand that psychoanalysis belonged in the sphere of religion.” One may add, that to deal people who were possessed by demons (or complexes) was the task of priests since the time of Babylon. That Jung’s theories constitute a religion can be seen in his view of God as the collective unconscious and thereby present in each person’s unconscious. For him religions revealed aspects of the unconscious and could thus tap into a person’s psyche. He also used dreams as avenues into the psyche for self-understanding and self-exploration. One can come to the conclusion, that religion was only a tool for him to tap into the self and if a person wanted to use Christian symbols that was fine with him.    — tbc under construction —

    4. The Buddhist view

    There is much in Jung’s distinction between Ego and Self that the Buddhist mind will alien,  just as much of the other way around. Insofar as Jung stands accused of being deceived by vague of terminology, the mere application of his concepts to Buddhist material will not do.  The easiest response is  to cast the matter aside with so simple a wave of the hand and gloss over the efforts that have been made to study the value of Jung’s thought as a bridge from the Christian West to the Yogic, Hindu, Taoist, Tibetan, Mahyna, and Zen, traditions of the East is likely to content only the most dogmatic of temperaments. Insofar as these questions belong to the history of ideas, a tougher, more patient approach is in order – a shift in the basic structure of worldview.  If, as I believe to be the case, the worldviews of Buddhism and Christianity may be cut of the same cloth as the classical cosmos of Jung’s thought,  then the discussion of different ideas of Self and Ego needs some rethinking. Beliefs in higher reality and higher consciousness  are allowed to solicit new formulations or they replace them. What we see happening today—in both Christianity and Buddhism—is a tilt towards the latter, to which the interreligious dialogue may even be adding its weight. The openness to a united view of the psyche and the cosmos, may contribute to it. — tbc under construction —

    5. The Taoist view
    Jung became interested in Taoism by meeting in 1922 Richard Wilhelm, a German missionary to China, who had become in close contact to Taoism. Jung viewed Wilhelm and his work as creating a bridge between East and West. Wilhelm was the messenger from China who was able to express profound things in plain language which disclose something of the simplicity of great truth and deep meaning. Wilhelm had translated and analysed a Taoist healing text The Secret of the Golden Flower to which Jung wrote a psychological commentary published in 1929. Wilhelm had also produced a translation of Lao Tzu’s Tao Te Ching, as well as the I Ching (The Book of Changes) – a widely used book of Chinese divination, some of which predates the rise of Taoism in the 6th century BC. Lao Tzu’s Tao Te Ching is great source of meditation, the statements are mostly in form of a paradox statement.

    The Chinese Taoists were directly concerned with mental health and healing, and there were contemporary healers which Wilhelm had met. The Taoist balance between what could be considered at one level as opposites was close to Jung’s psychoanalytical efforts where he contrasted the introvert and the extrovert, thought and feeling, the person and the shadow.. As Rosen points out, the essential task of Jung’s psychology is to help in the process of “individuation” –a process toward wholeness, which like Taoism is characterized by accepting and transcending opposites.

    As Lao Tzu wrote “Let the Tao be present in your life
    And you will become genuine.
    Whoever is planted in the Tao
    Will not be rooted up.”

    On the nature of tao – From Jung’s Collected Works 6, Psychological Types (1921):  “This psychological attitude is…an essential condition for obtaining the kingdom of heaven, and this in its turn – all rational interpretations notwithstanding – is the central, irrational symbol whence the redeeming effect comes. The Christian symbol merely has a more social character than the related conceptions of the East….
    According to the central concepts of Taoism, Tao is divided into a fundamental pair of opposites, yang and yin. Yang signifies warmth, light, maleness; yin is cold, darkness, femaleness. Yang is also heaven, yin earth. From the yang force arises shen, the celestial portion of the human soul, and from the yin force comes kwei, the earthly part. This not far from C.G. Jungs theory of anima and animus.

    6. The gnostic viewDer Gnostische Jung. Und die sieben Reden an die Toten

    C. G. Jung has shown a pronounced and informed interest in Gnosticism.  In “Den  sieben Reden an die Toten ” he perceived the outstanding psychological relevance of Gnostic insights. Just recently the “Red Book” is available for the interested layman.  Both books were written during his early year, crisis years after her broke with Freud.

    Gnosticism is the knowledge of transcendence arrived at by way of interior, intuitive means (Gnosis). Gnosticism was primarily defined in Christian context also including pre-Christian religious beliefs common to early Christianity, Hellenistic Judaism, Greco-Roman mystery religions, Zoroastrianism (especially Zurvanism), and Neoplatonism. The importance of the Nag Hammadi library, discovered in upper Egypt in 1945, was pointed out by C.G. Jung. His Book “Antwort auf Hiob” is a downright gnostic answer to the Bible´, written with subtile but well meaning irony.

    Jung’s reflections had long been influenced in the thought of the ancient Gnostics to such an extent that some considered them the virtual roots of his  ‘depth psychology’ . In the light of such recognitions one may ask: “Is Gnosticism a religion or a psychology?” The answer is that it may very-well be both, just like Jung’s thought may be interpreted religiously. Most mythologies found in Gnostic scriptures possess psychological relevance and applicability. For instance, the basic Gnostic myth to Aeons, intermediate deific beings who exist between the ultimate, True God and ourselves. They, together with the True God, comprise the realm of Fullness (Pleroma) wherein the potency of divinity operates fully. The Fullness stands in contrast to our existential state, which in comparison may be called emptiness.  The false creator God  bears a close resemblance to the alienated human ego that has lost contact with the  Self. One of the aeonial beings who bears the name Sophia (“Wisdom”), referred to by C.G. Jung many times,  is of great importance to the Gnostic world view and resembles closely the story of the human psyche that loses its connection with the collective unconscious and needs to be rescued by the Self. Analogies of this sort exist in great profusion.

    Gnosticism may possess both a psychological and a religious authenticity. Gnostic psychology and Gnostic religion need not be exclusive of one another but may complement each other within an implicit order of wholeness. Gnostics have always held that divinity is immanent within the human spirit, although it is not limited to it. The convergence of Gnostic religious teaching with psychological insight is thus quite understandable. The Red Book reveals the experiential, Gnostic roots of Jung’s psychology. — tbc under construction —

    Note: This work in progress. I plan to carefully study this issue, fan out in special articles for each subcharter. Right now, I have not make my mind on which of the beliefs C.G. Jung finally leaned. My current guess is, he war great integrator of Eastern Thought – found psychological terms for their concepts – but was more on the Mystic, Gnostic, Alchemist side, although still affiliated to catholic belief (but not the church), as least to Christianity.

  • C.G. Jung’s Red Book and ‘The Seven Sermons to the Dead’

    C.G. Jung’s Red Book and ‘The Seven Sermons to the Dead’

    Seven Sermons to the Dead (Septem Sermones ad Mortuos) is a collection of seven mystical or “Gnostic” texts written and privately published by C.G. Jung, under the title Seven Sermons to the Dead, written by Basilides of Alexandria, the city where East and West meet.

    It is the only portion of his famous, deeply private The Red Book (Liber Novus) that Jung chose to share and privately distribute to select friends and students during his lifetime. Scholars widely consider these sermons to be the “summary revelation” and the foundational psychological nucleus of all of Jung’s later academic work.

    'The Seven Sermons to the Dead'

    Origins of the ‘The Seven Sermons to the Dead’

    • The Pseudonym: Jung did not publish the work under his own name. Instead, he attributed the text to Basilides of Alexandria, a prominent second-century Christian Gnostic teacher. [1, 2]
    • The Setting: Jung framing the sermons as being written in Alexandria, “the city where East and West meet,” to symbolize the bridging of rationalism and mysticism. [1, 2]
    • The Context: Jung wrote the sermons during a intense period of introspection following his 1913 professional split from Sigmund Freud. He referred to this tumultuous time as his “confrontation with the unconscious”.

    The Core Narrative and Structure ‘The Seven Sermons to the Dead’

    The ‘The Seven Sermons to the Dead’ begins with a haunting narrative framing: the spirits of dead Christian crusaders return from Jerusalem because they did not find what they were seeking. They gather at Jung’s house demanding answers, prompting the speaker to deliver seven distinct psychological and cosmological lessons:

    • Sermon I (The Pleroma): Introduces the Pleroma, a Gnostic term for the ultimate, undifferentiated fullness and nothingness where all opposites cancel out. Creation (Creatura) only exists because it differentiates itself from this void.
    • Sermons II & III (God and Abraxas): Introduces Abraxas, a supreme deity higher than both the traditional Christian God and Satan. Abraxas represents a force that unites all opposites, seamlessly blending life and death, good and evil, light and darkness.
    • Sermon IV (The Tree of Life): Explores how humanity splits into multiplicities and outlines the fundamental driving forces of spiritual and physical life.
    • Sermon V (The Community): Focuses on spirituality and the tension between human communities and individual distinctiveness.
    • Sermon VI (The Daemons): Outlines the inner spiritual guides influencing the soul, symbolized by the serpent (earthly sexuality and desire) and the white bird (celestial spirituality). [1]
    • Sermon VII (The Inner Star): Concludes by teaching the dead that man is a gateway to the cosmos. Redemption is found by following one’s own unique, inner guiding star. [1]

    Availability and Influence of ‘The Seven Sermons to the Dead’

    Upon hearing the seventh sermon, the enlightened dead express gratitude and peacefully depart. While the text remained obscure for decades, Jung eventually allowed it to be published as an appendix to his 1962 autobiography, Memories, Dreams, Reflections. Today, you can read or listen to the full text via platforms like the Gnostic Society Library text repository

    ‘The Seven Sermons to the Dead’ is a part of Jung’s Red Book and can be described as its “summary revelation.”

    The Red Book

    The ‘Red Book’ connects aesthetics with an aura of art and secrecy. It touches the layman like me, who gets involved with C.G. Jung, because it is a central work regarding the history of spirituality and it contains  the roots of the works C.G. Jung  with lots of reference to gnosticism. It is also beautiful.

    The publisher, Sonu Shamdasani, a science historian, brings in the introduction the available texts of C. to G. Jung in culture and science-historical context and creates a connection to lives and work of the depth psychologist.

    Contrary to C. G. Jung as scientist,  ‘The Red Book’ documents subjective recordings of a self trial (active imagination). It contains the notes of the ‘Black book,  reflections C.G.Jung wrote down over many years beginning after with separation from Freud. The book was created and  accessible only for good friends and not published formerly. The language appears sometimes emotion-filled, but everyone,  who wrote a diary (particularly during a crisis), may understand this.

    Carl Gustav Jung was 37 when by most accounts he lost his soul. As psychological historian Sonu Shamdasani explained, “Jung had reached a point in 1912 when he’d achieved all of his youthful ambitions but felt that he’d lost meaning in his life, an existential crisis in which he simply neglected the areas of ultimate spiritual concern that were his main motivations in his youth.

    Under no circumstances, we have to reconsider or re-evaluate C.G. Jung after reading this book. `The Red Book’ is, however, nevertheless more than a psychological picture book or an art catalog. Visions and fantasies are large-sized, ornate and colourful held. It is C.G. Jung’s hand written and painted legacy.

    The book records more than its author’s spiritual crisis and is a foretaste of his evolving intellectual path.  Liber Novus (Latin for “New Book”) documents such matters as his conversations with the winged “Philemon” during his daytime walks.  The book records obviously the results of the ‘active imagination’ technique described later in his works.

    C.G. Jung says later: `Everything my work, everything that I created mentally, comes from the initial imaginations and – dream. 1912 began it, that are now nearly 50 years ago. Everything that I did in my later life, is in them already contained, although only in the form of emotions or pictures.  He continues, ‘In uns ist der Weg, die Wahrheit und das Leben’ , which reminds me strongly of modern Christianity. The book comes perhaps on the right time, a time, in which Europe denies its roots. One can call the ‘Red book’ created between 1914 and 1930, a visual dream diary. C. G. Jung qualified his book – whose language and emotions  are often nearly embarrassing – as important documentation of its psychological and mental development.

    No doubt, Jung was captivated by mandala’s, not merely because of his attraction to Eastern philosophy, but also because he thought the circular images represent the self or totality of the personality.  It could be experienced Museum Rietberg “Carl Gustav Jung: Das Rote Buch Le Livre Rouge from December 2010 to March 2011  where Jung’s first-known mandala-inspired work, “Systema mundi totius”,  illustrated in 1916 was on display. The brightly hued circular graphic shows a reference to very gnostic-like text ”The Seven Sermons to the Dead” he wrote 1916/1917. He had a striking parapsychological event in the winter of that year, in which the dead, whom he’d encountered in his fantasies about two years earlier, end up at his door. There is an interesting book evaluating and commenting  ‘The Seven Sermons to the Dead’ from a gnostic point of view. Both books lay the foundation of his Jung’s legacy.

    The original

    When I had my last project in Zürich I had a chance to see the Red book. C.G. Jung marked its unfinished work, ‘a necessary, but annoying ästhetisierende elaboration’. The adjective “ästhetisierende” means to place an object into an aesthetic context and qualified by criteria as beautiful or ugly. That hits the core of the matter 

    The original ‘Red Book’ is approximately seven kilograms heavy work bound into red leather is written and in the ornate calligraphic of medieval handwriting held in a strangely high German language. The book, we can buy, has the format of the original and is bound in linen. One reason for the enigma surrounding Carl Jung’s Red Book is that he never  finished  it. The  book ends 1958 mid-sentence in his normal hand writing (pg 190/191):

    “Ich habe an diesem Buch 16 Jahre gearbeitet.“ “Die Bekanntschaft mit der Alchemie 1930 hat mich davon weggenommen. Der Anfang vom Ende kam 1928, als mir Willhelm den Text der  Golden Blüte eines alchemistischenn Traktates sandte. Da fand der Inhalt diese Buches in die Wirklichkeit und ich konnte nicht mehr weiterarbeiten. Dem oberflächlichen Betrachter wird es wie eine Verrücktheit vorkommen. Es wäre auch zu einer solchen geworden, wenn ich die überwältigende Kraft der ursprünglichen Erlebnisse nicht mehr hätte auffangen können. Mit Hilfe der Alchemie konnte ich sie schließlich in ein Ganzes einordnen. Ich wusste immer, dass jene Erlebnisse Kostbares enthielten und darum wusste ich Nichts Besseres als sie in einem „kostbaren“ d.h. teueren Buch aufzuschreiben und die beim Wiederdurchleben auftretenden Bilder zu malen – so gut dies eben ging. Ich weiss, wie erschreckend inadäquat diese Unternehmung war, aber trotz vieler Arbeit und Ablenkung blieb ich ihr getreu, auch wenn ich nie eine andere Möglichkeit.“

    Addon 2013: I own one facsimile of the Red Book. I penned a synopsis containing my notes and narrative of the Red Book . If you are interested,  you find it here. I must warn you, even a short version of C.G. Jung results in a long article.