C.G.Jung / Ethics / Philosophy

Die Intelligenz des Bösen


Das Buch “Die Intelligenz des Bösen” von Jean Baudrillard (Philosoph, Mediensoziologe) scheint erst mal weit weg von den Daemonen, dem personalisierten Bösen, welches Markus (und noch mehr Johannes) beschreibt. Radikal Böses entsteht dort, wenn das nur Gute sich ausdehnt: Jede Macht erzeugt unweigerlich Gegenmacht (Taoismus in einem Satz). Als Soziologe sieht Jean Baudrillard die Bedrohung der Gesellschaft (z.B. durch Terrorismus ) nicht von außen sondern dezentral, als Viren die sich (wie Schatten) jedem Zugriff entziehen. Der immanente Irrsinn der Postmoderne bringt nach Baudrillard Wahnsinnige hervor, so wie eine unausgeglichenen Persönlichkeitsstrukturen Delinquenten und Psychopathen erzeugen. Als Theoretiker (teilweise recht trocken) beschäftigte sich Baudrillard mit dem sanften, unpersonalen  Bösen aus dem Blickwickel der Virtualität, Simulation, Cyberspace, Hyperrealität, Fundamentalismus, Terrorismus, Globalisierung und dem Ende der Geschichte. Baudrillard war gewiss ein Apokalyptiker. Baudrillards (1929-2007) These basiert auf seinem Konzept der Hyperrealität, dabei  liegt die Intelligenz des Bösen, die bösartige Umkehrung der Struktur gegen sich selbst.