Category: Catholic

  • Transzendenz und Religion bei C.G. Jung

    C.G. Jung befasste sich mit Transzendenz und Religion als  Mystiker unter den Psychoanalytikern und Gnostiker unter Religiösen. Während Freud vieles vom Sexualtrieb ableitet (passend zur östereichisch-großbürgerlich-verklemmten meist weiblichen Kundschaft), Adler den Machttrieb in den Vordergrund stellt, sieht C.G. Jung das Individuum in Verbundenheit mit magischen Wesensfragmenten (“Archetypen”) in deren religösen Ausprägungen z.B. mit der Dreifaltigkeit des westlichen Christentums: cgjInAHurry  – Zusammenfassung in Powerpoint.

    Dieses Essay versucht die Methode und das System C.G. Jungs aus religiöser Sicht zu sichten. Vieles das Jung in Bezug auf die Religion geäussert hat, steht fest im Zusammenhang mit seiner Lehre, ja man könnte sagen, seine Lehre und sein Religionsverständnis bedingen sich gegenseitig. Es erkennt religiöse Aspekte an, ganz besonders  das  “der Psyche eingeborene geistige und religiöse Bedürfnis” ( Jolande Jacobi) und er bezieht  sich stark auf Religion(en), Gnostik und das Christentum.  Die Beschäftigung mit (westlicher) Alchemie führte C.G. Jung zur Einsicht, dass durch Symbole  die Gott-Bilder und die natürlichen Funktionen der Psyche in Übereinklang zu bringen sind. Was ich gerne in der Angelegenheit anfügen würde: Das Christentum sollte mystische Elemente in ihre Tradition wiederbeleben. Die  fromme Bilder, der Bibel insbesondere der Evangelien übereinstimmen, und die Mystik von C.G. Jung sprechen, wie ich gerne glauben oder wissen würde, eine gemeinsame Sprache.

    1. Das individuelle (persönliche) Unbewußte

    C.G. Jung unterteilt die Psyche im wesentlichen in das Bewusste. das persönliche Unbewusste und das kollektive Unbewusste. Psychische Störungen sind bei C. G. Jung nicht auf einen einzigen Aspekt oder gar Triebfaktor reduziert noch sind für ihn Komplexe  – Knoten im persönliche Unbewusste unn oft Ursache der Störungen- nur schlecht.  Nach C.G. Jung  führt der Anpassungsprozeß in der ersten Lebenshälfte zur Abspaltung einer Persona und durch Unterdrückung bestimmter Persönlichkeitsteile zur Entwicklung von weiteren Teilpersönlichkeiten, welche diese aufnehmen müssen. Der wichtigste archetypische Figur  ist der sogenannte persönliche Schatten, unsere dunkle Seite. Der kollektive Schatten ist die „Rückseite des herrschenden Zeitgeistes. Das Seelenabbild umfaßt ausschließlich die gegengeschlechtlichen Aspekte. Bei dem Mann wird dieses Archetype Anima genannt, bei der Frau ist es der Animus.  Da diese Inhalte aber nicht vollkommen zu unterdrücken sind, kehren sie nach außen über Projektionen auf andere Personen und Gegenstände zurück. Bei Schatten und Seelenabbild  sind  Anteil des persönlich Unbewussten aber haben auch Anteile im kollektiven Unbewussten.  In dem Maße, in dem man sich mit sich selbst versöhnt, also seinen Schatten ins Bewusstsein holt, versöhnt man sich also auch mit seiner Umwelt. Auch Komplex sind typischerweise im Bereich des persönlichen Unbewussten.

    2. Das kollektive Unbewußte

    Nach C.G. Jung in “Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten enthalte “das Unbewusste nicht nur Persönliches sondern auch Unpersönliches in Form von vererbten Kategorien oder Archetypen”. Die Inhalte des kollektiven Unbewussten sind also die bereits vorher erwähnten Archetypen, und dieses kann daher auch als die Summe aller vererbten archetypischen Strukturen definiert werden. Der Begriff des Archetypus hat sich in Jungs Werken allmählich entwickelt. In den frühen Schriften sprach er zunächst von den Dominanten des kollektiven Unbewussten und benutzte dann bis 1927 das Wort “Urbild” bzw. “urtümliches Bild”.  Unter solchen Urbildern wurden Mythologen, Sagen- und Märchenmotive verstanden, die allgemein-menschliche Verhaltensweisen in ein Bild bzw. ein anschauliches Abbild zu fassen vermögen. Den seit 1927 benutzten Ausdruck “Archetypus” hat Jung dem “Corpus Hermeticum” entnommen, einem alchemistischen Werk aus dem 3. Jahrhundert nach Christi.  Es entfaltet von daher seine Wirkung auf die Erlebnis- und Verhaltensweisen des betreffenden Menschen, in dessen Unbewusstem es konstelliert ist. Sie bestehen seit der Existenz des Bewußtseins. Archetypen existieren, weil sowohl physisch, als auch psychisch in der Struktur des Menschen feste Gesetze bestehen, denen alle Menschen gehorchen. Blickt man zurück in die Vergangenheit, so wird man feststellen, daß sich alle Menschen zu allen Zeiten immer mit einer gleichen Basis von Problemen beschäftigten: Dem Verhältnis zu den Naturmächten, persönlichen und gesellschaftlichen Machtstrukturen, den übermenschlichen Mächten, dem Umgang mit Trieben und anderen Grundbedürfnissen, dem Problem von Gut und Böse, der Beziehung zwischen den Geschlechtern, den Problemen verschiedener Lebensalter, dem Umgang mit Unglück und Tod, der Beziehungen zum Transpersonalen und der Frage nach Sinn des Lebens und Transzendenz. Jede Gesellschaft und jeder Mensch sieht sich mit diesen archetypischen Problemen konfrontiert. Wenn man in solch einer Problematik verstrickt ist, so wird man nicht nur feststellen, dass die Problematik alt ist, sondern auch die Lösung Generationen vorher prinzipiell immer die Gleichen war. Das kollektive Unterbewußte ist der Teil in unserer Psyche, den wir haben, weil wir Menschen sind, und als solche bestimmte Grundfunktionen haben.  Archetype (per se) sind nach Jung die Bausteine des kollektiven Unbewußten.

    3. Komplexe  als Knoten im Unbewußten

    Ein wichtiger Begriff bei C. G. Jung sind Komplexe. Das sind Brennpunkte des seelischen Lebens in denen das Unterbewußtsein Impulse zum Handeln gibt, nach C.G. Jung “abgesprengte Teile der Seele”. Wann immer das Unterbewußtsein nach außen durchbricht, wird die Bewusstseins-Kontinuität gestört und die Antwort kommt aus dem Unbewußten. Das bedeutet, daß der Mensch in diesem Augenblick die Freiheit des Ichs aufhört und ein autonomer Komplex die Kontrolle übernimmt.  Wenn also in einem Gespräch ein bestimmtes Wort fällt, auf welches man plötzlich unangemessen emotional reagiert, so kann man unter Umständen davon ausgehen, daß hier das Unterbewußtsein reagierte; offenbar wurde durch das Wort ein wunder Punkt angesprochen. In der analytischen Psychologie wird eine solche Abweichung des Verhaltens als Komplex bezeichnet, nur sind diese Komplex nicht alle “krank” sondern sie sind geradezubedingend für die seelischen Aktivität.  Komplexe entstehen dadurch, daß fördernde oder hemmende Reaktionen der Umwelt auf die Verhaltensweisen des Menschen wirken und so bestimmte, wertneutrale Bedürfnisse, Verhalten oder Gefühle als angenehm oder unangenehm, als richtig oder falsch erscheinen lassen. Werden Komplexe nicht bewusst gemacht, behalten sie ihre Autonomie, können zur Identifikation des Individuums mit ihnen führen oder werden projiziert.  Die Person, die in diesem Augenblick ein komplexbehaftetes Verhalten zeigt, hat keine Möglichkeit, dieses Verhalten zu unterbinden, da diese Handlung einer Kontrolle unzugänglich ist. Es lassen sich zwei verschiedene Komplexebenen unterscheiden: zum einen Komplexe, die der individuellen Lebensgeschichte entstammen, Komplexe, die der Gruppe, Gesellschaft und Kultur, in der wir leben, sind und durch unseren Sozialisierungsprozess vermittelt werden, zum anderen Komplexe, die allen Menschen gemeinsam sind.  In Jungs Theorie können Komplexe bewusst, teilweise bewusst oder unbewusst,  positiv oder negativ sein, aber im Kern eines jeden Komplexes ist ein universelles Muster der Erfahrung, oder Archetypus (Wishard, 2004). Von welchen emotional aufgeladenen archetypischen Hintergrundbildern aber diese gesteuert wird, das wechselt von Kultur zu Kultur und mit geringerem Pendelausschlag dann auch von Mensch zu Mensch. Wobei ich an dieser Stelle nochmals  ausdrücklich hervorheben will, dass ich Komplexe im Sinne C.G. Jungs nicht als in erster Linie  Krankhaftes betrachte, sondern als natürlichen Knoten oder Muster der menschlichen Psyche in denen sich Archetypen als Kern manifestieren.  Ein weiteres halbes Jahrhundert nach C.G. Jung sind Jungianern allerdings noch im Streit über die Verbindung der Begriffe Archetypus und Komplex, da  die Theorie der Archetypen (wie so vieles andere in Jungschen Theorie) wurde nicht konsequent und klar genug definiert wurden.

    4. Archetypen (per se)

    Archetypen  sind “unanschauliche Strukturen des kollektiven Unbewußten”. (Vergl. Jolandi  Jakobi ) Archetypen per Se sind potentielle Modellvorstellung einer ererbten Struktur und  Symbole sind konkrete manifeste  Representationen von Archetypen per se.  Diese Bilder sind Projektionsträger, welche aus der Umwelt und der Erfahrung des Individuums genommen werden. Jung bezeichnet die Archetypen auch als Formprinzip der Triebkraft oder als Bild der Triebe. Archetypen per Se bilden den “Nucleus” der Komplexe (und der Symbole). C.G. Jung verwendet diese Begriffe oft  Archetypen, Symbole oder Komplexe uneindeutig, nicht aber Archetypen per Se.  Archetypen (an sich) werden als strukturelle Faktoren in den unbewussten, unsichtbaren Kernzusammenelementen und im möglichen Träger der Bedeutung beschrieben. C.G. Jung, betont, dass Archetypen nicht übernommene sondern strukturelle Muster der möglichen Darstellung sind. Wenn sie durch das Licht des bewussten Verstandes berührt werden, können sie im niedrigeren Bewussseinsbereich zu Instinkten und in den höheren Bereichen zu Symbolen werden.  Archetypen (nicht die per se!) können mit den Komplexen gleichgestellt werden, besonders die des persönlichen Unbewussten (wie Schatten) die häufig als Funktionskomplexe bezeichnet werden. Unter den ersten, der eine Hypothese über die Archetypen  formulierte war der griechische Philosoph Plato. Jung hat den Ausdruck von einigen der frühen christlichen Verfasser und  von seinen Alchemiststudien abgeleitet. Das Konzept kann auch bei  Kepler’ ´s Astrolgie gefunden werden und in Teihard de Chardin’ s-Buch ” Das Phänomen vom Menschen.” Mindestens einige von Teihard’ s-Konzepten des reflektierenden Gedankens in Richtung zum Kollektiv können mit der Entwicklung des Archetypus zusammenhängen.  Noch deutlicher sind die Bezüge zu gnostischen Systemen.

    Beispiele für Archetypen sind die in allen Kulturen auftauchenden Vorstellungen von  Dämonen, Fabelwesen, und Teufeln als die Personifikation unbewußter Komplexe. Da komplexbehaftetes Handeln bewusste Lebensmöglichkeiten ausschließt, ist es ein Ziel, diese störenden Handlungsweisen auszuschalten. Der Weg dorthin führt unter anderem über das Erkennen  und Anerkennen. Weiterhin gibt es Archetypen in einer einfachen Bipolarität (konstruktiv oder destruktiv), aber alle im Unbewussten aktivierten archetypischen Bilder nehmen am Erleben und der Bildung bestimmter Verhaltenspattern teil und konstellieren so eine Vielzahl typischer Grundmuster menschlicher Erlebnis- und Verhaltensabläufe.
    Gerade von hier aus werden die Kunst, Klassiker, Film, Mythen und Märchen aber ganz besonders die Bibel wieder so wichtig und interessant. In ihnen hat die kollektive Fantasie ganzer Kulturen, Völker und in bestimmten Abläufen auch die der ganzen Menschheit typische und charakteristische Muster ihrer innerseelischen Erlebnis- und Verhaltensabläufe von Reifungs- und Entwicklungsprozessen und von Konfliktlösungsmöglichkeiten als wiederkehrende Muster dargestellt, die wir auch in jedem alltäglichen Erleben wieder finden und anwenden können.   Heute sind wieder Stimmen in der Überzahl, die der gesamten menschlichen Psyche und damit auch dem Unbewussten durchaus eine genetisch bedingte Vorstrukturierung zuschreiben, und damit indirekt die Konzeption C.G. Jungs bestätigen.

    5. Symbole

    Symbole sind im bewussten Verstand wahrnehmbar und sind in den meisten Fällen eine Representation der Archetypen per se. Offensichtlich gibt es  persönliche  oder kollektive Symbole als Quelle der ganz mythischen, symbolischen und Traumdarstellungen. Entsprechend dem psychologischen Modell von C.G. Jung entstehen die Symbole aus dem kollektiven Unbewußten,   als Kern für der  Menschheitserfahrung und Wissen.  Symbole sind der Kern unserer Kultur. Die die Universalmuster der Mythen sind spirituelle  Symbole und Ideen.

    6. Phänomenologie von Komplexe, Archetypen  und Symbolen

    Komplexe sind unbewusste psychische Inhalte, die durch einen gemeinsamen Bedeutungskern (Archetypus per se)  wie mit einem “Nucleus” miteinander verbunden sind.  Komplexe werden auch als Quellen oder Senken von Energie  bezeichnet, die diese Energie dem bewussten Ego entnehmen oder zur Verfügung stellen.  Komplexe sind im  persönlichen Unbewussten und können vom  kollektive  Unbewußten oder Bewussten kommen. Komplexe können , unbewusst, teilweise bewusst oder sogar bewusst sein und sind  als Kern der unbewussten Gefühle und des Glaubens, nur indirekt, durch Verhalten nachweisbar.  Symbole sind Representation von Archetypen per se  im Bewussten. Der Komplex bezeichnet normalerweise etwas, das nicht wahrnehmbar ist, während das Symbol vom bewussten Verstand wahrnehmbar und zugänglich ist. Aber beide sind um einen Kern des Archetypen per se gebildete Entitäten. Ziemlich aufrichtig ist daher Jolande Jacobi’s  trockene Anmerkung, dass  Komplexe, Archetypen (nicht  die per se) und Symbole  bei C.G. Jung manchmal als Synonyme verwendet werden, bzw die Grenziehung schwierig ist. http://stottilien.com/2012/01/15/complex-archetype-symbol-how-do-they-interrelate/.

    7. Das Ich (Ego)

    Das Ich, ein Funktionskomplex, ist jene zentrale  Instanz der Persönlichkeit, die der Träger  der eigenen Identität ist. Obwohl uns das Ich am vertrautesten ist, ist nichts so schwierig, wie das Ich zu verstehen. Das Ich versucht, sich in dieser Welt zu orientieren; dies geschieht besonders durch vier Hauptfunktionen: Denken und  Fühlen (rationale Funktion) sowie Empfinden und Intuieren (irrationale Funktionen). In der Regel hat ein Individuum nur eine oder zwei Grundfunktionen ausreichend ausgebildet, so daß die Persönlichkeit unausgereift bleiben muß.  Menschen, die besonders äusseren, kollektiven Objekten verhaftet sind, bezeichnen Jung als extrovertierte Menschen. Die gegenteiligen, introvertierten Menschen, bestimmen ihr Verhalten hauptsächlich subjektiv und von innen. Diese Eigenschaften sind kompensatorisch im Hinblick auf das Bewusste und Unbewusste im Menschen. Eine Bewusstseinserweiterung ist immer eine Differenzierung und Ausgestaltung der bisher verkümmerten Funktionen. Im Gegensatz zu den östlichen Religionen ist es in der analytischen Psychologie nicht die Aufgabe, das Ich aufzulösen, sondern alle Persönlichkeitsanteile zu entwickeln und mit dem Selbst zu integrieren.

    8. Die Persona

    Die Persona ein weiterer Funktionskomplex, ist  eine Maske, wie das lateinische Wort schon sagt. Was der Mensch nach außen zeigt, wird seine Persona genannt. Eine gesunde Persona ist für das Leben in der Gesellschaft dringend erforderlich. Die Persona ist jene Instanz der Persönlichkeit, die der Vermittler von Außen-, und Innenwelt und deren Ziel die Adaption ist.  Vielmehr versucht die Persona das innere Weltbild den äußeren Realitäten so gut wie möglich anzupassen, um den Lebensanforderungen in bester möglicher Weise gerecht zu werden. Letztlich ist die. Die Persona und auch das Ich-Bewusstsein sollten in der Lebensmitte (35. -40. Lebensjahr) ausgereift sein.

    9. Der Schatten

    Der Schatten ist einer der wichtigsten Archetypen, und stellt das Gegenstück zum Archetyp der Persona dar und steht daher für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“, der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird. Seine Entwicklung beginnt bereits in den ersten Lebensjahren des Menschen infolge der von der Umwelt an das Individuum herangetragenen Anforderungen, Erwartungen, Ge- und Verbote, die nur einen Teil der Persönlichkeit zur Entfaltung kommen lassen. Der Schatten wächst parallel zur Persona, gleichsam als deren „Negativ“. Eine gewisse Parallele besteht zum Freudschen Begriff des Es, das im Gegensatz zu Ich und Überich ebenfalls die unbewussten Teile der Persönlichkeit repräsentiert. Zunächst wird der eigene Schatten gewöhnlich negiert oder aber auf Personen und Objekte außerhalb des eigenen Ichs projiziert. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten, seine Integration in die Gesamtpersönlichkeit, zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses und stellt den ersten Schritt auf dem Weg zur Ganzwerdung (Individuation) dar.

    10. Die Seele oder das Seelenabbild

    „Seele“ oder Seelenabbild im Sinne von Jung bezeichnet  einen weiteren „abgegrenzten Funktionskomplex“ der Animus und Anima zusammenfasst. Es sind Begriffe , die aus dem Lateinischen abgeleitet sind: lat. Animus = „Seele“, Geist (im Gegensatz zum Körper), Gedächtnis, Mut, Übermut, Selbstvertrauen, Trotz, Unmut Zorn, Gesinnung, Stimmung, Leidenschaft, begehrende Seele, Verlangen, Wunsch, Entschluss, Lust Neigung) und lat. Anima = Lufthauch, Wind, Luft (als Element), Atem, „Seele“, Leben, abgeschiedene Seele. Die Anima symbolisiert unterdrückte, weibliche Handlungsweisen. Der Animus symbolisiert unterdrückte, männliche Eigenschaften, wie Aggression, Mut, Risikobereitschaft, Eigeninitiative, geistige Selbständigkeit. Beide Begriffe verstand Jung als die archetypische innere, unbewusste Persönlichkeit.

    11. Das Selbst

    Das Selbst ist der Geist des Kosmos  und letztlich Gott.  Das Selbst kann sich identifizieren mit Tieren, Kristallen und den Sternen. Es ist der Gott in uns.  Jung fasst das Ich auf “als untergeordnet oder enthalten in einem übergeordneten Selbst als dem Zentrum der ganzen, unbegrenzten und undefinierbaren psychischen Persönlichkeit” (C. G. Jung, “Psychologie und Religion”). ´Das erinnert stark an  Buddhismus und Taoismus. Dieser Archetypus,  das Selbst, sah C.G. Jung (wie Christen) als „psychisches Äquivalent“ des Bild des Gottes: „Die Symbole der Göttlichkeit stimmen mit denen des Selbst überein”: was einerseits als psychologische Erfahrung scheint, psychische Gesamtheit bedeutend und auf der anderen Seite die Idee von Gott darstellt. Änderungen in den Gottbildern, ob im psychischen des Einzelnen oder in der allgemeinen kulturellen Geschichte, verlaufen parallel  zu  Änderungen im menschlichen Bewusstsein und in einer Intensität, dass der Zerstörung des Gott-Bildes die der Aufhebung der menschlichen Persönlichkeit folgt.
    Jungian Psychologie könnte daher auch eigenständiger Partner in der Vermittlung von Buddhismus und Christentum sein ohne Patchwork, New Age oder Esoterik. Allerdings ist Jungs Einwand gegen die Idee des höheren Bewusstseins, wie er sie in östlichen Gedanke sah, daß das (leidende) Ego ohne die Enthüllung des Unbewussten beseitigt wird. Die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt führt aber zur Auflösung des Egos im Unterbewusstein und gerade zur dunklen Seite der Psyche.

    12. Synchronizität

    Ein wichtiger Begriff bei C.G. Jung ist die Synchronizität. Diesem Begriff liegt die Idee zugrunde, dass es nicht nur kausale (Ursache/Wirkung), sondern auch nicht-kausale Zusammenhänge in der Welt gibt. Ereignisse, die gleichzeitig auftreten, müssen sich nicht unbedingt gegenseitig bedingen, sondern können in einem nicht-kausalen Sinnzusammenhang stehen.

    Dieser Gedankengang ist für die Astrologie von großer Bedeutung. Man geht nicht mehr von einem kausalen Einfluss der Sterne auf den Menschen aus, sondern von einer nicht-kausalen Gleichzeitigkeit.

    13. Die Individuation in der ersten Lebenshälfte – Anpassung an die Aussenwelt

    Individuation heißt, zu dem zu werden, der man wirklich ist, und meint einen Differenzierungsprozess, der die Entfaltung aller Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten eines Individuums durch stufenweise Bewusstwerdung und Realisierung des Selbst zum Ziel hat. Es lassen sich zwei große Hauptabschnitte auf dem Weg unterscheiden, die man als Ich-Werdung und Selbst-Werdung bezeichnen könnte.
    Bei der Ich-Werdung liegt der Schwerpunkt auf der Integration der individuellen Persönlichkeit mit der Aussenwelt. Bei der Geburt trennt sich das Ich vom Selbst. Dieser Zustand der Trennung wird im Leben des Menschen zunächst dadurch überwunden, daß er sein Selbst in andere Menschen hineinprojiziert. Sei es beispielsweise den Vater, die Klassenlehrer oder den inferioren „Prominenten“. Das Selbst in seiner vorgeburtlichen Einheit wird bei der Geburt in seine polaren Gegensätze aufgespalten, meist ohne die Aussicht, im Laufe des Lebens auch wieder vollständig integriert zu werden. Denn in seiner Entwicklung ist der Mensch immer gezwungen, sich seiner sozialen Umgebung anzupassen; dies geht oft nur auf Kosten von sehr positiven Anlagen, die aber in der Außenwelt nicht gewürdigt oder toleriert werden. Um seine Entwicklung zu schützen, werden die von außen unerwünschten, aber zum Selbst gehörenden, Anlagen negativ “geladen” und ab diesem Zeitpunkt gemieden und abgewehrt. Im Laufe der Pubertät versuchen die jungen Menschen, sich auf das allgemeine Geschlechtsideal einzustellen. Dabei kommt es zwangsläufig zu einer Ablehnung der geschlechtsfremden Charaktereigenschaften. Im Normalfall werden diese Menschen im Erwachsenenleben die übertrieben geschlechtsspezifischen Handlungen weiterführen, und so einen gegengeschlechtlichen Schatten aufbauen: Die Anima beim Mann und den Animus bei der Frau. Obige Lernvorgänge entsprechen sich bei der Bildung des Schattens.
    Für viele Menschen ist mit der Ich-Verwirklichung das Ende der psychischen Entwicklung erreicht. Das Leben spielt sich nur noch in gesellschaftlich vorgegebenen Bahnen ab, das Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung steigert sich. Nur wenige Menschen stellen sich in der Lebensmitte oder danach, meist aufgerüttelt durch eine Krise oder Not, die bange Frage nach dem, wie es jetzt weitergehen soll. Deswegen ist den meisten Menschen das besondere Anliegen Jungs fremd geblieben.  Genauer betrachtet, ist die heutige „Selbstverwirklichung“ bestenfalls eine Ich-Werdung.

    14. Individuation in der zweiten Lebenshälfte – Transzendenz und Religion

    Die Individuation im engeren Sinne, also die Selbst-Werdung und die Frage nach dem Lebenssinn in der zweiten Lebenshälfte sind die eigentlichen Anliegen Jungs. Während dieses Vorgangs wird die bisherige Entwicklung der Psyche weitergeführt, wenn auch mit einem umgekehrten Vorzeichen: Es geht nicht mehr darum, mehr und mehr eigene Wesensarten auszuschließen, damit man der Umwelt angenehm ist, es geht vielmehr darum, diesen Vorgang wieder rückgängig zu machen. Das Ich setzt sich nun mit all den ehemals unterdrückten Persönlichkeitsmerkmalen auseinander und versucht sie wieder mit dem Selbst zu integrieren. Dies bedeutet im Einzelnen: Bewußt machen unbewußter Komplexe, als erstes Auseinandersetzung mit der dem eigenen Schatten und in der zweiten Etappe die Herstellung einer Beziehung zum Seelenabbild  (Animus/Anima). Das große Problem dabei ist folgendes: Die Bewusstmachung erzeugt nun gerade jene Konflikte, die man durch ihr Unbewussthalten zu vermeiden versucht hatte. Das Ich-Bewusstsein geht vorher den leidvollen Weg der Differenzierung zwischen den Polaritäten der Psyche. Nun ist es sich der Gegensätze im Leben voll bewusst. Deshalb können die mit einer Individuation auftretenden Leiden nicht vermieden werden. Der Mensch muß die Spannung so lange aushalten, bis eine Vereinigung der Polaritäten auf höherer Ebene möglich wird.  Ziel ist es, die innere Mitte zu finden, einen von Konflikten der Gegensätze unberührte Region der Stille. Dieser Zustand hat etwas religiöses, aber findet seinen Ausdruck in schlichten, einfachen Worten: Heitere Gelassenheit, Frieden mit sich selbst, in sich ruhen können, das Leben so nehmen, wie es ist. Das Einlassen auf den Individuationsprozess vermittelt dem Suchenden einen Lebenssinn und Lebensfülle und Hinwendung zu Transzendenz und Religion.

    15. Jung und die Religion
    Gerhard Wehr zufolge, einem wichtigen Biographen Jungs, habe auch Jung seinen Weg zu Christus gefunden. Dies sei nicht über den Weg der institutionellen Kirche geschehen, sondern über den inneren Weg. Inspiriert vom Erlebnis des Paulus suchte und fand Jung den Zugang zum inneren Christus.  Manche Gesichtspunkte in Bezug auf die Religion habe ich bereits oben erwähnt und ich versuche hier, die noch nicht genannten Punkte darzustellen. Unter Religion versteht Jung selber das „Numinosum“ genannt, nämlich eine dynamische Existenz oder Wirkung, die nicht von einem Willkürakt verursacht wird.“ Die Ursache dieser Wirkung ist ausserhalb des Individuums einzuordnen, sie entspringt also nicht der Phantasie oder Vorstellungskraft des einzelnen. Mit dieser Wirkung verändert sich das Bewusstsein des Menschen: „Man könnte also sagen, der Ausdruck „Religion“ bezeichne die besondere Einstellung eines Bewusstseins, welches durch die Erfahrung des Numinosum verändert worden ist.“ C.G. Jung, Psychologie und Religion.
    Alles der menschlichen Psyche entstammende qualifiziert Jung als seelisch wahr. Die Seele ist ein autonomer Faktor, und die Aussagen daraus begründen ihre Existenz auf unbewussten, also transzendentalen Vorgängen. Dies gilt auch für religiöse Aussagen und es ist für Ihn evident, dass die Psyche eine religiöse Funktion besitzt. C.G. Jung gebraucht den Begriff „transzendental“ im Sinne der Herkunft aus dem Unbewussten; er ist nicht zu verwechseln mit eine theologischen Transzendenzbegriff.
    Jungbegründet das empirisch: „Nicht ich habe der Seele eine religiöse Funktion angedichtet, sondern ich habe die Tatsachen vorgelegt, welche beweisen, dass die Seele ‚naturaliter religiosa‘ ist, das heisst eine religiöse Funktion besitzt: eine Funktion, die ich nicht hineingelegt oder -gedeutet habe, sondern die sie selbst von sich aus produziert, ohne durch irgendwelche Meinungen oder Suggestionen dazu veranlasst zu sein“. Vielfach ist es für den einzelnen schwierig den Zugang zu dieser inneren Funktion zu finden und so sieht es Jung mitunter als die Aufgabe der Psychologie, dem Menschen diesen Zugang zu öffnen. Für Jung ist die religiöse Funktion der Seele darum von Wichtigkeit, weil sie einen wichtigen Teil dazu beiträgt, die seelische Ganzheit im Selbst bei der Individuation zu finden.

    16. Jung und der Gottesbegriff
    „Diejenige psychologische Tatsache, welche die grösste Macht in einem Menschen besitzt, wirkt als ‚Gott‘, weil es immer der überwältigende psychische Faktor ist, der ‚Gott‘ genannt wird.“ Der Gottesbegriff ist von Jung psychologisch gefasst und gewollt, er bezeichnet eine psychische Wirkung, die empirisch feststellbar ist.
    Überall auf der Welt, in der Vergangenheitwie auch heute, wird diese Kraft erfahren, sie ist nicht ein Produkt der Phantasie, sie wird als fremd und übermächtig erlebt. Dies kann somit als Ausdruck einer transzendenten Wirkung qualifiziert werden. Jung bringt diese Transzendenz mit dem Begriff des kollektiven Unbewussten in Verbindung, dessen Archetypen ja auch den einer höheren Macht beinhalten. Er will keine metaphysischen Erklärungen abgeben, sondern beschränkt sich auf die Aussagen der Seele des Menschen mit ihren Symbolen und Bildern. Dennoch will er das Gottesbild nicht als rein psychisch abtun: „Das Gottesbild ist keine Erfindung, sondern ein Erlebnis, das sua sponte (freiwillig) den Menschen antritt.“ Durch rationales Denken distanzierte er sich von den Symbolen, die den Menschen und die Religion miteinander verbanden. Aber viele leben deshalb mit einem rigiden Glauben, mit dem es nicht möglich ist, eine wahre Beziehung zur Religion über den Glauben zu finden. Es bleibt nur der Weg nach innen, wie in die Mystiker aber auch die Gnostiker empfehlen. Deshalb ist die innere  Erfahrung für Jung grundsätzlich, denn sie hat damit zu tun „dass ein (innerer) Weg der Wahrnehmung, des Ergreifens und des Ergriffenwerdens beschritten wird“. Religiöse Erfahrung ist das Wichtigste, sie ist absolut, sie ist Grundlage jedes lebendigen Glaubens. Sie ist tiefgreifend und erschütternd. Sie ist diejenige Erfahrung, die durch die höchste Wertschätzung charakterisiert ist. Jung sieht den Zweck der Konfessionen darin, „unmittelbare Erfahrung zu ersetzen durch eine Auswahl passender Symbole, die in ein fest organisiertes Dogma und Ritual eingekleidet sind“. Theologie ist ja nur die intellektuelle Verpackung des Glaubens. Die gelehrten Dogmen sind daher nicht nur inhaltslose Lehren, denn auch sie basieren auf unmittelbaren religiösen Erfahrungen. Es gilt,den Äusseren Bezug der verkündeten Lehren, den äussern Gott, in sich selbst (wieder) zu entdecken d.h. die ursprünglichen religiösen Erfahrungen wieder aufleben zu lassen. Religion soll nicht als etwas aussenstehendes betrachtet werden, man muss erkennen, das wahre Religion nur im Menschen selbst gelebt werden kann. Denn „Religion (…) ist Erfahrung der eigenen Seele“. Jung verweist auf Paulus (dessen Erlebnis von Damaskus sein (Jungs) ganzes Leben begleiten und inspirieren sollte) , der sagt: „Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“. (Galater 2,20a). Siese steht im Gegensatz zu östlichen Religionen, dessen Ziel der Erleuchtung es letztlich ist (wie) Gott zu werden.  Seine eigenen Aussagen bezüglich der Selbsterfahrung, des inneren Gottes und des Zugangs zum Unbewussten mit seinen Archetypen findet er in nucht christlichen Religionen   aber wieder  und zieht Parallelen. Er warnt den westlichen Menschen aber auch ausdrücklich davor, östliche Weisheiten einfach zu übernehmen und in seine Leben integrieren zu wollen. Denn nach seiner Meinung sind die meisten Menschen hier nach wie vor stark in der christlichen Tradition verwurzelt und er rät, eigene, der westlichen Lebensart angepasste Wege zu finden.

    Quellen:

    C. G. Jung Gesamtausgabe, Walter-Verlag Olten, 1972,

    Die Psychologie von C. G. Jung,  Jolande Jacobi, Walter-Verlag Olten 1971

    Complex/Archetype/Symbol in the Psychology of C.G. Jung ,Jolande Jacobi, Bollingen Series, 1959

    Der Mensch und seine Symbole, C. G. Jung, Jolande Jacobi, Walter-Verlag Olten, 1972

    Mensch und Seele, Jolande Jacobi, Walter-Verlag Olten, 1971

     Symbole der Wandlung C. G. Jung, Jolande Jacobi, …, Walter-Verlag Olten, 1962

    Complex/Archetype/Symbol in the Psychology of C.G. Jung,  Bollingen Series, 1959

    C. G. Jung Das Rote Buch, Patmos-Verlag Olten, 2010

  • Christus Mansionem Benedicat.

    Today the catholic church celebrates the celebration ” HOLY THREE KÖNIG” , its Greek name EPIPHANIA actually means ” ERSCHEINUNG”. In the east church this day is celebrated as birthday of Christ.The “Star of the Magi” can be regarded as an objective phenomenon.
    The New Testament is virtually devoid of astronomical allusions. The episode from the Matthäus gospel, the only who mentions it, describes its historical base. With the magician from the east are obviously member of a Babylonian priest caste meant . The Persian priest class was concerned with astronomy and astrologie, which operated already at the time of Jesu astronomy on astonishing high level.1925 found to archaeologists in Iraq a cuneiform script board, on astronomical events. For the year 7 v. Chr., the probable birth year of the historical Jesus, the cuneiform script forecasts a close conjunction of Jupiter and Saturn, which ” researchers in the meantime think was the Biblical; Star of Bethlehem”. Babylon was leading in Astronomy, which up to Kepler was closely intervined with Astrologie. Kepler mentioned in 1606, the hypothesis that a remarkable of Jupiter and Saturn, which occurred in May of the year 7 B.C., was the celestial sign followed by the Wise Men. Today in any astronomy program this can be proofed.The evangelist Matthäus reports us in his gospel (Kap.2, 1-13) of the visit of three Magier (magi) from the morning country. The term in Greek reads ” Magoi – Magier. The term ” Morgenland” points probably to a country in the east (where the sun comes up in the morning!). In which country it really happened, cannot be constituted according to the Biblical report. In any case Matthäus refers to the Balaks narration in Old Testament (4.Mose 22-24). The gifts they bring along – gold, dedicating smoke and myrrhe – are likewise liturgically to be understood: They point to the king (gold) to the priest (dedicating smoke) and to the physician (Myrrhe). Thus the prophecy Jesajas is fulfilled (Jes. 60,2),which speaks there: ” The herdsmen will pull the kings to your light and to the shine which rises over you; Since these three beside the herdsmen were first, who looked for and found the Jesuskind, they were in the course of church history refered holy and we speak of ” Holy three Königen”. From this a rich tradition developed, not least the star singing. The old holiday” Epiphanias” dedicated – ” Day of the holy three Könige” is dedicated to them.

  • Entweltlichung – Trennung von Kirche und Staat

    Der Papst macht in der Freiburger Rede mit seinen sanften, aber klaren Worten sehr deutlich, wozu Kirche (und damit wir als Christen) berufen sind:
    Entweltlichung; Nicht Macht, oder Markt, oder Menschenlob – sondern Liebe. Das ist radikal, aber wahr, und diese Wahrheit hat der Papst erkannt und setzt sich für sie ein.
    Alle anderen Fragen nach Strukturen und Ordinationsregelungen treten dahinter doch meilenweit zurück. Für diejenigen, die das Wesentliche am Christentum erkannt haben, ist die Rede alles andere als eine Enttäuschung. Wäre ja nochmal schöner wenn sich auch die katholische Kirche gleichschalten ließe. Wie erwartet, Küng und Bischof Zollitsch, der jetzt auch noch eine Weltregierung forderte. Dazu brauche ich keine Kirche. Wer den Papst kennt, weiss, dass er zur deutschen Kirchensteuer sehr kritisch steht, da sie erst den aufgeblähten Apparat finanziert und die Authentitzität kirchlicher Einrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser und Altenheimen verhindert. Denn die Kirche hat zuwenig authentisches Personal, um soviele Krankenhäuser von der Schwester bis zum Oberarzt vom katholischen Glauben erfüllt führen zu können.
    Indes haben es die ach so fortschrittlichen katholischen Bischöfe in Deutschland sehr gut in den Kirchensteuermilliarden eingerichtet, so dass diese natürlich nie in den angemahnten Strukturreformvorschlägen auftauchen.
    Es ist Papst Benedikt, der wiederholt die deutschen Bischöfe darauf hingewiesen hat, dass die Verweigerung von der Kirchensteuerzahlung noch kein Kirchenaustritt im engeren Sinne darstellt, diese prozessieren jedoch unbarmherzig, um den mit allen MIttel auch gegen das Kirchenrecht den Status Quo, der ihnen Einnahmen sichert, aufrecht erhalten zu können. Die Evangelische Kirche, die es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht hat jedem neuen Gesellschaftlichen Irrweg ihrem Segen hinterher zu werfen kann nun wirklich nicht mehr als Maßstab für Recht und Unrecht herhalten. Sich nun darüber erbost zu zeigen, dass die Katholische Kirche bei dem munteren Treiben nicht mitmacht, ist doch nun wirklich reichlich naiv. Als Katholik kann ich verstehen, daß der Papst eher eine Absetzbewegung
    von der politisierten evangelischen Kirche vornimmt und die ethischen und moralischen Tendenzen vor allem unter Einfluß von Epsen und Kässmann mißbilligt ! Vielen Evangelischen geht es im übrigen ebenso.

    25. September 2011

    Liebe Mitbrüder im Bischofs- und Priesteramt!

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Ich freue mich über diese Begegnung mit Ihnen, die Sie sich in vielfältiger Weise für die Kirche und für das Gemeinwesen engagieren. Dies gibt mir eine willkommene Gelegenheit, Ihnen hier persönlich für Ihren Einsatz und Ihr Zeugnis als „kraftvolle Boten des Glaubens an die zu erhoffenden Dinge“ (Lumen Gentium, 35) ganz herzlich zu danken. In Ihrem Arbeitsumfeld treten Sie bereitwillig für Ihren Glauben und für die Kirche ein, was in der heutigen Zeit nicht immer leicht ist.

    Seit Jahrzehnten erleben wir einen Rückgang der religiösen Praxis, stellen wir eine zunehmende Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben fest. Es kommt die Frage auf: Muss die Kirche sich nicht ändern? Muss sie sich nicht in ihren Ämtern und Strukturen der Gegenwart anpassen, um die suchenden und zweifelnden Menschen von heute zu erreichen?
    Die selige Mutter Teresa wurde einmal gefragt, was sich ihrer Meinung nach als Erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort war: Sie und ich!

    An dieser kleinen Episode wird uns zweierlei deutlich. Einmal will die Ordensfrau dem Gesprächspartner sagen: Kirche sind nicht nur die anderen, nicht nur die Hierarchie, der Papst und die Bischöfe; Kirche sind wir alle, wir, die Getauften. Zum anderen geht sie tatsächlich davon aus: Ja, es gibt Anlass, sich zu ändern. Es ist Änderungsbedarf vorhanden. Jeder Christ und die Gemeinschaft der Gläubigen sind zur stetigen Änderung aufgerufen.

    Wie soll diese Änderung nun konkret aussehen? Geht es hier um eine Erneuerung, wie sie etwa ein Hausbesitzer durch die Renovierung oder den neuen Anstrich seines Anwesens durchführt? Oder geht es hier um eine Korrektur, um wieder auf Kurs zu kommen sowie schneller und geradliniger einen Weg zurückzulegen? Sicher spielen diese und andere Aspekte eine Rolle. Was die Kirche betrifft, ist das grundlegende Motiv der Änderung aber die apostolische Sendung der Jünger und der Kirche selbst.

    Dieser ihrer Sendung muss sich die Kirche nämlich immer neu vergewissern. Die drei synoptischen Evangelien lassen verschiedene Aspekte des Sendungsauftrags aufleuchten: Die Sendung gründet in der persönlichen Erfahrung: „Ihr seid meine Zeugen“ (Lukas 24,48); sie kommt zum Ausdruck in Beziehungen: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Matthäus 28,19); und sie gibt eine universale Botschaft weiter: „Verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“ (Markus 16,15). Durch die Ansprüche und Sachzwänge der Welt wird aber immer wieder das Zeugnis verdunkelt, werden die Beziehungen entfremdet und wird die Botschaft relativiert. Wenn nun die Kirche, wie Papst Paul VI. sagt, „danach trachtet, sich selbst nach dem Typus, den Christus ihr vor Augen stellt, zu bilden, dann wird sie sich von der menschlichen Umgebung tief unterscheiden, in der sie doch lebt oder der sie sich nähert“ (Enzyklika Ecclesiam Suam, 60). Um ihre Sendung zu verwirklichen, wird sie immer wieder auf Distanz zu ihrer Umgebung gehen, sie hat sich gewissermaßen zu „entweltlichen“.

    Die Sendung der Kirche kommt ja vom Geheimnis des Dreieinigen Gottes her, dem Geheimnis seiner schöpferischen Liebe. Die Liebe ist nicht nur irgendwie in Gott, er selbst ist vom Wesen her die Liebe. Und die göttliche Liebe will nicht für sich sein, sie will sich verströmen. Sie ist in der Menschwerdung und Hingabe des Sohnes Gottes in besonderer Weise auf die Menschen zugekommen. Er ist aus dem Rahmen seines Gottseins herausgetreten, hat Fleisch angenommen und ist Mensch geworden; und zwar nicht nur, um die Welt in ihrer Weltlichkeit zu bestätigen und ihr Gefährte zu sein, der sie ganz so lässt, wie sie ist. Zum Christusgeschehen gehört das Unfassbare, dass es – wie die Kirchenväter sagen – ein commercium, einen Tausch zwischen Gott und den Menschen gibt, in dem beide – wenn auch auf ganz verschiedene Weise – Gebende und Nehmende, Schenkende und Empfangende sind.

    Der christliche Glaube weiß, dass Gott den Menschen in eine Freiheit gesetzt hat, in der er wirklich Partner sein und mit Gott in Tausch treten kann. Zugleich ist dem Menschen klar, dass dieser Tausch nur dank der Großmut Gottes möglich ist, der die Armut des Bettlers als Reichtum annimmt, um das göttliche Geschenk erträglich zu machen, dem der Mensch nichts Gleichwertiges zu bieten vermag.

    Auch die Kirche verdankt sich ganz diesem ungleichen Tausch. Sie hat nichts Eigenständiges gegenüber dem, der sie gestiftet hat. Sie findet ihren Sinn ausschließlich darin, Werkzeug der Erlösung zu sein, die Welt mit dem Wort Gottes zu durchdringen und die Welt in die Einheit der Liebe mit Gott zu verwandeln. Die Kirche taucht ganz ein in die Hinwendung des Erlösers zu den Menschen. Sie selbst ist immer in Bewegung, sie muss sich fortwährend in den Dienst der Sendung stellen, die sie vom Herrn empfangen hat. Die Kirche muss sich immer wieder neu den Sorgen der Welt öffnen und sich ihnen ausliefern, um den heiligen Tausch, der mit der Menschwerdung begonnen hat, weiterzuführen und gegenwärtig zu machen.

    In der geschichtlichen Ausformung der Kirche zeigt sich jedoch auch eine gegenläufige Tendenz, dass nämlich die Kirche sich in dieser Welt einrichtet, selbstgenügsam wird und sich den Maßstäben der Welt angleicht. Sie gibt Organisation und Institutionalisierung größeres Gewicht als ihrer Berufung zur Offenheit.

    Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, muss die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von der Weltlichkeit der Welt zu lösen. Sie folgt damit den Worten Jesu nach: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin“ (Johannes 17,16). Die Geschichte kommt der Kirche in gewisser Weise durch die verschiedenen Epochen der Säkularisierung zur Hilfe, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben.

    Die Säkularisierungen – sei es die Enteignung von Kirchengütern, sei es die Streichung von Privilegien oder Ähnliches – bedeuteten nämlich jedes Mal eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche, die sich ja dabei gleichsam ihres weltlichen Reichtums entblößte und wieder ganz ihre weltliche Armut annahm. Damit teilte die Kirche das Schicksal des Stammes Levi, der nach dem Bericht des Alten Testamentes als einziger Stamm in Israel kein eigenes Erbland besaß, sondern allein Gott selbst, sein Wort und seine Zeichen als seinen Losanteil gezogen hatte. Mit ihm teilte sie in jenen geschichtlichen Momenten den Anspruch einer Armut, die sich zur Welt geöffnet hat, um sich von ihren materiellen Bindungen zu lösen, und so wurde auch ihr missionarisches Handeln wieder glaubhaft.

    Die geschichtlichen Beispiele zeigen: Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage. Die von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben. Die missionarische Pflicht, die über der christlichen Anbetung liegt und die ihre Struktur bestimmen sollte, wird deutlicher sichtbar. Sie öffnet sich der Welt, nicht um die Menschen für eine Institution mit eigenen Machtansprüchen zu gewinnen, sondern um sie zu sich selbst zu führen, indem sie zu dem führt, von dem jeder Mensch mit Augustinus sagen kann: Er ist mir innerlicher als ich mir selbst (vergleiche Confessiones 3, 6, 11). Er, der unendlich über mir ist, ist doch so in mir, dass er meine wahre Innerlichkeit ist.

    Durch diese Art der Öffnung der Kirche zur Welt wird damit auch vorgezeichnet, in welcher Form sich die Weltoffenheit des einzelnen Christen wirksam und angemessen vollziehen kann. Es geht hier nicht darum, eine neue Taktik zu finden, um der Kirche wieder Geltung zu verschaffen.

    Vielmehr gilt es, jede bloße Taktik abzulegen und nach der totalen Redlichkeit zu suchen, die nichts von der Wahrheit unseres Heute ausklammert oder verdrängt, sondern ganz im Heute den Glauben vollzieht, ebendadurch, dass sie ihn ganz in der Nüchternheit des Heute lebt, ihn ganz zu sich selbst bringt, indem sie das von ihm abstreift, was nur scheinbar Glaube, in Wahrheit aber Konvention und Gewohnheiten sind.

    Sagen wir es noch einmal anders: Der christliche Glaube ist für den Menschen allezeit, nicht erst in unserer Zeit, ein Skandal. Dass der ewige Gott sich um uns Menschen kümmern, uns kennen soll, dass der Unfassbare zu einer bestimmten Zeit fassbar geworden sein soll, dass der Unsterbliche am Kreuz gelitten haben und gestorben sein soll, dass uns Sterblichen Auferweckung und ewiges Leben verheißen ist – das zu glauben ist nun einmal für uns Menschen eine Zumutung.

    Dieser Skandal, der unaufhebbar ist, wenn man nicht das Christentum selbst aufheben will, ist leider gerade in jüngster Zeit überdeckt worden von den anderen schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens. Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären Skandalons des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit seiner Boten verdecken.

    Umso mehr ist es wieder an der Zeit, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen. Das heißt nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen. Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial-karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens zu vermitteln. „Der Liebesdienst ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst“ (Enzyklika Deus caritas est, 25). Allerdings haben sich auch die karitativen Werke der Kirche immer neu dem Anspruch einer angemessenen Entweltlichung zu stellen, sollen ihr nicht angesichts der zunehmenden Entkirchlichung ihre Wurzeln vertrocknen.

    Nur die tiefe Beziehung zu Gott ermöglicht eine vollwertige Zuwendung zum Mitmenschen, so wie ohne Zuwendung zum Nächsten die Gottesbeziehung verkümmert.

    Offensein für die Anliegen der Welt heißt demnach für die entweltlichte Kirche, die Herrschaft der Liebe Gottes nach dem Evangelium durch Wort und Tat hier und heute zu bezeugen, und dieser Auftrag weist zudem über die gegenwärtige Welt hinaus; denn das gegenwärtige Leben schließt die Verbundenheit mit dem ewigen Leben ein.

    Leben wir als Einzelne und als Gemeinschaft der Kirche die Einfachheit einer großen Liebe, die auf der Welt das Einfachste und Schwerste zugleich ist, weil es nicht mehr und nicht weniger verlangt, als sich selbst zu verschenken.

    Liebe Freunde! Es bleibt mir, den Segen Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes für uns alle zu erbitten, dass wir in unserem jeweiligen Wirkungsbereich immer wieder neu Gottes Liebe und sein Erbarmen erkennen und bezeugen können. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

  • St. Ottilien Family Retreat.

    Friday, July 16, 2010, 14:55

    This weekend we did a St. Ottilien family retreat . Seven families with around 15 kids, Pater Otto, Yvonne a social worker and Sebastian and Sabrina who did take care of the kids. To sum it up, it was a great weekend, which gave good impulses to the relationship of the couples, was enjoyable for the kids who encountered many more sisters and brothers, last but not least was a great spiritual example. Most impressed me on the first day, when in the late evening Pater Otto opened the church for us to explore. The kids roamed freely but respectfully up and down the church, we adults sat in the choir chairs, where usually the monks sit. The Pater was playing the guitar; otherwise the church was dimming lighted and silent. After he stopped playing we gathered around the altar, the priest would explain basic praying background and we would burn Myrrh. In the night there was a heavy thunderstorm, which let drop the temperture from 35 degrees Celsuis to single digit on the next day.
    Second Day was a full program of adult, kids and mixed group sessions around the them “was tut Dir gut”, dem Vater, der Mutter, dem Kind dem Ehepartner. The day ended in the patio on an open fireplace. The third day again brought adult, kids and mixed group sessions and a very intimate mass given by Pater Otto. I am at St. Otillien sometimes for retreats. 

    The single prayer.


    I like the religious exercises, „Exerzitien “, the St. Benedict way, in which lectio divina, hourly prayer (Stundengebet) and the care of the silence calms the soul. It touched my family too. They will surely come back, as we come back.

  • Evangeliumlesung – Wochenende im Kloster

    Monday, March 8, 2010, 22:31

    Am Wochenende war ich zu Gast in der Erzabtei St. Ottilien inmitten der grünen Voralpenlandschaft zwischen dem Ammersee und dem Pfaffenwinkel den richtigen psychischen und spirituellen Rahmen für einen gelungenen Aufenthalt. Ein Vorfrühlingswochende wie es schöner nicht sein konnte. Ein schneller Entschlusse, googlen, eine Email. Bruder Otto rief mich zurück. Die Stille des Ortes, die Geborgenheit des Klosters, das regelmäßige Chorgebet der Mönche schenkten mir Ruhe und Kraft, öffneten mir Sinne für das Lukasevangelium.
    Gewohnt hab ich im Ottilienheim, in einem einfachen Zimmer mit Toiletten und Duschen auf dem Flur gegenüber dem Exerzitienhaus. Thema war das Lukasevangelium das wir und gegenseitig Samstag in einem Zug vorlasen. Wie ein Film. Morgens Körperübungen – zeitweise Schweigen – Wandern um das Kloster. 6.15 Hl. Messe – Konventamt 12.00 Mittagshore 18.00 Vesper + Vigil 20.00 Komplet
    Am Sonntag 6.30 Laudes danach wieder Wandern um das Kloster 9.15 Hl. Messe – Choralamt 12.00 Mittagshore dann fuhr ich nach Hause.

    Viel Zeit für gute Gespräche. Mich hat diese Stelle im Lukasevangelium beeindruckt:
    Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch.Da er aber in der Rede war, bat ihn ein Pharisäer, daß er mit ihm das Mittagsmahl äße. Und er ging hinein und setzte sich zu Tische. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe
    Und da er zu Bethanien war in Simons, des Aussätzigen, Hause und saß zu Tische, da kam ein Weib, die hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt und trat hinten zu seinen Füßen und weinte und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küßte seine Füße und salbte sie mit Salbe. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Gläubiger zwei Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. Da sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er’s beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin gekommen in dein Haus; du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet…
    Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebt; welchem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.