C.G.Jung

Die Psychologie von C. G. Jung: eine Einführung in das Gesamtwerk.


Ich kaufte Jolande Jacobi ’ s klassisches Buch – seit 60 Jahre auf dem Markt – in Zürich von meinem Lieblings-Antiquariat.  Es ist eine deutsche Ausgabe aus dem Jahre 1972 und kam mit vielen Markierungen, zu denen ich noch mehr addierte. Jolande Jacobi ’ s bietet dem Leser eine konzentrierte Zusammenfassung des Jungschen Systems an. Als Studentin von C.G. Jung und seine engste Mitarbeiterin, beschreibt sie  in diesem Buch souverän Grundlagen, Terminologie und Konzepte von Jung ‘s  Psychologie. Das Buch gibt den Laien eine verständliche Einleitung in seine Arbeit und erlaubt ein tieferes Verständnis der Analytischen Psychologie. Sogar Fachleute verwenden ja oft Sekundärliteratur um sich durch C.G. Jung Werk zu navigieren.  Das Buch umfasst neun schöne Farbenplatten mit Mandalas und viele hilfreiche Abbildungen, die Konzepte und Modelle der psychischen Strukturen und Prozesse exzellent visualisieren (10 einfarbige Abbildungen und 19 Diagramme). Durch Jung’ s Forschung wissen wir, dass die einzelne Psyche nicht nur ein Produkt der persönlichen Erfahrung ist, sondern auch der kulturellen Geschichte mit den Universalmustern und Bilder, wie wir sie von allen Religionen und Mythologien her kennen.

Das links gezeigte Diagramm ist von meinem Verständnis der im Buch dargestellten Konzepte abgeleitet worden. Die wichtigsten Leitvorstellung von C. G. Jung kommt bei Jolande Jacobi in der ersten Hälfte des Buches in Form einer Trias sehr gut zur Geltung:

Zum ersten, das für Jung die Person in seelischen Kraftfeldern zwischen Ich- Bewusstsein, personalen und transpersonalen Unbewussten eingelassen ist. Das Transpersonale sprengt den Erklärungsraum bei Untersuchung von internalisierten Objektbeziehungen und des persönlichen Schicksalsverlaufs. Die  seelischen Wirkungsfaktoren werden mit dem Begriff des Archetypus konzeptionell erfasst.

Das zweite Merkmal ist die besondere Psychologie des Selbst, das einen personale und eine transpersonale Seinscharakter hat. Das Ich und das Selbst sind eine ungleiches wie unzertrennliches Paar und wobei das Selbst das Zusammenspiel von Bewussten und Unbewussten von personalen und transpersonalen garantiert und die Offenheit des Jungschen System für Spirituelle begründet. Je näher wir unserer eigenen Seele sind, des näher sind wir der Weltseele. Der Archetypus  Selbst ist die Schnittstelle zum Transzendenten.

Das dritte Merkmal ist dasVerständnis des psychisch Unbewussten als Dynamik und energetisch produktiver Faktor. Die Energiezentren des Unbewussten geben Antrieb und die Imagination ermöglicht ein wichtiges Korrektiv. Die Aktive Imagination, eine von C. G. Jung wieder entdeckte Möglichkeit aktiv mit der eigenen Seele in Beziehung zu treten, wird ausführlich beschrieben. Sie ist ein im Zustand des Wachseins entstandenes Fantasiebild, an welchem das Ich aktiv beteiligt ist.

Ebenfall sehr gut wird Methodik  wie Individuation und Amplifikation und Anwendung des Jungschen Systems in der zweiten Hälfte des Buches beschrieben. Zu kurz kommt die Phänomenologie und das Zusammenspiel von Komplex, Archetypus, Symbol in der Psychologie C. G. Jungs. Zu diesem Thema würde ich ein weiteres exzellentes Buch von Jolande Jacobi mit genau diesem Titel verweisen.

Das Buch wird durch eine gute Bibliografie und Index komplettiert und alle Hinweise machen es einfach diese in C.G. Jungs Orginaltexte zu vertiefen.  C.G.Jungs beträchtliche Hinterlassenschaft, kann nach dem Lesen von Jolande Jacob’ s präzisen und kompakten Buch – voila – einfacher verstanden werden.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s