Harry Kupfer’s Wagner Ring Cycle, particularly its opening conception of Die Walküre. Kupfer’s Bayreuth Ring demonstrates that radical abstraction need not obscure Wagner’s dramaturgy. His minimalist stage language consistently serves a single conceptual idea. One may disagree with his interpretation, but it remains internally coherent. Compelling theatrical images arrive at an equally clear interpretative centre.
In Harry Kupfer’s legendary Bayreuth Ring production (1988–1992, designed by Hans Schavernoch), the traditional World Ash Tree (Weltesche) in Die Walküre was reimagined within a bleak, post-apocalyptic universe.
Ich maße mir nicht an ein Kunst- oder gar Wagnerkritiker zu sein. Es geht um 7 hochwertige DVDs und ob diese Bayreuth und Wagner korrekt abbilden. Die Antwort ist, ja unbedingt.
Die Neuauflage der Produktion bietet Breitwandformat und Surroundklang, so dass die Aura Bayreuths zumindest technisch ins Wohnzimmer übertragbar ist. Wagnerliebhaber – und solche wie ich die es werden wollen – sollten hier nicht vorbeigehen. Günstiger kann große Kunst nicht erfahren werden. Sowohl Kamera als auch Ton sind von hoher technische Qualität und das Orchester und die Stimmen in optimaler Balance. Die Darsteller des Bayreuther Rings haben wie zu erwarten Weltklasse, allen voran Siegfried Jerusalem als Siegfried, dramatisch Anne Evans als Brünnhilde und der starke Bass Philip Kangs als Hagen überzeugen. Die Nahaufnahmen, welche die Kameraperspektive ermöglicht, zeigen die Gestik alle Protagonisten allerdings teilweise in sehr gewöhnungsbedürftigen Kostümen. Die musikalische Leitung Barenboims wurde seinerzeit groß bejubelt und gefeiert – meines Erachtens nicht zu Unrecht. Barenboim hat Kupfer bis an die Grenze des vom Gesang her Möglichen nachgegeben – es wird gerannt, gelegen, geklettert, gerutscht, gekniet. Parallel zur Oper lese ich ein Buch des Kunsthistorikers Richard Wagner’s Robert Donington ‘Ring des Nibelungen’ und seine Symbole: Musik und Mythos. Er zitiert in der Einführung Richard Wagners Bemerkung sinngemäss: “Ein allzu offenes Aufdecken der Absicht stört das richtige Verständnis durchaus: es gilt im Drama – wie im Kunstwerk überhaupt – nicht durch Darlegung der Absichten, sondern durch Darstellung des Unwirklichen zu wirken”. Anders gesagt, Kunst kann durch sich selbst überzeugen. Ich kein Freund der unbedingten Werktreue, aber mit der Bühnenbildgestaltung durch Hans Schavernoch und der Inszenierung Harry Kupfers kann ich mich anfreunden. Wenn ich mich auf den Begriff Regietheater mal einlasse, sollte es besser Musiktheater heißen, mit guten Regisseuren und klugen Dramaturgen. Die Regie sollte nicht vorne stehen.
Bei Wagner frage ich Simpel mich zudem immer, transportieren die Inszenierung die Bilder der Symbole und Mythen in der ganzen Vielschichtigkeit? Ein klares Ja, bei der genialen Laser Unterwasserszene in Rheingold (die den Ton störte), geschieht das hier immer. Die Götterdämmerung ist ganz besonders beeindruckend.
Ein durchgängiges Moment des Regietheaters im negativen Sinne ist ja der pädagogische Zeigefinger: man will aufklären, erklären, den wahren “Gehalt” des Kunstwerkes zeigen, den Komponisten und Textdichter besser verstehen als der Bildungsbürger (der ja dafür zahlt), die Wichtigkeit des Werkes für heute zeigen. Letzteres ist ja auch in Ordnung. Zwei Kinder suchen den Weg aus der Katastrophe und ziehen von der Bühne.
Die Konzeption des Gesamtkunstwerks der Ring entstand zur Zeit zwischen 1850-1890. Diese Epoche ist durch die Erstarrung des Bürgertums nach dem Scheitern der Märzrevolution (1848). Dies Erstarrung der Bürgertums – oder was heute noch davon übrig ist – und die Kapitalismuskritik Wagners ist heute aktueller den je. Andreas Kriegenburg im derzeitigen Ring im Nationaltheater München transportiert Wagners Metaphern meines Erachtens etwas besser. Trotzdem, unbedingt hörenswert, sehenswert – ganz besonders wenn man minimalistisch mag,
